Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.
Kategorie: Täglicher Sinnwahn
Die Geschichte des Technovikings als Doku. Von der Fuckparade zum Videoclip zum Mem zur juristischen Auseinandersetzung. Die durch Crowdfunding finanzierte Doku gibt es jetzt als gekürzte Version im Netz und außerdem ausführlicher auf DVD.
Die dokumentarische Aufarbeitung folgt dem Technoviking Phänomen über 15 Jahre vom experimentellen Kunstfilm zum viralen Video, das eine Internet-Community zur Erschaffung einer Kunstfigur, Tausenden von Remixvideos sowie unzähligen anderen Formen der kommerziellen und nicht kommerziellen Reaktionen inspirierte und letztendlich den Produzenten des Ausgangsvideos vor Gericht brachte. Ursprünglich im öffentlichen Raum auf einer politischen Demonstration gefilmt und von vielen Millionen Nutzern geteilt, können die Bilder des Ausgangsclips weder aus dem kollektiven Gedächtnis entfernt, noch von den vielen Servern gelöscht werden, die in der ganzen Welt verstreut liegen. Der Film verbindet mehr als 30 Interviews mit Anwälten, Akademikern, Künstlern und Fans mit einer Vielzahl von Online-Reaktionen auf das Mem. Er zeigt das Dilemma auf, das entsteht, wenn unser Grundrecht auf Meinungsfreiheit in Widerspruch zu unserem Grundrecht auf Schutz der Persönlichkeit gerät.
Und wie kann man einen Film über ein Thema machen, dessen Ursprung gar nicht mehr öffentlich gezeigt werden darf?
https://vimeo.com/140265561
(Direktlink | Danke, Bemme!)
Heute wurde vom Bundestag das sogenannte Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz durchgewunken. Hier gibt es die Darstellung der dafür abgegebenen Stimmen.
Dass die CDU da fast geschlossen mit „Ja“ wählt ist keine Überraschung. Dass die SPD fast genauso eindeutig dafür stimmt, hingegen schon. War aus dieser vor gut vier Wochen noch ganz andere Töne zu vernehmen.
Sieht dann heute, nach der Abstimmung, allerdings ganz anders aus:
Nur damit wir alles wissen, wofür das R in SPD steht.
Das R in SPD steht für Rückgrat.
— Ronny Kraak (@das_kfmw) October 15, 2015
Das E in die Grünen steht übrigens für Enthaltung. Wahlweise auch für „parlamentarische Zwänge“.
Und weil ihr alle ja bestimmt auch mal wieder wählen geht. Und so.
24 KommentareMichel Abdollahi, der sich letztens einen Monat lang im Nazidorf Jamel eingemietet hatte, hat jetzt mal den Landesparteitag der AfD in Hamburg besucht und wollte dort über Kultur reden.
Ich lass das mal unkommentiert, aber welche Trottel bitte wählen solche Leute?! Das kann man sich ja nicht ausdenken, nicht mal anhören! „Testeron“!
(Direktlink, via Blogrebellen)
Toll, dass ich das ausgerechnet jetzt sehe, wo ich morgen mal wieder in ein Flugzeug steige – und das Fliegen ja so mag.
(Direktlink, via reddit)
Innerstädtisch Autofahren. Eine wahre Freude für alle Beteiligten. Dieser Kurzfilm von Nate Theis bringt das ganz wunderbar auf den Punkt.
Einen Kommentar hinterlassen
(Foto: Alan Cleaver, CC BY 2.0)
[Eigentlich sollte das nur ein Tweet werden, weshalb ich munter drauf los getippelt und nicht gegengelesen habe. Alle Fehler könnt ihr behalten. Machen Jugendliche ja heute immer so. Haha.]
Mit Bento, dem neuen, vermeintlichen Jugendangebot, welches vom Spiegel getragen wird, kommt eine neue Diskussion um die Qualität von Angeboten auf, die wohl für jugendliche Menschen gedacht sind. Sie werden von Menschen gemacht, die schon nicht mehr jugendlich sind, aber so tun, als würden sie wissen, was Jugendliche im Netz sich so für sich wünschen. Und der Spiegel steht damit aktuell nicht alleine dar. Aktuell wollen wohl so einige „alte“ Medienhäuser nachziehen und ihre eigenen „Jugendportale“ ins Netz bringen.
Das sorgt für jede Menge Wirbel. Allerdings nicht unter Jugendlichen. Sondern unter jenen, die schon lange nicht mehr jugendlich sind, die sich aber schwer damit tun, sich das für sich und vor allem vor anderen einzugestehen. So um die Endzwanziger, die vor einer Dekadeeinhalb mal jung waren und deshalb glauben, immer noch zu wissen, was Jugendliche so vom Netz wollen. Oder unter jenen, die noch viel älter sind und die vorgeben zu wissen, wie „Journalismus“ gemacht werden müsste, damit der Jugendliche anspricht – das ist dann die Jugendportal-Contra-Ecke, die nicht weniger amüsant ist, aber sich hier mitunter ganz wunderbar ihre journalistische Eitelkeit zu pflegen versucht. Weil wo kämen wir denn da hin, wenn wir jetzt tatsächlich mal Jüngere fragen würden, was im Netz ihnen denn am Herzen liegen würde. Das wissen wir eh viel besser – und deshalb urteilen wir darüber. Nicht ohne dabei auch an uns zu denken. Weil: „Wir wissen es eh viel besser!“ Nun gut, vielleicht denken wir dabei auch ein bisschen oder gar komplett nur an uns, aber die Jugendlichen, über die wir reden, werden das eh nicht lesen. Also wird das keinen stören.
