Zum Inhalt springen

Kategorie: Doku

arte-Doku: Polaroid – Magische Momente

Lief eben gerade noch auf arte und ist jetzt für genau sieben Tage komplett online. Großartige Doku, die man unbedingt gesehen haben sollt, wenn man auch nur ein wenig für analoge Optik übrig haben sollte.

Nur die Polaroidkamera erlaubte es einem Fotografen, sofort nach der Aufnahme ein Papierbild in der Hand zu halten – ohne Gang ins Fotogeschäft. Niemand, der es nicht sollte, bekam die Fotos zu Gesicht. Polaroid war aber nicht nur diskret, es war auch Symbol für Fortschritt und Zeitgeist, und es war ein Muss für alle, die „hip“ sein wollten. Mit Polaroid zu fotografieren war allerdings weder ein billiges Vergnügen, noch waren die Ergebnisse immer technisch brillant. Trotzdem war die Lust am Sofortbild verbreitet. Insider schätzen, dass in einem halben Jahrhundert fast eine Milliarde Polaroidkameras verkauft wurden.
Die Sofortbildtechnik, Ende der 40er Jahre vom Amerikaner Edwin Land entwickelt, revolutionierte die Fotografie. Doch 2001 steht Polaroid erstmals vor der Pleite. 2008 wird die Produktion des Fotomaterials eingestellt. In Zeiten, da jeder für wenig Geld mit der eigenen Digitalkamera fotografieren und die Bilder auf dem Computer betrachten und bearbeiten kann, interessiert sich niemand mehr für das Modell Polaroid. Niemand, außer der Gemeinde der Polaroidkünstler. Die ist über die ganze Welt verstreut und arbeitet mit einem Medium, das an sich schon mit dem Zauber der Vergänglichkeit behaftet ist. Aber durch das Aus für die Produktion wird das Material selbst jetzt auch noch knapp. Es ist, als würden plötzlich keine Leinwände für Maler hergestellt werden.
Einer, der das nicht zulassen will, ist Doktor „Doc“ Florian Kaps. Als Gründer und Teilhaber der Firma „Impossible“ produziert er in der einstigen Polaroidfabrik im niederländischen Enschede neues Bildmaterial und liefert den Rohstoff für die Visionen der kreativen Sofortbildfotografen. „Polaroid – magische Momente“ erzählt von einem totgeglaubten Medium, dessen Geschichte in Wahrheit noch lange nicht zu Ende geschrieben ist.


(Direktlink)

2 Kommentare

Doku: Skateboarding in Shanghai

Interessante Kurzdoku über Skater in einer Stadt, die einem nicht primär in den Kopf kommt, wenn man ans Skaten denkt. Aber auch in Shanghai fahren junge Menschen auf den Brettern durch die Straßen, die manchen, und wohl auch ihnen, die Welt bedeuten.


(Direktlink)

7 Kommentare

Dubstep Doku „Bass Weight“ komplett online

Pitchfork hat für eine Woche die sehenswerte Dubstep Doku Bass Weight am Start. Mit dabei: alles was Rang und Namen hat. Inhalt: fast alles, was man über Dubstep wissen sollte.

„A beautiful snapshot of a fledgling scene.. a scene that that would ultimately change the world of dance music forever.. you can feel the energy and the momentum in every frame. „
(Mary Anne Hobbs)

Hier ein Snip, die komplette Doku auch in HD gibt es hier.


(Direktlink, via Testspiel)

Ein Kommentar

Doku: Rebellische Sounds einer Pariser Vorstadt

Die Dokumentation von Jean-Pierre Thorn befasst sich mit einem halben Jahrhundert musikalischer Rebellion, in dem Rock ’n‘ Roll, Punk, Hip-Hop und Slam zu Waffen der Jugend in den französischen Vorstädten wurden. Zutiefst in ihrer Identität verunsichert, sind diese Jugendlichen die Opfer von gesellschaftlichen Umwälzungen, politischen Enttäuschungen und stigmatisierenden Angriffen der französischen Politik, die sie sogar als „Gesindel“ bezeichnete.

Nach und nach fügten sich diese Bewegungen zu einer Gegenkultur, die – jenseits der in Auflösung begriffenen traditionellen Werte der „roten Vorstädte“ – völlig neue Codes erfand: Wörter und Klänge, eine andere Art, sich zu bewegen und den Alltag bunter zu gestalten, neue Formen des Schreibens und Denkens. Einer Jugend, die sich selbst als ausgegrenzt empfindet, bietet die Musik Halt und die Möglichkeit, einen Platz in ihrem Lebensumfeld zu finden.


