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Schlagwort: War

Arnold Schwarzenegger appelliert an Russland

Schwarzenegger überrascht im Alter doch immer wieder. So wie hiermit. Denn das habe ich so nicht erwartet. Mal ganz unabhängig davon, wie sehr er das Wort „Wahrheit“ bemüht. Das macht mich persönlich immer etwas skeptisch – ganz egal von wem es kommt. Aber: er will halt offenbar auch einfach nicht Nichts dazu sagen – und das macht er ganz gut, finde ich.

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Frau erklärt auf TikTok wie man einen verlassenen Panzer starten kann

Umtriebe sozialer Medien, die so wahrscheinlich auch kaum einer auf dem Zettel hatte. Aber wenn es denn hilft. Man weiß ja nie, wozu das irgendwann mal gut sein kann. Video ist allerdings aus dem letzten Jahr und hat mit der aktuellen Situation nichts gemein.

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Ukraine

(Foto: Katatonia)

Ich war gestern auf ein Glas Wein bei einem Freund, wir saßen in der Küche und redeten. Auch über das, was gerade in der Ukraine passiert. Ich bin da wahrlich alles andere als ein Experte, halte Krieg allerdings generell für die beschissenste aller Möglichkeiten. Ich sagte ihm, dass ich nicht glaube, dass Putin die Ukraine überfallen würde. Ich halte ihn für durchgeknallt, aber für so durchgeknallt halte ich ihn nicht. Heute Morgen wurde ich eines Besseren belehrt; Russland hat die Ukraine angegriffen. Es gab Tote, Verletzte, ängstige Menschen, die sich in U-Bahnhöfen sammelten. Staus, die Autos von Menschen zeigen, die aus ihren Städten flüchten. Fotos von Menschen in Schützengräben und rollenden Panzern. Wie gesagt, ich habe nicht daran geglaubt.

Der Freund meinte, dass er die Umstände für besorgniserregend halte und sogar Angst hätte, dass dieser Krieg deutlich größer, wenn nicht sogar international werden könnte. Ich verneinte das, weil ich eben dachte, dass es diesen Krieg so tatsächlich nicht geben würde. Jetzt ist er da und ich bin fassungslos. Auch weil davon auszugehen ist, dass der so schnell nicht enden wird – und ich befürchte, dass das wie auch immer gelagerte Konsequenzen nach sich ziehen könnte, die uns alle betreffen könnten. Und ich meine wahrlich keine guten.

Ich habe zu wenig Ahnung von diesem wahrscheinlich komplexen Thema, weshalb ich auch keine abschließende Meinung darüber habe, wer da jetzt die „Guten“ und wer die „Bösen“ sind, aber ich bin mit dem Bewusstsein aufgewachsen, das Krieg einfach immer falsch sein muss. Weil Menschen dabei sterben werden, Menschen zur Flucht zwingt, ganze Leben zerreißt. Russland hat der Ukraine heute einen flächendeckenden Angriffskrieg aufgezwungen. In meinen Augen ist da erst mal recht eindeutig, wer da auf der Seite der Arschlöcher steht.

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Doku: Homs und ich – Ein Kriegstagebuch

Ich betreue seit ein paar Jahren ein paar damalig syrische Kids, die bis 2014 einfach nur Kinder waren, die in Homs aufgewachsen sind und dort erwachsen werden sollten. Dann kam der Krieg und sie mussten dort weg, nachdem ihre Mutter nach einem Granateneinschlag einem ihrer Söhne die Lunge zurück in seinen Körper drücken musste. Die Familie hatte das Glück, ins offizielle Flüchtlingsprogramm der UNO aufgenommen zu werden und mit dem schwer verletzten Bengel aus Syrien erst in den Libanon und dann nach Deutschland kommen zu dürfen. Irgendwie sind sie dann in Potsdam-Mittelmark gelandet, wo wir uns trafen, und wo wir uns bis heute täglich miteinander über die Tage bringen. Wobei das für sie immer schwieriger als für mich ist. Natürlich. Aber wir mögen uns. Sehr. Aber kaum einer weiß, was diese Familie durchmachen musste. Und was es für sie heißen würde, wenn sie hätte dort bleiben müssen. So wie Sulaiman Tadmory, 23 Jahre jung, der hier seine Geschichte erzählt.

