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Schlagwort: History

Pangaea mit den Grenzen von heute

Pangaea, andere Schreibweise Pangäa, selten auch Pangea (von altgriechisch πᾶν pān „ganz“ und γαῖα gaia „Erde“, „Land“, wörtlich also „Ganze Erde“),[1] war der letzte globale Superkontinent der Erdgeschichte.

Er existierte als zusammenhängende Landmasse vor etwa 300 bis 150 Millionen Jahren (Karbon bis Jura), also in dem Abschnitt der Erdgeschichte, in dem sich das große Massenaussterben am Ende des Perm abspielte und die Dinosaurier entwickelten.(Wikipedia)


(Karte: Massimo Pietrobon, Klick für in groß, via this isn’t happiness)

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25 Jahre Mauerfall: Mikis‘ Oktober 1989

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Ich hatte hier schon etwas länger über das großartige Tagebuch von Mikis geschrieben, welches er heute aus dem Jahre 1989 ins Netz überträgt. Das hier war sein Oktober und es war ganz sicher nicht der leichteste.

07.10.
Ich werd wach und bin nicht allein. Müller und Schulz sind da. Müller spielt mit seiner Pistole. „Na Wesensbitter, heute schon was vor?“ Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll. „Ach, schon angezogen unter der Decke, das macht es ja einfacher. Aufstehen und Hände nach vorn!“ Und dann klicken die Handschellen und ich werd in den Stasi-Trabant verfrachtet. Davor darf ich noch pissen gehen.
Ich sitze auf der folienverkleideten Rückbank, einen Sack über dem Kopf und weiß nicht, wo sie mich hinbringen. Zur Stasizentrale kann es nicht sein, dafür fahren wir zu lange.
„Wesensbitter, sie sind echt ein totaler Vollidiot, aber jetzt werden sie mal was lernen. Das werden sie nie vergessen.“
Es knallt in meinem Gesicht und ich spüre wie Blut aus meiner Nase läuft. Das ist also die harte Tour jetzt. Danach ist wieder Ruhe, nur der Trabantmotor röhrt weiter und die Direktübertragung von der Jubel-Parade im Radio ist zu hören. Wir fahren bestimmt schon eine Stunde, mir ist schlecht und ich krieg kaum Luft, als wir anhalten. Ich werde aus dem Auto gezehrt und auf den Boden geworfen.
Ich höre es plätschern und dann wird es nass. Ich brauch nicht lange, um zu realisieren, dass ich gerade angepinkelt werde. „Happy Republikgeburtstag, du Punk-Votze!“ höre ich Müller sagen. „Erschießen wir ihn gleich hier, oder müssen wir ihn ordnungsgemäß entsorgen?“ fragt Schulz.
„Pack ein den Wichser. Wir liefern den ab.“
Hab ich Angst? Ich weiß es nicht. Ich hab mir geschworen, vor denen nicht zu kuschen und wenn das hier die Konsequenz ist, dann muss ich da durch.
Ca. 22.00 Uhr
Ich liege auf Betonboden, ich stinke, aber ich kann meine Hände wieder bewegen. Ich werde aus der Zelle abgeholt, bekomme einen schlabbrigen Dynamo-Trainingsanzug zum anziehen und werde ins Verhörzimmer gebracht. Mir gegenüber sitzt ein klassisches Schweinsgesicht.
„Name?“
„Alfons Zitterbacke.“
„Wolln wa witzich sein? Name!“
„Mikis Wesensbitter“
„Geboren am?
„12.12.1968“
„Geboren wo?“
„Berlin Lichtenberg.“
„Staatszugehörigkeit?
„DDR“
„Wohnhaft wo?“
„Dolziger Straße 45“
„Personenkennzahl?“
„Vergessen!“
„Wat?“
„Vagessen“
„Dit passt hier nich rin. Vagessen ist keene Zahl!“
„Ich kenn die doch nicht auswendig.“
„Jut, ick schreib jetzt 121268455555 rin.“
Ich zucke mit den Schultern. Mir ist egal, was er da reinschreibt.
„Häufig wechselnde Geschlechtsverkehrspartner?“
„Ja“
Er schaut mich an und leckt über seine Lippen.
„Echt?“
„Voll echt!“
„Muschis oder Pimmel?“
„Muschis!“
„Jott sei Dank! Mit die Schwulinskis hab ick Probleme. Durst?“
„Ja“
Er holt eine Flasche Fusel aus seinem Schreibtisch und gießt zwei Gläser voll.
Wir stoßen an.
Mit „Jut weiter!“ beendet er den inoffiziellen Moment.
„Union oder BFC?“
„Union!“
„Wußt ick! Ick och. Man, was haben die nachgelassen. Der Abstieg war doch echt die totale Scheiße. Mehr Durst?“
Ich nicke. Und er giesst den nächsten Schnaps ein.
„Fuss- oder Fingernägel?“
„Was?“
„Wat geeigneter ist, um deinen Willen zu brechen. Das Rausreißen deiner Fußnägel, oder deiner Fingernägel!“
„Pfff, beides Scheiße!“
„Geht so nich, ich muss mich für eins entscheiden.“
„Dann Fingernägel.“
„Würde ich auch sagen. Durst?“
„Sehr!“
Er gießt ein und wir trinken den nächsten Schnaps.
„Weißte, meine Alte betrügt mich, das macht mich total irre. Fickt mit dem Nachbarn Schulz, und das ist auch noch mein Kollege. Wie soll man denn dann bitte ein sozialistisches Kollektiv sein, wenn man so was weiß?“
Tja, was soll ich ihm denn da raten?
„Gieß mal den nächsten ein und dann lass mich raus. Sonst kommt meine Alte auch auf so komische Ideen!“ schlag ich vor.
„Echt? Nee das wünsch ich ja wirklich niemandem!“
Wir stoßen an.
Ich darf den abgetragenen Dynamo-Trainingsanzug behalten, meine eigenen Sachen sind in eine Tüte gestopft. Ich bekomme eine Behelfs-Fahrkarte und werde in einem Kübel-Trabant verfrachtet. Schweinsgesicht drückt mir die Hand und 20 Minuten später stehe ich in Oranienburg auf dem Bahnhof. Es stinkt nach ausgekochten Rinderhoden und laut Fahrplan fährt die nächste Bahn in drei Stunden. Die Mitropa hat zu, ich habe keine Kippen, kein Geld und nichts zu lesen.

