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Kategorie: kfmw.stuff

Mix: Das Kraftfuttermischwerk at Anti Error Lounge at 32c3

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Ich habe in diesem Jahr mehrfach versucht, mal wieder ein dubbiges Techno-Set aufzunehmen, was leider mehrfach missglückt ist. Beim Meeresrausch hob der Wind mir die Platten vom Teller, auf der Antaris fiel bei 62° Celcius im Zelt mitten im Set der Strom aus und beim dritten Versuch im Blank versagte mir die Aufnahme schlicht ihren Dienst. Zum Adventskalender habe ich es nicht geschafft und dennoch wollte ich alles, was ich auch über dieses Jahr hinaus schon im Dubtech-Ordner sammelte, endlich mal in einem Mix haben.

Gestern Abend spielte ich in der superschönen Anti Error Lounge des 32. Chaos Communication Congress im Hamburger Congress Center und wollte den Ordner endlich mal abhaken. Das gelang.

Vorneweg Ambient Techno mit jeder Menge Dub – hintenraus dann etwas vom Hafer gestochen. Aber es passte halt alles so gut. Drei Stunden irgendwo zwischen Ambient, Dubtechno und Deephouse. Immer mittendrin: die neue Compilation von Echogarden, die sich nach wie vor um die schönsten Perlen des Dubtechnos bemühen, und diesem vor ein paar Tagen ein Doppelalbum gewidmet haben, das es zurücklehnend in sich hat: Echogarden – compilation #2.


(Direktlink)

Tracklist:
01. The Black Dog – Feeder Rub Out Reprise [Soma Records]
02. RQ – Greater Geometry (ASC Remix) [Auxiliary]
03. Black Swans – Subforms [Complex Textureseg]
04. Katsuyuki Taguchi – Mirror [Echogarden]
05. Joe Stawarz – Deepcut (Mihalis Safras Amby Mix) [Soma Records]
06. Lars Leonhard – Hidden Places [Ultimae Records]
07. Jay Phonic The Return of the Gardenbirds [Echogarden]
08. Zzzzra – Maison noire [Complex Textures]
09. Sub.made – Elise II [Echogarden]
10. Warmth, Faidel – Zenit [Etoka Records]
11. Minimal Boffin – Spring Rain(ge) [Wasabi Recordings]
12. Martin Nonstatic – The Window (IC Friendship Edit) [Bine Music]
13. Cosmic Cowboys – Symphony Of My Life [Traum]
14. Powel – Hor [All Day I Dream]
15. Faidel – Materia (Warmth Remix) [Etoka Records]
16. Doyeq – One hundred meters outside [Echogarden]
17. Alessandro Crimi – Cocktail [Etui]
18. Tripsolate and redundaent – Ucei [Echogarden]
19. Adverb – Hear and Then Ft. 7th Flower (Nikosf. Hear and Now Mix) [Etoka Records]
20. Nikosf. – Sensual Colours (Nikosf. End of Summer Colours Mix) [Etoka Records]
21. Roberto Figus – Yellow Dub [Wasabi Recordings]
22. Doyeq – Morning Snow [Deeplimit]
23. Hakimonu – Sieche [Hakimonu]
24. Alex Humann – The Flyer [Betyar Records Hungary]
25. Nadja Lind – Drifting Elements (Chris Lattner Remix) [Lucidflow]
26. Yuuki Hori – Absolute Dub 1 [Complex Textures]
27. Fingers In The Noise – Gaussian Blur [Bine Music]
28. Heavenchord – Rhythm & Sound [Cold Tear Record]
29. Matthias Haiker – Southwest [Echogarden]
30. Freund Der Familie – Freundlich [Telrae]
31. Reno Wurzbacher – The Love You Got (Sven Weisemann Closeness Mix) [Colombage]
32. Steve Barnes, Riley Reinhold – Someday (Stefan Gubatz Remix) [MBF ltd]
33. Ry/Frank Wiedemann – Howling [Innervisions]
34. Gorje Hewek, Izhevski – Zakkat [All Day I Dream]
35. Jonas Saalbach – Prelude [Complex Textures]
36. (ghost) – 780.33 [N5MD Records]
37. Jambalaya 37 – Manhattan [Abformal Recordings]

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Mix: Das Kraftfuttermischwerk – A Barista’s Morning

Ich selber habe es in diesem Jahr nicht mehr geschafft, einen Mix für meinen Adventskalender zu machen. Allerdings hatte ich Johannes versprochen, einen für seinen Kalender zu machen. Und was versprochen ist, will bekanntlich gehalten werden.

