Gregor hat sich die alten Schwarz-Weiß-Fotos der Apollo Mondmissionen genommen und in diesen die AfD auf den Mond gephotoshopt: Alternative für Mond. Es sieht fast ein bisschen so aus, als wären die Aufnahmen genau so dort entstanden. Dystopisch, AfDisch.
Diese Fotostrecke im Guardian zeigt von der irakischen Polizei beschlagnahmte Autos, die dort vom IS zum Zweck von Selbstmordbombenanschlägen umgebaut wurden.
Iraqi police display captured vehicles that were turned into armoured car bombs for suicide attacks by Islamic State militants during the battle for Mosul. The cars are covered in thick metal armour, with small glass ports for a driver to see through, and are equipped with bombs.
Wenn ich als Medienberater unterwegs bin, frage ich gerne, ob irgendwer irgendwann mal die AGBs zu irgendwas gelesen hat, bevor diese bestätigt wurden. Eltern sagen dann gerne mal „natürlich“. Wenigen glaube ich das. Die meisten sagen das dann, weil sie meinen, dass ich erwarten würde, dass man AGBs auch lesen müsste. Kinder und Jugendliche lachen gerne über diese Frage. „Kein Mensch hat Zeit, die AGBs zu lesen. ‚Okay‘ klicken und weiter geht’s.“
Ich habe für den Anschluss an diese Frage dann gerne mal die ausgedruckten AGBs von WhatsApp dabei. Beidseitig ausgedruckt und trotzdem fast mehr Seiten als eine Wochenzeitung. Nur, um mal zu veranschaulichen, wie viel Text man dabei so bestätigt, ohne den gelesen zu haben. Dann gucken immer alle ganz irritiert. „So viel Zeug steht da drin?!“ Ja. Aber auch ich gehöre zu denen, die gerne mal „Kein Mensch hat Zeit, die AGBs zu lesen. ‚Okay‘ klicken und weiter geht’s.“ in die Tat umsetzen. Klar.
Ein britischer WLAN-Anbieter hat sich daraus jetzt mal den Spaß gemacht und für alle, die keine Zeit für die AGBs, haben ein paar fiese Klauseln in die selbigen eingebaut. So haben sich über 20.000 User mit einem Häkchen zum Beispiel dazu verpflichtet, Klos auf Festivals zu putzen, Tierkot aus öffentlichen Parks zu beseitigen, Kaugummireste von Straßen zu kratzen und Abwasserrohre zu reinigen. Außerdem müssten sie fremden Tieren ihre Zuneigung zeigen. „Zum einen, indem sie die Gehäuse lebender Schnecken bemalen, zum anderen, indem sie streunende Hunde und Katzen umarmen.“
So verpflichtete sich jeder Nutzer dazu, als Gegenleistung für das kostenlose WLAN insgesamt 1000 Stunden Gemeinschaftsdienst abzuleisten. 1000 Stunden – ausgehend von acht Stunden pro Tag und fünf Tagen pro Woche wäre das ein gutes halbes Jahr, sofern man zwischendurch nicht Urlaub nimmt.
Bämm! Am Arsch.
Glück für dir Schnellklicker: das Unternehmen hat nicht vor, die bestätigten Leistungen auch einzufordern. Es ging einzig darum den Usern nahezubringen, wie wenig es ihnen bewusst ist, was sie mit dem Klick auf „Akzeptieren“ hinnehmen.
In sozialen Netzwerken Chinas wird nach diesem Bericht (französisch) Winnie Pooh zensiert. Weil er dem chinesischen Präsident Xi Jinping ähnlich sehen soll. Naja, in dem Fall wohl eine Sache der Perspektive.
Winnie the Pooh has become too politically sensitive to be mentioned on Chinese social media.
Posts including the Chinese name of the fictional bear were censored on Sina Weibo, ChinaTwitter-like platform, over the weekend, while a collection of animated gifs featuring the bear were removed from social messaging app WeChat.
Olaf Scholz hat sich dann gestern mal endlich aus dem Schlaf gerüttelt und der Hamburger Bürgerschaft seine Sicht der Eskalation auf die Geschehnisse zum G20-Gipfel präsentiert. Kurz gefasst: „Wir haben alles richtig gemacht. Polizeigewalt hat es nicht gegeben. Die Beamten haben heldenhafte Arbeit geleistet. Wer Anderes behauptet, will nur denunzieren.“
Passt ja auch alles gerade nicht so recht in das ganze Wahlkampfgeblubber, in dem die SPD aktuell ganz selbstverantwortet die schlechteren Karten hat. So einfach allerdings will man es Scholz und der Hamburger Polizei, die sich ja auch und immer noch kritikresistent gibt, dann ganz zu Recht dann doch nicht machen.
