Aufgenommen 1988 in der Werner-Seelenbinderhalle in Ostberlin. Wer den wie damals dort hat auftreten lassen, verstehe ich bis heute nicht so ganz. Offenbar wusste man gar nicht, was man sich da auf die Bühne holte. Die einzige Bedienung, die es von DDR-Staatsseite gab, war jene, auf keinen Fall „Keine Macht für Niemand“ zu spielen. Alles andere war erlaubt. Als dann bei „Der Traum ist aus“ kollektiv die ganz Halle brüllte „…doch dieses Land ist es nicht“, muss dem zuständigen Aufnahmeleiter schon ziemlich der Arsch gegangen sein. Ein großartiges Konzert, von dem es ein ebenso großartiges Doppel-Album gibt. Dummerweise aber kaum Filmaufnahmen im Netz. Das, was damals das DDR-Fernsehen aufgenommen hatte, würde ich gerne mal sehen wollen. Ungeschnitten. Mit den Schwarz-Roten Fahnen, die natürlich nicht gezeigt worden sind. Es war das letzte Jahr der DDR und viele Kids im Osten liebten den Scheiß von Rio und den Scherben. Vielleicht ja hat der Sound zu diesem Zeitpunkt besser nach Ostberlin gepasst als je zuvor irgendwo anders hin. Wer weiß das schon.
(DirektTraumtier)
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