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Kategorie: Doku

Buchtipp: Anja Schwanhäußer – Kosmonauten des Underground

Nachdem ich meinen letzten Blog geschlossen habe, kam Ronnys Frage gerade recht. Und saugeil ist es auch noch, hier mitzubloggen. Ansonsten gibts mich gelegentlich auf Twitter, aber vor allem bei Realvinylz zu lesen. Und da Ronny einen Faible für Open Airs, alternative Lebensentwürfe und irgendwo auch Berlin hat, muss diese wunderbare Feldforschung verbreitet werden ;)

In ihrer Ethnografie über den Berliner Techno-Underground, die auf Feldforschungen in den Jahren 2002-2005 basiert, beschreibt die Autorin eine Szene, die sie nach Bourdieu als neues Kleinbürgertum bezeichnet. Dieses kennzeichnet sich dadurch, dass es in der Stadt lebt und sich sowohl von der proletarischen als auch der Hochkultur abgrenzt. Statt dem Wunsch beruflich oder finanziell aufzusteigen und sich ins Private zurückzuziehen, steht eine hedonistische Lebensweise („Die Pflicht zum Genuss”) im Vordergrund und ein sich permanentes im Raum bewegen – so „führt die Fluchtlinie des neuen Kleinbürgertums nach unten und nach außen und wieder zurück“ (265). Das permanente Bewegen wird ebenso als Reiz empfunden, wie die auf Vergnügen ausgerichtete Lebensweise. Beide Verhaltensweisen bekräftigen in den Augen der Akteure die Einstellung, nicht zur Mehrheitsgesellschaft, zum Mainstream dazuzugehören.

Um in den Genuss zu kommen, dienen den Akteuren des Techno-Underground ungenutzte städtische Räume, die sie zu temporären Locations umgestalten um dort ihre Feste zu inszenieren. Und hier liegt auch die Besonderheit der Szene:

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Scratch – Doku über die Welt der Hip-Hop-DJs


(Direktlink, via Progolog)

Anderthalb Stunden DJ-History. ’nuff said.

„Scratch“ – unentbehrliche Technik seit den siebziger Jahren für jeden DJ. Diese Doku taucht ein in die Welt des hip-hop DJ: Von der South Bronx in den Siebzigern bis ins heutige San Francisco feiern die weltbesten Scratcher, Digger, Party-Rocker und Produzenten ihre Beats, Breaks, Battles und die unendlichen Möglichkeiten des Vinyl. Mit von dieser Partie sind einige der besten DJs, u.a. Q-Bert, Mix Master Mike, Beastie Boys, Rob Swift and the X-ecutioners, Cut Chemist & NuMark, DJ Craze, DJ Krush und viele mehr…

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Komplett auf Youtube: Paul Kalkbrenner – A Live Documentary (2010)

Ich mag den Sound von Paul Kalbrenner nicht sonderlich. Ich verstehe auch den Starkult nicht, den seine Fans ihm bereiten und dennoch ist es interessant zu sehen, wie der Mann mit seiner kleinen Band aus Maschinen Spaß daran hat, riesige Hallen zu füllen und die Gäste zum Durchdrehen zu bringen.

Die Doku ist eine Tour-Doku aus dem Jahr 2010, die Kalkbrenner bei beim Live-Spielen von Gig zu Gig begleitet. Nicht mehr – nicht weniger. Und der Uploader spielt mit seinem Youtube-Account, dünkt mir. Die ist bestimmt nicht lange online.


(Direktlink)

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Soundtrack zur Bob Marley-Doku „Marley“ komplett im Stream

Am 17.05 kommt „Marley“, die Doku über das Leben von Bob Marley in die deutschen Kinos. Ich muss die ununbedingt sehen, weil Marley immer geht und mich schon durch verdammt tiefe Täler meines Lebens begleitet hat.

Den Soundtrack gibt es schonmal komplett im Stream. Das Dingen wird ein Doppel-Album sein und mich heute durch den Tag tragen, auch wenn all zu viel neues nicht dabei sein dürfte. Egal, weil Marley geht immer.


(Direktlink, via @HipHopClowns)


(Direktlink)

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Doku „Mädchengangs in L.A.“ komplett auf Arte+7

Ich habe eben diese mitunter wirklich tief in die Magengrube gehende Doku gesehen, die eine Welt zeigt, von der wir hier keine Ahnung haben. Schicksale voller Hoffnung, voller Träume, voller Sehnsucht nach Liebe treten täglich in den Kampf gegen die Realität der ewigen Enttäuschungen, der Gewalt, der Prostitution, der Drogen, diesem ganzen Wahnsinn, den man der Zivilisation gerne abzusprechen versucht und werden Teil davon. Auch, weil sie meistens keinen anderen (Aus)Weg sehen, den sie womöglich auch gar nicht haben. Jugendliche in einer von sich selbst gedachten zivilisierten Welt. Harter Tobak mit Erschütterungsfaktor.

