Dieses heitere Treffen zum Zweck des Erfahrungsaustausches unter den DJs der DDR, die nur nach staatlicher Prüfung das Siegel „Staatlich geprüfter Schallplattenunterhalter“ erhielten und auftreten durften, scheint in den 70ern stattgefunden zu haben. In Neubrandenburg. Und zwar nicht so wie heute „Licht aus – Musik an“, sondern es ging auch um die thematische Begleitung einer Tanznacht, wie die „Disko 8372 aus Merseburg“ anschaulich zu demonstrieren weiß.
„Da muss man beide Dinge – Diskothek und Thema – ad-e-kwat in der Qualität versuchen an den Mann bringen.“
Sehr interessante Dokumentation über Steve Reich, online für sieben Tage auf arte+7.
Steve Reichs Arbeiten zeichnen sich durch einen faszinierend freien Kompositionsstil aus, der darin gründen mag, dass amerikanische Musik generell weniger von formalen Zwängen bestimmt ist, als die europäische.
Steve Reich, geboren am 3. Oktober 1936 in New York, entwickelt sehr früh seinen eigenen Stil. Nach einem Studium der Philosophie und Musik nimmt er von 1958 bis 1961 Unterricht an der Juillard School of Music sowie von 1961 bis 1963 am Mills College in Kalifornien. Als Schüler von Darius Milhaud und Luciano Berio kommt er mit der Barockmusik, dem Werk von Béla Bartók, Anton Webern und Igor Strawinski ebenso in Berührung wie mit der Jazzmusik. Sein Interesse an afrikanischem Trommeln vertieft er mit einem Studium in Ghana.
Reich wird so zu einem Hauptvertreter der Westcoast-Avantgarde und ihrer Minimal Music. Zwar wird Terry Riley mit seinem Stück „In C“ allgemein als deren Begründer angegeben, doch Reich arbeitet bereits während seiner Studienjahre in Kalifornien an jener Komposition mit. Danach verfolgt er diesen Ansatz entschieden weiter.
1958 tritt er in seine wichtigste Schaffensphase ein und erfindet das Prinzip der Phasenverschiebung: Zwei nebeneinander mit gleicher mechanischer Geschwindigkeit laufende Tonbandmaschinen, die beide den Satz „It’s Gonna Rain“ eines Predigers repetierten, offenbarten nach einer gewissen Zeit minimale, stets wachsende Differenzen; die Worte verschoben sich langsam gegeneinander. Dieses Verfahren überträgt Reich auf Instrumente, es wird zum Kern seiner weiteren Arbeit.
Dem Schmelztiegel Amerika erweist Reich die Ehre, wenn er mit seinen fantasievollen Genre- und Stilmischungen große Vorbilder würdigt, die Musikikonen Charles Ives, George Gershwin, Leonard Bernstein, Ella Fitzgerald, Alfred Deller, aber auch Johann Sebastian Bach, Strawinski und natürlich die Jazzgenies Miles Davis, Kenny Clarke und John Coltrane.
Großartige Dokumentation über den Zorn und den daraus entstehenden Hang zur Rebellion von Jugendlichen in dieser Welt. Für sieben Tage auf arte+7.
Griechenland, Frankreich, Dänemark, Brasilien oder China – überall auf der Welt regt sich entschiedener Widerstand. Hier der Zorn der Jugendlichen, dort die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, der Aufstand der vom System Ausgeschlossenen.
Nie zuvor war der Geist der Revolte so stark und so verbreitet. Allein im Jahr 2009 wurden weltweit 524 Aufstände gezählt, und fast ein Drittel davon fand in Europa statt. Alle Proteste werden von jungen Menschen getragen, die ihrem Unmut über die Globalisierung Luft machen wollen.
Clichy-sous-Bois/Ile de France: Am 27. Oktober 2005 suchten drei Jugendliche, die von der Polizei verfolgt wurden, in einem Umspannwerk Zuflucht. Zwei von ihnen starben an Stromschlägen, der dritte erlitt schwere Verbrennungen. Wenige Stunden später kam es überall in Frankreich zu Aufständen bisher ungekannten Ausmaßes, die in den kommenden Tagen weltweit für Schlagzeilen sorgten.
Es gab viele untaugliche Erklärungsversuche für diese Aufstände: Manche glaubten, die Revolution stehe unmittelbar vor der Tür, andere sahen darin eine islamistisch motivierte Revolte, wieder andere vermuteten, Bandenkämpfe oder das Werk von Drogenbossen.
Die Medien, die Politiker, die Polizei und sogenannte Sachverständige haben zu oft zur Vereinfachung der Debatte beigetragen und die Menschen in den betroffenen Vorstädten zum Schweigen verurteilt. Diese Dokumentation will sie endlich zu Wort kommen lassen: die Rebellen von gestern und heute, ihre Eltern, ihre Erzieher und die lokalen Akteure.
Moussa, Mara, Paul und Penda leben in Villiers-sur-Marne im Viertel Hautes Noues: eine Vorstadt geprägt von urbaner Fehlplanung, von Armut und hoher Jugendarbeitslosigkeit. Sie reden über ihre Wut und ihre Verzweiflung – und über ihre Rebellion.
Future Sound is a short documentary that looks into a small cross section of London’s forward-thinking underground dance music scene, exploring some of the things that define and affect it as it moves into a new age of digital innovation.
Featuring interviews with Roska, Scratcha DVA, Blackdown, Mark Fisher, and Lisa Blanning, plus footage from a live SBTRKT DJ set.
Unbedingt sehenswerte Doku über den Alltag in der Hauptstadt der DDR aus dem Jahre 2006.
Der Film von Jens Rübsam und Dagmar Wittmers erzählt vom Lebensgefühl und vom Alltag der rund eine Million DDR-Bürger dieser Stadt, in der der Osten ein Hauch westlicher war.
Ost-Berlin – das war nach dem 13. August 1961 die Hälfte einer Großstadt. Man musste mit ihr leben, mit dieser Mauer, und nirgendwo rieb sich der Osten so sehr am Westen wie hier.
Ost-Berlin war das aufpolierte Schaufenster zum Westen. Die Stadt der Parteikarrieristen, aber auch der Aussteiger und Andersdenkenden. Allgegenwärtig die Staatsmacht, doch nirgendwo lebte man anonymer und freiheitlicher als in Ost-Berlin.
Ost-Berlin war der Treffpunkt der Republik, am Alexanderplatz unter der Weltzeituhr. Es war der Ort des Abschieds, am Bahnhof Friedrichstraße, wenn Freunde oder Verwandte im Tränenpalast verschwanden, ungewiss, ob es je ein Wiedersehen gab.
Für rund eine Million Menschen war Ost-Berlin ihr Berlin mit all seinen Nischen und kleinen Freiheiten jenseits von Blauhemd und Hammer und Zirkel. Vom Lebensgefühl und vom Alltag in dieser geteilten Stadt erzählt der Film: große und kleine Geschichten eines Lebens voller Widersprüche.
Eine Doku aus dem Jahre 1984, in der es um die zunehmende Verbreitung von Computern in deutschen Haushalten geht, aber auch um die Frage inwiefern sie das Leben der Menschen beeinflussen.
„Eine Miniserie in sechs Folgen, die uns durch die fünf „Boroughs“ von New York führt. An der Seite jener, die diese Stadt ausmachen. Ein Portrait des Big Apples anhand seiner Straßen, kaputter Schicksale und intakter Hoffnung.“
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