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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Sie stand erst neben mir, ganz nahe, war um die Zwanzig und kaufte im Tabakladen eine Stange dieser Slim-Line Zigaretten, zahlte mit einem Hunderter, versuchte die Stange in ihre Handtasche zu stopfen und verlangte danach, ihr billiges Feuerzeug, was man immer bekommt, wenn man eine Stange kauft, gegen ein anderes tauschen zu können. „Gegen das Silberne da“, wie sie meinte. Sie trug Röhrenjeans, diese häßlichen weißen Stiefeletten mit Schnalle, die gerade viele tragen, eine Achtziger-Frisur mit diesem furchtbar kurzem schrägen Pony und dem ganzen schrägen Rest ihres Haupthaares, der dazu noch gehört, und blonde Strähnen auf brünetter Grundierung. Sie roch nach nach einem dieser ordinären Parfüms, dass man in den Läden immer riecht, die gerne Clubs wären, aber nichts anderes als eine ordinäre Diskothek sind und trug Krönchen auf den Arschtaschen. Kurz um: sie war das, was ich nicht mag.

Sie wurde dann leicht nervös, rannte immer, nur kurz, halb aus dem Laden, um auf die Bahnhofsuhr zu sehen und begnüte sich -offenbar aus Zeitgründen- mit dem quietschgelben Feuerzeug zu 0,80 Cent und versuchte ihre Bahn zu kriegen. Sie hatte es eilig, rannte, nachdem sie bezahlt hatte, flux über den gesamten Bahnhof mit ihren furchtbaren Schuhen auf dem glatten, marmorimitierendem Boden zu ihrem Steig und klackerte ordentlich mit ihren Absätzen. Das irgendwie rhythmisch sogar. In jenem Moment dachte ich; „jetzt fall schon auf die Fresse! Fall hin, verdammt nochmal!.“ Ich wollte ihr dabei zusehen.
Sie fiel nicht. Sie lief die Nummer respektabel ab.
Zehn Minuten später, an der Tramhaltestelle, tat mir dieser Gedanke leid. Ich werde alt, deucht mir.

7 Kommentare

“Sag ja zum Leben, sag ja zum Job, sag ja zur Karriere, sag ja zur Familie. Sag ja zu einem pervers großen Fernseher. Sag ja zu Waschmaschinen, Autos, CD-Playern und elektrischen Dosenöffnern. Sag ja zur Gesundheit, niedrigem Cholesterinspiegel und Zahnzusatzversicherung. Sag ja zur Bausparkasse, sag ja zur ersten Eigentumswohnung, sag ja zu den richtigen Freunden. Sag ja zur Freizeitkleidung mit passenden Koffern, sag ja zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in hunderten von Scheiß-Stoffen. Sag ja zu Do-it-yourself und dazu, auf Deiner Couch zu hocken und Dir hirnlähmende Gameshows reinzuziehen, und Dich dabei mit Scheiß Junk-Frass vollzustopfen. Sag ja dazu, am Schluss vor Dich hinzuverwesen, Dich in einer elenden Bruchbude vollzupissen und den missratenen Ego-Ratten von Kindern, die Du gezeugt hast, damit sie Dich ersetzen, nur noch peinlich zu sein. Sag ja zur Zukunft, sag ja zum Leben.
Aber warum sollte ich das machen? Ich habe zum Jasagen nein gesagt.“

(©)

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Mittwoch Morgen gegen 7:00 Uhr in der Nähe des Hafens: Da stehen sechs Männer, alle um die Fünfzig, sind dick angezogen, tragen Mützen und in einer Hand je eine Büchse Bier. In der anderen eine Angel. Mittwoch Morgen gegen 7:00 Uhr.

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Die sprachliche Nähe zwischen GIMF und Pimpf ist wohl eher ein Zufall, und dennoch sehr auffällig.

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