„Wer in einer Gang ist, hat keine Zukunft. Du hast nur Knast oder Tod.“

80 Prozent der in den Vereinigten Staaten begangenen Verbrechen finden im Straßengang-Milieu statt. Zu einer Gang zu gehören heißt, bereit sein, für diese Gang zu töten. Töten, um Territorium und Werte der Gang zu verteidigen. Töten für das eigene Überleben. Doch für welche Werte kämpft man, wenn das Leben selbst nichts mehr wert ist? Der endlose Bandenkrieg in den Straßen von L.A. fordert jährlich mehrere hundert Tote. Rund 40 000 Gangmitglieder treiben in Los Angeles, der Welthauptstadt der Gangszene, ihr Unwesen; 4.000 von ihnen sind Frauen. Viele Mädchen treten ihrer Gang schon in frühem Alter bei. Viele lockt das schnelle Geld, andere folgen einem männlichen Freund in die Bandenszene. Manche stammen selbst aus einer Drogendealerfamilie. Von diesen Frauen erzählt der Dokumentarfilm „Die Mädchenbanden von L.A.“: Die Latinas Itza, Crazy und Carla gehören zu einer Gang in East L.A., während die Frauenbanden Hoovers und Avalons in South Central von schwarzen Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren angeführt werden. Zusammen mit ihnen betraten die Filmemacher die gefährlichen Stadtviertel, in denen scheinbar bedeutungslose Handlungen oft unabsehbare Folgen haben. Dem Rhythmus ihrer Begleiterinnen folgend, filmten sie den Alltag in einer „Click-Gang“, die über ein kleineres Viertel oder einen Straßenzug herrscht und dabei einer größeren, übergeordneten Organisation angehört. Der Zuschauer erfährt, wie die Bandmitglieder miteinander leben und wie sie ihr Geld verdienen, indem sie mit Drogen dealen, Privathäuser ausrauben oder Autos stehlen. Er bekommt einen Einblick in die hierarchische Ordnung und die Machtverteilung innerhalb der Gruppe und wird Zeuge von Zusammenstößen mit befeindeten Gangs oder der Polizei. Und schließlich versteht er, dass diese Frauen die Gewalt brauchen, um sich den männlichen Gangmitgliedern gegenüber zu behaupten und anderen Frauengangs ihren Mut und ihre Härte zu beweisen – und dass so ein Teufelskreis der Gewalt entsteht, den täglich mehrere Menschen mit dem Leben bezahlen. Die Protagonistinnen des Films sind in einer gewalttätigen Welt aufgewachsen, zu der sie weiterhin gehören möchten – um jemand oder „etwas“ zu sein, wie eine von ihnen es ausdrückt. „Jemand sein“ bedeutet in ihrem Viertel, in einer Gang zu sein und dieser Zugehörigkeit auch gerecht zu werden. Obwohl diese Frauen geliebte Menschen haben sterben sehen, haben sie ihr Leben der Gang verschrieben – und die Bindung an eine Gang ist stärker als jeder Ehebund, stärker als jede partnerschaftliche Verbindung. Doch was passiert, wenn diese Frauen Mütter werden, wenn sie wählen müssen zwischen Straßenkampf und Wickeltisch? Was passiert, wenn sie ihr Leben am Rande der Gesellschaft plötzlich mit anderen Augen sehen, wenn sie erwachsen werden und realisieren, dass es vielleicht irgendwo ein Leben gibt, in dem sie nicht ständig ums Überleben kämpfen müssen?
Das Bild dieser Frauen am Rande der Gesellschaft, auf der Suche nach etwas, das sie selbst gar nicht genau bestimmen können, ist auch ein Porträt des zeitgenössischen Amerikas mit seinen Klassenunterschieden und seinen Ungerechtigkeiten – das Porträt eines im Verfall begriffenen Landes.


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Doku: Bild. Macht. Politik.

Lief gestern Abend im Ersten. Ich sah die Hälfte und schweifte dann aber irgendwie ab. Wenig Neues, mit nicht all zu sehr kritischen Blick auf die Damen und Herren von Springer.

Ich hatte damals während meiner Zivi-Zeit vieles von Günter Wallraff gelesen und mit dem Thema Bild dann auch ganz schnell abgeschlossen. Aber für jene, die wissen wollen, warum die Bild eigentlich so „shice“ ist und fast über unerträglich viel Macht verfügt, taugt diese Doku allemal.

