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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Mix: Rudi Stöher – Wunderwetter, Sommertag

Sitzen. In der Nacht, nach so einigen Vodka und herrlichstem Rinderfilet, übernehme ich die Leitung des wohlmöglich letzten Beitrags des Abends. Das Fenster ist offen, sowie der Sekt. Er hat Gäste geladen, unter anderem mich. Hinzu kommt Olli, mein Mitbewohner und Bemme, der unbedingt sein Fahrrad zerstören und sich den Arm brechen wollte. Gekommen ist er mit dem Rennrad aus Meck-Pomm. 340km, weil die 140km peinlich wären.

Jetzt sitzen wir zusammen am Holztisch in der Küche, einer hat den Haargummi aus seinen Haaren genommen, zwei führen eine wilde Unterhaltung von der Vergangenheit. Ich, ja ich schreib euch diesen Beitrag. Zum ersten Mal. Seit über 10 Jahren, in denen wir uns jetzt kennen.

Ronny fragte mich vor einiger Zeit, ob ich ihm einen Mix machen würde, zum 10-Jährigen seines Blogs.Jedoch fiel der Geburtstag auf das ‚Lollapalooza-Festival‘- Wochenende, also kam das etwas kurz.Und ey, Leute! Wie fett dieses Festival war! Puha.

Zurück zum Mix.Ich habe mir echt viele Gedanken gemacht. In welche Richtung möchte ich gehen, wo bekomme ich die Musik dafür her und vor allen Dingen: Wie Mix ich den ganzen Shice?!

Ich hab’s dann einfach wie immer gemacht: Frei aus der Hüfte raus. So wie wir das auch immer zusammen machen würden. Ab zu Beatport, Bandcamp, Soundcloud. Alles durchgehört, sechs Tage Zeit genommen. Dann hatte ich sie endlich zusammen, die 11 Tracks die diesen Mix ausmachen sollten. Das musikalisch 10-Jährige dieses Blogs. Alles in einem Mix, von entspanntem Piano-Geschwofe über treibendem House, bis hin zu Deep.
Mir hat das wahnsinnigen Spaß gemacht, entspannt an einem Sonntag Nachmittag, mit meiner Freundin bei Sonnenschein in unserer Potsdamer Innenstadtwohnung. Liebe.Diese Liebe möchte Ich mit Euch teilen. Ein wunderbarer Mix zum entspannen, aber auch zum Ausrasten.

Ey! Habt viel Spaß dabei. Setzt euch an den Frühstückstisch mit euerer Liebsten oder eurem Liebsten, schmiert euch Butter auf’s Brot und haut Kochschinken drüber oder garniert es einfach mit einem Veganen Aufstrich und beginnt den Tag relaxed, so wie Ich.

Danke Euch!

Rudi.

Zum Haten: Hier :D

(Direktlink)

Tracklist:
1. Powel – Hor (Original Mix)
2. Aparde – Proloque feat. Anne (Original Mix)
3. Noraj Cue – Universal Love (Original Mix)
4. Kyodai – The Place To Be (Original Mix)
5. Jelly For The Babies – Things Unspoken (Original Mix)
6. Cem Orlow – Lightfield (Fred P Reshape)
7. Paolo Martini, PaulC – Tears For Fears (Original Mix)
8. Junge & Maedchen – Itto (Original Mix)
9. Little Big Bee – High Clouds (Original Mix)
10. Aparde – Epiloque (Original Mix)
11. Robert Strauss – Rhythm Of Life (Yoruba Soul Mix)

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Es war Sommer in Berlin,

es war heiß. Wir hatten keine Arbeit, keine Angst vor nichts, gutes Geld vom Amt, mindestens immer eine Eisbong unterm Kiel, eine exzellente Anlage, die ich schon kaufte, bevor ich gutes Geld vom Amt bekam und wir hingen einfach nur so rum. Tagelang, wochenlang, monatelang. Nichts zu tun, laute Musik und immer den Rauch vom Dope in der Nase.

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(Foto: Christian Schirrmacher, CC BY 2.0 )

Zum Hinterhof raus: unser „Schlafzimmer“ mit dem Hochbett, unter dem die Plattenspieler nebst den Platten standen – und die Boxen, die bei geöffneten Fenstern die gesamte Nachbarschaft unterhielten, was die meist so geil gar nicht fand. Hintenraus gab es immer Techno. Oder Drum ’n‘ Bass. Laut. Bei offenen Fenstern.

Schöneberg, irgendwann in den 90ern. Heute nicht wissen, was morgen gehen würde – und es war egal. So wie damals alles irgendwie egal war – außer die Musik. Immer. Manchmal trommelten wir auf unseren, für die Bude viel zu großen, Djembés und irgendwer spielte dazu sein Didgeridoo. Gerne den ganzen Tag lang. Wir hatten ja eh nichts zu tun.