Die restlichen Monate aus seinem Tagebuch aus dem Jahr 1989 in Ostberlin.

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25 Jahre Mauerfall – Ein ganz persönliches Tagebuch aus Ostberlin

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(Foto unter CC BY-SA 2.0 von Sludge G)

Ich habe seit Tagen einen Tab offen, den ich immer noch lesen wollte und bis heute nicht dazu kam. Jetzt aber. Mikis schreibt auf Wesensbitter über seinen letzten Sommer in der DDR und das ist in der Tat verdammt lesenswert, auch und gerade weil es sehr, sehr persönlich ist. Die Beiträge entspringen seinem ganz persönlichen Tagebuch und das zeigt ganz dabei, wie toll Tagebücher sein können – ich kriege diesen Sommer nur hoch häppchenweise zusammen, bei ihm ist das sehr detailliert. Vielleicht hätten wir nie damit anfangen sollen, aus all unseren Weblogs irgendwann keine Tagebücher mehr zu machen. Spätestens in 20 Jahren werde zumindest ich das bedauern.

Mikis schreibt regelmäßig einen Artikel, der die von ihm erlebten Monate im Sommer 1989 zusammenfasst.

Ich habe gerade alle gelesen und bin ein wenig in der Zeit zurückgereist. Es ist toll, über diesen Weg an einem ganz normalen Leben von damals teilhaben zu können. Wirklich klasse! Für mich das Beste, was ich bisher zum 25. Jahrestag des Mauerfalls lesen konnte.

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(Foto unter CC BY-SA 2.0 von Sludge G)

Ein paar Auszüge:

07.Mai 1989

Heute ist Volkskammerwahl. Der totale Affenzirkus. Die anderen wollen boykottieren, ich geh hin. Auf den Stimmzettel schreib ich: „Horst Sindermann hat ‘nen steifen Pimmel dran“. Ungültiger geht’s wohl nicht mehr. Und die können mir gar nichts. Ist schließlich ne geheime Wahl. Wie sich das gehört, am Nachmittag Wahlbierziehung mit Torsten veranstaltet.

22.05.

Fragen die mich doch heut auf Schicht, ob ich nicht Kandidat der SED werden will! Hä? Ich? Geht nicht, ich werd in die Bauernpartei eintreten, hab ich gesagt. Danach musste ich mir sofort einen Krankenschein holen, auf den Schock. Kerstin hat jetzt auch einen Ausreiseantrag gestellt. Wenn sie geht, vermacht sie mir ihren Kühlschrank und ihre Plattensammlung.

