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Autor: Ronny

R&S Records haut zum 30-jährigen Jubiläum eine 30er Compi raus

Das erste Techno-Album, was ich jemals auf Platte kaufte war Kenny Larkins ‎“Metaphor. Ich liebe es bis heute, es ist absolut zeitlos. Auch wenn die Produktionstechnik der 90er heute alles andere als zeitgemäß klingt, was man eben auch hört. Das Album ist dennoch nach wie vor ein Meilenstein.

Ich kaufte auch vorher schon jede Menge Techno-Platten, aber nie zuvor ein Album und von dem belgischen Label R&S Records hatte ich bis dahin auch nichts gehört. Belgien war damals eher so „Happy Hardcore“-Müll, dachte ich.

Nach diesem Album aber kaufte ich massenhaft R&S Releases. Auch gerne nach. Auch weil die damals schon keinen Fick auf eine klanglich konstante Veröffentlichungspolitik gaben. Da gab es dann halt auch mal die, ich möchte fast meinen, sagenumwobenen In Order to Dance Compilations, die strikt Drum ’n‘ Bass versammelten, auch wenn, wie eben bei Larkin, gerne der Detroit Sound veröffentlicht wurde, oder wie mit den Golden Girls sogar Tracks mit Disco Anleihen. Und überhaupt: Jaydees „Plastic Dreams“ kam von dort. Wisst ihr noch? ❤


(Direktlink)

Auch Ken Ishii releaste hier, Aphex Twins „Selected Ambient Works“ kam auf R&S. DJ Krush & Toshinori Kondo, Biosphere, John Beltran, Model 500, Cabaret Voltaire und was-weiß-ich-wer-noch-alles brachten ihren Platten auf R&S Records raus. Die Discographie von denen liest sich bis heute wie mindestens ein Drittel des internationales IDM-Zirkus‘. Sie zu lesen birgt ein bisschen das Risiko in Andacht zu versinken, aber das wollen wir hier ja nicht. Wie auch immer.

Irgendwann trennten sich unsere Wege. Aphex Twins „Selected Ambient Works“ hatte ich im Regal, Larkin begleitete mich immer noch und die Model 500 Platten waren ein liebgewonnener Spleen. Mein Weg ging woanders hin, ich hatte R&S nicht mehr auf dem Radar. Das war um die Jahrtausendwende. Psy-Trance fand ich da viel spannender. Und irgendwie gab es dann auch ein Loch. Die veröffentlichten zwar später weiterhin wieder Musik, aber zwischen den Jahren 2002 bis 2006 gab es erstmal kein Release. Danach wurden alte Sachen von Dave Angel, Joey Beltram und Derrick May als „Classics“ wiederauferlegt. Musik, die zu dem Zeitpunkt keine Sau brauchte. Wirklich nicht. 2008 lies, für mich erstmalig wieder interessant, dann Radioslave einen gucken. Die Sache mit dem Psy-Trance war für mich da auch wieder ein bisschen durch. Trotzdem dachte ich nicht, dass die jemals wieder an ihren Glanz der Mitte-90er anknüpfen könnten. Dann aber war es 2010, es kam ein junger trauriger Engländer mit dem Namen James Blake. Mit seiner EP „CMYK“ war R&S für viele da draußen, zumindest zu diesem Zeitpunkt, mindestens genau so groß wie für mich Mitte der 90er. Das räumte so ziemlich alles ab.

cmyk-james-blake

Wohl auch deshalb schob man gleich die „Klavierwerke“ von Blake hinterher. Aber ich will keinen langweilen…

Nun also feiert die olle Techno-Oma R&S ihren 30. Geburtstag (Auch wenn die erste VÖ 1984 kam und wir jetzt erst 2013 haben. Egal.) Dafür bringt man dann auch schon mal die wirklich dicksten Line-Ups in die europäischen Clubs.

