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Kategorie: Täglicher Sinnwahn

EDM-DJs im Arcade Game zur Strecke bringen: Ghosts ’n DJs

Basierend auf dem Arcade-Klassiker Ghosts ’n Goblins hat der spanische DJ und Produzent Daniel Manzano ein Spiel entwickelt, in dem es darum geht, die Welt von der Last anstrengender EDM-Größen zu befreien. Die Alpha-Version gibt es hier zum Download für Mac, Windows und Linux. Aktuell sammelt er zur finalen Umsetzung des Spiels Unterstützer auf Kickstarter. Die Ähnlichkeiten zu den zu Bekämpfenden sind nicht rein zufällig, glaube ich.


(via FACT)

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Deutschland 2014: „Hooligans gegen Salafisten“

In Köln haben heute bis zu 3000 Hooligans, darunter viele Neonazis, gegen Salafisten demonstriert. Es kam zu Ausschreitungen, Übergriffen und gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die sich offenbar im Vorfeld nicht vorstellen konnte, dass 3000 Menschen, von denen einige aufgrund von Gewaltdelikten Stadienverbote haben, auf einer Demo durchdrehen könnten. Klar. Am Nachmittag spielte dann die der Neonaziszene zuzurechnende Band „Kategorie C“ ein Konzert für die Menge auf einem öffentlichen Platz. Später musste dann zeitweise der Kölner Hauptbahnhof komplett gesperrt werden. Die Ruhrbarone waren vor Ort und haben ein Protokoll dieses Wahnsinns. Mittlerweile scheint sich die Situation vor Ort beruhigt zu haben.

16.04 Uhr: “Hier marschiert der nationale Widerstand”, am Ebert Platz zeigt sich wieder deutlich der apolitische Charakter der Veranstaltung. Immer noch fliegen Böller, Steine und Flaschen, auch in Richtung der Polizei. Die vorhandenen Einsatzkräfte mühen sich redlich, die Situation halbwegs zu kontrollieren, allerdings sind es nach unserer Einschätzung deutlich zu wenige Beamte, die hier aktuell im Einsatz sind.

15.56 Uhr: Über twitter mehren sich die Meldungen, dass es zu Eskalationen kommt. Auch unsere Leute vor Ort berichten von Übergriffen der rechten Hools auf Vertreter der Presse. Wer eine Kamera trägt oder einfach so aus Frack für einen Journalisten gehalten wird, wird von den Nazis massiv angegangen, bedroht und bedrängt. Nach anfänglicher Untätigkeit hat die Polizei nun begonnen die Lage unter Kontrolle zu bringen. Pfefferspray und Schlagstockeinsatz.

15.50 Uhr: Es knallt in Köln. Böller explodieren und es fliegen Steine. Der Zug der Neonazi Hools befindet sich im Bereich der Tunis- und Turiner Straße. Immer noch ist von der Polizei kaum etwas zu bemerken, sie läuft lediglich mit schwachen Kräften dem Zug hinterher. Es gibt kein Spalier und auch vor dem Demonstrationszug befindet sich keine Polizei, die Lage ist gefährlich. Keiner kann sagen, was passiert, wenn 3000 Schläger einfach nach vorne ausbrechen…

Auch SpOn und Zeit online haben Artikel darüber.

Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers warnten Polizisten in Köln vor Schlägereien und baten Passanten, die Innenstadt zu meiden. Einige Hooligans hätten versucht, über die Abriegelungen zu den Teilnehmern der Gegendemo zu gelangen. Immer wieder skandierten sie „Ausländer raus“.

Es dürfte die größte und aus Sicht der Beteiligten „erfolgreichste“ Neonazi-Demo der letzten Jahre gewesen sein. Das Signal, dass da von Köln ausgeht, ist fatal. „Endlich sind wir wieder wer und bewegen was,“ werden einige derer jetzt denken. Ich denke, das wird Folgen haben, auf die ich gerne verzichten möchte. Eigentlich möchte ich gerade brechen gehen.

https://vimeo.com/110078356
(Direktlink)

Während einer Demonstration greifen Neonazis und Hooligans die Bewohner einer Wohnung in Köln am Rande der Aufzugstrecke mit Steinen und Pyrotechnik an.

