Zum Inhalt springen

Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Das Finale der schlechten Azubi-Werbeclips kommt von der Sparda Bank

Wenn man Denise Bauermann, Svenja Mayer, Larissa Schneider, Virginia Taormina und Lara Zapp von der Sparda Bank glauben darf, sind Bankkauffrauen nicht nur Psychologinnen, Feen, Therapeuten, von Hause aus wohlwollende Menschen und welche, die gerne mal eine Kreuzfahrt verschenken. Sie sind vor allem rundum glücklich! Und alternativ sind sie sowieso. So wie du. Ich fürchte gerade, dass die Realität mir seit Jahren ein falsches Bild dieser Zunft vermittelt hat.

[Update] „Video wurde vom Nutzer entfernt“, aber irgendwer hat es wieder hochgeladen. Natürlich.


(Direktlink, via It’s Publique)

40 Kommentare

Studienmacher reagiert auf eine Pressemitteilung von Marianne Schieder (SPD) zum Thema „Crystal Speed“

Dr. Bernd Werse von der Goethe-Universität, Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung, Centre for Drug Research, und Kollegen haben neulich eine Studie zum Thema „Crystal Speed“ durchgeführt. Diese wurde dann undifferenziert und recht hysterisch durch die Medien getrieben, die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder von der SPD war davon offenbar so beeindruckt, dass sie dazu diese nicht weniger aufgeregte Pressemitteilung schrieb, die auswies, sich am Fazit eben jener Studie zu orientieren: Kampf gegen Crystal Speed muss weitergehen.

Diese Pressemitteilung wiederum fand nun Herr Dr. Bernd Werse so kritikwürdig, dass er in einem offenen Brief an Frau Scheider antwortete.

Sehr geehrte Frau Schieder,

da Sie sich in Ihrer Pressemitteilung direkt auf eine von uns durchgeführte Studie beziehen, möchte ich dazu kurz Stellung beziehen:

Zunächst halte ich die Formulierung, dass Bayern “von dem Methamphetamin Crystal überschwemmt” würde, für deutlich übertrieben. Zwar nehme ich zur Kenntnis, dass tatsächlich mehr Methamphetamin aufgegriffen wird, aber das Bild der “Überschwemmung” passt meiner Meinung nach nicht. Zumal die Steigerungen der polizeilichen Aufgriffe ja auch immer die Verfolgungsbemühungen der Polizei selbst wiederspiegeln, und ich bin sicher, dass man da in den letzten Jahren deutlich aufmerksamer geworden ist. Über Drogentote aufgrund von Meth gibt es im Übrigen bislang meines Wissens keine verlässlichen Informationen.

Da bereits seit längerem bekannt ist, dass in Tschechien in relativ großem Ausmaß Meth produziert wird, dürfte auch das Phänomen des Meth-Exports kein neues sein (im Unterschied zur polizeilichen Verfolgung des selbigen), weshalb auch die Behauptung, das hätte etwas mit der relativ liberalen tschechischen Drogenpolitik zu tun, nicht haltbar ist. Die liberalen Regelungen wurden übrigens auch eingeführt, nachdem Tschechien bereits hohe Prävalenzraten bei Cannabis und synthetischen Drogen aufwies; seitdem sind diese nicht weiter gestiegen. Zudem erscheint es nicht plausibel, weshalb der Umstand, dass in Tschechien selbst bis zu 2 Gramm geduldet werden, einen Einfluss auf das Exportgeschäft (in Länder, in denen immer noch dieselben repressiven Bedingungen herrschen) haben soll, zumal professionelle Dealer ohnehin stets mehr als 2g mit sich führen dürften.

Auf Bundesebene wie auch z.B. hier bei uns in Frankfurt (wo wir dies mittels einer langjährigen Monitoringstudie klar dokumentieren können) schlägt sich übrigens der angebliche Crystal-Trend nicht nieder, obwohl die Droge bereits seit einigen Jahren immer wieder in der Diskussion ist. Selbst wenn in letzter Zeit das Angebot von Meth erhöht worden sein sollte, bedeutet dies noch lange nicht automatisch eine Steigerung der Prävalenz – immerhin wird seit geraumer Zeit extensiv über die Risiken der Droge diskutiert, was auch die meisten Jugendlichen mitbekommen. Unsere Erkenntnisse deuten nicht darauf hin, dass – abgesehen von ohnehin psychosozial stark Gefährdeten – Jugendliche (wie Sie behaupten) diese Risiken “vielfach” unterschätzen würden. Vielmehr geben in unseren Studien selbst regelmäßige/intensive Konsumenten synthetischer Drogen oft eine ganze Reihe von Gründen dafür an, Crystal Meth nicht zu konsumieren (selbst wenn es bereits probiert wurde und – entgegen der Behauptung der sofortigen Abhängigkeit – der Konsum umgehend wieder eingestellt wurde).

Nun zu dem Punkt, der unsere Online-Befragung zu Legal Highs betrifft: hier ist mir gänzlich unverständlich, weshalb und wie Sie diese Studie, die sich auf neue, (noch) nicht illegalisierte synthetische Drogen bezieht, als Grundlage für die Prävention einer bereits seit langer Zeit illegalen Droge verwenden möchten. Dass man über die spezifischen Gefahren spezifischer Drogen differenziert aufklärt, halte ich für eine sehr gute und wichtige Sache, aber hier passt das eine nicht so recht zum anderen. Im Übrigen halte ich es aber für kontraproduktiv, immer wieder eine vermeintliche “anrollende” Meth-Welle zu beschwören. U.a. unsere Studie zu “Spice” hat gezeigt, dass extensive Medienberichterstattung über bestimmte Drogen – sei sie auch noch so abschreckend – erst eine (zusätzliche) Nachfrage dafür auslösen kann.