Und man bringt zu seinem 30. eine 30er Compi auf den Markt, in der schon alleine die Tracklist all das versammelt, was ich oben angesprochen habe. Awesome! (Und das schreibe ich so gut wie nie.) Die nämlich liest sich wie folgt:

R&S Records – 30 Years Anniversary
01. 69 – Desire
02. Airhead – Pyramid Lake
03. Alex Smoke – Dust
04. Aphex Twin – Xtal
05. Biosphere – Cloud Walker II
06. Blawan – Shader
07. Capricorn – 20 Hz
08. Cloud Boat – Bastion
09. DJ Krush & Toshinori Kondo – Toh Sui
10. Egyptian Hip Hop – SYH
11. Jacob’s Optical Stairway – Solar Feelings
12. Jam & Spoon – Stella
13. James Blake – I Only Know (What I Know Now)
14. Jaydee – Plastic Dreams
15. Joey Beltram – Energy Flash
16. Ken Ishii – Extra
17. Lone – Airglow Fires
18. Model 500 – I Wanna Be There
19. Mundo Musique – Andromeda
20. Nadine Shah – Floating
21. Outlander – Vamp
22. Pariah – Prism
23. Robert Leiner- Dream Or Reality
24. Second Phase – Mentasm
25. Space Dimension Controller -The Love Quadrant
26. Sun Electric – O’Loco (Karma Sutra mix)
27. Synkro – Broken Promise
28. Tree – Demons
29. u-Ziq – phi*1700 (u/v)
30. Vondelpark – California Analog Dream

Da gratuliere ich doch mal ganz ungezwungen und sage, Danke R&S! Hoch die vollen Tassen! Ohne Dich wäre Techno für mich nie zu dem geworden, was er eben auch heute noch ist und klingen würde er vermutlich auch ganz anders. Ganz sicher sogar.

Jetzt sitze ich hier, höre die mir liebste „In Order to Dance“ Compi und schwelge. Wieder einmal. Hihi. Und Model 500 veröffentlichen da auch heute noch, auch wenn ich da kaum noch hinhöre.

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Über die erste Skater-Rampe in Äthiopien: Ethio Skate

Ein kurzes aber mitnehmendes Potrait von Aaron Hutchinson über Israel Dejene, Gründer von “Love in Action” Ethio Skate in Addis Ababa. Dejene will mit diesem Projekt Kinder und Jugendliche über das Skaten zusammenbringen und gemeinsam mit ihnen neue Möglichkeiten schaffen. Also besorgte er ein paar Decks und alle bauten zusammen sie die erste Skater-Rampe in Äthiopien. Weil Skaten verbindet. Das weiß man nicht erst seit Skateistan. Tolles Projekt.

„By a village situated in the mountains of Addis Ababa, I saw kids sliding down the asphalt with plastic fixed to the underside of their shoes.
As a passionate skater, this inspired me to bring skating to this particularly tough neighbourhood as a way of empowering kids.
As a result “Love in Action” Ethio Skate project was born in my heart.
The community includes boys and girls between the ages of 6 and 19 in the Intoto area of Addis Ababa. Many of the kids are hawking in the city day by day and are slipping through the cracks in the system.
Ethioskate uses skateboarding as a tool for empowering youth, to create new opportunities and to be the potential for change.
We hope to grow a sustainable organization that is recognized locally and globally for changing the lives of youth through skateboarding.“

http://vimeo.com/72047036
(Direktlink, via Flyod)

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40000 Berufsmusiker als Opfer der Technik arbeitslos!

„Kann mechanische Musik und Musik-Übertragung die lebendige Musik vollständig ersetzen? Nein! Niemals!

Vieles hat sich seitdem geändert, die Ängste und damit verbundenen Probleme allerdings sind nicht unähnlich, wenn man den heute über Ähnliches Klagenden glauben darf. Heute hingegen klagt eher die Industrie, die genau hiervon damals profitierte und ein neues Zeitalter für die Verbreitung von Musik einläutete. Daran hat man sich heute gewöhnt. Und wer gibt schon gerne das her, woran er sich so gemütlich gewöhnt hat? Damals war die Musik-Industrie das Arschloch, zu dem sie heute am liebsten das Netz und die damit neu entstandenen Vertriebswege machen möchte. Gestört hat sie das damals wenig.

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(von Moppelkotzer, via Neumusik)

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Moderat mit „Gita“ für UNICEF gegen häusliche Gewalt

Moderat hat mit „Gita“, einer Nummer vom aktuellen Album „II“, bei der Unicef einen Song abgegeben, die dort genutzt wurde, um eine Initiative gegen häusliche Gewalt zu unterstützen. Gute Sache, das.