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(Foto unter CC BY-SA 2.0 von Sludge G)

04.06.

Martina hat zum Frühstück grünen Tee mit Koffeintabletten gemacht, der knallt volles Brett rein. Ich renn den ganzen Tag rum, wie der Zappelkasper auf Epilepsie. Abends mit Petra im Schreiner-Hof verabredet, wollt auf dem Weg Kondome kaufen. „Ausvakooft“ sagt die Drogerieverkäuferin. „Is‘n Engpass grade, soll nächste Woche ne Lieferung kommen. Musste solange n Knoten in die Nudel machen.“ Petra hat eh ihre Tage. Dafür labert sie mir wieder die Ohren voll, mit ihren blöden Wahlprotesten. Was für ein Scheißtag.

28.06.

Peter kommt vorbei, mit zwei Flaschen Bier. Die sind nach 5 Minuten alle. Er will irgendwas, traut sich aber nicht. Irgendwann fragt er, ob ich schon mal in einer Schwulenbar war. Er würde sowas gerne mal sehen. Also nicht, weil er schwul ist, natürlich nicht, aber irgendwie interessiert ihn das, was die da machen. Und ob ich vielleicht mitkommen würde. Als Sicherheit, und damit niemand was falsches denkt. Wir verabreden uns für Freitag. Er soll was legeres anziehen, und unbedingt enge Hosen, damit wir auch reinkommen. Und natürlich sag ich niemandem was davon. Ehrenwort.

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(Foto unter CC BY-SA 2.0 von Sludge G)

19.07.

Früh steht der Geheimdiensttrabant wieder vor der Tür. Das brauchte ja nicht lange. Ich präpariere das Bier im Kühlschrank und verlasse die Wohnung. Als ich Abend wiederkomme, warten zwei Bullen vor meiner Wohnung. Ich werde verhaftet. Warum von den Bullen und nicht von der Stasi versteh ich nicht. Was sie mir vorwerfen sagen sie nicht. Wissen sie wahrscheinlich selber nicht.

08.08.

Im Radio sagen sie, das die Ständige Vertretung wegen Überfüllung geschlossen ist. Torsten ruft mich auf Arbeit an und fragt, ob wir da auch hin wollen. Klar, das ist ne geile Idee. Und so stehen wir Abends in der Hannoverschen Straße und werfen Augustäpfel über die Mauer. Die armen Flüchtlinge sollen ja auch ein paar Vitamine bekommen. Und geheime Botschaften. Deshalb haben wir jeden Apfel beschriftet. Die Bullen jagen uns aber recht schnell weg.

06.08.

Julia klingelt mich aus dem Bett. Eigentlich kennen wir uns gar nicht richtig, aber ich hab ihr im Knaack mal meine Adresse gegeben. Sie muss am Montag mit ihrer Mutter in den Westen ausreisen und hat Bock noch mal einen richtigen Ostberliner-Samstag zu machen. Ihre Freunde sind alle in Ungarn und da fiel ich ihr ein. Ich brauch erst mal zwei Gelonida und schwarzen Kaffee. Dann trinken wir ein Bier und machen einen Plan. Wir starten im Kino Kosmos und sehen uns “Dirty Dancing” an. Mein Gott, ist das ein peinlicher Film. Irgendwann tanzen alle auf ihren Plätzen, oder in den Gängen. Wir gehen bevor der Film zu Ende ist. Wir laufen zum Alex, die Stalin-Allee ist total still und sieht in der tiefstehenden Sonne umwerfend aus. Der Alextreff ist überfüllt und so gehen wir ins Nikolai-Viertel. Das ist wie eine Zeitreise, bis plötzlich eine Hundertschaft BFC-Hools auftaucht. Die sind völlig Aggro drauf und rennen mit „Sieg Heil“ Rufen durch die Straßen. Ich schubs Julia in eine kleine Gasse und wir warten, bis der Spuk vorbei ist. „Warum machen die nichts gegen diese Arschlöcher?“ fragt sie. Ja, warum nicht? Im HdjT ist Jazzabend, aber das ist egal. Wenigstens gibt es hier keine Nazis und das Bier schmeckt.

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(Foto unter CC BY-SA 2.0 von Sludge G)

03.09.

