Coca Cola Wholecar

Interessante Arbeit von Moses & Taps, die in Hamburg einen Wagon gecocacolat haben. Interessant deshalb, weil manche sich gerne an großflächigen Graffitis auf Bahnen stören, wohin es über mit Werbung vollgeklebten Wagons kaum oder keine Kritik gibt. Das nimmt man halt so hin. Kontroverse Kiste, auch in den Kommentaren.

Könnte allerdings auch „Coca CoCa“ heißen, was die ganze Sache noch auf ein ganz anderes Level heben würde.

Auffällige Werbung eines bekannten Zuckerwasser Fabrikanten ;) #Hamburg #SBahn #Graffiti via http://ahoihamburg.net

Posted by Ahoi Hamburg on Sonntag, 15. November 2015

(via Urbanshit)

Tagged: , ,






Kommentare: 20

  1. Bo 15. November 2015 at 13:34  zitieren  antworten

    Was vermutlich daher rührt, dass „gemeine“ Graffitis wie willkürliche Beschädigung wirken – Werbung aber vom Inhaber des Objektes beabsichtigt wurde.

    Es geht ja nicht darum, was im Auge des Betrachters schöner ist. Es geht um Beschädigung und Einwilligung. Sollte natürlich Werbung ohne Erlaubnis angebracht werden, ist das das selbe in grün.

  2. Ronny 15. November 2015 at 13:37  zitieren  antworten

    Bo,
    Nein, ist es nicht. Das mag auf den Besitzer zutreffen, nicht aber für den Betrachter, der wird sich eben nur wenig an Werbung stören.

  3. Tobi 15. November 2015 at 13:40  zitieren  antworten

    Zumal der Besitzer der Webefläche zwar über sie verfügen kann, der Betrachter aber keine Wahl hat, als sich von der Werbung berieseln zu lassen. So wird halt jedem jeder Schrott aufgezwungen, der der Werbetreibende sich ausdenkt…

  4. Volkmar 15. November 2015 at 13:42  zitieren  antworten

    Ronny,
    Als Betrachter weiß man, dass Werbung die Fahrtkosten für die Benutzer senkt, wohingegen Graffiti die Fahrtkosten für die Benutzer erhöht.

  5. Bo 15. November 2015 at 13:43  zitieren  antworten

    Ronny,

    Weil Werbung eben nicht so nach Sachbeschädigung schreit, wie es Graffiti oft tun.

  6. Bo 15. November 2015 at 13:46  zitieren  antworten

    Tobi,

    Das ist aber bei Graffiti genauso. Du kannst ja dein Auto oder dein Haus in der Regel so gestalten, wie du das willst. Ganz egal, ob du nun Werbung oder irgendwelche Tags, Bombings oder Character drauf packst. Das sieht dann auch jeder – egal ob es ihm gefällt.

  7. Richtiges Brett 15. November 2015 at 13:58  zitieren  antworten

    Ronny,
    der Betrachter wird sich ebenso wenig an den illegalen Grafitties stören wie an übertriebener Werbung. Also für mich sind es auch zwei Paar Schuhe, so wie Bo sagt. Das schließt aber eine Kontroverse nicht aus.

  8. Niels 15. November 2015 at 13:58  zitieren  antworten

    Bo,

    Ja, rechtlich gesehen hast du recht, das greift aber zu kurz und um die Frage wem gehört was bzw. dürfen die das, geht es eben gerade nicht ausschließlich. Ich will nicht in einer Welt leben in der der gesamte öffentliche Raum privatisiert ist und die äußere Erscheinung ausschließlich durch Besitzhalter und deren kommerziellen Interessen bestimmt wird. Ohne die jenigen die diese rechtlichen Grenzen nicht bewusst verlassen hätten, würden auch viele Grundbesitzer und Werbenden die Stadt heute an vielen Stellen anders gestalten d.h. der Einfluss der Graffiti und Streetartszene ist für Berlin und andere Städt identitätsstiftend und findet sich mittlerweile überall wieder auch in ganz legaler Form, die aber ohne die illegalisierte Kunst so nicht vorhanden wäre.

  9. Bo 15. November 2015 at 14:05  zitieren  antworten

    Niels,

    Aber wann ist es denn Kunst? Ich kenne 100 Graffiti-Kunstwerke, die grandios aussehen und 1000, die einfach nur schrecklich sind! Wenn jeder einfach alles überall hin schmiert, haben wir vermutlich auch nichts davon.