Abschließend möchte ich noch mein Bedauern darüber ausdrücken, dass sich Ihre Pressemitteilung – vor allem die Einlassung zur “liberalen Drogenpolitik” in Tschechien ein weiteres Mal in das in den letzten Jahren aufgekommene Bild der SPD als “Verbotspartei” im Hinblick auf Drogenpolitik einpasst. Ich habe den Eindruck, Ihre Partei war da schon mal weiter – und das, wo sich anderorts auf der Welt zunehmend der Gedanke durchsetzt, dass strikte Repression vor allem massive Folgeprobleme mit sich bringt, den Betroffenen kaum hilft, sowie dass liberalere Bedingungen eben nicht zu erhöhten Konsumentenzahlen führen.

Mit freundlichen Grüßen,

Bernd Werse

So unterschiedlich nämlich kann sich das lesen.
(via E-Gruppe)

8 Kommentare

Tüp twittert live seinen ersten LSD-Trip

Auch das kann man mit neuen Medien machen. Twitter-User Gary Debussy schickte sich vor ein paar Tagen erstmalig auf einen Acid-Trip und twitterte in Echtzeit seine damit gemachten Erfahrungen. Irgendwer hat die Tweets auf Storify kanalisiert, wo sie jetzt am Stück zu lesen sind. Ich staune ja, dass der nach einer Dosis LSD überhaupt noch twittern konnte, aber ich habe von so was ja auch keine Ahnung.


(via @hakantee)

5 Kommentare

Arte-Doku über Verschwörungstheorien: Die Heimlichen Herrscher der Welt

Etwas Schmerzen für den Dienstag. Die Welt ist voller Verrückter, die auf der Suche nach der Wahrheit sind. Nach ihrer ganz eigenen Wahrheit. Besonders schön: die Youtube Kommentare dazu.

Die Welt hat sich verändert.

Nachdem die Spaltung in Ost und West der Vergangenheit angehört, ist die Welt politisch undurchsichtiger geworden. Und dies zu einem Zeitpunkt, in dem die Informationsmedien stark zugenommen haben.

Jedoch erzeugt das Informationssystem, das eigentlich mehr Transparenz schaffen sollte, auf Grund des Überschusses an Informationen Undurchsichtigkeit und Unordnung.

Das Internet ist heute das beste Mittel, um Verschwörungstheorien zu verbreiten.

Auch Journalisten sitzen plötzlich in der Zwickmühle. Wie wird heute Bericht erstattet, welche Bedeutung hat der Journalismus in der Kommunikationsgesellschaft?

Unterstützt man heutzutage einen wahren Informationskrieg?

Der herkömmliche Journalismus und die Ausstrahlung von Informationen durch Nachrichtensendungen und Reportagen bringen keine Einnahmen mehr. Ein grosser Teil der Informationen wird durch so genanntes ‚Infotainment‘ verbreitet, das allzu häufig die einzige Informationsquelle der jungen Generation ist und in dem Tatsachen und Sensationsmache oft nicht mehr zu unterscheiden sind.

Die Dokumentation analysiert die Funktionsweise der Medien und der öffentlichen Meinung und geht dabei Fragen wie:

Was ist los mit unser Gesellschaft?
Wie können Verschwörungstheorien einen derartigen Erfolg haben? Warum schenkt man den offiziellen Informationen keinen Glauben mehr?
Und auf welche Weise sind die Zunahme der Kommunikationsmittel und die Vielfalt der Informationsquellen am Aufbau manipulierender Weltanschauungen beteiligt?, auf den Grund.


(Direktlink)

16 Kommentare

Crowdsourcing-Projekt und wissenschaftliche Studie zur Ermittlung des durchschnittlichen Anteils GEMA-pflichtiger Musik in Techno-DJ-Sets

Eine eigentlich schon lange überfällige Maßnahme um den wirklichen Anteil von GEMA-Musik im Bereichs des Techno im Klubkontext zu ermitteln. Techno. Musik ohne GEMA? ist die gestellte Frage und die Fragenden hoffen auf so viele Antworten, die es bedarf, daraus eine Studie machen zu können. Davon haben natürlich andere Musikrichtungen nur wenig, aber irgendwo muss man schließlich anfangen und den Techno-Klubs geht die Tarifreform schließlich am meisten auf die Eier, zumal sie immer wieder beteuern, dass die wenigsten GEMA-Mitglieder, die dann von den Ausschüttungen profitieren, irgendwas mit der Musik zu tun haben, die eben für derartige Klubs steht.

Ich verstehe den Ansatz und hoffe, dass diese Studie dann auch zu irgendwas zu gebrauchen ist, wofür erst einmal 100 DJs ihre Sets auf GEMA-Tracks checken sollen. Die ersten Antworten jedenfalls sind da und die Anteile GEMA-pflichtiger Musik liegen dort bei 5-20%. Das deckt sich in etwa auch mit meinen Erfahrungen.

Vielleicht kommt dann ja auch etwas mehr als nur eine Facebook-Seite bei rum.

3 Kommentare