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Schlagwort: Sound

Wenn ein Computer Balladen aus den 90ern singt

Diese Installation von Martin Backes wirkt ein wenig so als würde ein Computer Karaoke singen. Und wenn man es nicht ganz so genau nimmt, klingt das auch so. Aber diese Balladen der 90er sind allesamt ohnehin keine akustischen Schönheiten.

„What do machines sing of?“ is a fully automated machine, which endlessly sings number-one ballads from the 1990s. As the computer program performs these emotionally loaded songs, it attempts to apply the appropriate human sentiments. This behavior of the device seems to reflect a desire, on the part of the machine, to become sophisticated enough to have its very own personality.
What do machines sing of? (90s Version)

2015
Size: 170 x 55 x 45 cm
Material: metal stand, mic stand, mic, cable, 2 screens, computer, custom-made computer program

List of songs which are included and performed by the computer program:
Whitney Houston – I Will Always Love You
R. Kelly – I Believe I Can Fly
Toni Braxton – Un-Break My Heart
Bryan Adams – Everything I Do, I Do It For You
Celine Dion – My Heart Will Go On


(Direktlink, via Create Digital Music)

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Als Quincy Jones neulich in New York City den Kopfhörer „AKG N90Q“ präsentierte und ich mir das ansah

Vor ein paar Wochen wurde ich gefragt, ob ich denn nicht für die Präsentation eines neuen Kopfhörers aus dem Hause Harman/AKG für ein paar Tage nach New York fahren wollen würde. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich New York nicht auf meinem Zettel der unbedingten Reiseziele, aber New York macht man halt nicht jede Woche und mit Kopfhörern komme ich auch ganz gut zu Recht – also sagte ich zu. Klar.

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Vorgestellt werden sollte dort im Harman Flag Ship Store der neue AKG N90Q. Von keinem Geringeren als Produzentenlegende und dem mehrfachen Grammy-Gewinner Quincy Jones, der auch an der Entwicklung des N90Q beteiligt gewesen ist, womit sich auch das „Q“ im Namen erklärt.

„Ich habe die Zusammenarbeit mit Harman über die letzten fünf Jahre wahrlich genossen und ich bin sehr stolz darauf, den AKG N90Q zu meiner Kopfhörerserie zählen zu können“, sagte Quincy Jones. „Egal, welche Art von Musik man bevorzugt, ob Jazz, R&B, Pop, Rock oder Klassik, es gibt nur 12 Töne, aber der AKG N90Q bietet eine derart herausragende Audioqualität und vielfältige Anpassungsmöglichkeiten, die man sonst nur in einem professionellen Aufnahmestudio vorfindet.“

https://youtu.be/fsWrDhgfBIs
(Direktlink)

So wurde das exquisite Teil in exklusiver Art und Weise am 26.06.2015 der eingeladenen Öffentlichkeit präsentiert. Durchaus spannend, dürfte eben kaum einer der Gäste vorher die Möglichkeit gehabt haben, den N90Q auf die Ohren zu setzen, wovon dann natürlich fleißig Gebrauch gemacht wurde.

Nach einer kurzen akustischen Begutachtung meinerseits war mir schnell klar, dass ich einen derartigen Kopfhörer vorher noch nicht auf den gehört hatte. Das kann schlicht daran liegen, dass ich bisher nicht auf die Idee kam, einen Kopfhörer zu testen, der deutlich mehr als 1000 EUR kosten wird.

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Mein persönliches Highlight an dem Teil ist das Noise Cancelling, welches beim Einschalten eine Bandrauschreduzierung von 20 dB erreicht, ohne übermäßig selbst Geräusche zu erzeugen. Der weltweit erste, vollständig diskrete analoge Schaltkreis unterdrückt aktiv Nebengeräusche jeglicher Art. Das ist gerade im Bus, der Bahn oder dem Flugzeug enorm geil, gibt aber auch in weniger geräuschintensiver Umgebung das Gefühl, die Musik direkter und irgendwie „echter“ hören zu können. Man hat das Gefühl, Musik in ein nahezu akustisches Vakuum gespielt zu bekommen. Außerdem stört einen das Gesabbel seiner Mitmenschen in der Öffentlichkeit damit absolut gar nicht mehr – man hört es ja nicht mehr. Dieser Genuss allerdings braucht Strom, weshalb ein Akku verbaut wurde, der über USB aufgeladen wird. Ist der Akku alle, sind all die unschönen Nebengeräusche wieder da. Daran muss man sich im Handling mit einem Kopfhörer erst einmal gewöhnen.