Nee, ich will nicht mehr durch den Schlosspark latschen und nee ich hab auch keinen Bock mehr auf Holländer-Viertel. Ich will nur nach Hause. Fahr ohne Marco. Zu Hause ist der Briefkasten offen und in der Küche liegen zwei Briefe von Anne. Beide geöffnet. Jemand hat mit rotem Kuli ihre Rechtschreibfehler korrigiert und Anmerkungen gemacht. Ich könnt kotzen, langsam reicht es echt. Ich latsche zwei Stunden durch die Gegend, um ein funktionierendes Telefon zu finden. Annes Mutter hat Kontakt mit ihr. Ich sag, sie soll ab jetzt die Briefe an eine sichere Adresse schicken. Anne direkt erreich ich nicht, die Leitungen in den Westen sind überlastet. Irgendjemand hat „Freygang ist ne Renterband“ an die Ringbahnhalle geschrieben.

21.09.

Elsterwerda, 5000 Splinte gegen 7000 Unterlegscheiben. Fleischbrühe in der Mitropa und 3 Bier. Bin fast durch mit „Garp, und wie er die Welt sah“. Zu Hause (alte Wohnung) liegt wieder ein geöffneter Brief (von Anne) auf dem Küchentisch. Ich hatte mich schon gefragt, wohin meine Stasibetreuer verschwunden sind. Auf dem Umschlag steht mit roten Kuli: „Nänänäääh!“ Ich hab keine Lust ihn zu lesen.

Später lese ich ihn natürlich doch.

„…es tut mir leid. Ich sitze in Paris, da wo wir in unseren Träumen immer sitzen wollten, und du bist nicht da. Und ich bin trotzdem glücklich. Ich bin verliebt, ich fühle Schmetterlinge in meinem Bauch und es sind nicht deine Hände, die mich festhalten. Verzeih mir und vergiss mich nicht. Oder vergiss mich doch…“

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(Foto unter CC BY-SA 2.0 von Sludge G)

Die Fotos in diesem Beitrag sind nicht von Mikis, sondern aus dem großartigem DDR-Album von Sludge G und sind alle im Jahre 1990 entstanden.

(via Torsten von der E-Gruppe, der, wenn mich nicht alles täuscht, auch Teil der Geschichten ist)

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Spiegel Online 1996

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SpOn feiert gerade sein 20-jähriges Online-Jubiläum und hat dafür die Original-SpOn-Site von 1996 zurück ins Netz geholt. Das ist putzig, wenn man mal sieht, wie wenig „Online sein“ damals eigentlich bedeutete. Die Index von SpOn dürfte heute um einiges größer sein, als der damalig komplette Webauftritt. Und überhaupt: wie übersichtlich das alles noch war. Und ja, auch wie wenig von Werbung besetzt.

News von heute gibt es dort natürlich keine, was ich aber an der ganzen Kiste am interessantesten finde, sind die „Top Ten“ der Websiten von damals. Quasi der heiße Shice im Netz des Jahres 1996. Immerhin drei Links der 10 führen auch heute noch auf Content.

Damals empfohlen Netscape 2.01 oder der Internet Explorer. Läuft heute aber auch in Safari, Chrome und Mozilla. Haben die sich sicher auch nicht vorstellen können.

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Eine Plakatkampagne für NS-Opfer aus Osteuropa: Ich lebe noch!

Wichtige und gute Kampagne der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die dafür Menschen in Osteuropa besucht hat, die zu den letzten Zeitzeugen der unvorstellbaren Gräueltaten des NS-Regimes zählen dürften. Ich lebe noch! Mit den Geschichten hinter den Bildern, die mit dem Heute und dem Gestern vermischt wurden. Und keiner von uns hat heute eine Vorstellung von dem, was diese Menschen tatsächlich durchmachen mussten.

Auf mehr als 500 Großplakaten an markanten Stellen in der deutschen Hauptstadt wird von diesem Monat in großen Porträts über die Lebens- und Leidensgeschichten hochbetagter NS-Opfer aus Osteuropa berichtet.
(FAZ)

Natalja Wetoschnikowa: Jahrgang 1921, geboren in Sankt Petersburg, Russland. Als junge Frau überlebte sie die 872 Tage währende Blockade Leningrads durch die Deutsche Wehrmacht. Fünf ihrer nahen Verwandten starben an Hunger. Der Belagerung der Stadt fielen geschätzt 1,1 Millionen Zivilisten zum Opfer. Die meisten verhungerten. Als Jugendliche war Wetoschnikowa eine erfolgreiche Tennisspielerin, nach dem Krieg konnte sie an frühere Erfolge nicht anknüpfen. Die Hungerjahre hatten sie geschwächt.“

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8000 beleuchtete Ballons dort, wo einst die Berliner Mauer stand: Lichtgrenze

Ich werde am Wochenende leider nicht in der Nähe sein, ansonsten würde ich mir diese Installation, die der Lichtkünstler und Designer Christopher Bauder zusammen mit seinem Bruder und Filmemacher Marc Bauder entwickelt und verwirklicht hat, ganz sicher ansehen gehen. Lichtgrenze.