    Irgendwie muss ja geregelt werden, was wo gemacht werden darf. Ich bin durchaus für Graffiti. Aber bitte nicht wahllos jede Schmiererei. Gutes Graffiti kann ein Stadtviertel durchaus bereichern. Aber irgendwelches Möchtegern-Ganggeschmiere, rechte Parolen, „ich war hier“ nametags und Co. sind da aber so gar nicht förderlich.

    Die Telekom bietet ja aktuell bspw die Möglichkeit, sich für einen Verteilerkasten anzumelden. Man gibt kurz an, was man machen will und darf die Teile dann ganz legal verschönern. Andere Städte bieten Graffiti-Kurse, bei denen auch ganz offiziell Mauern und Co verschönert werden. Möglichkeiten gibt es also.

  10. emefer 15. November 2015 at 14:10  zitieren  antworten

    Ich frage mich, wie viel Coca Cola dafür gezahlt hat und ob Coca Cola dir Rechnung für die Reinigung bekommt.

  11. Richtiges Brett 15. November 2015 at 14:17  zitieren  antworten

    Also ich glaube wir sind uns alle irgendwie einig.
    Die interessantere Frage ist aber doch, ob das Grafitti von Moses und Taps eine gute Kapital/Kommerz/Werbe-Kritik ist, oder ob es auch zum kommerziellen Vorteil für die Sprayer ist oder wird? Nein Quatsch! Aber vielleicht doch! Evtl. sogar einer Auftragsarbeit? Nein Blödsinn! Aber vielleicht doch.
    In den Agenturen sind seit 10 Jahren viele Sprayer unter den ArtDirectoren. Die werden auch „Erwachsener“. Die Grenzen sind fließend. Und Tony Hawk ist ja auch einfach nur ein Skater!

  12. civ31 15. November 2015 at 16:19  zitieren  antworten

    Ich finde Whole Trains grundsätzlich toll! Dazu zähle ich nicht extrem blöde Silver- Bombings mit ein paar outlines. (So nennt man das doch lt. Wikipedia?)

    Aber der logistische Aufwand und der Kloß in der Hose der Macher haben einfach nur Respekt verdient!

    @Volkmar
    Deine Argumentation ist die selbe wie: „Wenn wir keine Asylbewerber hätten, würden unsere Hartz4 Empfänger/ Geringverdiener/ Steuerzahler mehr Geld bekommen..“

    Glaubst Du wirklich, dass ein Betreiber öffentlichen Nahverkehrs, bei Null Graffiti die Fahrpreise senken würde? Das sind alles GmbHs, also gewinnorientierte Unternehmen, oder kennst Du einen e.V. oder eine gGmbH darunter?

    BVG e.V. klingt ja schon wieder geil..;)

  13. Sebastian von Vogel 15. November 2015 at 16:33  zitieren  antworten

    Wenn man genau hinschaut steht dort eindeutig „Coca CoCa“. Die Reaktionen zeigen meiner Meinung nach eindeutig, das „legales“ Marketing die Köpfe der Menschen so sehr „gebrainwashed“ hat, das ein lesen den meisten Menschen völlig überflüssig erscheint…
    Was hier „legal“ oder „illegal“ ist interessiert meiner Meinung nach in diesen Zusammenhang auch garnicht, es zeigt eigentlich nur auf, wie sehr die Gesellschaft in der wir leben von „den Mächtigen“ gelenkt werden kann, ohne das man seinen eigenen Kopf auch nur ein wenig anstrengen braucht.
    In diesem Sinne „Coca CoCa“, opium fürs Volk und ein Dankeschön an Moses & Taps für dieses unglaubliche Kunstwerk !!!

  14. Pssst 15. November 2015 at 16:53  zitieren  antworten

    Es ist klar worauf die Aktion hinaus soll. Es geht aber nicht ganz auf und diese Gegenüberstellung ist etwas unfair. Warum? Viele Leute empfinden Graffiti als unordentlich. Das liegt an der Art und Umsetzung: ausgefranste Ränder, fleckige oder streifige Flächen, andere Strukturen sind teilweise übermalt oder angesprüht, Schriftzüge sind für Eingeweihte nicht zu entziffern. Kurzumm: es wirkt wie ein Fremdkörper. Hier beim Bild das totale Gegenteil: haarscharfe Trennung zw. Weiß und Rot (abgeklebt), sattes und ebenmäßiges rot etc. Ich wette dass ein derart aufgemaltes Tag sehr viel weniger Unwillen erzeugen würde als das meiste was man sonst so sieht.

