Die New York Times hat gerade eine Story über Zero Freitas, einem 62-jährigem, brasilianischem Geschäftsmann, der seit seiner Kindheit Schallplatten sammelt. Nach eigener Aussage besitzt er aktuell mehrere Millionen davon, die er in einer 25.000 Quadratmeter großen Halle in São Paolo lagert. Momentan arbeiteten etliche Leute für ihn, um die täglich wachsende Sammlung zu archivieren und zu sortieren.
“I’ve gone to therapy for 40 years to try to explain this to myself,” he said. His 25,000-square-foot warehouse in São Paolo contains several million albums. He’s been collecting since childhood and greatly expanded his collection after his divorce.
He currently employs a dozen college interns to catalog the records, but their 500-per-day rate is nearly surpassed by the new records he adds daily, using a network of buyers in New York, Mexico City, South Africa, Nigeria, Cairo, and beyond.
Früher, also ganz früher, als ich noch keine Kinder hatte und noch in Berlin wohnte, verbrachte ich dutzende Sonntagvormittage auf Berliner Flohmärkten auf der Suche nach Schallplatten. Nicht nach irgendwelchen Schallplatten sondern nach denen, die der frühen deutschen Elektronik und dem Krautrock zuzuordnen waren. Can, Klaus Schulze, Tangerine Dream und natürlich Kraftwerk waren damals Subjekte meiner Begierde.
Ich kam da in den 2-3 Jahren auf eine durchaus beachtliche Ausbeute an Scheiben, die es so im Handel schon lange nicht mehr gab. Teil davon: immerhin 34 verschiedene Kraftwerk-Vinyls – von der 7″ Single bis hin zu polnischen Bootlegs. Diese meisten davon mint und ich habe sie bis heute nie selber auf dem Teller gehabt. Vielleicht taugen die ja mal als Erbe für meine Kinder. Wer weiß.
Es gab bei diesen Streifzügen einiges zu beachten. Erstens: sei ganz früh da (Einer der Gründe, warum ich das heute nicht mehr machen mag. Schlaf ist manchmal wichtiger als Vinyl). Zweitens: nie vom Händler kaufen – die ziehen einen immer über den Tisch. Und drittens: Flohmärkte, die nicht immer und regelmäßig stattfinden, funktionieren besonders gut. Dort verkaufen viele „endlich mal“ die Platten, die Mutter oder Vater ihnen hinterlassen hatte. Und viertens: komme vor den Händlern an genau diese Stände.
Wenn ich DJ Scientist hier heute so zusehe, habe ich damals nicht wirklich viel falsch gemacht und so einige Schäfchen ins Trockene bekommen, wie man so sagt.
Vom 31.08. bis zum 5.9. finden in Berlin die Diggin Days statt und zur Einstimmung darauf drehte hhv.de eine kleine Reihe an Kurz-Reportagen mit bekannten Vinyljunkies. Für den ersten Part begleiten sie DJ Scientist beim Plattenkauf auf Berliner Flohmärkten, die ich damals schon abgraste. Der Fehrbelliner Platz allerdings gehörte für damals noch genau so dazu wie der am Rathaus Steglitz.
Sandman hat für sein Upcycling Blog diese schönen Studiolampen aus Vinyl gemacht. Leider wird nicht klar, wie er die alten Litera Platten in diese Form bekommen hat. Schön sind die trotzdem.
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