Zum Inhalt springen

Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Tilt-Shift aus Nordkorea: Peculiar Pyongyang

Tilt-Shift-Videos gibt es mittlerweile etliche. Viele von denen überraschen nur noch wenig. Hier eins aus der nordkoreanischen Hauptstadt, das alleine deshalb sehenswert ist, weil es eben eher selten Aufnahmen aus Nordkorea gibt.

Pyongyang is by far the weirdest and strangest place I have ever been to. At the same time it’s also one of the the most interesting and intriguing places and unlike anywere else I have ever been to. You go there with 100 questions and you return with 1000!


(Direktlink, via Nag on the Lake)

2 Kommentare

Adventskalender 2018, Türchen #09: Das Kraftfutterhitwerk – Hitgarage

Neulich haben zwei sehr liebe Menschen ihren 10. Hochzeitstag in einem alten, in der DDR gebauten Bungalowdorf in Berlin gefeiert. Sie fragten mich vorher, ob ich was der Musik für sie tun könnte. Anlagen, DJs, diesdas. Ich sagte sofort ja. Und weil die beiden so lieb sind, habe ich ihnen etwas angeboten, was ich vorher noch nie tat: wir könnten bei ihnen die Musik für alle spielen.

Ich sage so etwas immer ab, weil ich nie Musik für alle gespielt habe, das eigentlich auch nie wollte, nicht kann und immer sehr Genre-orientiert auflege. Nur: nur House, Techno, Dub oder Downbeats funktioniert nun mal nicht, wenn man Eltern, Familie und Freunde einlädt. Habe ich leider schon erfahren müssen. War nicht ganz so geil. Die mögen halt alle unterschiedliche Musik. Irgendwie alles eben. Samt der kleinen Peinlichkeiten, die man der „Credibility“ wegen und so sonst nicht spielt. Sie wissen schon.

Weil ich Jörg aber schon lange sehr gerne mag, habe ich die „Credibility“ mal außen vor gelassen, zwei PAs eingepackt und eine Playlist voller – mitunter – peinlicher Popschweinereien, die mein Leben begleitet haben und die ich dennoch nie auf einem Dancefloor gespielt habe. Und den Rudi natürlich. Weil, wenn man so eine Nummer macht, dann nur mit den Besten. Und deren Popschweinereien.Die Frau des Hauses war mit, beide Kinder und überhaupt sollte für alle und jeden was dabei sein.

Und so spielten Rudi und ich fast sechs Stunden lang mal mehr, mal weniger Poppiges. Und Trettmann. Den nicht nur für die Große. Wir nahmen sogar(!) Wünsche entgegen und erfüllten diese (Phil Collins). Wie so Dorfdisko-DJs! (Nichts gegen Dorfdisko-DJs! Die machen einen guten Job, wie ich seit dieser Nacht weiß.) Nur eines gab es nicht: Schlager. Weil da hört der Spaß nun wirklich auf.

Das ist kein Mix im klassischen Sinne, eher ein Mixtape, wie man es früher mal aufgenommen hat, um die Mädels mit seinem Musikgeschmack zu beeindrucken. Mit Höhen und Tiefen. Und mit akustischen Löchern, die dabei entstehen, wenn man den Fader runterzieht, um all die Mitsingenden sich selber zu überlassen. Wie so Dorfdisko-DJs! Hihi.

Und so haben wir hier über fünf Stunden Musik, die Rudi und mich irgendwie sozialisiert haben, ohne dabei allumfassend zu sein. Was sind bei all den Jahren schon fünf Stunden. Und einen Mix, den wir so nie wieder spielen, geschweige denn so aufnehmen werden. Ein definitives Unikat.

Rudis Fazit am Morgen danach:

Und ja, das machen wir wirklich nie wieder. Genießt es.


(Direkt-Playlist)

