Sie stand erst neben mir, ganz nahe, war um die Zwanzig und kaufte im Tabakladen eine Stange dieser Slim-Line Zigaretten, zahlte mit einem Hunderter, versuchte die Stange in ihre Handtasche zu stopfen und verlangte danach, ihr billiges Feuerzeug, was man immer bekommt, wenn man eine Stange kauft, gegen ein anderes tauschen zu können. „Gegen das Silberne da“, wie sie meinte. Sie trug Röhrenjeans, diese häßlichen weißen Stiefeletten mit Schnalle, die gerade viele tragen, eine Achtziger-Frisur mit diesem furchtbar kurzem schrägen Pony und dem ganzen schrägen Rest ihres Haupthaares, der dazu noch gehört, und blonde Strähnen auf brünetter Grundierung. Sie roch nach nach einem dieser ordinären Parfüms, dass man in den Läden immer riecht, die gerne Clubs wären, aber nichts anderes als eine ordinäre Diskothek sind und trug Krönchen auf den Arschtaschen. Kurz um: sie war das, was ich nicht mag.
Sie wurde dann leicht nervös, rannte immer, nur kurz, halb aus dem Laden, um auf die Bahnhofsuhr zu sehen und begnüte sich -offenbar aus Zeitgründen- mit dem quietschgelben Feuerzeug zu 0,80 Cent und versuchte ihre Bahn zu kriegen. Sie hatte es eilig, rannte, nachdem sie bezahlt hatte, flux über den gesamten Bahnhof mit ihren furchtbaren Schuhen auf dem glatten, marmorimitierendem Boden zu ihrem Steig und klackerte ordentlich mit ihren Absätzen. Das irgendwie rhythmisch sogar. In jenem Moment dachte ich; „jetzt fall schon auf die Fresse! Fall hin, verdammt nochmal!.“ Ich wollte ihr dabei zusehen.
Sie fiel nicht. Sie lief die Nummer respektabel ab.
Zehn Minuten später, an der Tramhaltestelle, tat mir dieser Gedanke leid. Ich werde alt, deucht mir.