Ich hätte dort auch nicht bleiben wollen, wenn es nur eine Alternative dazu gegeben hätte. Ich hätte versucht, diese zu nutzen.

„Letzte Woche habe ich mir eine Pistole besorgt. Lieber sterbe ich durch meine eigene Kugel, als durch Assads Truppen zu Tode gefoltert zu werden.“ Sulaiman Tadmory ist 23 Jahre alt, als die Armee des syrischen Präsidenten Assad über Nacht die Altstadt von Homs umstellt. Als er am nächsten Morgen aufwacht, lebt er in einer belagerten Stadt. Was das bedeutet, lernt er schnell: kein Essen, keine Medikamente, seine Familie nur wenige Hundert Meter entfernt und doch unerreichbar. Mit seiner Kamera hält er alles fest, um der Welt zu zeigen, was hier passiert.

Der Dokumentarfilm ist ein schmerzhaft persönlicher Film darüber, wie im Krieg aus der Angst zu sterben eine Angst zu leben wird.

„Woran denkst du?“, fragt Sulaiman seinen Freund. Abu Hassan liegt auf einer Bank im Innenhof eines zerstörten Wohnhauses. Seine Wangen sind eingefallen, sein Gesicht ist blass, der Blick leer. Leise murmelt er: „An Schwalben. Warum fallen die nicht einfach vom Himmel? Dann hätten wir was zu essen.“

Bislang haben die Bomben Sulaiman verfehlt. Manchmal nur haarscharf. Auch die Scharfschützen haben ihn noch nicht getroffen. Er kann sich gar nicht mehr erinnern, wann das genau war, aber irgendwann hat er sich an diese ständige Angst, sterben zu können, gewöhnt. Mehr noch, er weiß gar nicht mehr, wovor er mehr Angst haben sollte: davor zu sterben oder davor weiterzuleben. Denn bis Assads Männer die Altstadt erobern, kann es nicht mehr lange dauern. Was dann passiert, will er sich nicht ausdenken.

Vor ein paar Tagen hat er sich jetzt die erste Waffe in seinem Leben besorgt. Eine Pistole. Nicht um damit irgendjemand anderen zu töten. Nur für den Fall, dass die Angst vor dem Weiterleben überwiegt.


(Direktlink)

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Drei evakuierte Schulen: Hier um die Ecke haben sie heute Glasampullen mit Chemikalien aus dem Ersten Weltkrieg angegraben

(Symbolfoto: dimitrisvetsikas1969)

Hier wird überall gebaut, von Jahr zu Jahr noch mehr. Die Menschen brauchen Wohnraum. Klar. Hin und wieder, und das ziemlich regelmäßig, finden sie bisher fehlgezündete Bomben aus dem zweiten Weltkrieg. Mittwochfrüh wird die nächste hier kurz neben der Innenstadt entschärft. Man gewöhnt sich daran und schätzt gerade die Engländer mittlerweile dafür, uns auch noch nachhaltig daran zu erinnern, wer die Tötungsmaschine 2. Weltkrieg damals angeworfen hat. Sie waren es nicht.

Heute haben sie hier um die Ecke bei Bauarbeiten vorerst nicht genau bestimmte Glasampullen ausgegraben und dabei beschädigt, was akut zur Atemwegsreizungen von mindestens zwei Arbeitern führte. Drei Schulen wurden evakuiert. Keiner wusste ganz genau, was sich in diesen zwei Metern unter der Erde vergrabenen Ampullen befand.

Stellt sich raus: Mit dem Gift wurden seinerzeit die Gasmasken von Soldaten getestet.

