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Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Zur Lage der Welt

Eine Zusammenfassung aus Norwegen.

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AfD vs Cola

Schöne Zusammenfassung dessen, was die letzten Tage so zum Thema AfD und Cola durchs Netz ging:

Zur Einordnung:
ein gefaktes Anti-AfD-Plakat eines Colaherstellers taucht in Berlin auf
• AfD sauer
• Colahersteller schreibt, „Nicht jedes Fake muss falsch sein.“
• AfD noch saurer als eine 0,33er Cola auf 8 Zitronen
(Fake?)-Video taucht auf, in dem ein vermeintlicher AfD-Hansel Cola des obigen Herstellers wegschüttet
• AfD bringt ein von sich gefaktes Pro-AfD-Plakat eines anderen Colaherstellers ins Netz

• Pepsi prüft rechtliche Schritte gegen AfD

• Das Netz: 🍿

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„Soko Chemnitz“ – ein „Honeypot“ des Zentrums für Politische Schönheit

Was war da wieder im Netz los, als das Zentrum für Politische Schönheit vor zwei Tagen die „Soko-Chemnitz“ ins Netz stellte, um die Öffentlichkeit einzuladen Kollegen zu identifizieren, die zuvor mit dem braunen Mob in Chemnitz durch die Straßen zogen.

Ein „Pranger“ wurde dem Zentrum vorgeworfen. Die AfD fabulierte von mindestens „Stasi“- wenn nicht gar „Nazimethoden“ und viele andere sahen einen Angriff auf die Grundrechte. Die meisten dieser Leute waren ziemlich ruhig, als nach den G20-Ausschreitungen die Gesichter hunderter linker Demonstranten durch die Polizei und durch den Springerverlag veröffentlicht wurden, um die Öffentlichkeit bei der Fahndung helfen zu lassen. Man hörte sie auch nicht, als die AfD ein Meldeportal für missliebige Lehrer installierte. Da scherte man sich wenig um die Grundrechte. Anders aber als es dann um Menschen gehen sollte, die mit Nazis marschieren gingen und die identifiziert werden sollten. Wenn es um die eigenen Kumpels geht, hat der rechte Rand überraschend glatt die Grundrechte für sich entdeckt. Und dann gab es von dieser Ecke auch direkt auf die Fresse. Ausführend unterstützend dabei mal wieder die Sächsische Polizei.

Es gab Kritik an der Aktion. Auch ich wusste sie für mich nicht sofort einzuordnen. Am Ende aber habe ich für mich entschieden, dass keiner rumopfern muss, der sich bei einer öffentlichen Demo gemeinsam mit Nazis in der Öffentlichkeit zeigt, wenn man daraufhin sein Gesicht auch öffentlich wiedergibt. Wer „Mut zur Wahrheit“ für sich reklamiert, sollte damit kein Problem haben. Oder halt nicht mit Nazis demonstrieren gehen. Punkt.

Allerdings gab es auch viel Lob. Auch weil man langsam das Gefühl gewinnen kann, dass der Staat sich um die Grundrechte der Bürger nicht mehr schert, es sei denn, es geht um die der Grundrechten. Da wird weggesehen, vertuscht und mitunter bewusst gar nichts unternommen. Also muss den Job jemand machen. In diesem Fall hier das Zentrum für Politische Schönheit.

Was die Aktion des ZPS wieder einmal mehr in die Augen reibt: es geht mitnichten primär um die eigentliche Aktion, sondern eher darum, was die macht, was sie auslöst. Und das hatten Montag nur die wenigsten auf dem Schirm. Ich auch nicht. Es war eine Explosion an verschiedenen Reaktionen.

Nun stellt sich raus: alles wieder etwas runterkühlen, das Zentrum für Politische Schönheit hat mit der Aktion einen „Honeypot“ aufgestellt, die Nazis und deren Freunde angelockt und sogar liefern lassen. Durchdachte Aktion.

Danke, liebe Nazis
6 Monate Gedanken, 3 Monate Recherche, 1 riesiges Team und am Ende nur eine Frage: Wer von Euch, liebe Nazis, war dabei. Mit 1.552 ermittelten Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten wir einen Großteil identifizieren. – Aber nicht alle.


