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Schlagwort: Marcus Wiebusch

Marcus Wiebusch im TV Noir Podcast


(Foto: Henry LaurischCC BY-SA 3.0)

Wenn wir lange mit dem Auto unterwegs sind, hören wir früher oder später immer Kettcar. So auch in den letzten Tagen. Wenn Marcus Wiebusch singt, ist es immer so, als würde ein guter Kumpel die guten Geschichten erzählen. Dass ich Fan bin, ist kein Geheimnis.

Vor ein paar Wochen war Wiebusch zu Gast im TV Noir Podcast und hat ein verdammt hörenswertes Gespräch dort gelassen. Schönes Ding!

Er versucht damit erneut einen Weg aufzuzeigen, ein gemeinsames Zusammenleben zu ermöglichen. Dabei ist der Sänger es gewohnt, dass seine Ideen und Ausdrucksformen gerade im linken Spektrum oft auf Kritik stoßen. So erzählt er im Gespräch mit Tex, wie seine Band …But Alive daran zerbrach, dass er beim vierten Album mit den Erwartungen der Szene brach. Als Rebell, der seiner Rolle nicht mehr gerecht werden wollte. Ein weiterer musikalischer Bruch entstand dann später mit dem Folgeprojekt Kettcar, als sie den Song „Balu“ veröffentlichten, da es ein augenscheinlich unpolitisches Liebeslied ist. Doch selbst bei „Balu“ kann Marcus Wiebusch nicht aus seiner Haut, lautet eine Textzeile in diesem Song doch: „Frieden ist, wenn alle gleich sind.“ Brüche gehören zu Marcus Wiebusch wie – hier gerne Fußballvergleich einfügen. Bereits als der von der falschen Seite der Elbe stammende Hamburg mit seiner ersten Band Die vom Himmel fielen startete, wusste er: „Für unsere ersten Auftritte wären wir hier im Rote Flora, Störtebeker und vielleicht in dem einen oder andere Club geschlachtet worden. Wir wären buchstäblich geschlachtet worden.“ Worüber er im Podcast scherzt, zeigt aber vielmehr seine Bandbreite und das Stehvermögen. Als links sozialisierter, in der Jugend durchaus wütender, aber emphatischer Mensch, akzeptiert Marcus nicht bedingungslos. Er zeigt der linken Szene immer wieder in Liedern und Aussagen auf, wo sie seiner Meinung nach in die falsche Richtung denke und handle. Gegen das System – auch wenn es links ist oder in seinen eigenen Worten: „All die hohen Ideale, retten dich nicht davor ein Arsch zu sein“ („Korrekt I“ von …But Alive)


(via Johannes)

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Eine Stunde über Marcus Wiebusch: Vom Punk zum Labelchef

Foto: Pixabay

Ich mag das, was Marcus Wiebusch macht seit jeher sehr gerne. Nicht nur was mit „…But Alive“ kam. Ganz besonders aber mag ich das, was er mit Kettcar geschaffen hat. Kettcar hören ist immer so, als würde man mal wieder mit alten Kumpels sprechen, die man lange nicht gesehen hat und mit denen man sich immer noch gänzlich versteht. Noch dazu ganz großartige Musik, gerade der Texte wegen.

Anja Buchmann hat für den Deutschlandfunk aktuell ein einstündiges Feature mit dem Heidelberger, der mittlerweile zum Hamburger wurde.

„Wir waren eine sehr zornige Band,“ sagt Marcus Wiebusch über seine Punkformation „…But Alive“, die er Anfang der 1990er Jahre gegründet hat – unter anderem mit Schlagzeuger Frank Tirado-Rosales, der auch zu Beginn von „Kettcar“ dabei war. Mit „…But Alive“ brachte er zwischen 1993 und 1999 vier Alben heraus, von denen insbesondere die ersten drei musikalisch und textlich vor allem eins waren: wütend und politisch.

„Gerade auch aus heutiger Sicht, wenn ich mir auch die ganzen alten Sachen durchlese und die Texte vergegenwärtige – die sind schon sehr im selbstgerechten Zorn auch geschrieben worden. Muss man sagen. Aber es war auch eine Zeit, ich sag mal, als wir gegründet haben 1993, Rostock, Hoyerswerda, die Übergriffe auf Asylbewerberheime, das war schon auch prägend auf eine Weise. Dass man gesagt hat, das kann nicht sein, dass ich in einem Land lebe, mit der Geschichte, wo in Rostock auf einmal ein Mob ein Asylbewerberheim anzündet.“

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Marcus Wiebusch startet Crowdfundingkampagne zum Kurzfilm zu „Der Tag wird kommen“


(Direktlink)

Ich höre seit Tagen mal wieder ganz viel Kettcar, da trifft es sich gut, dass Marcus Wiebusch gerade jetzt eine Crowdfundingkampagne startet um den Song „Der Tag wird kommen“ in einem Kurzfilm auch bebildern zu können. Ich persönlich finde das Video, dass bisher rein auf Text passiert ja auch so schon ganz schön eindringlich, aber es ist ja nicht mein Lied.

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Gebraucht werden 30.000 Öken, um den Kurzfilm so umsetzen zu können, wie Wiebusch und Co sich das bisher ausgemalt haben. Hier geht zum Startnext-Projekt. Ich mach mich da schon mal zu Fan.

Klar, es geht ums Geld. Oder besser: Es geht darum, das aus einem Song namens „Der Tag wird kommen“ ein 7-minütiger Kurzfilm wird, der in aufwendigen Bildern, und Einstellungen das narrative Element des Songtextes aufgreift und den Song bebildert. Und das kostet Geld.

Dieses Projekt ist keine Videoclip-Produktion, sondern ähnelt – was Aufwand, Bildtechnik, Cast und Crew anbelangt – eher einer Filmproduktion. Zu diesem Zweck soll eine 12-köpfige Film-Crew und ein 8-köpfiger Schauspieler-Cast zusammengestellt werden, welche an diversen Drehorten den Kurzfilm realisieren.

Erreichen wir das Ziel nicht, bekommt jeder sein Geld zurück und es wird nicht gedreht.
Sollten wir das Ziel erreichen, fangen wir an zu drehen. Es gibt keinen Konzern, keine Organisation, kein Gremium, keine staatliche Stelle, kein Ausschuss, der bzw. die das Geld gibt.

Und das ist das bemerkenswert schöne am Crowdfunding. Es ist ein demokratischer Vorgang, bei dem letztlich ihr entscheidet ob gedreht wird und uns somit – wenn das Ziel erreicht wird- die Möglichkeit gebt, unabhängig zu arbeiten und diesen Kurzfilm zu realisieren.

(Direktlink, via Nachti)

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