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Schlagwort: Forrest

Als lockere Rückhand…

Da kommt der Ball, Herr Grau. Ja, es hat gedauert und ist zudem auch noch ziemlich populär, und so. Aber nichts passt zu den letzten Stunden so gut wie das. Ich glaube gerade, dass es genau das ist, was mir an denen so gut gefällt. Die proletarische Poesie, die eigentlich gar keine ist. Kein Subtext, keine Metaphern. Es wird genau so rausgerotzt, wie es es zu seien scheint:
Die Ärzte – Deine Schuld

(Direktkeineristunschuldig)

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Bilder im Konflikt

www.spiegel.de/img/0,1020,884202,00.jpg


(Bild: DPA)

Immer wenn ich solche Bilder sehe, bekomme ich das Gefühl, einer ganz eigenen Kunstform gegenüber zu sitzen. Kameras im Konflikt, – quasi. Diese Bilder sagen meistens mehr, als jede Nachrichtensendung, sei sie auch noch so gut. An Tagen wie diesem frage ich mich immer, wann eigentlich endlich mal indyTV kommt. Denn alle haben gestern so wenig wie möglich gezeigt. Und ich meine wirklich alle. Sie sagen immer, dass ja „eigentlich ein Großteil der Demonstrationen friedlich verlief,“ aber davon zeigen sie nichts. Und von dem was sie schon nichts zeigen, ziehen sie noch die Zeit ab und zeigen für 58 Sekunden das, was sie eigentlich nicht zeigen sollen wollen. Dazu tun sie dann noch ganz überrascht.

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2. Juni 1967

Heute vor genau 40 Jahren wurde der Student Benno Ohnesorg in Berlin erschossen. Der Schiessende war Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras. Die Umstände, die zu dieser Tragödie führten sind bis heute nicht gänzlich aufgeklärt. Sicher ist nur, dass es auf einer Demonstration geschah. Wie es zu dieser kam, sollte jeder, der auch nur halbwegs über freiwillig beschafftes Allgemeinwissen verfügt, wissen. Es stimmt mich nachdenklich zu sehen, dass dieser Todestag auf genau den heutigen Tag fällt. Sicher hat sich keiner was dabei gedacht, als er die Terminkalender der großen Acht auf Verfügbarkeit anfragte und dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, da die momentan staatlich gelenkten Repressionen im Grundsatz zu denen von damals nicht unähnlich sind. Für mich war dieser Todesfall, (Mord darf man ja nicht sagen, oder doch?) als ich vor Jahren davon hörte, ein Schlüsselerlebniss. Ich bin in einem Land groß geworden in dem derartige „Todesfälle“ fast zur Tagesordnung gehörten und kam nun in eines, in dem man sowas öffentlich gerne todgeschwiegen, oder wenigstens doch gesellschaftlich umgedeutet hatte. Das machte mich neugierig, damals, und ich las alles, was mir dazu unter die Augen kam. Sah und hörte mir interessiert alles an, was auch nur in der thematischen Nähe dazu stand. Was auch durch diesen Vorfall gesellschaftlich ausgelöst wurde ist hinlänglich bekannt und ich wünsche und hoffe, dass sich dass, was dazu geführt hat, niemals wiederholen wird! Denn auch wenn das zufällig auf den heutigen Tag jährt, sind die Zustände alles andere als ein Zufall. Der Anlass und die Umsetzung der zu erwartenden Demonstrationen sind mindestens genauso unwillkommen, wie der Schah und seine Frau, damals, am 02. Juni 1967.

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