Dann kam uns eine Idee…

Wäre es möglich, das bereits gewonnene Wissen als Waffe einzusetzen, um mit Eurer Hilfe an den Rest zu kommen? Wir arbeiteten mit Experten der Bilderkennung, künstlichen Intelligenz und Algorithmik. Und wir bauten eine Webseite mit einem einzigen Ziel: Ihr liefert uns Euer gesamtes Netzwerk selbst aus und zwar ohne es zu merken. Das wichtigste Element dieser Seite: die Suchfunktion. Über die Suche habt Ihr uns mehr mitgeteilt, als öffentlich zugängliche Quellen je verraten hätten.

Methode
Jedem Besucher der Seite wurde ein zufälliges Sample aus nur 20 Profilen pro Kategorie ausgespielt. Viele von Euch braunen Mobbern haben dann sofort die Suchfunktion genutzt und oftmals zuerst den eigenen Namen gesucht. Die Suchdaten wurden gemäß Datenschutzbestimmung wie bei allen Web-Suchdiensten mitgeloggt und einer pseudonymisierten Benutzerkennung zugewiesen. Als nächstes haben mehr als 62 Prozent der relevanten Besuchergruppe unsere Datenbanken nach Familienangehörigen durchforstet, bevor im Schnitt nach 6,72 Freunden oder Bekannten gesucht wurde.

Je nach Anfrage haben wir bei erneutem Besuch oder Reload (ja, deshalb haben wir nur 20 Profile ausgespielt und um Reload gebeten) ein neues Sample angezeigt. Die Suchanfrage förderte nicht nur jede Menge vollständiger Namen zutage, sondern auch Wahrscheinlichkeitswerte: wenn Du uns einen von 1.500 Namen gibst, die wir schon kennen (insbesondere, wenn er nicht ganz so prominent oder gar nicht bekannt ist), dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du mehr von dem weißt, was wir wissen wollen. Die Datensätze boten die einmalige Möglichkeit, das „Netzwerk Chemnitz“ auszuleuchten. Mittels Netzwerkanalyse und Datenvisualisierung waren Freundeskreise, Knotenpunkte, Mitläufer relativ einfach auswertbar. Die Ausgangsprofile haben wir gescored und die Scoring-Werte färbten wiederum auf die Gewichtung der Gesuchten ab.

Danke für das vorzeitige Weihnachtsgeschenk!

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Überwachungskamera filmt einen Mann, der in Moskau einen Geldautomaten sprengt und zwei Millionen Rubel klaut

Davon gehört haben wir alle irgendwann schon mal. Allerdings haben sich bisher wohl wenige Panzerknacker dabei filmen lassen, wie sie einen Geldautomaten in die Luft sprengen. Der Mann hier ist da nicht kamerascheu und lässt sein Publikum dabei zusehen, wie er in einer Reiffeisenbank in Moskau einen ATM sprengt und dann zwei Millionen Rubel erbeutet. Macht beim heutigen Kurs: 26405,82 Euro. Kann mir vorstellen, dass so ein Automat an sich nicht wesentlich billiger ist.

Später wurde der Mann inhaftiert.


(Direktlink)

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Vielleicht die friedlichste Fickfinger-Debatte aller Zeiten

Gab es die die Tage schon auf 9GAG und deshalb wahrscheinlich auch vorher schon auf reddit, weil das ja immer so ist. Wirkt zudem noch ein bisschen gefaket. Wenn es kein Fake sein sollte, ist das vielleicht immerhin die friedlichste Fickfinger-Debatte aller Zeiten.

Auch die rückwärts laufende Variante kann einiges.

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Was bei tumblr dann demnächst als „Adult Content“ rausfliegen könnte

Tumblr hat gestern angekündigt, ab 17. Dezember all das von seiner Plattform verbannen zu wollen, was sich für tumblr – auf welcher Grundlage auch immer – als „Adult Content“ identifizieren lässt. Im Grunde geht es dabei um Porno-Content, den man dort nicht haben möchte. So weit, so nachvollziehbar. Das Problem, wie so oft: durch die für Nutzer nicht nachvollziehbare Block-Technologie werden Inhalte als „Adult Content“ klassifiziert und im Zweifelsfall geblockt, die so „Adult“ sind, wie die Milch mit Honig am Morgen.

