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Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Angela Merkel bei Barack Obama

Die erste USA-Reise der Frau Bundeskanzlerin nach dem immer noch nicht aufgeklärten NSA-Skandal. Klärungsbedarf auf allerhand Ebenen also. Die Amerikaner allerdings bremsten im Vorfeld schon mal aus und drohten den Mitgliedern des deutschen NSA-Untersuchungsausschusses offen mit Einreiseverbot und Verfolgung, falls sie Snowden einreisen lassen und befragen würden.

Die deutsche Bundesregierung aber geht dennoch auf Kuschelkurs und beerdigt das sogenannte „No-Spy-Abkommen“, was als Konsequenz auf die Abhöraffäre angedacht war und lauthals propagiert wurde. Damals.

Heute aber gibt es auch viel wichtigere Themen. Die Ukraine zum Beispiel, weitere Sanktionen gegen Putin und der Gemüsegarten im Weißen Haus, wie der Regierungssprecher gerade per Twitter verlautbaren lies. Die ganz existenziellen Sachen also, an denen man uns da teilhaben lässt. Frau Merkel wird froh sein, sich diesbezüglich unterhalten lassen zu können.

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Doku: Die Arier

Ein schon im Vorfeld viel gelobter Dokumentarfilm von Mo Asumang, der gestern auf arte lief. Jetzt für sieben Tage online auf arte+7.

Alle 30 Minuten findet in Deutschland eine rechtsextreme Straftat statt. So erhielt die afrodeutsche Regisseurin selbst eine Morddrohung von den „White Aryan Rebels“. Die Unterstützer der NSU-Terrorzelle sind Mitherausgeber des Nazi-Magazins „The Aryan Law & Order“. Bei der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe findet man einen Artikel, der die „arische Rasse“ erklärt. Und in den USA werden unzählige Morde durch „Aryan Hate Groups“ verübt.

Die Filmemacherin Mo Asumang findet, es sei an der Zeit, der Sache mit den Ariern auf den Grund zu gehen. In einer persönlichen Reise begibt sie sich auf die Suche nach den Ursprüngen des Arierbegriffs und dessen Missbrauch durch Rassisten in Deutschland und den USA.

Sie besucht Demonstrationen und Propaganda-Veranstaltungen der selbsternannten Arier in Gera, Wismar und Potsdam, wo sie jedoch nur Schweigen und Ablehnung erntet. Sie forscht in Archiven und reist schließlich in den Iran, wo sie alte Inschriften findet, die den Ursprung des Arierbegriffs bezeugen und ihm eine ganz andere Bedeutung geben. In den USA trifft sie sich mit dem Ku-Klux-Klan und einem Top-Rassisten von schauerlichem Weltruf: Tom Metzger, dem Gründer der „White Aryan Resistance“, dessen Ziel es ist, mit der sogenannten „Lone-Wolf“-Taktik eine „arische“ Revolution zu starten.


(Direktlink)

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Derweil in Potsdam

Wo Prinzessinnen sich zur Wahl stellen. Keine Satire, nicht Die PARTEI, nicht die Piraten, keine Jakob Schwester. Ich habe extra nachgesehen.

Foto
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Wie ein Wasserwerfer einen Van zerlegt

Ich habe keine Ahnung, ob die Druckkraft dieser Wasserkanone hier in etwa der gleich kommt, die so ein Wasserwerfer auf Rädern heraus zu ballern vermag, kann mir aber vorstellen, dass der Unterschied dabei eher so „ein bisschen“ sein wird. Immerhin zerlegt dieses Ding hier einen Van. Womöglich kann man mit weit weniger auf Rädern Demonstranten um die Beine bringen.


(Direktlink, via Doobybrain)

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Aushänge zur kostenlosen Sperrmüllsammlung auf der Route der Nazi-Demo am Samstag in Kreuzberg aufgetaucht

Am Samstag wollen mal wieder Nazis durch Berlin marschieren. Die Berliner NPD will im Vorfeld des Wahlkampfs zum Europaparlament einen Aufmarsch unter dem Motto “Gegen die Kreuzberger Verhältnisse – Kreuzberg braucht wieder Sicherheit, Recht und Ordnung” durchführen. Die von den Knetbirnen beantragte und nun auch genehmigte Route führt durch Berlin Kreuzberg. Und genau dort sind nach Bekanntwerden der Route Aushänge der BSR aufgetaucht, die dazu aufrufen, entlang der Route seinen Sperrmüll auf die Straße zu stellen. Er würde dann kostenlos von der BSR abgeholt und entsorgt werden und so. ;) Ich mag diese Idee sehr. Andere wohl eher weniger.

Bildschirmfoto 2014-04-24 um 22.09.09

Diese Aushänge gibt es allerdings auch in viel schickerem und noch mehr Vertrauen erweckendem Orange. Also ich würde meinen Sperrmüll ja rausstellen.

