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Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Das Jahr in Bildern

The Big Picture hat die Tage eine ziemlich umfangreiche Galerie mit den vielleicht wichtigsten Bildern des Jahres, die zumindestens sehr beeindruckend sind, einige davon verengen den Magen in schockierender Geschwindigkeit, andere sind atemberaubend.
The Big Picture: The year 2008 in photographs (part 1/3)
The Big Picture: The year 2008 in photographs (part 2/3)
The Big Picture: The year 2008 in photographs (part 3/3) kommt mit Sicherheit heute. Den Link trage ich nach.

SpOn bringt derweil die Unicef-Fotos des Jahres und angesichts dieser Bilder stellt sich mir die Frage, what the fuck is „die Finanzkrise“! Sicherlich ist dieser unmenschliche Wahnsinn zu erklären, zu verstehen ist er nicht. Was für eine abgefuckte Welt, in der wir hier leben.
SpOn: Die Unicef-Fotos des Jahres

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Ein sehr dicker, etwas ungepflegt wirkender Mann betritt den Bus. Er dürfte Ende 30 sein, locker 70 Kilo Übergewicht haben, an seinem Rucksack fehlt ein Träger, dafür hängt ein Marienkäfer in Form eines Kuscheltiers an dem Sack. Er wirkt in der Gesamtheit etwas tapsig, nett auch, so ein „Knuddelbär“ eben.

Er setzt sich 2 Reihen vor mir, so rum, dass ich ihm ins Gesicht sehen kann. Er holt tief Luft, greift entschlossen zum Telefon und wählt eine Nummer, die er nicht gespeichert haben kann, da er dafür zu oft auf die Ziffern tippt. Zumindest aber hat er die Nummer im Kopf, was ja auch schon mal was aussagt. Er ruft also jemanden an, der ihm zwar wichtig ist, dessen Wichtigkeit aber offenbar nicht ausreicht um als Nummer gespeichert zu werden. Aha.

Dann redet er in schier unglaublicher Lautstärke in das Telefon:
„JA; ICH BIN`S, BIST DU ES PETER?!?“
Die Dame vor mir, die wohl vor nicht allzu langer Zeit ihr Nasen,-und ihr Unterlippenpiercing gegen roten Lippenstift, Kajal und hochhackige Schuhe getauscht haben muss – man sieht noch die kleinen Stichnarben in ihrem ansonsten so glatten Gesicht -, sitzt dem Mann genau gegenüber. Sie fasst sich vor den Kopf wobei sie den selbigen schüttelt, brubbelt irgendwas Unverständliches und dreht ihn angewidert zur Seite.

Der dicke Mann redet weiter, schreit jetzt fast schon, in sein Telefon, was hier, außerhalb seines Handys, als komischer Monolog ankommt, man hört ja nur ihn reden.
„JA, ICH WOLLTE MAL FRAGEN, WAS DAS GESTERN SOLLTE, WARUM DU MICH GESTERN BELEIDIGT UND MIR SCHLÄGE ANGEDROHT HAST. ICH MEINE, DAS WAR JA NUN SCHON DAS ZWEITE MAL. ICH WOLLTE MAL WISSEN, WAS DAS SOLL?!?“
Pause. Offenbar redet Peter gerade.
„JA WEIßTE, PETER, ICH DACHTE, SEINE FREUNDEN BEGRÜßT MAN MIT HOCHACHTUNG?“ und meint wahrscheinlich „begegnet“, was aber egal ist.
Pause. Peter.
„ICH HABE JETZT FEIERABEND UND SITZE SCHON IM BUS. JA, KÖNNTE MAN MACHEN, ABER DU MUßT DANN AUCH MAL SEHEN, DAS DU DAS IN DEN GRIFF BEKOMMST IN ZUKUNFT. ICH MAG DAS NICHT HABEN, VERSTEHST DU? JA, BIN 14: 00 UHR IM IMBISS. DIE ERSTEN ZWEI GEHEN ABER AUF DICH!“
Während er das alles so mir nichts, dir nichts in den Bus ruft, drehe ich mich um und versuche eine versteckte Kamera zu entdecken. Das kann doch hier alles nicht wahr sein, denke ich mir so. Ich kann keine Kamera entdecken, außer der im Bus typischen.

Hinter mir sitzt ein abgemagerter Mann, vielleicht Ende 20, neben ihm sitzt seine Tochter, vier, vielleicht fünf Jahre alt. Sein suffgeschwängerter Atem kriecht mir über den Nacken in die Nase. Nach einer halben Stunde stelle ich fest, dass er in dieser Zeit nicht ein Wort mit seiner Tochter wechselt. Beim Aussteigen klappern in der NORMA-Tüte, deren Griffe, die um sein Handgelenk gebunden sind, volle Flaschen. Was da drin ist weiß ich nicht.