Millionen Menschen lesen jeden Tag die BILD. Die Boulevard-Zeitung lockt mit einer Mischung von Prominenten-Geschichten, nackten Frauen und der Berichterstattung über Aktuelles aus Politik und Gesellschaft. Die Autoren Christiane Meier und Sascha Adamek fragen in der ARD-Dokumentation ‚Bild.Macht.Politik‘, wie es BILD gelingt, über Jahrzehnte ein beliebter, täglicher Wegbegleiter für Millionen zu bleiben und welchen Einfluss sie auf Politik und Politiker hat.
Die Boulevard-Zeitung und die Polit-Prominenz, das sind oft auch Geschichten großer Nähe und tiefer Zerwürfnisse – vom Aufstieg und Fall des Karl Theodor zu Guttenberg, dem BILD bis heute die Treue hält, bis zur Affäre um Christian Wulff, die BILD aufgedeckt hat. Wie stark hängen politischer und persönlicher Erfolg von der Berichterstattung und der Zusammenarbeit mit den Blattmachern ab?
Selbst Linken-Politiker Gregor Gysi gesteht offen ein, dass er auf BILD als Sprachrohr nicht verzichten kann.
Die Doku untersucht die Frage, wie mächtig die Boulevard-Zeitung tatsächlich ist und wie sie hineinwirkt in die Gesellschaft. Bedient sie den Mainstream und ist damit Sprachrohr der schweigenden Mehrheit – oder macht sie in politischen Fragen aktiv Stimmung?

Die Autoren sprechen mit Lesern, Kritikern, Machern und dem Chefredakteur von BILD, Kai Diekmann. Sie untersuchen, womit die Zeitung Auflage macht und Geld verdient, wie sie mit der Privatsphäre von Prominenten und Nicht-Prominenten umgeht und ob es ihr gelungen ist, das Schmuddel-Image langsam hinter sich zu lassen.


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Dokumentarfilm über „Boot Camps“ in den USA: Im Namen der Liebe

Ein amerikanischer Vater lässt seinen eigenen Sohn entführen, weil er ihn von Herzen liebt. Er tut diesen Schritt, weil er spürt, dass sein Kind ihm entgleitet, dass es auf einen falschen Weg geraten ist und in eine Welt abzudriften droht, aus der es nicht mehr zu retten ist. Aus dieser Angst bezieht der Vater für sich die Berechtigung, die Entführung in Auftrag zu geben als den letzten Versuch, den Sohn zu retten, der ihm längst nicht mehr vertraut.
Der Sohn wird von seinen Entführern in Los Angeles aufgespürt. Mit verbundenen Augen wird er in ein militärisch geführtes „Boot Camp“ gebracht, das sich weit ab von allem, was der Junge bislang kennengelernt hat, in einem von Stacheldraht umgebenen Motel befindet. Immer häufiger werden in den USA Jugendliche auf Veranlassung ihrer Eltern an trostlose Orte in Kalifornien, New Mexico oder sogar jenseits der Grenze nach Mexiko gebracht. Dort sollen sie wieder zu gesellschaftlich akzeptierten Wertvorstellungen bekehrt werden. Eine ganze Industrie hat sich rund um „Kindesentführer“ und von Eltern finanzierte „Boot Camps“ entwickelt. Meist sind es ehemalige Soldaten, die diesen Service für beträchtliche Honorare anbieten. Jetzt erproben sie ihr in verschiedenen Kriegen erworbenes Wissen an aufsässigen Jugendlichen mit zum Teil kruden Armeemethoden.
Der Dokumentarfilm zeigt ein zeitgenössisches Vater-Sohn-Drama, das sich in einem gutbürgerlichen Vorort von Los Angeles und hinter dem Stacheldrahtzaun eines Motels mitten in den roten Rocky Mountains von Utah zuspitzt – eine Geschichte über Liebe und Verzweiflung.


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Tour-Doku „Vollkommen Gefangen im Schattenreich von die Ärzte“ komplett online

Irgendwer war so gut und hat einen Klassiker der deutschen Musikdokumentationen komplett auf Youtube geladen. Das 3,5 Stunden lange Ärzte Tour-Video „Vollkommen Gefangen im Schattenreich von die Ärzte„, welches sich eigentlich aus zwei Tour-Videos zusammensetzt.

„Warum nur eine einzige Musikdokumentation auf eine DVD pressen, wenn das Speichermedium auch Platz für zwei bietet?“ Das fragten sich Die Ärzte und antworten mit Vollkommen gefangen im Schattenreich. Sie fassen hier die Tourvideos Gefangen im Schattenreich und Noch mehr gefangen im Schattenreich, die zuvor einzeln auf VHS-Kassette erhältlich waren, auf einer Digital Versatile Disc zusammen. So kommt man jetzt also gebündelt in den Genuss von Songs wie „FaFaFa“, „Teddybär“ und „2000 Mädchen“. Und auch die Publikumsfavoriten „Westerland“, „Elke“ und „Frank’n’stein“ sind hier in mitreißenden Bühnenfassungen vertreten.

Keine Ahnung, wie lange die dort zu sehen sein wird – ich buffere mal eben beide Teile.


(Direktlink Part 1)

Zweiter Teil nach dem Klick.

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