Bei dem im Bornstedter Feld gefundenen Glasampullen handelt es sich um ein Relikt aus dem Ersten Weltkrieg: In den Ampullen habe sich ein Rachenreizstoff befunden, mit dem die Gasmasken der Soldaten seinerzeit auf ihre Dichtigkeit geprüft wurden, sagte Potsdams Feuerwehrchef Ralf Krawinkel den PNN am Montagnachmittag nach der Untersuchung vor Ort. Man vermute, dass der Fund mit der früheren Nutzung des Areals als Kasernenstandort zusammenhänge.

Mittlerweile alles wieder safe.

Aber hinter jeder solcher Nachrichten steht immer eine Geschichte. Irgendwer muss die Scheiße damals zwei Meter unter die Erde gebracht haben. Wohlwissend, dass das Zeug der Gesundheit nicht sonderlich förderlich gewesen sein kann. Und dann fliegt sie uns gut 100 Jahre gesundheitlich nicht sonderlich förderlich immer noch um die Ohren – oder in den Fall um die Atemwege.

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Ein Flug über das syrische Homs

Diese Aufnahmen, die erst in diesem Jahr entstanden sind, zeigen das syrische Homs aus Sicht einer Drohne. Ein paar der Kids, die ich beruflich betreue, kommen aus Homs und ich mag mir gerade nicht vorstellen, wie sie auf Material wie dieses reagieren.

Marc weist hier darauf hin, dass die Aufnahmen von Russiaworks stammen, wo auch schon mal Imagevideos für russische Staatssender produziert werden. Und die Russen Assad nach wie vor nahestehen. Auch mit diesem Wissen aber, sind diese Bilder schockierend.


(Direktlink, via Boing Boing)

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Drohnenflug über Kobane

Ich war die Tage in Meck-Pomm und habe mich dort gezwungener Maßen mit besorgten Nazis unterhalten müssen. Jene, die ja eigentlich gar keine sein wollen, ihre vorgebrachten, vermeintlichen Argumente aber lassen im Regelfall keine anderen Schlüsse zu, als das es sich eben doch um solche handelt. Man fädelt sich da eine krude Argumentationskette, die immer mit „Ich habe ja nichts gegen Kriegsflüchtlinge, den muss geholfen werden!“ beginnt und auf „Aber 99% von denen kommen ja gar nicht aus Kriegsgebieten!“ Wenn man die fragt, woher sie diese Gewissheit haben, geben sie als Quelle gerne die „Cousine eines Freundes“ oder „Ich kenne da einen, der einen kennt, dessen Cousine des Freundes einen kennt, der wiederum mit eigenen Augen gesehen hat, dass…“ und so. Man kennt das. Schön auch: „Man liest ja soviel!“ Meinen die dann allerdings gänzlich unironisch. Echt jetzt!

Ich diskutierte mich erst wohlwollend durch die letzte Nacht und musste feststellen, was ich in letzter Zeit schon häufiger feststellen musste: Man kommt diesen Menschen weder mit Fakten noch mit faktisch untermauerten Argumenten bei. Sie bauen sich ein Weltbild und leben dann in diesem. Das geißelte dann in „Man will das deutsche Volk vernichten!“ Das käme „von ganz oben“. Auf die Frage, wo genau dieses „ganz oben“ denn läge, bekam ich keine Antwort. Dafür glühte mir der Aluhut fast durch.

Jetzt sehe ich hier Aufnahmen, die schon im Frühjahr über Kobane von einer Drohne gemacht wurden und würde jene Knetbirnen vom Wochenende gerne fragen, was sie denn glauben, wo all diese Menschen hin sind, die dort einst gelebt haben müssen. Oder was sie denn tun würden, wenn ihnen in der Stadt, in der sie jetzt friedlich leben, irgendwann mal die Bomben auf die Köpfe fallen. Ich vermute: es würde kaum plausible Antworten geben. Denn wo weder Fakten noch Argumente helfen, können womöglich auch Bilder nicht mehr überzeugen.

Und es ist nicht nur Kobane. In Homs bspw. sieht es auch nicht besser aus.


(Direktlink, via Fefe)

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