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Schlagwort: Books

Türkische Müllmänner gründen Bibliothek mit weggeworfenen Büchern

(Symbolfoto: Nino Care)

Die städtische Müllabfuhr in Ankara holt seit geraumer Zeit Bücher aus dem Müll und hat mit diesen eine eigene Bücherei eingerichtet. Diese war erst nur für die Mitarbeiter gedacht, ist mittlerweile aber für jedermann rund um die Uhr zugänglich. Das Projekt, das seit sieben Monaten läuft, verfügt aktuell über 4700 Bücher die in 17 Kategorien aufgeteilt sind. Alle Bücher werden kostenlos verliehen.

„Wir kriegen viel Besuch, aber auch Spenden“, sagt Bibliotheksleiter Urtekin. Einige würden inzwischen sogar Bücher per Post aus anderen Städten schicken. Derzeit warten 1500 Bände darauf, in die Regale einsortiert zu werden, und ständig kommen weitere hinzu. Was nicht mehr zum Lesen taugt, wird als Stütze für die anderen Bücher verwendet.

Die Initiatoren planen nun eine mobile Bücherei, mit der sie alle zwei Wochen Schulen besuchen können.

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Wie eine Hydraulik-Presse an einem Buch scheitert

Der grandiose Hydraulic Press Channel hat in den letzten Wochen Videos von so ziemlich allem gezeigt, was eine solche Presse von jetzt auf gleich ins Nichts zermalmen kann. Wirklich fast alles. Heute, allerdings, scheitert die Presse (vorübergehend) an einem dicken Buch.

Vielleicht sind Bücher am Ende doch die Rettung vor allem. Im Namen der Rose und so. So schön kryptisch. Auf Metaebene. Love it.


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Kulturgeschichte des Stinkefingers

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(Foto: Bailey Weaver, CC BY 2.0)

Der Romanist und Gestenforscher Reinhard Krüger hat ein Buch über die Kulturgeschichte des Stinkefingers geschrieben und darüber kurz mit dem Deutschlandradio Kultur gesprochen. Und er erklärt, was wir alle schon immer vermutet haben: es hat was mit Penis zu tun.

Als Repräsentation des erigierten Penis sei der ausgestreckte Mittelfinger in schriftlichen und bildlichen Quellen der griechisch-römischen Antike nachgewiesen. Das Zeigen des Phallus zur Artikulation von Dominanzverhalten wiederum sei auch aus Darstellungen archaischer Gesellschaften etwa der Bronzezeit nachweisbar und selbst unter nicht-menschlichen Primaten üblich: „Um zu zeigen, wer hat den Größeren und wer beansprucht was“, erklärte der Autor des im März erschienenen Buches „Der Stinkefinger. Kleine Geschichte einer wirkungsvollen Geste.“

[audio:http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/04/09/drk_20160409_0650_d560de39.mp3]
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Ein Buch über Flaschenpost

Flaschenpost


(Foto: Peer Kyle • CC BY-SA 3.0)

Seit acht Jahren ist der Journalist und Fotograf Oliver Lück auf der Suche nach Flaschenpost und der dahinterstehenden Geschichten. In dieser Zeit konnte er über 300 Flaschenpost-Briefe aufspüren. Einige der Empfänger und Absender hat er kontaktiert und darüber jetzt ein Buch geschrieben: Flaschenpostgeschichten.

Ab und an spült das Meer Wünsche an den Strand, verwahrt hinter grünem Glas. Eine Flaschenpost ist zeit- und grenzenlos, hütet zarte Hoffnungen und große Träume. Oliver Lück sammelt Briefe aus der Ostsee und folgt ihren Botschaften zu deren Absendern: Da ist Mogens, der seit 1971 bereits 200 Briefe auf Bornholm gefunden hat und hin und wieder selbst einen auf Reisen schickt. Oder Arne, ein schwedischer Fischer, der vom Leben auf einer einsamen Insel schreibt. Lück nimmt uns mit auf kleine und große Reisen und erzählt die bewegenden Lebensgeschichten hinter den Briefen aus dem Meer.

SpOn hat ein Interview mit ihm.

20 Absender konnte ich noch erreichen – und damit fing alles an. Gleich der Erste, den ich anschrieb, war Thomas, der auf Rügen lebt. Jedes Wochenende wirft er ein bis fünf Flaschenpostbriefe in die Ostsee. Immer wenn der Wind günstig steht, am besten aus Westen und am besten bei Sturm. Dann wartet er auf Antwort, oft viele Jahre. 30 Antworten hat er bisher bekommen – aus Polen, Russland, Schweden, Dänemark. Und so hatte ich wieder 30 Leute, die ich anschreiben konnte.

Ich weiß nicht wie es anderen geht, aber ich habe meine kindliche Faszination für Flaschenpost nie verloren. Tolles Thema – tolle Idee, darüber ein Buch zu machen.

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