Style: Hitgarage
Length: 05:30 +
Quality: 256 kBit/s

Tracklist: (Danke Marc, danke, Martin!)
Part 1

Belinda Carlisle – heaven is a place on earth
INXS – Mystify
Beasty Boys – fight for your right
Queen – under pressure
Midnight oil – beds are burning
Marius Müller Westernhagen – sexy
The Clash – rock the casbah
Blondie – call me
Madness – our house
Cindy Lauper – she bop
Anne Clark – our darkness
The B-52‘s – love shack
New Order – blue Monday
Phil Collins – in the air tonight
The Jackson 5 – i want you back
ZZ Top – gimme all your lovin‘
Mikolas Josef – lie to me
MC Hammer – can‘t touch this
Run DMC vs. Jason Nevins – it‘s like that
Whitney Houston – i wanna dance with somebody
Pat Benatar – love is a battlefield
Christina Aguilera & Lil‘ Kim & Mya & P!nk – Lady Marmalade
TLC – creep
Donna Summer – i feel love
Gianna Nannini – i maschi
The Cure – Friday i‘m in love
Seed – ding
Prince – sexy m.f.
Mark Ronson ft. Bruno Mars – uptown funk
Blondie – maria
Foschmob – susanne zur freiheit
Audio88 & Yassin – schellen
Trettmann – knöcheltief
Nirvana – come as you are
Blur – somg2
Foto Fighters – these days
The Clash – should I stay or should I go
Ramones – sheena is a punk rocker
Earth, wind and fire – september
Kohl & the Gang – jungle boogie
Dusty Springfield – son of a preacher man
Rio Reiser – für immer und Dich
Radiohead – creep
Pixies – where is my mind
Joy Division – love will tear us apart
Kim Wilde – kids in america
The Police – sos
France Gall – ella, ella
4 non Blondes – what‘s up?
No Doubt – don‘t speak
The Smashing Pumpkins – 1979
Kettcar – Sommer ‚89

Part 2

Prince – 1999
Dow’s ft. Sio – forbidden
Twill & Mr. Maiki – Beuzz (Bastian Schuster Remix)
The Ground & Florian Kruse & Hendrik Burkhard – kingdom of Crumbling Walls
Talking Heads – burning down the house
Don Henley – the boys of summer
Roxy Music – Virginia plain
Paul Simon – you can call me al
David Bowie – modern love
Fischmob – du, (äh, du)
Fettes Brot – jein
Die Fantastischen Vier – hammer
Warren G. – regulate
Die Fantastischen Vier – tag am meer
Goldroger – mk ultra
Goldroger – zauberberg
Goldroger – bemale den mond
OK Kid – bombay calling
OK Kid – ich kann alles
Feine Sahne Fischfilet – ich glaube dir
Feine Sahne Fischfilet – zurück in unserer stadt
Feine Sahne Fischfilet – komplett im arsch
K.I.Z. – amg mercedes
K.I.Z. – hurra die welt geht unter
VSK – keine angst
House of Pain – jump around
Bob Marley – could you be loved
Drake – hotline bling
Disclosure & Eliza Doolittle – you & me
Gorillaz – stylo
U2 – lemon
The Streets – on the edge of a cliff
The Streets – I love you more

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier. Das Cover-Foto ist von jplenio.

19 Kommentare

Adventskalender 2018, Türchen #08: Mogreens & Karl – Czech Mystik

Sorry für das Delay, ich hatte gestern Betriebsweihnachtsfeier, nach der die Nacht dann irgendwie bis in den Morgen in einem Technokeller eskaliert ist, hatte gestern nichts vorbereitet und bin eben erst aus dem Bett gefallen. Das passiert halt schon mal, wenn ich mit Mogreens unterwegs bin – so wie eben letzte Nacht. War geil, liebe Leute.

Mogreens & Karl sind seit jeher für die Musikkuriositäten rund um den Jazz zuständig und spielen Platten, die ich meistens noch nie gehört habe. Das ist geil, weil es meinen musikalischen Horizont erweitert, der beiden beiden verdammt groß ist.

Und so haben sie sich neulich zusammen in einer Hütte in Tschechien hinter die Plattenspieler gestellt und ihre Definition von tschechischer Mystik zur Aufnahme gebracht. Soul, Jazz, Schlakkerbeats, Bass. Was die beiden ausmacht. Der perfekte Begleiter zum heutigen Katerfrühstück, das, ja, ein sehr spätes geworden ist. Aber wie das so ist mit Mogreens, es muss immer alles eskalieren – und dann lassen wir das auch zu. Ha!


(Direktlink)

Style: Jazz, Soul, Alles
Length: 02:30:19
Quality: 320 kBit/s

Tracklist:
na

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier. Das Cover-Foto ist von jplenio.

Ein Kommentar

Schönheit und Verfall von Eismassen: Grönland in 4K

Der Schweizer Naturfotograf Stefan Forster war die letzten Jahre in Grönland unterwegs und hat absolut großartige Aufnahmen der zahlreichen Eisberge und Eisschollen machen können, die sich in diesen Jahren immer verändert haben. Die nicht so schönen Parts zeigen wie die zunehmenden Temperaturen die Eismassen zu verdrängen scheinen.

