1964: Tausende Jugendliche aus dem ganzen Land liefern sich im südenglischen Badeort Brighton brutale Straßenschlachten. Das Ereignis nimmt Ausmaße an, die sich nicht mehr unter reinem Hooliganismus verbuchen lassen. Die feindlichen Lager bestehen aus Anhängern zweier unterschiedlicher Jugendsubkulturen, den Mods und den Rockern.
In ihrem Konflikt geht es um Kleidung, Reviere, Musikgeschmack und eine diametral entgegengesetzte Lebenseinstellung: Die Rockers erwarten nichts von der Gesellschaft, die sie als Maschine zur Zerstörung ihres Außenseiter-Individualismus verstehen; die Mods hingegen wollen das System mitprägen, sich einen Raum schaffen, in dem sie ihre Codes, ihre Vorlieben und ihre Ästhetik ausleben können.
Die Dokumentation deckt die Hintergründe dieser Eskalation auf und veranschaulicht die Wünsche und Motivationen dieser radikalen Jugend. Außerdem wird erzählt wie sehr die britische Jugend nicht nur die Paradigmen ihrer Eltern über den Haufen warfen, sondern auch die internationale Musikszene und Mode prägten.
Eine Doku über Dub. Ich bin der Meinung das schon mal irgendwo gesehen zu haben. Bekomms aber nicht mehr zusammen wo. Hier war es offenbar nicht (zumindest laut Suche) und deswegen passt das ja alles mehr als perfekt.
Die einzige Version die ich davon in der Tube gefunden habe, ist diese hier mit spanischen Untertiteln. Wer das anders haben will und bereit ist dafür Geld auszugeben, kann ja mal bei dubechoes.com vorbschauen.
Nachdem ich meinen letzten Blog geschlossen habe, kam Ronnys Frage gerade recht. Und saugeil ist es auch noch, hier mitzubloggen. Ansonsten gibts mich gelegentlich auf Twitter, aber vor allem bei Realvinylz zu lesen. Und da Ronny einen Faible für Open Airs, alternative Lebensentwürfe und irgendwo auch Berlin hat, muss diese wunderbare Feldforschung verbreitet werden ;)
In ihrer Ethnografie über den Berliner Techno-Underground, die auf Feldforschungen in den Jahren 2002-2005 basiert, beschreibt die Autorin eine Szene, die sie nach Bourdieu als neues Kleinbürgertum bezeichnet. Dieses kennzeichnet sich dadurch, dass es in der Stadt lebt und sich sowohl von der proletarischen als auch der Hochkultur abgrenzt. Statt dem Wunsch beruflich oder finanziell aufzusteigen und sich ins Private zurückzuziehen, steht eine hedonistische Lebensweise („Die Pflicht zum Genuss”) im Vordergrund und ein sich permanentes im Raum bewegen – so „führt die Fluchtlinie des neuen Kleinbürgertums nach unten und nach außen und wieder zurück“ (265). Das permanente Bewegen wird ebenso als Reiz empfunden, wie die auf Vergnügen ausgerichtete Lebensweise. Beide Verhaltensweisen bekräftigen in den Augen der Akteure die Einstellung, nicht zur Mehrheitsgesellschaft, zum Mainstream dazuzugehören.
Um in den Genuss zu kommen, dienen den Akteuren des Techno-Underground ungenutzte städtische Räume, die sie zu temporären Locations umgestalten um dort ihre Feste zu inszenieren. Und hier liegt auch die Besonderheit der Szene:
„Scratch“ – unentbehrliche Technik seit den siebziger Jahren für jeden DJ. Diese Doku taucht ein in die Welt des hip-hop DJ: Von der South Bronx in den Siebzigern bis ins heutige San Francisco feiern die weltbesten Scratcher, Digger, Party-Rocker und Produzenten ihre Beats, Breaks, Battles und die unendlichen Möglichkeiten des Vinyl. Mit von dieser Partie sind einige der besten DJs, u.a. Q-Bert, Mix Master Mike, Beastie Boys, Rob Swift and the X-ecutioners, Cut Chemist & NuMark, DJ Craze, DJ Krush und viele mehr…
Ich mag den Sound von Paul Kalbrenner nicht sonderlich. Ich verstehe auch den Starkult nicht, den seine Fans ihm bereiten und dennoch ist es interessant zu sehen, wie der Mann mit seiner kleinen Band aus Maschinen Spaß daran hat, riesige Hallen zu füllen und die Gäste zum Durchdrehen zu bringen.
Die Doku ist eine Tour-Doku aus dem Jahr 2010, die Kalkbrenner bei beim Live-Spielen von Gig zu Gig begleitet. Nicht mehr – nicht weniger. Und der Uploader spielt mit seinem Youtube-Account, dünkt mir. Die ist bestimmt nicht lange online.
„Datenverarbeitungsmaschinen“ aus der DDR. Einen kurzen Ausschnitt daraus hatte ich hier letztens, nun die komplette Doku, die vor nicht all zu langer Zeit im MDR lief. Und irgendwann hatte ich auch mal einen Robotron Bericht des DDR Fernsehens aus dem Jahre 1986.