„Über 8.000 der 60 Zentimeter großen weißen Bälle aus Naturkautschuk werden vom 7. bis 9. November an Carbonstelen befestigt in der gesamten Innenstadt aufgestellt. Sie markieren die Lichtgrenze–eine 15,3 Kilomter lange Installation, die dem Originalverlauf der Berliner Mauer zwischen Oberbaumbrücke und Bornholmer Straße folgt. Für zwei Tage und zwei Nächte ist Berlin noch einmal in Ost und West geteilt.“


(Direktlink)

Und als wäre das nicht schon ambitioniert genug, gibt es noch ein zusätzliches Programm. Weitere Infos zu der Aktion auf The Creators Project.

„Insgesamt 120 Stunden hat sich Marc Bauder durch Archiv-Material aus 25 Jahren Mauergeschichte gekämpft. Er wird an sechs zentralen Orten entlang der Lichtgrenze auf zehn Meter hohen Video-Leinwänden filmische Collagen zeigen, die das geteilte Berlin dem heutigen Stadtbild gegenüberstellen. Alle 150 Meter finden die Besucher der Lichtgrenze außerdem eine Mauergeschichte. Insgesamt 100 dieser persönlichen Anekdoten verwandeln die Lichtgrenze in eine kollektive Berliner Gedächtnislandschaft.“


(Direktlink, via Gilly)

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Über 100 Interviews: Radio Corax‘ Wendefokus – Persönliche Blicke auf den Herbst ’89

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Das freie Radio Corax in Halle hat in den letzten Monaten mit über 100 Menschen über ihre persönlichen Erinnerungen an den Herbst 1989 gesprochen und die vielen mitunter langen Gespräche auf Wendefokus online gestellt. Die Idee dahinter ist großartig, weil sie persönliche Erfahrungen in den Fokus legt und nicht das, was am Ende in den Geschichtsbüchern stehen wird. Denn letztendlich hat jeder seine eigene Geschichte, für die in der Summe aller aber nur selten Platz bleibt. Wenn ich podcasten würde, würde das wohl in diese Richtung gehen. Wahnsinnig gut!

Wir schreiben das Jahr, in dem DDR in Rente geht – gehen würde, wenn wir in diesen Tagen nicht mit dem 25. Jahrestag der sogenannten Wende konfrontiert werden würden. Einmal mehr haben wir uns schwer getan mit der Idee, das Jubiläum bei uns im Programm stattfinden zu lassen.

Nicht, weil wir das Geschichtsrad zurückdrehen wollen würden und irgendeiner Zonenverklärung nachhängen. Vielmehr war es die Schwebe, in der sich die Reflexion der Wendezeit tatsächlich befindet. Offiziell diente der Herbst 1989 der Vorbereitung der sogenannten Wiedervereinigung, so, als sei diese das unumstrittene Ziel derjenigen gewesen, die sich bei den frühen Montagsdemos in Leipzig auf die Straße trauten. Wir stellen uns aber heute noch ganz andere Fragen: Was ist in der Zeit zwischen 1989 und dem Oktober 1990 für Einzelpersonen passiert? Welche Hoffnungen und Chancen haben sie gesehen und ergriffen? Welche Sicht hatten sie auf den Ereignisstrudel?

Ich packe hier mal zwei-drei interessante Interviews rein, alle anderen finden sich auf der Seite selbst.

Björn Hopfgarten wuchs in behüteten Familienverhältnissen, in einem “goldenen Käfig” auf, der durch die Ausreise des Bruders erschüttert wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt verstand sich Hopfgarten – auch äußerlich erkennbar – als Punk. Hopfgarten gehört zu denen, die am 7.Oktober 1989 in Halle nach Auseinandersetzungen mit der Polizei auf Lastwagen abtransportiert wurden. Es erging gegen den 17-Jährigen wegen “Rowdytums” und Verstoßens gegen die staatliche Ordnung ein Haftbefehl. Hopfgarten spricht über Verhöre, Einzelhaft, Verurteilung, die Bildung eines “anarchistischen Blocks” auf anschließenden Montagsdemos in Halle und Leipzig, wo die ersten Straßenschlachten mit “den Faschos und dem Mob” stattfanden, die “wunderbare Zeit“, in der “jeden Tag eine neue Kneipe entstand” und Häuser besetzt wurden.