Also habe ich gestern allerhand neue Musik besorgt und mich an einen Mix gesetzt, der irgendwie an Johannes seine Blog-Kategorie „Kaffee & Beats“ erinnern sollte. Dazu gab es natürlich ein paar Tassen Kaffee.

Hier also allerhand frische Downbeats mit Bass und Piano. Ich mach mal noch einen Kaffee und habe natürlich keine Ahnung, ob ein Barista das so hören würde, aber wäre ich Barista, wäre das mein morgendlicher Sound. Ja.


(Direktlink)

Tracklist:
01. AtYyA – Emanating (Hakuu Remix)
02. Finding Hope – Wonder
03. OBESØN – Friend to an Enemy
04. Feverkin & Koresma – Folds
05. Spire – Some Day; Mornings
06. vbnd – Call me (Good bye)
07. Lakey Inspired – Journey
08. Kimble – Let Me Know
09. Himalia – Kingdom Feat Sakima (Barefoot Remix)
10. Himalia – Falling (Sieren Remix)
11. Burial – Unite
12. Danky – Spoons
13. Lucid Green – Cloud
14. ??? – ???
15. HVRXLD – Protection
16. Stina Nordenstam – Crime
17. Jean Michel – A Completly Normal Improbability

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Es war Sommer in Berlin,

es war heiß. Wir hatten keine Arbeit, keine Angst vor nichts, gutes Geld vom Amt, mindestens immer eine Eisbong unterm Kiel, eine exzellente Anlage, die ich schon kaufte, bevor ich gutes Geld vom Amt bekam und wir hingen einfach nur so rum. Tagelang, wochenlang, monatelang. Nichts zu tun, laute Musik und immer den Rauch vom Dope in der Nase.

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(Foto: Christian Schirrmacher, CC BY 2.0 )

Zum Hinterhof raus: unser „Schlafzimmer“ mit dem Hochbett, unter dem die Plattenspieler nebst den Platten standen – und die Boxen, die bei geöffneten Fenstern die gesamte Nachbarschaft unterhielten, was die meist so geil gar nicht fand. Hintenraus gab es immer Techno. Oder Drum ’n‘ Bass. Laut. Bei offenen Fenstern.

Schöneberg, irgendwann in den 90ern. Heute nicht wissen, was morgen gehen würde – und es war egal. So wie damals alles irgendwie egal war – außer die Musik. Immer. Manchmal trommelten wir auf unseren, für die Bude viel zu großen, Djembés und irgendwer spielte dazu sein Didgeridoo. Gerne den ganzen Tag lang. Wir hatten ja eh nichts zu tun.

Samstags fuhren wir manchmal ins Spacehall und tauschten unser Geld in Platten, von denen dann die nächsten Tage wieder die ganze Nachbarschaft etwas haben sollte. Manchmal klingelten sie, aber sie riefen nie die Bullen. Meistens kochten wir dann abends in der Küche, die ich von meinem Bausparvertrag gekauft hatte, den meine Eltern für mich kurz nach der Wende abgeschlossen hatten. Ich kündigte den, als ich ausziehen wollte. Zum Glück. Ein paar Monate später machte sich der Vertreter dafür, der bis zur Wende bei der NVA gearbeitet hatte, mit all den Prämien und wohl auch mit den an ihn direkt gezahlten Einlagen, vom ostdeutschen Acker und verpisste sich auf irgendeine Insel im Meer. Dorthin, wo es warm war. Dorthin, wohin eigentlich alle damals wollten und viele wussten, dass sie da mit ehrlicher Arbeit niemals hinkommen würden. Er zog einfach los. Mit ihrem Geld. Kurz nach dem ich das meine hatte.