(Direktlink)

Ein Kommentar

Treffen der 300 staatlich geprüften Schallplattenunterhalter der DDR

Dieses heitere Treffen zum Zweck des Erfahrungsaustausches unter den DJs der DDR, die nur nach staatlicher Prüfung das Siegel „Staatlich geprüfter Schallplattenunterhalter“ erhielten und auftreten durften, scheint in den 70ern stattgefunden zu haben. In Neubrandenburg. Und zwar nicht so wie heute „Licht aus – Musik an“, sondern es ging auch um die thematische Begleitung einer Tanznacht, wie die „Disko 8372 aus Merseburg“ anschaulich zu demonstrieren weiß.

„Da muss man beide Dinge – Diskothek und Thema – ad-e-kwat in der Qualität versuchen an den Mann bringen.“

Na denn: Rave on.


(Direktlink)

14 Kommentare

Doku: Steve Reich, Phase to Face

Sehr interessante Dokumentation über Steve Reich, online für sieben Tage auf arte+7.

Steve Reichs Arbeiten zeichnen sich durch einen faszinierend freien Kompositionsstil aus, der darin gründen mag, dass amerikanische Musik generell weniger von formalen Zwängen bestimmt ist, als die europäische.
Steve Reich, geboren am 3. Oktober 1936 in New York, entwickelt sehr früh seinen eigenen Stil. Nach einem Studium der Philosophie und Musik nimmt er von 1958 bis 1961 Unterricht an der Juillard School of Music sowie von 1961 bis 1963 am Mills College in Kalifornien. Als Schüler von Darius Milhaud und Luciano Berio kommt er mit der Barockmusik, dem Werk von Béla Bartók, Anton Webern und Igor Strawinski ebenso in Berührung wie mit der Jazzmusik. Sein Interesse an afrikanischem Trommeln vertieft er mit einem Studium in Ghana.
Reich wird so zu einem Hauptvertreter der Westcoast-Avantgarde und ihrer Minimal Music. Zwar wird Terry Riley mit seinem Stück „In C“ allgemein als deren Begründer angegeben, doch Reich arbeitet bereits während seiner Studienjahre in Kalifornien an jener Komposition mit. Danach verfolgt er diesen Ansatz entschieden weiter.
1958 tritt er in seine wichtigste Schaffensphase ein und erfindet das Prinzip der Phasenverschiebung: Zwei nebeneinander mit gleicher mechanischer Geschwindigkeit laufende Tonbandmaschinen, die beide den Satz „It’s Gonna Rain“ eines Predigers repetierten, offenbarten nach einer gewissen Zeit minimale, stets wachsende Differenzen; die Worte verschoben sich langsam gegeneinander. Dieses Verfahren überträgt Reich auf Instrumente, es wird zum Kern seiner weiteren Arbeit.
Dem Schmelztiegel Amerika erweist Reich die Ehre, wenn er mit seinen fantasievollen Genre- und Stilmischungen große Vorbilder würdigt, die Musikikonen Charles Ives, George Gershwin, Leonard Bernstein, Ella Fitzgerald, Alfred Deller, aber auch Johann Sebastian Bach, Strawinski und natürlich die Jazzgenies Miles Davis, Kenny Clarke und John Coltrane.


(Direktlink)

3 Kommentare

Doku: Für eine andere Welt

Großartige Dokumentation über den Zorn und den daraus entstehenden Hang zur Rebellion von Jugendlichen in dieser Welt. Für sieben Tage auf arte+7.

Griechenland, Frankreich, Dänemark, Brasilien oder China – überall auf der Welt regt sich entschiedener Widerstand. Hier der Zorn der Jugendlichen, dort die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, der Aufstand der vom System Ausgeschlossenen.
Nie zuvor war der Geist der Revolte so stark und so verbreitet. Allein im Jahr 2009 wurden weltweit 524 Aufstände gezählt, und fast ein Drittel davon fand in Europa statt. Alle Proteste werden von jungen Menschen getragen, die ihrem Unmut über die Globalisierung Luft machen wollen.


(Direktlink)

7 Kommentare