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Kategorie: Nur mal so

Matchbox aus den 70ern

Tauschgeschäfte auf dem Schulhof:

„Krieg ich den, kriegst du das Ärzte-Poster aus der Bravo vom letzten Jahr. Das Beidseitige. Komm schon, ich leg auch noch nen 5er mit drauf. Jetzt gib mir schon die Kiste, mensch!“
„Mhmm, aber der ist nagelneu, den hab ich am Wochenende erst bekommen… Dann will ich aber noch das Bonnie Bianco Poster dazu, was über dem Ofen bei Dir hängt.“
„Okay, machen wir.“

Bei uns gab es auf dem Schulhof seiner Zeit drei verschiedene Währungen, die so richtig was wert waren: Bravo-Poster, Kasetten aus Westproduktion und Matchbox. Mit denen konnte man fast alles klären, zumindest bis dann die Mädchen interessant wurden. Da hätte ich das Bonnie Bianco Poster gerne wiederhaben wollen. Sowas mochten die.
Hier gibt es eine ganze Sammlung von Matchbox-Autos aus den 70ern und den hier habe ich damals tatsächlich eintauschen können. Aber der sah lange nicht mehr so gut aus.

(via Nerdcore)

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Die russischen Soldaten saßen immer am Bahnhof und machten sich abends ein Lagerfeuer, sie aßen Fisch aus Dosen, tranken Wodka aus Flaschen und rauchten in Zeitungspapier gerollten Tabak. Die Mützen saßen immer schräg auf ihren geschorenen Köpfen, ihre Stiefel trugen sie dann nicht und legten sie an das Feuer neben den Güterzügen mit ihren endlos aneinander gereihten, braunen Wagons. Ruhig waren sie, ruhig und in sich gekehrt. Aber mit uns Kindern, die wir auf unseren selbst zusammen geschraubten BMX-Rädern dort halt machten, sprachen sie immer gern und herzlich. Auf russisch, das verlangte ihr Stolz. Sie wirkten wie kulturlose, moderne Cowboys. Aber herzlich waren sie immer, herzlich wie wir Kinder.

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Wenn du als Mann drei Frauen im Haus hast und die beginnen über ihre Frisuren in Form von Haupthaaren zu debattieren, dann endet das mit dem Griff zu den Scheren. Da hast du rein gar nichts mehr zu melden und kannst für die nächste Stunde in die nächste Pinte verschwinden, wenn das denn deinem Gemüt entspricht. Ansonsten geh in den Keller. Die rufen dann schon.

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Worüber hier gerade mal geredet werden muss:
Superbia, Avaritia, Luxuria, Ira, Gula, Invidia, Acedia

Sowas haben die mir als Jungpionier einfach nicht beigebracht. Jetzt könnt ich es gebrauchen.

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Oha, was für eine Nacht. Ich habe jetzt so langsam das Gefühl als würde mein Kopf wieder halbwegs funktionieren. Halbwegs.

Nicht umsonst gilt das Full Moon Festival als eines der internationalsten Trance-Festivals in Deutschland überhaupt. Mein Englisch hat wieder einmal arg gelitten letzte Nacht, aber es war wieder einmal mehr wundervoll. Wer also mal von dem viel besagtem „Spirit“ den die Trance-Scene herzugeben vermag kosten möchte, sollte genau dort hinfahren. Wie lange ist es her, dass ich von einer 10-Punkt-PA vermöbelt worden bin? Keine Ahnung, es war auf einer Shiva Moon irgendwann in den Neunzigern. Aber es ist schon viel zu lange hergewesen. Das dann der zweite Floor immer noch mit einer 6-Punkt-PA aufwartet ist nur konsequent und um so besser. Es war ein toller Abend, eine tolle Nacht, ein ganz toller Morgen mit unzähligen Zuhörern im Zelt und überhaupt wieder mal das Sommerhighlight.

Aufgenommen haben wir das 3-Stunden Live-Set nicht. Das kann an den 1 2 3 4 5 6 Gläsern Wein gelegen haben, die wir zu viel hatten, oder einfach daran, dass es keinerlei Sinn machen würde, diese Atmosphere aufnehmen zu wollen, weil es nicht gelingen könnte, weil das aussichtslos wäre, wenn man nicht im Zelt sitzt.

Ich gehe jetzt pennen und hoffe, dieses Gefühl bleibt bis zum nächsten Sommer. Gute Nacht.

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Es gibt so Tage, an denen passiert nicht viel. Der Punk, der bei dem netten Kassierer im Supermarkt versucht, einzelne Zigaretten zu kaufen. Der nette Kassierer im Supermarkt, der dem Punk, der einzelne Zigaretten bei ihm zu kaufen versucht, einfach drei aus seiner privaten Schachtel gibt und darauf besteht, sich diese nicht bezahlen zu lassen. Der Busfahrer, der wieder einmal jemanden aus seinem Bus verwiesen hat, weil der keinen vorschriftsmäßigen Fahrschein vorlegen konnte. Ein ganz kleiner Mensch, der so verschnupft ist, und nicht weiß wie ihm geschieht und schreit, als wäre es der letzte Tag. Ein etwas größerer kleiner Mensch, der Ferien hat und die voll auszukosten bereit ist denn danach wird wieder mal etwas Großes, etwas ganz Neues auf ihn zukommen – vielleicht auch etwas, was ihm das Herz brechen könnte. Vielleicht auch nicht. Rührung beim Lesen des „Jahresbriefes“ – Zeugnisse gibt es in dem Haushalt hier keine, vorerst. Ein junger Mann, der darüber philosophiert, wie toll es wäre, die Zeit zurückspulen zu können und mich fast ansteckt, wonach ich ihm jedoch sagen muss, dass sich das nicht haben müsste, weil ich vielleicht alles genau so noch einmal machen würde. Überraschte Blicke. Das Bewusstsein, momentan zu wenig Musik auf die Reihe zu kriegen. Es ist Sommer, ein bisschen. Alles potenzielle Storys, aber eigentlich nur einer dieser Tage, an denen nicht viel passiert.

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