Aber das ist nicht alles und so bringt der AKG N90Q weitere für einen Kopfhörer eher ungewöhnliche Features mit.

AKG hat hierfür die sogenannte „TruNote Technologie“ entwickelt, die den Kopfhörer angepasst an das Hörverhalten seines Trägers, individuell auf dieses abgestimmt wird und somit personalisiert. So ähnlich wie ein guter Sneaker, nur eben mit Klang. Der Kopfhörer passt sich den Ohren an, die er zu beschallen hat. Auf Knopfdruck erzeugt die Elektronik im Kopfhörer kurze Testtöne. Über die internen mit verbauten Mikrofone ermittelt der Kopfhörer die akustischen Eigenschaften der Innenohren des Nutzers und passt den Klang entsprechend an.

  • TruNote technology consists of a new, proprietary software solution for auto-calibration and frequency response measurement. In combination with a patented dual foam ear cushion and a pistonic motion driver, TruNote allows music reproduction to reach the maximum sound accuracy.
  • Die Autokalibrierung basiert auf zwei Mikrofonen in den Ohrmuscheln, die den Frequenzgang beim Tragen des Kopfhörers messen. Die Lösung berechnet in Sekundenschnelle einen exakten Korrekturfilter. Durch die Analyse der Schalldruckverteilung kann die Technik im N90Q die Wiedergabe genau an die Form des Ohres anpassen, Verzerrungen minimieren und damit eine beispiellose Klangtreue ermöglichen.
  • Bildschirmfoto 2015-07-13 um 18.09.29
  • Die patentierten doppelwandigen Ohrmuscheln aus Memory-Schaum
    unterdrücken unerwünschte Reflexionen zwischen Ohr und Membran, unterstützen zugleich die passive Geräuschunterdrückung und bieten höchsten Tragekomfort.
  • Zusammen mit dem neuartigen 52-mm-Kolbenlautsprecher, in dem eine Membran aus japanischem Papier zum Einsatz kommt (mit leichtem Versatz, um eine optimale Positionierung zwischen Treiber und Ohrkanal zu ermöglichen), ergibt sich eine optimale Klangwiedergabe.

Natürlich kann das Teil auch Dolby Surround. Und das bei einer Bitrate von bis zu 64 k/bits.

Mir fehlte ein wenig die Zeit, das ausführlich testen zu können, wenn aber gehalten, was hier versprochen wird, ist das für einen Kopfhörer schon einiges.

Das hat seinen Preis, der allerdings noch nicht endgültig feststeht. Über 1000 EUR stehen im Raum und ich weiß nicht, ob ich die für einen Kopfhörer ausgeben würde. Zum einen aber wird das in einem professionellen Studio, wofür diese Kopfhörer unter anderem gedacht sind, wohl schon ganz gerne mal bezahlt, zum anderen meinte ein mir bekannter, selbsternannter Audiophiler, „Du musst das in Relation sehen. Was dir ein Rechner, der 2000 EUR und mehr kostet, ist einem wir mir eben ein wirklich außerordentlich guter Kopfhörer.“ Das ergibt durchaus Sinn, finde ich.

Hier Fotos der Präsentation in Manhattan mit Quincy Jones.

AKG N90Q 5 AKG N90Q 1 AKG N90Q 9 AKG N90Q 2

Weitere Fotos des AKG Flag Ship Stores in NYC.