Wir mieteten eine wirklich runtergekommene Bude am Walter Schreiber Platz in Schöneberg, direkt an der Stadtgrenze zu Steglitz. Eine Bude, die vor uns ein H-Junkie bewohnte. Zwei Zimmer und erstmal soviel Arbeit, dass die Hausverwaltung drei Monate lang auf Mietzahlung verzichtete und sogar das Bad noch auf benutzbar sanierte. Der Rest lag an uns.

Wir kloppten alles raus, sortierten die gebrauchten Spritzen samt der alten Küche auf den Müll und freuten uns über unsere erste Bude in Berlin. In Westberlin. Junge Ostler in Westberlin – das war schon groß, damals. Für uns. Sie gerade 18, ich noch nicht mal das.

Die Kohle von meinem Bausparvertrag investierten wir in eine weinrote Küche von Möbel Höffner für 3700 DM und in eine gebrauchte Ledercouch-Garnitur in Pink, die wir irgendwo in Rudow gegen 1500 DM eintauschten. Wir ließen die ollen, vergammelten Dielen abschleifen und hatten unsere erste eigene Bude. In Westberlin. Wir hatten uns, Freunde aus dem Osten und immer Musik. Es musste immer Musik da sein.

Ich machte meine Ausbildung fertig und am ersten Tag nach dem Abschluss der selbigen kündigte ich. Ich wollte das nicht mein Leben lang weiter machen. Eigentlich wollte ich das nicht einen Tag länger weiter machen wollen. Sie arbeitete weiter Vollzeit.

Mit dem Amt lief das damals noch ein bisschen anders und ich kam mit dem von dem gezahlten Geld auf mehr, als sie für ihre 40 Stunden-Woche bekam. Nebenbei klebte ich bei irgendwelchen Leuten Tapeten an die Wand und strich ihre Küchen. Für gutes Geld. Wenn das mal nicht der Fall war, waren Freunde da und wir hörten Musik. Immer. Immer laut.

Es war dieser eine Sommer, es war heiß. Hintenraus das verrauchte Schlafzimmer in dem unterm Hochbett unsere Plattenspieler standen. Vorne raus der Eingang zum U-Bahnhof Walter Schreiber Platz der sich genau vor den Fenstern unserer Hochparterre-Bude befand. Die Fenster immer offen, die Musik mehr als laut.

Wenn sie damals arbeiten war, saß ich mit Freunden auf den äußeren Fensterbrettern Hochparterre genau am U-Bahn Ein- und Ausgang Walter Schreiber Platz. Die Füße nach draußen baumelnd. Lächelnd. Wir hörten ständig diesen einen Song in Repeat, gespielt auf der exzellenten Denon-Anlage. Laut. Hundert Mal. Und alle die aus der U-Bahn kamen oder in diese gingen, nahmen ein paar Takte von genau diesem Song mit in ihren Tag. Darüber muss ich auch heute manchmal noch lächeln. Viele von ihnen lächelten damals auch. Sie waren auf dem Weg zur Arbeit oder kamen gerade von dieser. Wir saßen einfach nur so auf den Fensterbrettern, hatten nichts zu tun, hörten Musik und machten, dass die Luft nach Dope roch. Zu diesem Song. Es war ein großartiger Sommer. Ich glaube, unser vorletzter in Berlin. Killing me softly.


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10 Jahre

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Vor genau 10 Jahren veröffentlichte ich meinen ersten Blogpost. Damals noch auf Blogspot, wie ich hier vor fünf Jahren schonmal ausführlicher schrieb. Ich hatte eigentlich viel vor dafür und dann doch keine Zeit. Ich bin die Tage auch hierfür auf dem Lollapalooza in Berlin unterwegs und komme auch deshalb zu genau gar nichts. Ich hätte gerne 24 Mixe für 24 Stunden gehabt, aber das nicht anleiern können. Zeit fließt und so. Also kürze ich das ab:

Ich liebe den Scheiß, den ich hier täglich mache. Ich hatte damals keine Ahnung, wo das alles mal hinführen würde. Ich habe mich mal über 23 Leser am Tag gefreut. Am Ende macht auch ihr das zudem, was das hier ist. Danke dafür. Und das tägliche Gehate, das ich hier nicht durch die Moderation lasse, nehme ich dafür doch ganz gerne in Kauf. Ihr seht super aus! Fast alle!