Am 17.05 kommt „Marley“, die Doku über das Leben von Bob Marley in die deutschen Kinos. Ich muss die ununbedingt sehen, weil Marley immer geht und mich schon durch verdammt tiefe Täler meines Lebens begleitet hat.
Den Soundtrack gibt es schonmal komplett im Stream. Das Dingen wird ein Doppel-Album sein und mich heute durch den Tag tragen, auch wenn all zu viel neues nicht dabei sein dürfte. Egal, weil Marley geht immer.
Ich habe eben diese mitunter wirklich tief in die Magengrube gehende Doku gesehen, die eine Welt zeigt, von der wir hier keine Ahnung haben. Schicksale voller Hoffnung, voller Träume, voller Sehnsucht nach Liebe treten täglich in den Kampf gegen die Realität der ewigen Enttäuschungen, der Gewalt, der Prostitution, der Drogen, diesem ganzen Wahnsinn, den man der Zivilisation gerne abzusprechen versucht und werden Teil davon. Auch, weil sie meistens keinen anderen (Aus)Weg sehen, den sie womöglich auch gar nicht haben. Jugendliche in einer von sich selbst gedachten zivilisierten Welt. Harter Tobak mit Erschütterungsfaktor.
„Wer in einer Gang ist, hat keine Zukunft. Du hast nur Knast oder Tod.“
80 Prozent der in den Vereinigten Staaten begangenen Verbrechen finden im Straßengang-Milieu statt. Zu einer Gang zu gehören heißt, bereit sein, für diese Gang zu töten. Töten, um Territorium und Werte der Gang zu verteidigen. Töten für das eigene Überleben. Doch für welche Werte kämpft man, wenn das Leben selbst nichts mehr wert ist? Der endlose Bandenkrieg in den Straßen von L.A. fordert jährlich mehrere hundert Tote. Rund 40 000 Gangmitglieder treiben in Los Angeles, der Welthauptstadt der Gangszene, ihr Unwesen; 4.000 von ihnen sind Frauen. Viele Mädchen treten ihrer Gang schon in frühem Alter bei. Viele lockt das schnelle Geld, andere folgen einem männlichen Freund in die Bandenszene. Manche stammen selbst aus einer Drogendealerfamilie. Von diesen Frauen erzählt der Dokumentarfilm „Die Mädchenbanden von L.A.“: Die Latinas Itza, Crazy und Carla gehören zu einer Gang in East L.A., während die Frauenbanden Hoovers und Avalons in South Central von schwarzen Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren angeführt werden. Zusammen mit ihnen betraten die Filmemacher die gefährlichen Stadtviertel, in denen scheinbar bedeutungslose Handlungen oft unabsehbare Folgen haben. Dem Rhythmus ihrer Begleiterinnen folgend, filmten sie den Alltag in einer „Click-Gang“, die über ein kleineres Viertel oder einen Straßenzug herrscht und dabei einer größeren, übergeordneten Organisation angehört. Der Zuschauer erfährt, wie die Bandmitglieder miteinander leben und wie sie ihr Geld verdienen, indem sie mit Drogen dealen, Privathäuser ausrauben oder Autos stehlen. Er bekommt einen Einblick in die hierarchische Ordnung und die Machtverteilung innerhalb der Gruppe und wird Zeuge von Zusammenstößen mit befeindeten Gangs oder der Polizei. Und schließlich versteht er, dass diese Frauen die Gewalt brauchen, um sich den männlichen Gangmitgliedern gegenüber zu behaupten und anderen Frauengangs ihren Mut und ihre Härte zu beweisen – und dass so ein Teufelskreis der Gewalt entsteht, den täglich mehrere Menschen mit dem Leben bezahlen. Die Protagonistinnen des Films sind in einer gewalttätigen Welt aufgewachsen, zu der sie weiterhin gehören möchten – um jemand oder „etwas“ zu sein, wie eine von ihnen es ausdrückt. „Jemand sein“ bedeutet in ihrem Viertel, in einer Gang zu sein und dieser Zugehörigkeit auch gerecht zu werden. Obwohl diese Frauen geliebte Menschen haben sterben sehen, haben sie ihr Leben der Gang verschrieben – und die Bindung an eine Gang ist stärker als jeder Ehebund, stärker als jede partnerschaftliche Verbindung. Doch was passiert, wenn diese Frauen Mütter werden, wenn sie wählen müssen zwischen Straßenkampf und Wickeltisch? Was passiert, wenn sie ihr Leben am Rande der Gesellschaft plötzlich mit anderen Augen sehen, wenn sie erwachsen werden und realisieren, dass es vielleicht irgendwo ein Leben gibt, in dem sie nicht ständig ums Überleben kämpfen müssen?
Das Bild dieser Frauen am Rande der Gesellschaft, auf der Suche nach etwas, das sie selbst gar nicht genau bestimmen können, ist auch ein Porträt des zeitgenössischen Amerikas mit seinen Klassenunterschieden und seinen Ungerechtigkeiten – das Porträt eines im Verfall begriffenen Landes.
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