Vor zwei Tagen neben der russischen Botschaft in Den Haag: aus Protest gegen die russische Aggression gegen die Ukraine hat der Künstler Teun Castelein vier Drehorgeln gechartert, die den ganzen Tag lang die ukrainische Nationalhymne direkt vor der russischen Botschaft spielen. Jedes Jahr kommt eine neue Drehorgel hinzu. Der Angriff liegt vier Jahre zurück, daher sind es jetzt vier Drehorgeln nun auf 120 Dezibel gepegelt sind.
Alles andere als ein stiller Protest, der kakophonisch kaum zu toppen sein dürfte, aber wenn es der Sache dient, halt einfach auch vollkommen in Ordnung.
Ich war gestern auf ein Glas Wein bei einem Freund, wir saßen in der Küche und redeten. Auch über das, was gerade in der Ukraine passiert. Ich bin da wahrlich alles andere als ein Experte, halte Krieg allerdings generell für die beschissenste aller Möglichkeiten. Ich sagte ihm, dass ich nicht glaube, dass Putin die Ukraine überfallen würde. Ich halte ihn für durchgeknallt, aber für so durchgeknallt halte ich ihn nicht. Heute Morgen wurde ich eines Besseren belehrt; Russland hat die Ukraine angegriffen. Es gab Tote, Verletzte, ängstige Menschen, die sich in U-Bahnhöfen sammelten. Staus, die Autos von Menschen zeigen, die aus ihren Städten flüchten. Fotos von Menschen in Schützengräben und rollenden Panzern. Wie gesagt, ich habe nicht daran geglaubt.
Der Freund meinte, dass er die Umstände für besorgniserregend halte und sogar Angst hätte, dass dieser Krieg deutlich größer, wenn nicht sogar international werden könnte. Ich verneinte das, weil ich eben dachte, dass es diesen Krieg so tatsächlich nicht geben würde. Jetzt ist er da und ich bin fassungslos. Auch weil davon auszugehen ist, dass der so schnell nicht enden wird – und ich befürchte, dass das wie auch immer gelagerte Konsequenzen nach sich ziehen könnte, die uns alle betreffen könnten. Und ich meine wahrlich keine guten.
Ich habe zu wenig Ahnung von diesem wahrscheinlich komplexen Thema, weshalb ich auch keine abschließende Meinung darüber habe, wer da jetzt die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind, aber ich bin mit dem Bewusstsein aufgewachsen, das Krieg einfach immer falsch sein muss. Weil Menschen dabei sterben werden, Menschen zur Flucht zwingt, ganze Leben zerreißt. Russland hat der Ukraine heute einen flächendeckenden Angriffskrieg aufgezwungen. In meinen Augen ist da erst mal recht eindeutig, wer da auf der Seite der Arschlöcher steht.
In Kiew, Ukraine, ist vor zwei Tagen unter der Erde eine Wasserleitung mit zwei Meter Durchmesser geplatzt und hat all den Schmodder, er eigentlich unter dem Asphalt liegt, oben raus gehauen. Bis in die 7. Etage. So, als würde Mutter Erde einen dolle feuchten Furz lassen.
In Kiev, during technical work on the water canal, a pipe broke through a two-meter diameter. Asphalt ripped like paper. A water volcano with fragments of asphalt, rubble and mud washed away almost the entire street. The pillar of water and mud reached the seventh floor. Fortunately, people did not suffer. But damage was caused to parked cars and the building near which the water pipe passed.
Igor Miroschnitschenko, Mitglied der mindestens rechtsradikalen Partei „Swoboda“ und seit neustem auch Mitglied des ukrainischen Parlamentsausschusses für Pressefreiheit lief heute in Türsteher-Manier mit einigen seiner Kumpels bei Alexander Pantelejmonow, dem Direktor des ukrainischen Staatfernsehens, auf und nötigte ihn mit offensiv körperlichem Einsatz zum Rücktritt. Das wohl, weil Pantelejmonow diese Rede von Kreml-Chef Wladimir Putin hat ausstrahlen lassen. Das wäre nicht nationalistisch genug für seine und die Verhältnisse seiner Partei, der Swoboda. Aus Sicht Miroschnitschenkos war das die Verbreitung russischer Propaganda. Der Senderchef unterzeichnete daraufhin sichtlich eingeschüchtert seine Rücktrittserklärung.
Na da hat die EU und vorneweg unsere Schwarz-Rote Koalition ja astreine Demokraten in das ukrainische Parlament gehievt. Dass die Nationalen, wenn nicht gar die ganz Rechtsextremen da mitmischen, dürfte ihr zumindest nicht unbekannt gewesen sein, aber offenbar wollte man da nicht zum Spielverderber werden. Nun sanktioniert man Russland. Was für ein politisches Theater, dem wir hier beiwohnen. Fast schon eine Farce, die es in der Summe locker noch werden kann.
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