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Wenn es an euch nicht liegt, mache ich hier noch 10 Jahre weiter. Mindestens.

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Mix: Kraak & Stöher @ Rroahhrr Festival

Ich habe am letzten Samstag gemeinsam mit Rudi auf dem wunderbaren Rroahhrr Festival im brandenburgischen Bralitz quasi das letzte Set für das Wochenende gespielt. Vorher haben wir uns die großartigen Lieder von Missincat angehört oder den akustischen Energy-Drink der Dwarphs gegeben. Nebenbei viel mit Menschen gesprochen und allgemein auch in diesem Jahr wieder viel Spaß gehabt.

Hier das Filetstück des Mixes. Hintenraus gab es noch ein bisschen Rock und Alternative, den Rudi hier mal weg geschnitten hat. Wer das haben will, muss halt beim nächsten Mal einfach mal live vorbeikommen.

Was in diesem Jahr besonders schön war: die Veranstalter haben aus den umliegenden Flüchtlingsunterkünften Menschen eingeladen, die dann auch kamen und wirklich ausdauernd und ausgelassen mit uns auf Techno gefeiert haben. Und nicht nur sie hatten eine tolle Nacht.


(Direktlink)

No tracklist, just dance.

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Als ich einst diesen alten Hippie kennen lernte

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(Alte Hippie-Kiste in neu, aktuell für 145k auf eBay)

Als es bei mir finanziell mal schlecht bis gar nicht lief, was es bis vor einem Jahr eigentlich immer tat, lernte die Frau des Hauses bei ihrem Job einen damals 54-jährigen Alt-Hippie kennen. Das ist gut 15 Jahre her.

Ich malerte erst für ihn seine Bude. Er bezahlte mich dafür ziemlich gut. Er war damals über 50 und rauchte morgens um 08:00 Uhr seinen ersten Joint auf dem Klo, bevor er sich gegenüber in der Wilmersdorfer Straße beim Bäcker seinen ersten Kaffee holte. Am Abend hatte er dann wohl um die 10 bis 15 Joints intus, die er sich mit bestem marokkanischen Haschisch vollgestopft hatte. Das Zeug kam von seinem Hof in Marokko, den er irgendwann in den 70ern gekauft hatte. Dort lebte eine Familie, die sich um die Pflanzen kümmerte, und aus diesen eben jenes Hasch machte, das er täglich rauchte. „Voll Bio“, wie er damals schon sagte. Es war das beste Haschisch, das ich jemals geraucht habe – und es war nicht billig. Ich musste dafür nichts zahlen, weil ich für ihn arbeitete. Und er zahlte daneben immer noch mit gutem Geld.

Ganz früher war er mal beim BND und wurde wohl Ende der 60er Jahre im Libanon mal festgenommen, weil er dort aufflog. Das hat er nie erzählt, aber weil er vor der Renovierung seiner Bude damals so schlampig war, dass er nichts wegräumte, musste ich das halt tun. Und die Regale leer räumen, hinter denen ich die Wände weißen wollte. Er führte damals Tagebücher und spickte diese mit Papieren, die man halt so über die Jahre sammelt und die beim Umräumen halt mal so rausfallen, so das ich sie eigentlich ungewollt lesen konnte/wollte/musste.

Ich war ein wenig dekonstaniert ob dem, was ich dort fand. Ich hatte einen alten Hippie kennengelernt, der sich von jetzt auf gleich als ehemaliger BNDler rausstellte, was mir irgendwie meine damalige Hippie-Romantik versaute. Und zwar ordentlich. Er war bis dahin ein wirklich ziemlich cooler Tüp, was kurz in jenem Moment eben kurz wegbrach.

Er hat gelitten, damals im Knast im Libanon, und entschied sich daraufhin, seine Arbeit für den BND einzustellen, ging nach Marokko und kaufte jene, oben erwähnte, Farm. Ab dort machte er in Haschisch. Ich wusste damals davon genau nichts.