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Ein Rekrutierer des „Islamischen Staats“ im Interview

Hasnain Kazim traf sich für den Spiegel in Istanbul mit Abu Sattar, einem Mann, der dort für den IS neue Rekruten sammelt. Das zu lesen ist schon irgendwie ziemlich „Heilige Scheiße!“. Man kann vieles am Kapitalismus kritisieren, wenn er sich schön das alles rechtfertigende Mäntelchen der Demokratie überzieht, ja. Wie man aber im Jahre 2014 all die Jahrzehnte der Aufklärung einfach so den Kopf abzuschneiden versucht, geht mir einfach nicht in Birne. Wirklich nicht.

Ich mach‘ da auch irgendwann mal noch was Längeres drüber, aber was mir wirklich böse übel auf den Saque geht? Diese IS-Tüpen haben mich um meinen über 35 Jahre anhaltenden und gelebten Pazifismus gebracht. Meine Hippieliebe endet genau hier, ihr Ficker!

Das Ding ist halt, dass man schon sehr wohl eine ähnlich kritische Sicht auf die Entwicklung des Westens haben kann, ja. Nur dass diese Scheiße der Weg zu einem Besseren sein soll, mag ich nicht glauben. Mag ich nicht mitleben wollen. Deshalb steige ich genau dort aus.

SPIEGEL ONLINE: Es gibt weltweit schätzungsweise 1,6 Milliarden Muslime. Viele sind sehr demokratisch, manche sind liberal, andere konservativ, und stellen Sie sich vor, es gibt Hetero- und Homosexuelle unter ihnen. Die meisten teilen Ihre Ideologie nicht. Sie aber tun so, als gäbe es nur eine Art von Muslimen, nämlich die, die Ihre Ideologie teilen. Das ist doch absurd!

Abu Sattar: Demokratie ist etwas für Ungläubige. Ein echter Muslim ist kein Demokrat, weil ihn die Meinung von Mehrheiten oder Minderheiten nicht interessiert. Ihn interessiert, was der Islam zu sagen hat. Im Übrigen ist Demokratie ein Herrschaftsinstrument des Westens und das Gegenteil des Islam. Warum tun Sie so, als bräuchte die ganze Welt Demokratie? Und was Homosexualität angeht, das ist im Koran ganz eindeutig geregelt. Sie ist demnach verboten und zu bestrafen.

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Podcast: Made in USA – Detroit Enterprise

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(Foto: Bifocal Univision)

Superinteressante Sendung von WDR 3, die Sebastian Meissner losgeschickt haben, um in Detroit über Detroit zu sprechen. Über Verfall, Gentrifizierung, Techno, Fahrräder, Hoffnung und natürlich Underground Resistance. Toll!

Detroit hat mit der Erfindung des Techno den Sound der 90er geprägt. Seit dem Bankrott der Stadt 2013 haben die Kreativen das Steuer übernommen. Heute boomen in „Motor City“ die Kunst- und Ökoprojekte. Und die Musik trägt den „Spirit“ des Aufbruchs in die Welt.

Walter Wasacz kennt Detroit wie kaum ein anderer. Als Weißer in einer Stadt mit über 80% schwarzer Bevölkerung erinnert er sich noch an den Soul des Motown-Labels und die ersten Konzerte von Underground Resistance, zu denen auch der Techno-DJ Jeff Mills gehörte. Von Detroit aus ging Techno um die Welt. Heute sieht man in der ehemaligen Autostadt viele Fahrräder und in instandgesetzten Häusern blühen Urban-Gardening- und Outdoor-Art-Projekte. Für Detroit ist diese kreative Aufbruchsstimmung überlebenswichtig. Und die Musik ist ihr Botschafter.

[audio:http://podcast-ww.wdr.de/medstdp/fsk0/54/543213/wdrfeaturedepot_2014-10-14_00-01.mp3]
(Direktlink, via Swen)

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