Samstags fuhren wir manchmal ins Spacehall und tauschten unser Geld in Platten, von denen dann die nächsten Tage wieder die ganze Nachbarschaft etwas haben sollte. Manchmal klingelten sie, aber sie riefen nie die Bullen. Meistens kochten wir dann abends in der Küche, die ich von meinem Bausparvertrag gekauft hatte, den meine Eltern für mich kurz nach der Wende abgeschlossen hatten. Ich kündigte den, als ich ausziehen wollte. Zum Glück. Ein paar Monate später machte sich der Vertreter dafür, der bis zur Wende bei der NVA gearbeitet hatte, mit all den Prämien und wohl auch mit den an ihn direkt gezahlten Einlagen, vom ostdeutschen Acker und verpisste sich auf irgendeine Insel im Meer. Dorthin, wo es warm war. Dorthin, wohin eigentlich alle damals wollten und viele wussten, dass sie da mit ehrlicher Arbeit niemals hinkommen würden. Er zog einfach los. Mit ihrem Geld. Kurz nach dem ich das meine hatte.

Wir mieteten eine wirklich runtergekommene Bude am Walter Schreiber Platz in Schöneberg, direkt an der Stadtgrenze zu Steglitz. Eine Bude, die vor uns ein H-Junkie bewohnte. Zwei Zimmer und erstmal soviel Arbeit, dass die Hausverwaltung drei Monate lang auf Mietzahlung verzichtete und sogar das Bad noch auf benutzbar sanierte. Der Rest lag an uns.

Wir kloppten alles raus, sortierten die gebrauchten Spritzen samt der alten Küche auf den Müll und freuten uns über unsere erste Bude in Berlin. In Westberlin. Junge Ostler in Westberlin – das war schon groß, damals. Für uns. Sie gerade 18, ich noch nicht mal das.

Die Kohle von meinem Bausparvertrag investierten wir in eine weinrote Küche von Möbel Höffner für 3700 DM und in eine gebrauchte Ledercouch-Garnitur in Pink, die wir irgendwo in Rudow gegen 1500 DM eintauschten. Wir ließen die ollen, vergammelten Dielen abschleifen und hatten unsere erste eigene Bude. In Westberlin. Wir hatten uns, Freunde aus dem Osten und immer Musik. Es musste immer Musik da sein.

Ich machte meine Ausbildung fertig und am ersten Tag nach dem Abschluss der selbigen kündigte ich. Ich wollte das nicht mein Leben lang weiter machen. Eigentlich wollte ich das nicht einen Tag länger weiter machen wollen. Sie arbeitete weiter Vollzeit.

Mit dem Amt lief das damals noch ein bisschen anders und ich kam mit dem von dem gezahlten Geld auf mehr, als sie für ihre 40 Stunden-Woche bekam. Nebenbei klebte ich bei irgendwelchen Leuten Tapeten an die Wand und strich ihre Küchen. Für gutes Geld. Wenn das mal nicht der Fall war, waren Freunde da und wir hörten Musik. Immer. Immer laut.

Es war dieser eine Sommer, es war heiß. Hintenraus das verrauchte Schlafzimmer in dem unterm Hochbett unsere Plattenspieler standen. Vorne raus der Eingang zum U-Bahnhof Walter Schreiber Platz der sich genau vor den Fenstern unserer Hochparterre-Bude befand. Die Fenster immer offen, die Musik mehr als laut.

Wenn sie damals arbeiten war, saß ich mit Freunden auf den äußeren Fensterbrettern Hochparterre genau am U-Bahn Ein- und Ausgang Walter Schreiber Platz. Die Füße nach draußen baumelnd. Lächelnd. Wir hörten ständig diesen einen Song in Repeat, gespielt auf der exzellenten Denon-Anlage. Laut. Hundert Mal. Und alle die aus der U-Bahn kamen oder in diese gingen, nahmen ein paar Takte von genau diesem Song mit in ihren Tag. Darüber muss ich auch heute manchmal noch lächeln. Viele von ihnen lächelten damals auch. Sie waren auf dem Weg zur Arbeit oder kamen gerade von dieser. Wir saßen einfach nur so auf den Fensterbrettern, hatten nichts zu tun, hörten Musik und machten, dass die Luft nach Dope roch. Zu diesem Song. Es war ein großartiger Sommer. Ich glaube, unser vorletzter in Berlin. Killing me softly.


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Flume – Essential Mix (BBC Radio 1) 03.10.2015

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Flume hat am letzten Wochenende für den Essential Mix auf BBC Radio 1 gesorgt und wer weiß, was Flume so umtreibt, weiß auch, dass hier kein gerader Stein auf dem andern bleibt, alles in einen Topf kommt, der erst ordentlich durchgerührt und dann geschüttelt wird. Zum Schluss wird mit Bass abgeschmeckt und mit Geschlacker auf heißen Tellern serviert. Geiler Tüp! Geiler Mix! Hier zum Download.