Objektiv war er ein cholerisches Arschloch, der jeden zusammenbrüllte, der nicht exakt seiner Meinung war, oder tat, was er einem aufgetragen hatte. Schließlich zahlte er dafür. Mir war das egal – ich machte meine Arbeit. Er zahlte dafür.

Irgendwann war seine Bude fertig renoviert und es gab dort für mich nichts mehr zu tun, als er mich fragte, ob ich mir nicht vorstellen könnte, für ihn olle Benz-Transporter ausbauen zu können. Er kaufte immer alte 508er, die ich mit zwei Freunden zu Wohnmobilen ausbauen sollte. Was wir taten. Er zahlte halt wirklich gut.

Die Dinger wurden von ihm auf Busse für Surfer konzeptioniert. Wir sägten, schweißten, klebten und schliffen ihm das so hin, wie er das haben wollte. Immer und überall mit den von ihm angedachten Hohlräumen in der Karre. Im Stahlgeflecht, in der Tischplatte, in der Box für die Surfbretter, in der damals schon mit LEDs blau beleuchteten Dusche, in dem Bett, das man über eine Seilzug-Vorrichtung von der Decke in den „Wohnraum“ senken konnte. Wir dachten darüber nicht nach. Wir machten das, er zahlte gut.

Später, nachdem er mal wieder eine dieser Kisten, die er aus Prinzip _immer_ für unter 5000 Mark ein- und später für 50.000 bis 80.000 Mark verkaufte, vom Hof eines respektablen Berliner Bus-Unternehmers ging, wo er seine Werkstatt angemietet hatte, in der wir für ihn werkelten, fragte er mich, ob ich denn nicht mal für 25.000 Mark so ein Mobil von Marokko nach Deutschland bringen wollen würde. Von seiner Farm aus. „Nichts Großes“.

Die Grenzer bis nach Österreich rein würden davon wissen und wurden von ihm dafür geschmiert. Einziges Risiko: die Grenze von Österreich nach Deutschland. Da konnte er bis dato keinen für bezahlen und die 25K waren eben genau jene Risiko-Pauschale, die er dafür zahlen wollen würde. Ich lehnte das ab. Vehement. Ich war gerade davor, Vater zu werden, wie ich zu diesem Zeitpunkt schon wusste, hatte nicht mal einen Führerschein und hatte neben seinen Tagebüchern nicht nur ein Kilo des besten Dopes der Welt gefunden, sondern auch einen Revolver, von dem ich bis heute davon ausgehe, dass dieser nicht nur echt sondern auch durchgeladen war. Ab diesem Moment entfernten wir beiden uns emotional.

Ich hatte viel von ihm gelernt. Zum Beispiel, dass man auch 35 Jahre lang kiffen kann, ohne irgendwann an der Spritze landen zu müssen. Dass man mit seiner brasilianischen Frau das Auto nicht verlassen würde, wenn man mit ihr im Osten Deutschlands unterwegs sein würde. Das aus guten Gründen. Dass man in Deutschland selbstständiger Unternehmer sein könnte, der sein Geld mit einer Haschisch-Farm in Marokko macht, wonach am Ende keiner fragen würde – Hauptsache das Finanzamt bekommt auch seinen Teil davon. Dass auch Hippies das Ding mit dem Geld für sich Kapital vermehrend in ihren Alltag integriert hatten.

Nach dem ich ihm damals sagte, dass ich für ihn keinen seiner mit 25K D-Mark bezahlten Haschisch-Busse von Marokko nach Deutschland bringen wollen würde, überwarfen wir uns irgendwie. Er war halt ein cholerisches Arschloch, das trotz des ganzen Dopes keine Widerrede ertragen konnte. Außerdem wollte er den von uns damals gemeinsam vereinbarten Stundenlohn von Heute auf Morgen nicht mehr zahlen. Weil ich nicht so wollte wie er.

Er war ein kluger Mann und wollte schon Ende der 90er das an den Start bringen, was iTunes heute macht. „The imagine five“ wollte er das nennen. In Anlehnung an die Beatles. Ich sollte einer der Imagine sein, weil ich schon damals mehr mit dem Netz zu tun hatte, als er womöglich heute.