[audio:http://audioarchiv.k23.in/Radio/Radio_Corax/Wendefokus/2014/mp3/wendefokus_2014-bjoern-hopfgarten.MP3]
(Direkt-MP3)

Stefan Schleicher absolvierte seine Ausbildung und Arbeit bei der Verkehrspolizei, um ab 1985 bei der Kriminalpolizei in Halle tätig zu sein. Er habe jede Montagsdemo mitgemacht – “natürlich auf der anderen Seite“. Einen Willen zu Veränderung der Verhältnisse hat Schleicher nicht verspürt, eine Demokratisierung der Polizei habe nach 1989 kaum stattgefunden. “Nicht einfach” sei es für die Polizei, um die Zeit der sogenannten Wende gewesen: es herrschte ein “teilweise rechtsfreier Raum”, viele “Leute gingen [gegen die Polizei] schnell auf Kontra“.

[audio:http://audioarchiv.k23.in/Radio/Radio_Corax/Wendefokus/2014/mp3/wendefokus_2014-roman-ronneberg.MP3]
(Direkt-MP3)

Dore Richter durfte – nach mehreren Verhören der Stasi – seit 1983 keiner Arbeit nachgehen, weil ihr antistaatliche politische Aktivitäten unterstellt wurden. Richter wurde “unauffällig großgezogen“, später politisiert durch ihre Schwester und deren Freunde, die bei ihr die “Sehnsucht” nach “guten Büchern” und Musik weckte, während sie sich eher zurück hielt; aus “Angst um meine Tochter“. Mit den Einschüchterungen der Stasi, dem Misstrauen und Druck, versuchte Richter offensiv umzugehen. Nachdem die besten Freundinnen 1983 ausgereist sind, zog Richter ihren eigenen Ausreiseantrag 1985 zurück. Dennoch: “Ich hatte nie gedacht, dass sich was ändert“, was der frühen Beteiligung an den Montagsdemonstrationen – mit dem Ziel einer “Wiedervereinigung” keinen Abbruch tat.

[audio:http://audioarchiv.k23.in/Radio/Radio_Corax/Wendefokus/Geschnitten_2009/mp3/Wendefokus_2009-Doris_Richter.mp3]
(Direkt-MP3)

(Danke, Tim!)

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Geister in historischen Fotos, gif’d

Künstler und Desinger Kevin Weir nimmt sich alte Fotos aus dem Library of Congress Online Archiv und animiert Geister in diese.

Weir makes use of photographs he finds in the Library of Congress online archive, and is deeply drawn to what he calls “unknowable places and persons,” images with little connection to present day that he can use as blank canvas for his weird ideas. Perhaps it’s the nature of his imagination, or maybe a result of the medium’s limited frames of animation to communicate anything too serious, but despite the creepiness factor, it’s hard to not to smile at the absurdity of his ideas.

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Time Lapse: The Invasion of America

Interessante Zeitraffer-Visualisierung von The Invasion of America, die dazu auch eine interaktive Karte haben.

Between 1776 and 1887, the United States seized over 1.5 billion acres from America’s indigenous people by treaty and executive order. The Invasion of America shows how by mapping every treaty and executive order during that period. It concludes with a map of present-day federal Indian reservations.


(Direktlink, via BoingBoing)

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Online-Ausstellung: DDR-Medien im Wandel

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Interessantes Online-Projekt, welches in Kooperation zwischen dem DDR Museum und Medientechnik-Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig entstanden ist: DDR-Medien im Wandel. Mit der Seite ist eine interaktive Ausstellung entstanden, die – wie der Name schon vermuten lässt – den Fokus auf Mediennutzung in der DDR legt. Dazu sind neben Texten auch Film- und Tonaufnahmen gesammelt und angefertigt worden. Es geht um Funk, Fernsehen, Zeitungen, Computern und natürlich auch um Musik.

Alle dazu gehörigen Videos stecken in dieser Playlist hier, die man durchaus einfach durchlaufen lassen kann. Alle weiteren Infos dann auf der Seite.


(Direktplaylist)

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2005 - 2026 Das Kraftfuttermischwerk

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