(Direktlink, via TRND)

Tracklist:
01. Knxwledge – Nvrending
02. TroyBoi – Do You?
03. Flume – Untitled
04. San Holo – Victory
05. Amon Tobin – In Your Own Time (Eprom Remix)
06. Flume & Chet Faker – What About Us
07. Beyoncé – Ghost (Flume Edit)
08. Hayden James – Beginnings (Flume’s Lost Mix)
09. Ta-ku – Mahal (feat. Chet Faker)
10. Flume – Untitled
11. Vince Staples – Norf Norf
12. Lapti – First Date
13. Thomas Sholz – Mimesis (Rampue Remix)
14. Flume – Untitled
15. Kanye West – All Day (Eprom x Salva Remix)
16. Clams Casino – Crystals
17. Matthew Herbert – It’s Only (DJ Koze Remix)
18. Jon Hopkins – Collider
19. Fatima Yamaha – What’s A Girl To Do
20. Leon Vynehall – Time
21. B***locks Deejays – Worth It (Daggers Remix)
22. Kenton Slash Demon – Syko
23. Oxia – Domino
24. Daphni – Ye Ye
25. Trimbal – Confidence Boost (Harmonimix) (James Blake Remix)
26. Vic Mensa – Suitcase (feat. Chance The Rapper)
27. Jamie xx – Gosh
28. MssingNo – Xe2
29. Jme feat. Giggs – Man Don’t Care
30. Mssingno – 124th
31. Mura Masa – Lotus Eater
32. Point Point – doubleOreo (San Holo Remix)
33. Losco – Scriptina
34. Mica Levi – Love

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Zeit für Psy-Trance: Protonica – Assorted Waves 4 (DJ Set)

Eigentlich wollte ich, wie so oft, schon längst im Bett sein. Dann hatte ich mich vorhin ein wenig vor mich hingeärgert und bin später über den ganz frischen Mix von Piet und Ralf alias Protonica gestolpert. Ich dachte: „Psy-Trance haste lange nicht am Stück gehört und was die beiden so löten, ist eh immer gut. Machste mal an.“ Das ist jetzt gut eine Stunde her – der Mix läuft immer noch. Zwischendurch bin ich zum Kühlschrank gesteppt und kurz in den Keller und wieder rauf gehüpft. Geiles Ding!

Ich höre das mittlerweile echt selten, aber wo Protonica drauf steht, kannste halt immer draufklicken ohne enttäuscht oder gar gestresst zu werden. Alte Psy-Liebe rostet nur partiell oder so.

Jetzt hab ich den geladen, aufs Phone gezogen und fahre mit dem auf den Ohren morgen früh durch die Hauptstadt. Passt. Vielleicht hüpfe ich darauf in mein Lieblingskaffee oder steppe darauf in der Bahn. Mal sehen. Jetzt erstmal zu Ende hören und dann das mit dem Schlafen nochmal in Angriff nehmen.


(Direktlink)

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Moritz von Oswalds Studiomixer auf eBay

Dubtechno Pionier und Basic Channel Mitbegründer Moritz von Oswald lässt auf eBay gerade seinen schon leicht in die Jahre gekommenen Studio Mixer verkaufen. Besser gesagt eine Mixer-Konsole, die auf dem Speck Electronics SSM-24 basiert, und um weitere Speck-Module erweitert wurde. Mit EUR 17.500,00 ist das kein Schnäppchen, aber Qualität hat ja bekanntlich ihren Preis. Außerdem hat die Kiste Geschichte.

We are selling the original and unique analog mixing console from Moritz von Oswald.
A lot of legendary productions like Basic Channel, Maurizio, Rhythm & Sound,
Recomposed and many many more were produced on this mixing console.
The quality of all of these productions speaks for itself.

Wir haben damals für das alte, erste, aus dem Westen stammende Studiopult der Puhdys EUR 500,00 bezahlt, aber das ist eine andere Geschichte.

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(Fotos: Nation-X, via FACT)

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Brücke für zehn hält keine vier

Vier französische Wanderer in Neuseeland wollten eine Hängebrücke überqueren, die wohl so deklariert war, dass sie bis zu zehn Personen hätte tragen sollen. Als die vier ein kurzes Stück auf der Brücke hinter sich gebracht hatten, wurden sie von der selbigen geschleudert. Eines der wichtigsten Kabel, das die Brücke trug, gab nach und so stürzten die vier in den acht Meter unter ihnen verlaufendem Fluss. Keiner zog sich ernsthafte Verletzungen zu. Einer aber hatte die Kamera an.

So also sieht es aus, wenn man aus heiterem Himmel von einer Brücke fliegt. Will man ja auch nicht bedingt. Also eher gar nicht.


(Direktlink, reddit)

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