This video follows the evocative single ‚Gita‘ from Moderat’s latest album, ‚II‘. A coordinated project between UNICEF and Monkeytown/ Mute, the video puts the spotlight on the ground breaking #ENDviolence against children initiative, a global movement to raise awareness and spark local action to combat violence against children by making ‚the invisible, visible.‘ The video, directed by Juan Carlos Maneglia and Tana Schembori, focuses on breaking the cycle of abuse, telling a story of domestic violence through the eyes of a child experiencing it in his own home.


(Direktlink, via René)

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Derweil in Hamburg

Bildschirmfoto 2013-10-15 um 21.53.54


(Foto: @Kinolux)

Am Sonntag stellten einige Aktivistinnen dem Hamburger Senat ein Ultimatum. Darin wurde gefordert, die Repressionen und gezielte polizeiliche Verfolgung von Flüchtlingen bis heute, Dienstag, 20:00 Uhr, einzustellen. Das ficht die Hamburger Behörden nicht an und so wurde heute ein Schutzraum der Refugees geräumt, die gezielten Kontrollen gingen weiter. Aus dem Umfeld der Flüchtlinge heißt es, man fürchte dies diene der Vorbereitung einer Abschiebung.

Die Polizei ist auf der Reeperbahn unterwegs, kontrolliert und hat heute morgen 4 weitere Refugees festgenommen! In St. Georg fand nach Informationen auf Leerstand zu Wohnraum um 8 Uhr eine Razzia in einem Schutzraum von Refugees statt, er wurde kontrolliert und geräumt. Die Flüchtlinge kommen nicht mehr an ihre Sachen kommen die noch darin sind. Drei Personen wurden festgenommen.
Eine Hundertschaft war über mittag am Hauptbahnhof im Einsatz. Der Senat ist völlig verrannt in seine repressive Linie.

Heute Abend versammelten sich hunderte Menschen für eine Demonstration, die um 20 Uhr von der Roten Flora starten sollte. Wie es um 18:25 Uhr in Hamburg zuging zeigt dieses Video. Man kann davon ausgehen, das dieses Aufgebot nicht ob eines Zweitliga-Spiels durch die Stadt fährt. Mit von der Partie Wasserwerfer und Räumpanzer.


(Direktlink)

Augenzeugen berichten von 600 bis 2000 Demonstrierenden. Gleich nach Beginn der Demo, wurde laut Augenzeugeberichten auf Twitter von Seiten der Polizei gekesselt, Reizgas eingesetzt und Reiterstaffeln in die Menge gejagt, Journalisten werden bedrängt. Zwischenzeitlich hat sich die Situation immer wieder entspannt, wenn man in dem Zuge davon sprechen kann. Von ersten Verletzten ist die Rede.

Das Blog Mittendrin HH hat einen reichlich gefütterten LiveTicker am Start. Die Seite allerdings ist offenbar gerade überlastet. Ich schaue deshalb hin und wieder in der TwitterStream #lampedusaHH. Das Freie Radio SKR ist vor Ort und berichtet live. Das NDR spricht von 1000 Beamten, die im Einsatz gegen jene sind, die sich für menschenwürdige Verhältnisse von Flüchtlingen einsetzen. Das ganze geschieht unter einem SPD-Senat, aber das nur am Rande.

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Ein Film über den 93 Jahre alten Einsiedler Jack

Jack Englisch ist 93 Jahre alt und wohnt ziemlich isoliert in einer Hütte in der kalifornischen Ventana Wilderness. Er kaufte dort vor Jahren ein Gehöft, auf dem er mit allem, was die holzige Natur so herzugeben bereit war eine Hütte baute. Als seine Frau 2001 starb, entschloss er sich dazu, die Gesellschaft weitestgehend hinter sich zu lassen und fortan in jener Hütte zu leben. Es ist nicht so, dass er Menschen nicht mögen würde, sagt er, er mag nur keine Schwärme von denen. Ich versteh‘ das.

http://vimeo.com/76364379
(Direktlink, via Cabin Porn)

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