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Doku über St. Pauli im Stream: Manche hatten Krokodile

Die in höchsten Tönen sehr unaufgeregte St. Pauli-Dokumentation von Regisseur Christian Hornung, die es im letzten Jahr in die Kinos schaffte, gibt es aktuell in der ARD-Mediathek im Stream. Eine ganz wunderbar leise Liebeserklärung, die sich gerade denen widmet, die schon seit Jahrzehnten dort leben. Toll!

Vor Jahrzehnten sind sie auf St. Pauli gestrandet, auf der Flucht vor kleinbürgerlicher Enge, auf der Suche nach Arbeit und einem anderen, unkonventionelleren Leben: Als Tänzerin oder Stripperin, Wirt oder Bardame, Seemann oder Zuhälter haben sie sich durchgeschlagen. Sie treffen sich tagsüber in ihrer Stammkneipe, dem „Hong Kong“, dem „Utspann“ oder der „Kaffeepause“, um sich an frühere Zeiten zu erinnern. Sie erzählen von der Suche nach Gold und von sinkenden Schiffen, vom Kiezalltag und von Krokodilen. Und natürlich von den Sparclubs, in denen sie bis heute Mitglied sind. Sparer wollen sie dabei gar nicht sein, sie sehen sich als Lebemenschen. War Geld da, wurde es mit vollen Händen ausgegeben, ohne an die Zukunft zu denken. Aber in dem Sparschrank an der Kneipenwand sind zumindest ein paar Euro sicher, vor allem vor ihnen selbst. Ein Notgroschen, um über die Runden zu kommen. Die Kneipe mit dem Sparclub ist ihr sicherer Hafen geworden, den sie jeden Tag gerne ansteuern.

Hier der Trailer:


(Direktlink, via Martin)

Ein Kommentar

  1. Erbsenwähler25. November 2017 at 17:22

    Geil, vielen Dank!

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