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Kategorie: Nur mal so

Warum ich das hier nicht auf einem Tumblr mache

Ich hatte in den letzten Wochen mehrfach die Nachfrage, warum ich all das, was ich hier tue, nicht auf einem Tumblr machen würde. Die Frage danach kommt bei mir eher so gar nicht gut an. Ich empfinde sie als anmaßend, auch wenn ich weiß, dass einige der Fragenden aus reinem Interesse danach fragen, weil ja Tumblr mittlerweile all das kann, was zu einem Blog gehört. Insofern ist die Frage durchaus berechtigt, und trotzdem geht sie mir auf den Saque. Aus mehreren Gründen.

Ich mag Tumblr. Gerne sogar. Tumblr hat vieles von dem, was WordPress nicht hat. Das einfach so aus dem Browser posten mit Link drunter und fertig finde ich super. Auch deshalb habe ich zwei monothematische Tumble-Blogs. Eines mit Schallplatten und eines mit DDR-Content (Was momentan richtig viel Spaß macht, weil genau so etwas bisher gefehlt hat.) Es liegt also nicht an Tumblr selber. Es liegt daran, dass ich das hier seit mittlerweile über sieben Jahre mache und das hier mein Baby ist. Sich hier täglich auf 237 Leser zu schreiben, hat verdammt viel Zeit gekostet. Leidenschaft auch, Liebe zur Sache auch wenn es mal nur Bilder sind. Alles, was hier rein kommt, entspricht tatsächlich meiner persönlichen Qualitätskontrolle A. Und selbst die ganzen dicken Dinger aus meinen Tumblr-Blogs landen letztendlich hier. Weil ich sie hier haben will. Klar, dass man dabei auch mal ins Klo greift, aber das bleibt nun mal nicht aus und passiert jedem anderen auch – ganz gleich, womit oder worauf er bloggt.

Ich mochte an Blogs immer, dass da jeder so richtig das machen kann, was er will. Ich will da keinem reinreden, auch wenn ich manche Blog-Ansätze für total bescheuert und, ja, auch überflüssig halte. Das sehen andere bei meinem Content womöglich genauso, was die Sache ausgleicht, demokratisiert, was das Bloggen als solches ausmacht. Und mir ist total egal wo! Ich würde die Frage nach „Warum nicht auf Tumblr?“ keinem stellen. Ehrlich nicht. Denn die Frage ist total dusselig, weil man die wirklich jedem Bloggenden heute stellen könnte, ganz gleich welchen Content er bei sich bringt. Weil Content in der Summe immer personalisiert, ganz gleich bei wem. Deshalb kann man auch jedes gute Blog auf Tumblr gut machen, was ja auch viele tun. Peteski macht das auf this isn’t happiness™ gut vor. Für mich eines der weltbesten Blogs im ganzen weiten Netz. Du bekommst ein Snippet in Form eines Bildes und den dazu relevanten Link. Darauf klickst du und beginnst meistens eine ganze Klickreise durchs Netz. Jay Mug macht das ähnlich. Auch gut, auch auf Tumblr. Unser aller semi-Liebling Fuck you very much macht es gänzlich ohne Links auch auf Tumblr, wobei das gar nicht Linken irgendwie ganz schön dolle nach Kacki stinkt. Tumblr ist toll, Tumblr ist verdammt schnell. Tumblr allerdings ist in der Summe als solches allerdings auch etwas beliebig und genau das möchte ich für mich nicht haben.

Ich weiß, dass ich mal weniger tumblresk gebloggt habe, momentan aber ist es genau das, was ich machen will. Weil ein Bild manchmal soviel mehr sagt, als 1000 Wörter und der Kontext zu dem jeweiligen Bild hinter dem Link steckt, den zu klicken es gilt. Weil ich den Kontext hier nicht fixen will, weil ich will, dass ihr euch durch diesen ganzen Shice klickt, euch im Netz verliert, das Zeug teilt. Nicht, weil alle, an die ihr das weitergebt, hier landen sollen, sondern das Netz als solches erkunden und erleben sollen. Und genau das will ich hier haben. Hier bei mir. Dafür fülle ich mein Schatzkästchen hier schon so lange und so regelmäßig. Seit jeher thematisch absolut übergreifend. Alles was hier reinkommt will ich hier genauso haben auch wenn Tumblr bei sich mal den Stecker ziehen sollte, was zur Folge hat, dass dort alles ins Daten-Nirvana verschwinden wird. Wann genau dieses hier passieren wird, entscheide ich. Und nur ich. Mein Server ist immer da, wenn mal nicht SpOn und Fefe gleichzeitig hierauf linken, was nun wirklich verdammt selten vorkommt. Ich will mir nicht sagen lassen, „du kannst jetzt gerade nicht bloggen, weil unsere Server gerade keinen Bock darauf haben“. Will nicht in irgendeinem Dashboard auftauchen, in dem die Hälfte des Contents aus nackten Frauenärschen besteht, will nicht Teil einer eigentlich geschlossenen Community sein müssen, was Tumblr als solches nun mal ausmacht. Netzwerken im Netzwerk nämlich. Von seiner Insel auf draußen gucken um den geilen Shice auf die Insel zu holen, damit andere diese nicht mehr verlassen müssen. Weil man ihnen alles vor die Haustür fegt.

Deshalb mache ich hier auch einfach so weiter. Und wenn mich wieder mal einer fragt, warum das hier alles nicht auf Tumblr passiert, frage ich zurück, „Warum nicht gleich alles nur noch auf Facebook? Warum nicht nur noch alles von dir auf Tumblr? Auf Facebook? Auf noch weniger personalisiert? Warum?“

Ich mag Blogs. So wie sie sind. Aufgrund ihrer individualisierten Funktion. Das geht auch auf Tumblr. Aber das will ich nicht. Und jetzt gehe ich geile Bilder suchen. Für mich, für hier für euch, wenn ihr mögt. Ende der Durchsage.

[Update paar Minuten später]
Außerdem bin ich hier immer sehr gut damit gefahren, genau so zu bloggen, wie ich es für richtig halte. Warum zur Hölle sollte ich das jetzt ändern?!

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