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QR-Code auf FDP-Wahlplakat führt zu Pornofilmchen

In Berlin haben Unbekannte den QR-Code eines Wahlplakates von Alexandra Thein, FDP, überklebt. Dieser Code sollte eigentlich zu einem Wahlwerbespot der Politikerin führen. Wer sich allerdings über den QR-Code verbinden ließ, landete im Zweifelsfall bei einem Sexfilm mit dem Titel „Liebe kennt keine Grenzen“, dem Motto auf Alexandra Theins Plakat. Irgendwer hat einen eigens dafür neu generierten Code über den originalen geklebt und die Nutzer des selbigen quasi umgeleitet.

22 Minuten ist der Film lang, er trägt ebenfalls den Titel „Liebe kennt keine Grenzen“, geht aber in eine etwas andere Richtung: Der Streifen zeigt Frauen und Männer beim Gruppensex.
(NOZ)

Warum das nun auf einem personalisierten, und nicht auf einem allgemeinen Partei-Plakat geklebt wurde, ist nicht ganz klar, würde die Aktion aber um einiges geiler machen, auch wenn der Slogan dann womöglich nicht ganz einem Filmtitel entspräche. Für mehr falsche QR-Codes auf allen Partei-Plakaten.

Hier das Theins Plakat im Original.

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Eine wohl für sich gut gemeinte Twitter-Kampagne der New Yorker Polizei geht in die Hose

Im Januar diesen Jahres passierte Ähnliches schon mal im deutschen Twitter-Abteil. Unter dem Hashtag #dankepolizei bedankten sich etliche Nutzer für gebrochene Nasen, verhinderte Demos und die Räumung von Häusern.

Das New York Police Department wollte es jetzt auch mal ganz genau wissen und lud vom offiziellem Account aus Twitter-User dazu ein, unter dem Hashtag #myNYPD Bilder von sich und New Yorker Polizisten hochzuladen. Natürlich dachte man an primär positive Resonanz. Und natürlich ging das nach hinten los. Zwar haben es seit immerhin 16 Stunden ganze vier von lächelnden Usern gemachte Bilder auf den NYPD-Account geschafft, allerdings gab es seitdem knapp 80000 Tweets, den diesen Hashtag nutzen und so gar nicht Wohlwollendes über die New Yorker Polizei loswollen wurden. Inklusive jeder Menge unschöner Bilder, die das NYPD wohl lieber nicht als Imagepolitur nutzen wollte. A Hashtag gone wrong. Eine offizielle Reaktion darauf blieb bisher aus.

(via Gawker)

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Blog-Kommentare und die Meinungsfreiheit

Ich habe ja dazu einen ganz eigenen Standpunkt, den ich hier irgendwann im letzten Jahres schon mal näher ausführte. Nur weil ich hier bestimmte Kommentare nicht haben will, heißt das noch lange nicht, dass ich Fan von Zensur oder von der Einschränkung der Meinungsfreiheit wäre. Ich will nur hier bei mir nicht jeden Bullshit stehen haben. So wie jeder auch nicht jede Knetbirne bei sich zu Hause über alles und jeden so schwadronieren lassen möchte, wie es einem selber gegen den Strich geht. Klar.

Seitdem steht hier weit weniger Müll drin, auch weil ich eben nicht mehr alles freischalte. (Irgendwann werde ich eine extra Seite mit den Kommentaren machen, die es hier leider nicht geschafft haben. Dann, wenn meine Zeit es zulässt.)

Derweil hat Florian Freistetter hier einen sehr lesenswerten Artikel über Kommentare und die Meinungsfreiheit geschrieben, den ich so unterschreiben würde: Gelöschte Kommentare sind keine Zensur: Was ist “Meinungsfreiheit”?

Ich habe sehr viele Meinungen zu sehr vielen Themen – aber ich habe deswegen zum Beispiel nicht das Recht, meine Meinung auch in der “Tagesschau” verkünden zu dürfen oder meine Meinung in einem Leitartikel in der FAZ zu veröffentlichen. Ich kann zwar der Chefredaktion einen Brief schreiben und sie bitten, meine Meinung zu publizieren. Aber wenn sie das ablehnt, dann ist das keine Einschränkung meines Rechts auf freie Meinungsäußerung. Ich kann meine Meinung ja weiterhin äußern – aber niemand ist verpflichtet, sich meine Meinung auch anzuhören…

[…]

Wenn ich zum Beispiel hier jemanden – aus welchen Gründen auch immer – rauswerfe und Kommentare lösche, dann mag das höchstens unhöflich sein. Mit “Meinungsfreiheit” hat das aber nichts zu tun. Was diverse Leute natürlich nicht abhält, laut “Zensur!!” zu schreien, wenn sie hier in meinem Blog nicht das sagen dürfen, was sie sagen wollen (und ihnen dabei anscheinend nicht bewusst ist, dass niemand sie daran hindert, ganz einfach ihr eigenes Blog aufzumachen und darin all das zu schreiben, was sie schreiben wollen).

Kurz aber bündig erklärt das auch diese Grafik, die Randall Munroe für xkcd formuliert und die von Anatol Stefanowitsch ins Deutsche übertragen wurde. Passt.

xkcd_freespeech


(Grafik unter CC von xkcd, Text unter CC von Anatol Stefanowitsch)

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