So ging das die letzten Tage in meiner Filterbubble. Auf einer Seite: Die Halbhalten, die „irgendwas mit Jugend“ auf die wackeligen Netzbeine bringen wollen, womöglich wissend, dass das dem nicht gerecht wird – aber immerhin zahlt dafür ein alteingesessener Verlag, dem man das als solches verkaufen konnte. Auf der anderen: Die immer alles besser wissenden Alten, die Journalismus noch als das verstehen, wofür der irgendwann mal zum Studienfach gemacht wurde. Und das ging damals schließlich irgendwie alles noch ganz anders. Egal wie – „aber so war das damals nicht gedacht!“ Mit dem ehrwürdigen Journalismus und so. So darf das also heute auch nicht sein. Dafür zitieren die Alten dann auch gerne mal genau _einen_ 18-Jährigen, der intelligent über das Angebot von Bento ranten konnte. EINEN. Einen 12-, 13-, 14-, 15-, 16-Jährigen hat man wohl nicht finden können, was etwas schade ist, wie ich finde. Denn immerhin wird dabei immer über Jugendliche geschrieben, die man einerseits zu bedienen, und über deren mediales Konsumverhalten man andererseits zu urteilen versucht. Genau diese Kids aber sind die „Jugendlichen“, über die gerade alle reden und vor allem schreiben. Meistens derer darüber Schreibenden selbst wegen. Leider.
Und wisst ihr was: Die Jugendlichen, über die ihr immer schreibt, geben einen Scheiß auf all diese Jugendangebote! Sie haben mittlerweile ihr eigenes Netz gebaut, was großartig ist. Von dem wir halb und darüberhinausalten allerdings keine Ahnung mehr haben. Sie organisieren sich in ihren, wo auch immer, geschlossenen Gruppen, und machen ihr ganz eigenes Netz. So wie wir – damals.
Sie kennen und lesen deshalb kein Buzzfeed, keine Vice, kein Bento. Auch deshalb kann es ihnen komplett am Arsch vorbeigehen, was alle schreiben, über sie zu wissen gedenken. Und genau so sollte es mit der Jugend sein.
Auf Facebook sind sie nur noch, um den Messenger zu nutzen und um ihren Eltern das Gefühl zu geben, diese an ihrem Leben teilnehmen zu lassen. Am Ende aber ist Facebook peinlich – weil die Eltern da schon vor ihnen waren. Sie lesen und kennen keine Blogs – also die wenigsten von ihnen. Ihr Netzleben findet auf Whatsapp, auf Instagram, auf Snapchat, auf Tumblr und auf YouTube statt. Wenn die alten Medien dort nicht hinkommen, brauchen sie diese nicht. Vielleicht sind sie auch genau dort, um von den alten Medien verschont zu bleiben. Die denken sich dabei ja auch was, diese Jugendlichen. Sie lieben 9GAG, wofür die Alten sie gerne nochmal doppelt doll verteufeln. Aber sie geben einen Scheiß auf das, was die (wir) Alten von ihnen halten. Und sie haben verdammt nochmal Recht damit! Das ist das Privileg der Jugend. Sie sollte den Teufel tun, sich da irgendwie von uns allen alt gewordenen Netz-Spießern reinreden zu lassen. Sie sollte genau das machen, was sie gerade tun mag. Auf ihren ganz eigenen Kanälen, von denen wir Alten halt mitunter nur , wenn überhaupt, noch eine Ahnung haben können. Und sie tut es recht damit. Sie soll sich nehmen, was sie dafür gebrauchen kann. Alles andere, und gerade das, worüber die Alten diskutieren, kann und sollte ihr getrost egal sein. So war es immer – so sollte es immer bleiben.
Und derweil können wir uns Halb- oder ganz Alte ja, die wir _alle_ mittlerweile Vice, Buzzfeed und Bento lesen oder zumindest auf FB geliked und/oder im Reader haben, darüber echauffieren, was irgendwelche Leute angedacht haben, für die Jugend ins Netzt gebracht zu haben. Das geht soweit, dass ein Fefe über das schreibt, was er glaubt, das Jugendliche für sich haben wollen. Oder eher für sich haben wollen sollten.
Meine Meinung ist da nicht repräsentativ. Ich habe täglich nur 15 bis 40 Jugendliche, die weit unter 20 Jahre alt sind, um mich herum. Ich rede mit ihnen. Auch gerne und gerade übers Netz. Das Netz derer scheint mir ein gänzlich anderes als das zu sein, von dem wir glauben, wir sollten eines für sie machen.
Brauchen die nämlich alles gar nicht. So. Sie zeigen uns derweil gepflegt den Mittelfinger und wissen nicht mal genau, warum genau sie das tun. Und genau so sollte es sein.
17 KommentareJa, Banksy ist mittlerweile durchaus streitbar. Und ja, ich kann das durchaus nachvollziehen. Trotzdem will ich dieses ofizielle inoffizielle Video von Jamie Brightmore über Banksys Dismaland hier drin haben. Und wenn es nur der Vollständigkeit halber ist.
9 KommentareEs steht nicht gut um die Ausstattung der Bundeswehr. Das ist ja so neu nicht. Aktuell ist einem Bundeswehr-Kampfflugzeug der Marke Eurofighter im Baltikum ein Außentank abgefallen. Die taz macht in diesem Zuge aus dem von der Bundeswehr genutzen, selten dämlichen Claim „Wir. Dienen. Deutschland.“ kurzerhand „Wir. Haben. Etwas. Verloren.“ Da ziehe ich mal meinen Hut. Trotz des Regens.
Einen Kommentar hinterlassen