Harman Store NYC (1 von 12) Harman Store NYC (11 von 12) Harman Store NYC (6 von 12)

Nebst der eigentlichen Präsentation gab es am Vorabend der selbigen eine wirklich interessante Gesprächsrunde bei der Musiker Jonas Tomalty (kuhler Tüp, kuhler Sound) Produzent Chris Tabron (kuhler Tüp, kuhle Statements) und Harman Engineer Gerhard Pfaffinger (kuhler Tüp, kuhle Ideen) in den Red Bull Studios über Bitraten, Streaming-Dienste, Vinyl vs MP3 und generell kulturphilosophische Dinge diskutierten. Fazit: die jungen Menschen werden ganz schwer von dem akustischen Luxus zu überzeugen sein. Fazit 2: das ist dann eben so.

Nachdem theoretischen Part spielten dann ein Teil von Jonas & The Massive Attraction auf dem Dach der Studios eine kurze Akustik-Session. Und das war ganz schön dolle New York City. Wirklich.

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In der Summe ein hochpreisiger Kopfhörer, der ganz sicher seine Kunden finden wird. Die Features überzeugen, auch wenn er mir etwas zu groß für unterwegs ist. Aber auch dafür wird sich AKG in diesem Jahr noch etwas einfallen lassen, wie ich weiß, denn Noise Cancelling gibt es dann auch in kleineren Modellen. Ich werde so schnell nicht darauf nicht wieder verzichten wollen, das ist mal klar. Und ganz nebenbei ein für mich grandioses Wochenende in NYC.

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Sound auf Platten malen: Resistive Record

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Hübsches Design-Experiment vom Copenhagen Institute of Interaction Design für das leitfähige Farbe auf Papier gemalt wird, wodurch sich Sound-Loops spielen lassen.

Conductive paint and resistive graphite were used to draw functioning circuits on paper discs. When the synthesizer completes the circuit its pitch is changed by the varying resistance of the graphite strips.


(Direktlink, via Tasmo)

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Ein Mini-Soundsystem fürs Smartphone: Mini Scoops

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Gemessen an dem, was heute schon für einen relativ schmalen Taler als ordentliche Verstärkertechnik fürs Smartphone zu haben ist, ist das hier nicht mehr als eine kleine Spielerei für Liebhaber. Aber für Spielereien finden sich bekanntermaßen immer ein paar Liebhaber.

Jah Micah hat mit seinen Mini Scoops kleine Soundverstärker für iPhones der Serien 4 bis 6 gebaut. Aus Holz, analog, und mit offenbar viel Liebe.

„Just drop your smart phone in the slot in the back and enjoy the vibes. No need for wires or power! Loud enough to fill a family room with music.“


(Direktlink, via House of Reggae)

Die Teile kosten $49,00 bzw. $55,00 und gehen weltweit in den Versand.

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Wie Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko klingt

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(Foto: ESA/Rosetta/NAVCAM – CC BY-SA IGO 3.0)

Die ESA hat Sound aufgenommen, der offensichtlich von Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko kommt. Geil. Ein Komet, der Sound macht. Hier der Blogbeitrag der Esa: The singing comet.

Rosetta’s Plasma Consortium (RPC) has uncovered a mysterious ‘song’ that Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko is singing into space. RPC principal investigator Karl-Heinz Glaßmeier, head of Space Physics and Space Sensorics at the Technische Universität Braunschweig, Germany, tells us more.


(Direktlink, via FACT)

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Der Klang des Alls

Ich bin mir nicht ganz sicher, das hier nicht schon einmal gehabt zu haben, habe es auf die Schnelle auch nicht gefunden. Deshalb der Vollständigkeit halber: NASA Space Sound.

http://youtu.be/-MmWeZHsQzs
(Direktlink, via reddit)

Ursprünglich gab es dazu vor Jahren auch mal ein Projekt, welches den Klang des Alls als Live-Stream auf die Erde und in die Rechner sendete. Läuft bei mir hier gerade nicht mehr, kann sein, dass der mittlerweile Offline ist.

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Listeners will hear the acoustic output of radio telescopes live. The content of the live transmission will depend on the objects being observed by partner telescopes. On any given occasion listeners may hear the planet Jupiter and its interaction with its moons, radiation from the Sun, activity from far-off pulsars or other astronomical phenomena.

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