Die Bundeswehr geht heute offenbar geschlossen in den wohl verdienten Weihnachtsurlaub. Vor der Kaserne stehen gut einhundert Soldaten in Uniform. Fast alle tragen ihre Uniformen, was ich sehr ungewöhnlich finde, weil ich das so hier noch nicht gesehen habe. Ungefähr zwanzig der Soldaten besteigen den Bus. In Uniform. Alle zahlen nacheinander und einzeln, auch klar. Ich frage mich, wie es wohl wäre, wenn die alle mit den Linienbusen zu ihren Auslandseinsätzen fahren würden, verwerfe das als einen doch all zu quatschigen Gedanken und wünsche ihnen stumm ein friedliches Fest.

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Roboter, die Schallplatten abspielen, wofür sie eigentlich nicht mal einen Plattenspieler bräuchten. Ich bin versucht, hinter die letzten Videos zu schreiben „Oder so.“, denn ich frage mich manchmal, warum machen die sowas, die Menschen, im Fall der Mikrowellen zumindest. Hier aber frage ich mich noch eindringlicher, warum machen die sowas, die Roboter. Warum, zum Geier, spielen Roboter mit Vinyl? Was haben die davon?

(Direktlink, via today and tomorrow)

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Dogmen finde ich generell unsinnig, manchmal auch gefährlich in fast jedem Fall zumindest aber überflüssig. Völlig bescheuert allerdings finde ich Dogmen im Bereich der Pädagogik. Meistens kommen die kurioserweise von denen, die sich selber gerne das Gefühl geben, ohnehin alles besser als andere zu machen. Ein Glück für sie, dass ein Ergebnis nur im seltesten Fall gemessen werden kann. Vielleicht interagieren jene auch genau deshalb so absurd. Hauptsache aber, es stand mal in irgendeinem schlauen Buch. Das ist den meisten dann wichtig.

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Ich mag die Pumpkins ja immer noch, aber wenn der Corgan nichts zum Weinen hat, geht es dem, glaube ich, nicht gut. Diesmal kullern die Tränchen wegen iTunes und Co, und weil die Menschen da draußen, komplette Alben gar nicht mehr zu schätzen wüssten. Die kaufen nur einzelne Tracks und das ist natürlich sowas von fies und gemein, findet Corgan. Deshalb wird es zukünftig von den Pumpkins keine Alben mehr geben. So. Sagt er. Lieber verstehe man sich jetzt als „Singles-Band“. Was das heißt dürfte ja klar sein: von den Pumpkins wird es nur noch einzelne Nummern geben. Ich gehe davon aus, dass sich die Ticketpreise dann aus ähnlichen Gründen nochmal um die Hälfte erhöhen werden. Irgendwas ist ja bekanntlich immer.

Und mal ganz ehrlich: Ich kann nur ein einziges Album der Pumpkins von vorne bis hinten durchhören, ohne weg zu laufen, und ich habe alle, aber das ist eine andere Geschichte.

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Was ich auch nicht wusste: Wenn man irgendwann sowas dristiges, unnötiges wie eine Lebensversicherung abschließt, dann jahrelang in diese einzahlt, und dann mit Mitte Fünfzig, oder so, eine mittelschwere Krankheit bekommt, an der man nicht stirbt, die einen aber erstmal zum Kürzertreten zwingt, dann läuft diese Lebensversicherung aus bzw. der Versicherungsgeber kündigt die vorzeitig. Klar, mit Mitte Fünfzig ist man ja auch fast schon tot.

[Notiz an mich selber: Du bist entweder zu naiv oder einfach zu blöd für diesen Laden hier!]

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Prelinger Archives at archive.org

Ich mag immer nich´ diese elendig langen englischen Texte übersetzen, deshalb als Zitat:

Prelinger Archives was founded in 1983 by Rick Prelinger in New York City. Over the next twenty years, it grew into a collection of over 60,000 „ephemeral“ (advertising, educational, industrial, and amateur) films. In 2002, the film collection was acquired by the Library of Congress, Motion Picture, Broadcasting and Recorded Sound Division. Prelinger Archives remains in existence, holding approximately 4,000 titles on videotape and a smaller collection of film materials acquired subsequent to the Library of Congress transaction. Its goal remains to collect, preserve, and facilitate access to films of historic significance that haven’t been collected elsewhere. Included are films produced by and for many hundreds of important US corporations, nonprofit organizations, trade associations, community and interest groups, and educational institutions. Getty Images represents the collection for stock footage sale, and over 2,000 key titles (soon to be 2,500) are available here. As a whole, the collection currently contains over 10% of the total production of ephemeral films between 1927 and 1987, and it may be the most complete and varied collection in existence of films from these poorly preserved genres.

Prelinger [email protected]

Ich gehe also davon aus, dass es sich bei den hier unzähligen Filmchen um CC-Lizenzen handelt. Wegen archive.org und so.

Ich mag diesen alten Shice wirklich sehr gerne. Weil das alles so ist, wie jene, die damals in dieser Zeit alt waren, das genauso genauso haben wollten, wenn ihr versteht. Die mochten diesen Shice damals wirklich. Sehr gerne.
Die wollten sowas. Die wollten so leben. Die haben das alles geglaubt. Damals in den Fünfzigern, glaube ich.

Living in 1958

(Direktlink, via Else Normelinski)

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