G20 Doku sammelt etwaige Polizeigewalt und Grundrechtsverletzungen, die während des Gipfels stattgefunden haben könnten. Da ist übles Zeug bei und die Verkürzungen der Darstellungen entschuldigen dabei halt nur wenig, denn an die Staatsgewalt müssen halt immer andere Maßstäbe gesetzt werden, als an Protestierende. So auch in diesen Fällen. Straftaten sollen und müssen verfolgt werden, aber eben halt auch auf beiden Seiten. Bisher verlief die rechtlich betrachtete Debatte dazu imho eher einseitig. Olaf Scholz und die Polizei sehen das erfahrungsgemäß anders und werden am Ende wahrscheinlich auch – wieder mal – ganz gut dabei wegkommen.
Es gibt nach wie vor viele Fragen, die auf Antworten warten. Es gibt kritische Stimmen aus den Reihen der Polizei. Und auch ein internes Polizeipapier bringt Scholz in Bedrängnis.
Es wird wohl noch etwas Zeit brauchen, um die Geschehnisse aufzuarbeiten, auch wenn der politische Wille dazu aktuell recht klein zu sein scheint. Was in meinen Augen ein echtes Problem ist.
Mein ganz persönlicher Eindruck ist der, dass die Linke nach dem Wochenende in Hamburg in eine Identitätskrise gefallen ist. Auf allen Kanälen. Ich habe dafür weder eine Lösung noch irgendwelche Antworten darauf. Aber womöglich könnte ein unabhängiger Untersuchungsausschuss dafür sorgen, dass es Klarheit über Fragen gibt, die Morgen vielleicht für viele keine Rolle mehr spielen werden. Für mich schon – und ich denke, ich hoffe, ich bin damit nicht allein.
Vorerst abschließend für jene, die meinen, das man schon zum Linksextremisten gemacht werden muss, weil man die dortigen Verhältnisse auf Seiten der Polizei kritisiert – und dabei meine ich nicht mal mich. Hört euch diesen Podcast von Sascha an. Ich bin dabei nicht bei allem mit ihm einer Meinung. Weiß Gott nicht. Aber Differenzierung tut Not. Weil ohne die wird nichts besser. Eher im Gegenteil. Und das kann ja keiner wollen.
PS: Auch in dem Fall der Frau, die vom Räumpanzer gepfeffert wurde, hat das Hessische Landeskriminalamt mittlerweile einen Prüfauftrag an die Hamburger Polizei gerichtet. Dabei wird am Ende sehr wahrscheinlich nicht viel bis nichts bei rauskommen, aber ein „Prüfantrag“ ist immerhin besser als Ignoranz.
Die Nachbearbeitung des G20-Gipfels hat gestern dann auch die Talkshow von Sandra Maischberger eskalieren lassen, Wolfgang Bosbach verlies die Sendung. Twitter reagiert auf seine ganz eigene Weise: #BosbachLeavingThings.
Die Berliner Polizei twitterte gestern Vormittag ein Foto von einem Geldautomaten, vor dem im U-Bahnhof Günztelstraße eine Gebetsbank aufgebaut wurde.
Ungläubige Blicke der Streife unseres #A26 nach Anzeige dieser "Entweihung" eines EC-Automaten am U-Bhf. Güntzelstraße.#OMG ^tsm pic.twitter.com/DbEv7nCCn1
Der Tweet machte die Runde und landete in einigen Berliner Tageszeitungen.
Jetzt stellt sich raus, dass es sich hierbei um eine Installation von Rocco und seinen Brüdern handelt, die davon heute ein Video hochgeladen haben. Und Kafka guckt zu.
Vorhin saßen die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten in der Elbphilharmonie zusammen und lauschten Beethoven. Sowohl Spiegel Online als auch N24 übertrugen im Stream per Splitscreen Bilder vom Inneren der Elbphilharmonie als auch von den Straßenschlachten, die draußen nach wie vor stattfinden. Draußen Riots, drinnen „Ode an die Freude“. Aufm Split Screen. Wasserwerfer zu Beethoven. So makaber wie ein Drehbuch.
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