Nachdem wir uns überworfen hatten, holte er – cholerisch angepisst – seinen PA-Verstärker bei mir ab, den er mir vorher als „Dauerleihgabe“ für unser damaliges Studio überlassen hatte.

Und ich frage mich bis heute, ob der Mann noch lebt.

(Ich kam gerade drauf, weil Jens diese eBay-Auktion geteilt hat. Alter Benz-Bus. Auf neu umgebaut. Vielleicht die beste Variation von allen. Der Tüp, als alter Hippie meinte damals, er würde nur Daimler kaufen, weil er den Support dafür auch aus der Sahara raus erreichen könnte.)

Wir haben uns niemals wieder gesehen.

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Mix: Das Kraftfuttermischwerk – Lazy in Bochum

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Die Jungs vom Lunatic Circus hatten mich am Samstag zu ihrem Lazy Dub Festival eingeladen, das hinter der Jahrhunderthalle im Westpark Bochum stattfand. Das ganze lief von mittags bis zum Abend und war eine durchweg schöne und gelungene Veranstaltung, an der locker 500 Menschen teilnahmen. Sie kamen samt Kind, Kegel, Yogamatte, Hula Hoop und Grill bei bestem Wetter, um einfach mal einen Tag lang zu entspannten Klängen im Park zu verweilen. Keine Aufregung, kein Tanzdrang – einfach ein Chill in mit dicker, äußerst delikater Anlage. Es war mir eine Freude, dabei für einen Teil der Musik zuständig sein zu können. Jede Stadt sollte im Sommer im Park mindestens ein derartiges Fest haben. Es war ganz wunderbar.

Hier mein Mitschnitt. Dort noch ein Fotoalbum mit ein paar Impressionen aus dem Westpark.


(Direktlink)

Tracklist:
Another Fine Day – Nature Boy
Charlie Puth – Chop Like This
Gerwin – Fusion
100day Delay – Splinters Of Her
Galimatias, Alina Baraz – Make You Feel
Primate – Recline
Diamond Poet – Walk
Gerkle – Vertigo
Toka – Thalmor
Freud & IZ – Sognatori
Kercha – Yellow Moon
Enigma Dubz – Let Go
ATOS – What I Need (Internal Sun RMX)
Dual Tone – Reign Dub
James Blake – Limit to Your Love
Air – La femme d’argent
Chasing Dreams – Departures
Shoffy – Into Oblivion
Gramatik – Sumthin‘
B9 – Bungalung
SORA & Hajimari – Absence
SORA – Sunken World
Tycho – A Walk
ODESZA Feat. Little Dragon – Light
Portishead – Roads
Terranova – Midnight Melodic (Chase the Blues)
Panda Coast – Bokeh
The Magician, Years and Years – Sunlight feat. Years and Years (Darius Remix)
Borealis – Nightfall (Ben Lukas Boysen Remix)

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Samstag in Bochum: „Lazy Dub“ – Ambient & Dub-Music Festival mit icke

Ich werde am Samstagnachmittag auf dem Ambient & Dub-Music Festival „Lazy Dub“ in Bochum spielen und freue mich da sehr drauf. Schließlich war ich noch nie in Bochum. Also so gar nicht. Das ganze startet schon mittags im Westpark, An der Jahrhunderthalle, und endet am Abend. Familienfreundlich also. Der Eintritt ist frei, das Gebotene vielfältig. Wen das alles immer noch nicht überzeugen kann, dort hinzukommen, so denn man denn in der Nähe verweilen sollte: Es ist ein Faultier auf dem Flyer! Awwwwwwww!!111!!!

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A beautiful day
for children, adults and all inbetweeners.
with Ambient- & Dub-music

line up:
** Kraftfuttermischwerk ** (dj)
** Roxopolis ** (live-band)
** Talking Decks ** (dj)
** WhoIsIR ** (liveset)
** Maso Maso ** (dj)
** Janosch,Fränkedelic und Flip **

fresh food & drinks.
hulahoop.
yoga schnupperkurs.
playgrounds.
art performances.
free entry!

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detektor.fm-Plattenkoffer mit das Kraftfuttermischwerk

Ich bin aus dem Urlaub zurück. Das heißt; ab nachher weht hier wieder ein anderer Wind! Ich werde bis dahin mal die Tumbleweeds raus rollen, den Staub wischen und einmal feucht durchfeudeln. Und dabei nochmal diesen Mix hören.

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Ich habe hier mehrfach erläutert, wie sehr ich das Konzept des Detektor.fm Plattenkoffers mag. Musikanten spielen sich dafür durch Musik, die sie über die Jahre geprägt hat.

Vor einigen Wochen wurde ich gefragt, ob ich denn dafür nicht auch mal in meinem Plattenkoffer wühlen wollen würde, was ich umgehend bejaht habe. Na klar.

Am Freitag lief der Mix auf Detektor.fm, seit heute ist er auch online hörbar.

Eigentlich sollte er anders klingen. Ich hatte ein Konzept, was mir allerdings bei George Pallikaris‘ „Woman“ flöten ging und damit im Mix echter wurde, als mein Konzept hätte sein können. Am Ende sind das hier (wieder mal) Lieblingslieder aus 20 Jahren. Und jedes davon ist mir irgendwie besonders wichtig. Aus Gründen.

Sei es drum: Spielmann, Musik! Mach was Sommerliches, bitte.


(Direktlink, Download-Link)

Tracklist:
01. The KLF – Elvis on the Radio. Steel Guitar in my Soul
02. Sensorama – Echtzeit
03. George Pallikaris – Woman
04. Sushi Club – Niku Jaga
05. Rhythm & Sound with The Chosen Brothers – Making History
06. Vainqueur – Ranges
07. Dublicator – Calm
08. Robag Wruhme – Draw Halycon Days
09. Kruder & Dorfmeister – Where Shall I Turn?
10. Goldie – Inner City Life
11. ASC & Ulrich Schnauss – 77
12. Stina Nordenstam – Little Star
13. Rainald Grebe & Die Kapelle der Versöhnung – Es gibt kein richtiges Leben im Falschen

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Fotos: Manhattan, NYC, Juni 2015

Da ich nun schon mal zum ersten Mal in New York war, habe ich natürlich versucht, soviel Zeit wie möglich neben dem eigentlichen Programm auf der Straße zu verbringen, was nicht ganz einfach war. Zum einen überforderte mich diese Stadt ein wenig, zum anderen war es zeitlich halt echt eng gepackt. So kam ich hier und da mal auf eine Stunde. Am letzten Tag allerdings legte ich dann mit Micha vom Stereo Magazine gefühlte 25 Kilometer zu Fuß zurück. Wir liefen durch East Village, Little Italy, Chinatown über die Manhattan Bridge, um dann direkt den Weg zurück über die Brooklyn Bridge, ein paar Sneaker Stores und dem Broadway zum Hotel in der 48. zu nehmen. Es regnete am Ende Spaghettis und unsere Füße brannten, aber das war es allemal wert.

Ansonsten mag ich weiter gar nicht so viel dazu schreiben. Außer, dass mir der total übermotivierte, mich wirklich nervös machende, junge Zollbeamte bei der Einreise tierisch auf den Saque gegangen ist. Außer, dass es total toll war, mich in New York mit Flashfonic, den ich übers Netz schon ewig kenne, aber persönlich noch nie getroffen habe, auf ein paar Gin Tonic in einer Bar zu treffen. Außer, dass es dort einen TV-Sender gibt, der den ganzen Tag Essen zeigt, das diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient hätte. Außer, dass diese Stadt auf mich gewirkt hat, wie ein Wahnsinniger, der niemals schläft (Sorry, Berlin!). Dass das Fliegen in einem Jumbo-Jet enorm entspannt ist. Dass das irgendwie alles ziemlich geil war, so in seiner Summe der einzelnen Teile. Und dass ich vielleicht gerne noch ein mal wieder kommen würde. Mit Kind und Kegel. Für ein paar Tage länger.

Hier ein paar der mir liebsten dort gemachten Fotos, der Rest davon in diesem Flickr-Album.

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