Peter Nidzgorski, Macher hinter this isn’t happiness, dem womöglich für mich besten tumblr-Blog, ever, hat heute mal veröffentlicht, was bei ihm im Backend schon jetzt als „Adult Content“ blockiert wird. Ich kam vorhin drauf, weil ich mich seit Monaten dort mal wieder eingeloggt hatte und habe selber Fotos, die mittlerweile als „Adult“ in meinem alten Tumblr blockiert sind und perspektivisch dann wohl rausfliegen werden. Nur: Porn ist da nicht bei. Eher so Menschen in Plattenläden.

Das ist absurd, aber es kommt noch absurder. Peter hat bei sich heute mal gelistet, was bei ihm mittlerweile alles als „Adult Content“ gelistet wird und als solcher wohl bald rausfliegen könnte. Beispiele dafür zeigt er etliche. Sammeln tut er sie unter der Headline Community Guidelines.

Wie wir sehen, sehen wir nichts, was auch nur annähernd irgendwie an Porn erinnert, wobei erotische Fotografie bei this isn’t happiness auch immer ein zentrales Thema war. Nur, was hier als „Adult Content“ eingestuft wird, scheint völlig wahllos aus irgendwelchen Gründen zusammengewürfelt zu sein. Und genau diese Scheiße macht das Internet noch kaputter.

Peter ist offenbar ziemlich angepisst und hatte die letzten beiden Tage so viele Nippel wie selten auf seinem tumblr. Wohl auch um zu checken, wie die Algorithmen bei tumblr funktionieren werden. Unter seinen Beiträgen zu dem Thema hat er wie immer unerklärt aber wie gar nicht so häufig auf seinen Instagram-Account verlinkt. Auch ein Statement.

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Anti-AfD-Plakat von Coca-Cola ist nicht von Coca-Cola – und was Coca-Cola daraus macht

https://twitter.com/Matth_Borowski/status/1069508623695532032

Montagmorgen am Lützowplatz in Berlin, ein großes Plakat mit der Aufschrift „Für eine besinnliche Zeit: Sag‘ Nein zur AfD!“ steht da so rum. Dazu das Coca-Cola-Logo und der bekannte Weihnachtsmann mit einer Brauseflasche in der Hand. Schwer vorstellbar, dass dieses Plakat so von Coca-Cola aufgestellt wurde.

Die AfD findet das nicht in Ordnung, Maximilian Krah, der stellvertretende Vorsitzende der AfD Sachsen, schickte seine dadurch entstanden Fragen dann auch lieber gleich mal an zwei Adressaten: an Coca-Cola in Deutschland und den USA.

Natürlich kommt dieses Plakat nicht von Coca-Cola. „Auf der Grundlage eines mehrere Jahre alten Weihnachtsplakats hat jemand diese Botschaft selbst gebastelt“, so Coca-Cola.

Viel mehr ist es Teil des #AfDentskalenders.

Einer Initiative von Aktivist*innen, die ihrer Ansicht nach noch nicht aktiv genug waren, es vielleicht auch nicht sein wollten, aber dennoch den Wunsch verspürten, etwas besonderes in die Weihnachtszeit zu legen. 24 Türchen stehen für 24 Aktionen, die im Monat Dezember Aufmerksamkeit erzeugen sollen: Gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz – die AfD ist also nicht das Hauptziel, sondern der Aufhänger, der Anfang eines Projektes.

So richtig distanzieren mag sich der Konzern allerdings nicht und retweetet ein Retweet des Fotos mit dem Zusatz, „Nicht jedes Fake muss falsch sein.“

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Donald Trump beim Gehen

Auf dem G-20-Gipfel am Samstag verlässt Donald Trump plötzlich ohne ersichtlichen Grund die Bühne und lässt den argentinischen Präsidenten allein auf selbiger stehen. Ein Mitarbeiter rennt hinter ihm her und versucht, ihn zurückzuholen. Vergebens. Dann hört man Trump in ein offenes Mikro sprechen – „Get me out of here.“

https://twitter.com/TopRopeTravis/status/1068926291896864776

Nicht das erste Mal, dass Trump durch sagen wir mal „originelle“ Abgänge auffällt. Hier im letzten Jahr beim israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu.

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