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Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Liebe Ver.di

Ich finde es wirklich schön, dass Ihr heute offenbar sämtliche eurer Potsdamer Mitglieder, so um die 150, mobilisieren konntet um, für was auch immer, auf die Strasse zu gehen. Weniger schön finde ich allerdings, dass die dann die komplette Friedrich Ebert Str. in Beschlag nehmen mussten, hätten sie doch alle auch locker auf dem Fussweg Platz gehabt. Meine Bahn nämlich tuckelte deshalb hinter diesem Häufchen Menschen her und ich verpasste fast meinen Bus. Einige von den überaus artigen Demonstranten hatten so weiße Mülltüten übergestreift, auf denen das Ver.di-Logo prangte. Auch hatten alle eine Rassel, die wohl primär dazu dienen soll, seiner Scham Herr zu werden, indem man diese in die Rassel kurbelt. Um was ging es eigentlich? Das nämlich war nicht ersichtlich, was ich grundsätzlich schonmal für dämlich halte. Wenn keiner sieht, was ihr wollt, könnt ihr das gleich ganz sein lassen!
Und wer generell daran glauben will, dass so ein Quatsch in der heutigen Zeit noch etwas bringen könnte, ausser einem Sechszeiler in irgendeinem Regionalblatt, hat entweder den Schuss nicht gehört, ist ein hoffnungsloser Idealist, ein hilfloser Klassenkämpfer, oder einfach total bescheuert.
Habe meinen Bus gerade noch so bekommen.
Also Ver.di: Weitermachen, wenn es dazu dient, dass gewerkschaftliche Gewissen zu beruhigen. Ausserdem sollen die armen Lämmer, die dafür auch noch Beiträge zahlen, ja auch das Gefühl haben, dass diese nicht ganz umsonst abgedrückt werden. Kleiner Tipp von mir: Das nächste Mal einfach die 150 Leutchens direkt vor dem Bundestag auflaufen lassen. Das nämlich macht sicher so richtig Eindruck und da blockiert Ihr auch keine Strassenbahnen, oder sowas.

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Und irgendwann dann…

sitzt so ein postpubertärer Junge vor dir den du magst und er beteuert, dass er das geklaute Auto nicht gefahren hat, worin er vor drei Wochen von mindestens drei Leuten gesehen wurde. Du würdest ihm gerne glauben, wenn er sich nur nicht so unendlich dämlich in seiner Argumentation verfangen würde.
In diesen Momenten würde ich gerne für 10 Minuten Urlaub beantragen, um ihm ganz privat zu sagen, dass man so dämlich niemals nicht argumentieren sollte. Wenn er das bei den Grünen in Uniform genauso macht, werde ich ihn wohl bald Sozialstunden bei mir abarbeiten sehen.

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EMI kippt digitalen Kopierschutz

Ja und nun sollte man feiern, oder wollen die sich nur selber mal feiern, so als Vorreiter?
Die spinnen doch.
Aber ein ganz ehrliche Frage beschäftigt mich schon seit Wochen. Kann man, wenn man so ein mp3 gekauft hat und es nach drei Wochen nicht mehr hören will, es dann ohne weiteres weiterverkaufen. Ich meine, bei einer Platte oder einer CD geht das ja auch ohne Probleme und erlaubt ist es auch.
Weiß da jemand was? Ich hätte da nämlich eine mp3-Sammlung im Angebot. Der Preis wäre Verhandlungssache ;-)

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Die andere Seite der Medaille.

Seitdem du in deiner Pubertät deine erste eigene Platte gekauft hast, hast du die Idee, – beziehungsweise die Vision – irgendwann dein eigenes Plattenlabel zu machen. Weil du schon sehr früh merkst, dass es auch neben den Majors gute Musik gibt, die im Gegensatz zu den Majors Kultur vorantreibt, ohne das zwangsläufig als Antrieb zu sehen. Es passiert einfach. Du spürst für dich, dass der musikalische Output der Indie-Labels dir weitaus mehr gibt. Das kickt dich. Das findest du spannend. Das willst du auch machen, irgendwann, wenn du groß bist und das nötige Kleingeld dafür hast, willst du das auch machen.
Du kaufst also weiterhin Platten, die Jahre vergehen und nach der tausendsten von dir gekauften Scheibe, triffst du jemand, der genau die selbe Vision hat wie. Genau so lange, genau so geduldig. Und vor allem hat derjenige auch die Eier, es zu riskieren. Es ist riskant, dass weißt du und hast es deshalb alleine nie angepackt. Aber nun, könnte aus der Idee ein ganz reales Ding werden. Du könntest Teilhaber an deinem eigenem Indie-label werden, genau so, wie du es immer im Kopf hattest. Du packst jede Menge Scheine auf den Tisch und der, mit dem du das durchziehen willst tut es dir gleich. da liegt nun ein Batzen Geld und du fängst an zu überlegen, wie man aus der Idee eine gut funktionierende Arbeit entstehen könnte. Du willst nicht, dass der Batzen Geld, der auf dem Tisch liegt, größer wird. Du willst nur, dass du ein paar Releases damit bezahlen kannst und der Batzen nicht kleiner wird. Das ist alles was du willst.
Du gibst die erste Platte in die Pressung und merkst, dass der ganze Scheiß verdammt teuer ist. Aber gut, dass Geld reicht und du ziehst es durch. Es läuft gut und du bist froh darüber, genau das gemacht zu haben. Du machst noch ein paar VÖ´s und es funktioniert. Du wartest hin und wieder darauf, dass der Vertrieb dir deine Gelder pünktlich zahlt. Manchmal mehrere Tausend Euro. Aber das gehört wohl dazu. Um das Dingen weiter am laufen zu halten, legst du nochmal nach. Dein Partner auch, noch mehr sogar. Es funktioniert, es funktioniert weiterhin gut. Nebenbei machst du immer noch Musik, jede Menge davon. Du machst das deshalb, weil es dir ein Bedürfniss ist, ohne jeglichen ökonomischen Gedanken daran zu verschwenden. Du bekommst ein paar Angebote von anderen Labels, die diesen Sound verkaufen wollen. Du sagst da nein zu, weil du auf diesen Open-Source-Scheiß stehst, auf den ganzen Grundgedanken der Creative Comments-Idee; Freie Musik für freie Menschen. Du gibst ein paar Songs ab, die auf deinem eigenem Label einfach nicht gehen würden. Daraufhin machst du ein Album. Danach gibt es wieder Angebote und alle die du animmst, sind wieder CC-Sachen, weil du es so willst. Weil du es trennen willst. Ein Häppchen für das Label, ein Häppchen Open-Source. Das was du auf dem Label raushaust, haust du immer in kleiner Auflage raus. Nicht um den Preis zu drücken, oder weil du Angst hast. Nein, deshalb weil du dir die überflüssige GEMA-Anmeldung sparen willst, die erst ab einer bestimmten Anzahl von gepressten Platten fällig wird. Das willst du nicht, weil du den Scheiß-Verein Laden nicht magst, weil du das Gefühl hast, die verarschen alle und jeden, nur damit Udo Jürgens mal wieder eine dicke Überweisung denen entgegen nehmen kann. Davon hast du gar nichts. Das weißt du doch schon vorher. Du weißt auch, dass die sehr penetrant gegen Leute vorgehen können, obwohl dir die dazu führenden vorgebrachten Gründe der GEMA nichtig erscheinen, ja lächerlich gar. Damit willst du nichts zu tun haben. Du weißt um filesharing und p2p-Plattformen und es macht dir nichts aus, da es dort kein Vinyl gibt, dass man auf die Plattenteller legen kann, weil jeder, der Vinyl spielen will es auch kaufen muß. So oder so. Du gibst den Namen deines Labels dort ein und findest jeder der Release in bester Qualität. Es macht dir nichts aus, du begreifst es auch als gute Promo, denn du wirst ja auch in den großen, interantionalen Mp3-Stores verkauft. Und das sogar verhältnissmäßig gut, wenn man eine Gleichung zum verkauften Vinyl aufstellt. Du hast auch gar nichts dagegen, wenn der Sound, illegalerweise, in diversen Deejay-Sets im Netz auftaucht. Warum auch? Das ist immer gute Promo und du würdest es am liebsten genau so machen, wenn es denn erlaubt wäre; alle deine Sets ins Netz stellen. Scheiß doch auf die GEMA und so einen Rotz!

Und irgendeinen Sonntag im April dann, bist du im Netz unterwegs und entdeckst auf irgendeinem Blog, von irgendeinem Asi aus Köln, die letzte VÖ deines Labels zum Download, kostenlos, einfach nur so, als wäre der Sound von ihm gemacht und du bist so richtig sackig, weil du weißt was es dich kostet, das Zeug erstmal soweit zu kriegen, dass dieser Penner es als Mp3 irgendwoher bekommen konnte. Du weißt auch, dass sämtliches rechtliches Geklapper nicht in Frage kommt, denn da stehst du nicht drauf, denn das gab es zu oft in letzter Zeit und du fandest es immer lächerlich. Und dennoch; Nervt es dich, es geht dir richtig auf den Sack, auch noch zu sehen, wie oft das Zeug geladen wurde. Du weißt, dass genau das schonmal die Hälfte der Kosten für das Mastering der Platte wären. Du sitzt da und weißt: das ist die andere Seite der Medaille, die du bisher nicht zu Gesicht bekommen hast.

Was würdest du tun?

9 Kommentare

Vorhin bei Poker Stars

„vivalafiwa: yeah berlin crime!
LeNNi_BC: maul
vivalafiwa: wow
LeNNi_BC: fresse
vivalafiwa: muh
vivalafiwa: keks?
LeNNi_BC: mul ihr spastenkinder
Moderator44 [Moderator]: Hello players
Moderator44 [Moderator]: How can i help you?
LeNNi_BC: halt die fresse du schei kommentator
Moderator44 [Moderator]: speak english to me please
LeNNi_BC: kan ich nicht“

muharharhar
Bildungstandort Deutschland.

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Alles kommt zurück, Alles.

Es ist ja kein Geheimnis, dass sich in der Mode alle lieben Jahre lang alles wiederholt. Röhrenjeans zum Beispiel sind wieder stark im kommen. Es ist den Mädels, die das tragen auch egal, dass einige von ihnen darin aussehen, als wären sie eine Presswurst. Dazu kommen dann im schlimmsten Fall diese Pumps, mit denen die jungen Frauen aussehen, als wären sie kleine Mädchen. Im weniger schlimmen Fall, aber immer noch schlimm genug, tragen sie dann Stiefel, in die sie die Röhrenjeans reintstopfen. Auch Cowboystiefel, ja, Cowboystiefel werden wieder über den Asphalt geschleift. Diese Ringelshirts die Nena immer an hatte, die, die über die Hüfte hängen und dann mit einem Gürtel lässig über die, auch Nena-affinen Pantalongs gefixt werden, sind auch wieder da. Bunte Lederjacken mit Applikationen erleben eine Renaissance, egal wie bescheuert die auch aussehen und auch der Walkman kehrt zurück. Nein, Quatsch, aber wo bleibt der eigentlich?
Das Mode auch ein Teil der Populärkultur ist, muss nicht weiter beschrieben werden. Wahrscheinlich kommt deshalb auch in der Musik alles zurück. Und ich meine nicht Techniken oder Inhalte, denn das halte ich für streitbar, sondern ich meine die Rückkehr von Bands, bzw. deren Namen, die weithin auch als Trademark durchgehen können. Rage kommt zurück, die Pumpkins kommen zurück, Nirvana würden es tun, wenn es denn ginge, Police, Take That, No Angels, die natürlich beide musikalisch in einen andere Richtung schlagen, aber darum geht es ja jetzt nicht. Ich bin da sehr tolerant, manchmal, aber wer was jetzt auch noch zurückkommen will, hatte vorhin darfür gesorgt, dass mir doch fast der Kaffee-Becher aus der Hand gefallen wäre. Wham nämlich planen ein Comeback. Und das muss ja nun wirklich, nein, darf nicht sein. Mir ist leicht übel, jetzt! Wham, ich meine, Wham? Hilfe!

8 Kommentare

Der nette Straßenmusikant, der im Sommer immer auf der Brandenburger Strasse spielt, die, die die alten Potsdamer immer noch liebewoll „ihren Broadway“ nennen, taumelte eben in die Strassenbahn, lies seinen Gitarrenkoffer fallen und plumpste in den Sitz hinter mir. Ich glaube zu wissen, was er mit mindestens der Hälfte des Geldes gemacht, was er heute einspielt hat; er setzte es in Fusel um. Kurz darauf spielte er dann auf seiner Mundharmonika „the times they are changing„. Dann musste ich aussteigen, leider.

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