  15. Phil 15. November 2015 at 17:03  zitieren  antworten

    Das ist im Grunde schon grotesk, da sich Werbung in der Öffentlichkeit häufig viel eher wie Sachbeschädigung anfühlt, als es so manche Graffitis tun.

  16. Volkmar 15. November 2015 at 19:15  zitieren  antworten

    civ31:
    @Volkmar
    Deine Argumentation ist die selbe wie: „Wenn wir keine Asylbewerber hätten, würden unsere Hartz4 Empfänger/ Geringverdiener/ Steuerzahler mehr Geld bekommen..“

    Nein, ist sie nicht. Die Unterstützung für Asylbewerber kommt aus einem völlig anderen Topf als Hartz IV. Außerdem: Politisch Verfolgte haben ein Grundrecht auf Asyl, Graffitisprayer dagegen kein Grundrecht, fremde U-Bahn-Wagen sprayen zu dürfen. Wenn also etwas hinkt, dann eher Dein Vergleich.

    civ31:
    Glaubst Du wirklich, dass ein Betreiber öffentlichen Nahverkehrs, bei Null Graffiti die Fahrpreise senken würde? Das sind alles GmbHs, also gewinnorientierte Unternehmen, oder kennst Du einen e.V. oder eine gGmbH darunter?

    Wer redet von senken? Nicht erhöhen würde schon ausreichen. Laut tagesspiegel.de kostet die Reinigung 6400-8000 Euro je gesprayter U-Bahn der BVG. Das Geld muss irgendwo herkommen…

  17. Thomas 16. November 2015 at 09:43  zitieren  antworten

    Wegen mir kann da soviel Werbung und Graffiti drauf wie es Sprayern und Werbetreibenden beliebt, dass einzige was ich wirklich nicht ausstehen kann ist wenn, wie hier, die Fenster zugesprüht / zugeklebt werden.

  18. DEZER.de 16. November 2015 at 12:02  zitieren  antworten

    Volkmar,

    „Laut tagesspiegel.de kostet die Reinigung 6400-8000 Euro je gesprayter U-Bahn der BVG.“

    Ich denke das sind die Angaben der BVG selbst. Was wird der Arbeitslohn für 2 Putzkräfte + Reinigungsmittel wirklich kosten? Und den Ausfall der Bahn kann man einfach dahingehend optimieren, das alle Bahnen hin und wieder gereinigt und gewartet werden müssen. Und das wird die BVG auch genau so handhaben.

  19. Steffen 16. November 2015 at 14:51  zitieren  antworten

    Das Bild ist leider weg : ( @kraftfutter Hab’s aber wieder gefunden! Coca-Cola Wholecar hier https://www.facebook.com/ahoihamburg/posts/929142127174644 Ps: Hamburg City rulez ; )

  20. Harry 16. November 2015 at 21:04  zitieren  antworten

    Bo,

    Pssst,

    Ich finde, dass sich die Frage „was ist Kunst“ nicht an ihrer Nützlichkeit für ein Stadtviertel oder daran, ob es als „schön“ empfunden wird messen lässt. Ich bin sogar fast geneigt zu behaupten, dass ein Ausschlusskriterium sein könnte.
    Etwas, das nur gefallen will, ist meiner Meinung nach eher Unterhaltung als Kunst. Was nicht ausschließt, dass es trotzdem gefallen kann.
    Ich finde was Graffiti zu Kunst macht ist ja gerade, dass es irgendwie (bewusst oder nicht) ausdrückt, dass öffentlicher Raum immer reglementierter und einengender wird statt Möglichkeiten für tatsächliche „Freiheit“ (was auch immer man darunter verstehen mag) zu bieten.
    In diesem Sinne ist Graffiti meiner Meinung nach ein Ausdruck von einer gesellschaftlichen Entwicklung, die Freiheit nur noch im Privaten Bereich – insbesondere da wo er durch Eigentumsverhältnisse geregelt ist – zulässt. Und genau diese Bindung von Freiheit und Eigentum wird durch Graffiti in Frage gestellt oder zumindest sichtbar gemacht.

    Kurz. Ich finds gut. Auch und vielleicht gerade wenn es hässlich ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *