Zum Inhalt springen

Kategorie: Doku

Über den einzigen Plattenladen in Mauretanien

Noisey Music World hat Saphir D’or, den einzigen Plattenladen in der islamischen Republik Mauretanien im nordwestlichen Afrika, ausgemacht und diesem einen Besuch abgestattet. Dort sprechen sie mit Shop-Inhaber und DJ Ahmede Valle über seine Arbeit und der Liebe zur Musik. Sehr interessant.

We happened to be in Nouakchott, Mauritania while chilling in Africa so we decided to stop in at the country’s only record store, Saphir D’or. Turns out it rules! We chatted with Ahmede Valle, shop proprietor and seasoned DJ, about record collecting and the unifying powers of music.


(Direktlink, via DeadFix)

3 Kommentare

Über Schallplatten Liebende: For the Record

So eine Kurz-Doku, bei der ich ständig hachen muss, auch wenn ich dem Vinyl weitestgehend komplett entsagt habe. Ich mag es trotzdem immer noch und ganz besonders die, denen es ähnlich geht und die sich der daraus entwachsenden Leidenschaft völlig hinzugeben bereit sind. Produzenten, Hersteller und natürlich Schallplatten Kaufende. Nektar hat für diesen Film hier weltweit Menschen besucht, die nach wie vor dafür verantwortlich sind, dass das schwarzen Gold in die Läden kommt.

A expedition undertaken to discover, learn, meet and document the ideas and people behind the controls of vinyl record production.
Recorded over 6 weeks, travelling through Germany, Switzerland, Austria and the UK – For The Record exposes a number of notions about why vinyl is such an indelible medium and how it continues to remain popular in the the face of opposing format change.


(Direktlink, via Mururoar)

3 Kommentare

Web-Doku: Goa Hippy Tribe – und ein Mix zum Fliegen

Als ich heute diesen Kasetten DJ verbloggte, schickte mir Adrian diesen Link zu einem Artikel, was er mit der Frage verband, ob ich denn wüsste, dass die ersten DJs in Goa auch mit Tapes auflegten. Ja, das wusste ich, für den Artikel war ich dennoch sehr dankbar.

Ich habe einige Zeit meines Lebens mit diesem Sound und in der Szene verbracht, der bzw. die sich „Goa“ nannte. Es war eine sehr schöne, eine sehr intensive Zeit und weil ich schon immer auch vernarrt darin war, alle erdenklichen Hintergründe über das zu erfahren, auf was ich so feiern ging, wühlte ich mich auch immer durch alle mir zur Verfügung stehenden Informationen. Das hat gerade bei diesem Thema bis heute nicht nachgelassen, was wohl der allgegenwärtigen Präsenz von Utopien und Idealen geschuldet ist. Ich mag das. Auch heute noch. Leider scheinen sich die über die Jahre zumindest hierzulande verflüchtigt zu haben, was die Szene für mich nicht mehr ganz so liebevoll macht. Außerdem hat mich die Musik irgendwann nicht mehr mitgenommen, aber das ist ein ganz anderes Thema.

In dem Artikel beschreibt Dave Mothersole wie er Ende der 80er nach Goa kam und wie sich dadurch sein Leben veränderte. Er erinnert sich zurück, denkt dabei an Partys, an die revolutionäre Stimmung, an Drogen und all das. Toller Artikel, der außerdem noch noch einen Podcast und einige Videos aus Goa Anfang der 90er hat.

It was like stepping into another world. UV pictures of blacksploitation babes and leather clad joy boys hung from the walls as the speakers pumped out these dark, synthetic beats. Wild eyed loons in flip flops and rags leapt about next to girls who looked like they had just walked in off some Milanese cat walk. An American kid in his late teens dressed in a Mickey Mouse tracksuit and sporting the best Billy Idol haircut I’d ever seen, walked up and offered us some liquid acid. “Full trip or half trip” he leered, pulling out a whacking great needle-less syringe and gesturing at us to hold out our hands for a dose. “Could change your life” he said with a sly chemical grin and an air of overbearing superiority. I went for half, holding out my nervously clenched fist in a mixture of curiosity and fear.

[…]
Far from showing them what it was all about, we looked on in a mixture of horror, fascination and wide eyed disbelief. Passive observes who’d stumbled across this weird bacchanalian scene. In a church, at the end of a dirt track. A few thousand miles from where we from, but a million miles from anything we knew. As defining year zero moments go, this was a major one for me. I’d expected to find a few burnt out pot heads singing Bob Marley songs around a campfire. Not this. That American kid was right – life was never quite the same again.

In diesem Artikel fand ich einen Link zu Goa Hippy Tribe. Einer webbasierten Doku, die eigentlich den Möglichkeiten geschuldet ist, die ausgerechnet Facebook heute bietet.

Der australische Filmemacher Darius Devas nämlich brachte seinen Vater, der in den 1960ern zu den Pionieren in Goa gehörte, über Facebook mit seinen alten Mitstreitern zusammen. Die haben sich im Laufe der Jahre größtenteils aus den Augen verloren, nun tauschten sie über FB Erinnerungen aus, erzählten alte Geschichte und sie teilten ihre alten privaten Fotos in der Gruppe. Diese eigens dafür gegründete Facebook-Seite wurde zum Kommunikationszentrum der Alt-Hippies. 2010 gab es dann für viele ein Wiedersehen in Goa, Darius Devas machte daraufhin diesen Film. Die Aufnahmen sind gemeinsam mit der Facebook-Seite die Basis für die Webdoku. Diese kann man auf dieser wirklich toll gemachten Flash-Seite ansehen, die natürlich komplett die Facebook-Seite implemitiert, was man nicht mögen muss. Das technisch so umzusetzen allerdings zeigt, was man heute alles so machen kann, wenn man die Idee hat und diese dann verdammt gelungen umsetzt.

Natürlich gibt es die einzelnen Teil der Doku auch in einem eigenen YouTube-Channel. Ich aber habe sie auf der Seite gesehen, habe nebenbei auf diverse Zusatzinformationen geklickt und mir die Facebook-Kommentare angesehen. Lustig auch: fast alle der Hippies finden Facebook evil, trotzdem sind sie irgendwie dankbar dafür, was ihnen dadurch möglich wurde. Ein tolles Projekt, exzellent umgesetzt. Davon würde ich gerne mehr sehen. Mittlerweile bemüht man sich in der Gruppe, auch die aktuellen Veränderungen zu dokumentieren. Denn dieses mystische Bedürfnis nach Goa zu fahren, steckt immer noch in vielen jungen Menschen. Nicht wenige geben sich diesem hin.

Und weil ich da jetzt gerade irgendwie so drin stecke, hier noch ein Mix, der einzig aus Tracks besteht, die so Mitte der 90er für das standen, was man damals eben Goa nannte. Wenn ihr Kopfhörer aufsetzt, könnt ihr die Töne wandern hören und das Licht tanzen sehen. Hach, was war das schön.


(Direktlink)

Tracklist:
1 Trip Tonite / Etnica
2 Spiritual Transgression / Encens
3 Enlightened Evolution (Remix) / Astral Projection
4 Freakshow / Cydonia
5 Back To Earth / Satori
6 Slick Witch / Slinky Wizard
7 2-07 / Mudra Banda
8 1-02 / Camaro Kanitou
9 Trommelmaschine (Voodo Remix) / Der Dritte Raum
10 Astral Voyage / Electric Universe
11 The Rezwalker (London Live Mix) / Transwave
12 Mahadeva / Astral Projection

36 Kommentare

Doku: Joe Strummer

Und wenn wir gerade beim Thema sind hier gleich noch die schon etwas ältere, aber dennoch sehenswerte Doku über das Leben der Punk-Legende Joe Strummer.

The Clash waren Revolutionäre und Vorreiter der britischen Punkrockszene. Joe Strummer war als ihr Frontmann bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 2002 und ist bis heute eine Ikone der Musikszene.
Strummers Ideen, Erfahrungen und Erfolge sind der Brennpunkt der Geschichte, die Regisseur Julien Temple zu einem epischen Abenteuer arrangiert. In virtuos geschnittenen Bildern inszeniert er die Erinnerung an Strummer, bringt Musik und Persönlichkeit, Politik und Menschlichkeit zusammen. Vier Jahre nach Strummers Tod befragt er Weggefährten und Freunde wie Bono von U2, Matt Dillon, Jim Jarmusch, John Cusack und die Weinstein-Brüder.
Dabei erscheint sein Leben, wie es gelebt wurde. Strummers wilde Musikerexistenz ist Material – ein zerrissenes, rohes, handgemachtes Arsenal an Authentizität – das pure Substrat einer Ära. In einer Zeit, der es an kulturellen Inspirationsfiguren mangelt, stellt der Film die Titelfigur, ihr künstlerisches und politisches Handeln in einen umfassenden kulturellen Zusammenhang, der die gesamte zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts umfasst.
Julien Temple, der seit „The Great Rock ’n‘ Roll Swindle“ und „The Filth And The Fury“ einer der renommiertesten Dokumentarfilmer ist, schuf eine intime Hommage an einen Freund und setzte gleichzeitig einer internationalen Symbolfigur ein faszinierendes und wahrhaftig ergreifendes Denkmal.


(Direktlink, via Iheartpluto)

Ein Kommentar

Doku über den Stand der internationalen Punk-Bewegung: Noise and Resistance

Eine Doku, die Einblicke in die internationale Punk-Szene gibt. Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag waren dafür u.a. in Spanien, Russland, Deutschland und Schweden unterwegs. Ich habe sie noch nicht gesehen, gehe aber davon aus, dass sie ziemlich gelungen ist und werde das deshalb später nachholen.

Es geht auch anders. Kommerz, Kapital und Konsum sind keine unumstößliche Notwendigkeit unserer Gegenwart. Dass man mit dieser Meinung nicht allein sein muss, zeigen Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag in ihrem mitreißenden und auch wütenden Dokumentarfilm „Noise and Resistance“.
Was manchen nur als Lärm und Störung gilt, machen sie als vitale Artikulation des Widerstands deutlich: Punk ist hier weder Modeerscheinung noch verstaubtes Relikt der Vergangenheit, sondern der lebendige Ausdruck eines Lebensgefühls.
Die beiden Regisseurinnen begeben sich mitten hinein in eine höchst lebendige und pulsierende, eine aufbegehrende und selbstbewusste Szene. Ob Hausbesetzer aus Barcelona, Antifaschisten in Moskau, niederländische Gewerkschaftskämpfer, die Aktivisten des englischen CRASS-Kollektivs, queere Wagenplatzbewohner aus Berlin oder Punkgirl-Bands aus Schweden – immer ist die Musik eine kollektive Selbstbehauptung, ein vertontes Nein, dessen Losung „Do it yourself!“ zur lautstarken Internationale des 21. Jahrhunderts geworden ist.
„Noise and Resistance“ ist eine inspirierende Reise durch Europas Utopia der Gegenwart, an subkulturelle Sehnsuchtsorte, an denen aus Unabhängigkeit Gemeinschaft entsteht – und der beste Punk-Sound, den man seit Jahren gehört hat.


(Direktlink, via iheartpluto)

Ein Kommentar

Doku: “Bar 25 – Tage ausserhalb der Zeit” komplett auf YouTube

Wahrscheinlich bin ich der letzte, der darauf hinweist, aber so ein bisschen offline zwischen den Jahren tut sowohl wie mal gut als auch not.

zdf.Kultur brachte gestern die über Crowdfunding finanzierte Doku “Bar 25 – Tage ausserhalb der Zeit” und hat sie jetzt für ein paar Tage in der Mediathek. Jemand hat sie von dort komplett auf YouTube geladen und ich hoffe sehr, dass man sie dort auch lässt, denn wie erwähnt, wurde sie zum einen vom Schwarm finanziert, zum anderen lief sie im Öffentlich Rechtlichen, wofür wir alle ja eh immer zahlen. Verlassen kann man sich darauf natürlich trotzdem nicht, weshalb man die wirklich tolle Doku über eine Berliner Club-Legende auch schnell ansehen sollte. Man kann natürlich trotzdem oder gerade deswegen die ganze Kiste auf DVD bestellen.

Ein großer Holzzaun verläuft um den legendären Club Bar25 in Berlin. Über die Grenzen der Stadt hinaus ranken sich die Mythen um das Wunderland für Erwachsene, um endlose Partys, Unmögliches und Verbotenes. Wer es einmal geschafft hat reinzukommen, der kommt so schnell nicht mehr raus. Stunden werden hier zu Tagen, Augenblicke zur Unendlichkeit. Denn hinter dem Bretterzaun erstrecken sich Club, Restaurant, Bar, Hostel und Zirkus – eine pulsierende Welt, in der Zeit keine Rolle spielt. Christoph, Steffi Lotta, Danny und Juval sind die Macher der Bar25 und leben jenseits von festgefahrenen Ideologien und Normen. Sie erschaffen aus einer Brache an der Spree einen Jahrmarkt für Erwachsene. Musik, Ekstase und Kunst sind ihre Formen des Protests für ein selbstbestimmtes Leben. Doch die Umstrukturierung des Spreeufers in Berlin macht auch vor der Bar25 keinen Halt und so steht die Vertreibung aus dem Paradies bevor – jedoch nicht, ohne sich mit einem einzigartigen Spektakel zu verabschieden.


(Direktlink)

15 Kommentare

Doku: Skateboard Stories – Skateboarding in Europa

Am 20. und 21. November 2010 verwandelte sich das Pariser Grand Palais, ein Meisterwerk des Jugendstils, in einen riesigen Skatepark. Auf Initiative einer bekannten Surf-Marke empfing der französische Kultur- und Architekturtempel erstmals die internationale Skateboard-Legende Tony Hawk und einige der besten Skater der Stunde für eine Show, die einen Meilenstein in der Geschichte des Skateboards setzte. Auf der speziell für den Anlass konstruierten Riesenrampe unter der Glasdachkuppel des Grand Palais skateten Tony Hawk, Andy McDonald, Sandro Dias, Jean Postec, Kevin Staab, Jesse Fritsch, Sergie Ventura und Lyn Z Adams zur Begeisterung der 6.000 privilegierten Fans.
Skateboard ist heute ein Gesellschaftsphänomen, ein Lifestyle und eine eigenständige Szene. Die Skater-Community trifft sich weltweit zu riesigen Events, von Los Angeles bis nach Berlin, von Buenos Aires bis nach Dubai und von Barcelona bis nach Rangun.
Der Entwurf von Videospielen und anderen Merchandisingprodukten ist ein lukratives Geschäft. Die Skater-Kultur hat alle Bereiche erobert. Sie berührt sämtliche Gesellschaftsschichten und sämtliche Altersgruppen, ist aber auch ein sehr dynamischer Wirtschaftszweig. Sich fürs Skaten interessieren bedeutet, eine ganz neue Welt mit eigenen Codes zu entdecken, die ihre Idole, ihre Musik, ihre Filme und eine eigene Ästhetik besitzt.
Die Dokumentation beschreibt die Geschichte einer Leidenschaft, vom Entstehen der Gleitsportarten in den Vereinigten Staaten bis hin zu ihrer weltweiten Verbreitung, insbesondere in Europa, wo das Skaten in den letzten zehn Jahren fast schon den Status einer Religion erlangt hat.


(Direktlink)

Ein Kommentar

Burning Man Festival: Ode to Black Rock City

Superschön fotografierte Kurz-Doku von Anders Christian Rasmussen und Bo Storm Madsen, die diese auf dem diesjährigen Burning Man aufgenommen haben und die wohl Teil einer umfangreicheren Doku sein wird.

Bursts of creativity, art, love and lots of dust! This film was shot at the 2012 Burning Man-festival in the Black Rock Desert in Nevada. Such a beautiful place!


(Direktlink)

Einen Kommentar hinterlassen

Doku: My America

In Amerika werden Träume wahr. Aber in Amerika werden auch Träume produziert.

Das ist schon seit Generationen so. Selbst die Träume, die der kleine Peter Hegedus im sozialistischen Ungarn der 80er Jahre träumte, handelten von Amerika und waren von dort inspiriert. Nun, 30 Jahre später, ist der Planet in einem desolaten Zustand, und über drei Milliarden Menschen weltweit machen Amerika dafür verantwortlich.

Filmemacher Peter Hegedus machte sich deswegen über ein Jahr lang auf eine Reise, um herauszufinden, ob sein Amerika – mit allen Heilsverkündungen, Versprechen und Idealen – noch existiert oder ob es jemals existiert hat. Seine Suche führte ihn von der Wall Street zur Trostlosigkeit einer öffentlichen Schule in South Central Los Angeles, zum Weißen Haus nach Washington und zu traumhaften Seen in der amerikanischen Provinz. Was ist Amerika?

Peter Hegedus – Enkel von András Hegedüs, der 1956 als Ministerpräsident aus Moskau beauftragt wurde, den Ungarn-Aufstand niederzuschlagen – wuchs in den 80er Jahren im sozialistischen Ungarn auf. Seine Zuflucht waren Filme – insbesondere Hollywoodfilme, und seine Verehrung galt den Actionhelden, zuvorderst Arnold Schwarzenegger. Peter war davon überzeugt, dass Amerika ihn eines Tages retten würde – und den Rest der Welt gleich mit.

Unverblümt und erfrischend befragt der Filmemacher mächtige Menschen in Hollywood, Historiker, Psychologen, junge und hippe Ultra-Konservative, Hoffnungsträger für den Präsidentenposten, aber auch ältere Exil-Ungarn, um herauszufinden, was sich wirklich mitten im Herzen des American Dreams befindet. Aber nur einer kann die Dinge für Peter wieder zurechtrücken und ihm die Liebe zu Amerika zurückgeben: sein Kindheitsheld Arnold Schwarzenegger.


(Direktlink)

2 Kommentare

Punk sein in Ost-Berlin – „Schräge Zeit“, eine Doku von Ólafur Sveinsson

Superinteressante, mir bisher unbekannte Dokumentation über Punks in Ost-Berlin zu Beginn der 80er Jahre. Ich habe jetzt etwa die Hälfte gesehen und staune wieder einmal mehr, wie weit manche Jugendliche im Hinblick auf die garantiert zu erwartenden Repressionen tatsächlich gingen. Und das wobei sie wussten, was auf sie zukommen könnte und auch würde. Punk, der woanders echter wohl kaum hätte sein können.

Ost-Berlin, Anfang der 80er Jahre: Eine Gruppe junger Leute, die den Glauben an den „real existierenden Sozialismus“ verloren hat, lehnt sich gegen die Unzulänglichkeiten des DDR-Systems auf.

Einer von ihnen, der 1963 in Güstrow geborene und in Ost-Berlin aufgewachsene Jan, opponiert als Punk in der berüchtigten Band „Der demokratische Konsum“. In dieser Zeit gerät er ins Blickfeld der Stasi. Ein wildes Leben beginnt. Er und seine Freunde leben, als wäre jeder Tag der letzte, und es gelingt ihnen, sich Freiräume zu schaffen, die man im Alltag der Deutschen Demokratischen Republik nicht für möglich gehalten hätte.

Dennoch ist allen bald klar, dass sie diese Republik verlassen müssen. Um der DDR zu entfliehen, heiratet Jan 1987 eine Isländerin. Im Westen angekommen, ändert er sein Leben radikal. Der Fall der Mauer versetzt ihn in Euphorie. Er kauft Häuser im Osten, eröffnet einen Mini-Supermarkt und macht Geschäfte mit russischen Soldaten. Plötzlich hat er alles, was er sich gewünscht hat: viel Geld und eine Familie. 1991 wird Jan die Diagnose „manisch-depressiv“ gestellt, und er verbringt einige Monate in der geschlossenen Psychiatrie. Zehn Jahre später hat er ein kleines Schiff gekauft, auf dem er als Selbsttherapie die Sommer auf den Gewässern von Berlin verbringt.

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms „Schräge Zeit“ steht eine außergewöhnliche deutsch-deutsche Biografie, die eng mit der turbulenten Geschichte Berlins der letzten 20 Jahre verbunden ist . Anhand von Interviews, Fotos und Archivmaterial erzählt der isländische Autor Ólafur Sveinsson, der seit vielen Jahren in Berlin lebt und arbeitet, Jans packende Lebensgeschichte, außerdem von zahlreichen lustigen, absurden, tragischen und gefährlichen Momenten der Wendezeit.


(Direktlink)

6 Kommentare