Since 8 years I’m traveling to this magical country. Today quiet and untouched places are becoming more and more rare. On my first visit to Greenland, I was fascinated by the incredible power of nature that can be felt everywhere. But during the last years things have changed. The amount of icebergs is increasing savagely. Glaciers I’m visiting every year are retreating not meters but kilometers a year and the unending amount of ice seems to be endless. There is nothing more beautiful than an iceberg – everyone is unique and the light reflecting from its surface is magical. It’s sad how close beauty and decay can be seen in an iceberg. This movie is is an appreciation to the ice – for me the most amazing aggregate state of water.

https://vimeo.com/302312473
(Direktlink)

Ein Kommentar

Adventskalender 2018, Türchen #07: Rudi Stöher – Unser Herbst mit Ines

Ich muss das hier jetzt mal schreiben, weil es einige vielleicht gar nicht wissen. Rudi Stöher, mein mir heute liebster Buddie, ist mir vor 13 Jahren mal als Jugendlicher im dienstlichen Kontext begegnet. Wir sind gemeinsam auf einer Kanu-Biwak-Tour gelandet, die uns durch den urwäldlichen Teil der Oberspree führte. Er als Teilnehmer, ich als Betreuer. Wir mochten uns, konnten auch dann noch über den von uns betriebenem Blödsinn lachen, wenn alle anderen schon ausgestiegen waren. Können wir heute noch. Manche finden uns dann komisch. Wir uns auch, aber anders und natürlich ganz zu Recht. Auf dieser Tour kam es zu im Spaß gemeinten Rangeleien und Rudi wollte mit mir, dem in seinen Augen älteren Herr, ringen. „Kräfte messen“ und so. In dem Zuge rastete mit der Stirn auf einem festgetrampelten Feldweg ein und zog sich eine Gehirnerschütterung zu, was mir furchtbar leid tat. Er hatte sich überschätzt, so wie viele junge Männer das halt mal so machen. Aber wir blieben cool miteinander.

Er kam dann hin und wieder als Gast in den von mir betreuten Jugendclub und entwickelte Gefallen an den Plattenspielern, die dort einen alten Vestax-Mixer rahmten. HipHop-Set Up. Ich hatte einige Platten dort, Techno, alten House, diesdas. Er stellte sich daran, wollte wissen, wie das theoretisch funktioniert und ich versuchte es zu erklären. Dann nahm er sich die Kopfhörer und machte praktisch das, was DJs gemeinhin so machen: er mixte. Und zwar verdammt gut.

Später machte er im Rahmen seiner Ausbildung ein Praktikum bei mir. Wir redeten viel über Musik. Und über Musik und über Musik. Den Rest des Tages spielten wir Billard. Und redeten über noch mehr Musik. Spielten sie so, wie man Musik spielt, wenn man sie leidenschaftlich liebt.

Er war mein einziger Praktikant, der es schaffte, seinen Prüfungstermin zu verbasseln, was dazu führte, dass seine Prüfungskommission in meinem Club stand und er nicht wusste, dass das an diesem Tag sein Termin gewesen wäre. Er war der einzige Praktikant, der es bei seinem damaligen Bildungsträger je schaffte, mit null Punkten durch die Prüfung zu fliegen. Da reden die heute noch drüber, so wir heute noch gerne darüber lachen. Er holte die Prüfung nach und bestand.

Noch später fingen wir dann damit an gemeinsam aufzulegen, was meistens – wenn auch nicht immer – gut klappte. Es gab dann großartige, gemeinsame und einige wenige Gigs, die nicht so gut funktionierten. Weil für die halt jeder mal so seine Gründe hat.

Heute sind wir ein Team. So sehr, dass alles auf dem KFMW steht, immer auch irgendwie mit ihm verbunden ist. Wir lieben es, gemeinsam dem deepen Techno zu fröhnen und diesen mit dem House zu verbinden. Und wir feiern dann gemeinsam jeden Track. Wer uns live erlebt hat, wird das wohl bestätigen können. Wir lieben das wirklich hart.

Und wir bringen uns gegenseitig Musik näher, für die wir vorher mitunter wenig Verständnis hatten. Ich mein, der Tüp kann jeden K.I.Z. Song mitrappen, wobei ich K.I.Z. davor einfach unerträglich fand, was sich seitdem geändert hat. Er hört heute Kettcar, liebt die Scherben und kann sogar Trettmann was abgewinnen, was für ihn mal so gar nicht ging.

Bei elektronischer Musik hingegen waren wir uns immer einig. Auch bei den Downbeats. Da bedarf es keiner Diskussionen. Unsere musikalische Breite passt in seiner Quintessenz wie der sprichwörtliche Arsch auf Eimer. Und genau das zeigt dieser Mix, den ich liebe. Nicht allein der Tracklist wegen, die schon mega ist, wobei er mich dazu brachte, „mega“ in meinen Sprachgebrauch zu übernehmen. Sondern auch deshalb, weil er das Dingen in all seinen Facetten auf Vinyl abliefert. Und dafür liebe ich ihn noch ein wenig mehr. Danke, Diggi. Mega!

Ich weiß, dass der Mix schon ein paar Tage älter ist und um den Moment in dem er entstanden ist. Hat mit dem hier nichts zu tun, ist aber ein ganz großes Thema in seinem Leben. Und das macht das ganze hier noch viel besser.

DJ Koze, Bonobo, Boards Of Canada, St Germain, Massive Attack, Air, Kettcar, Moderat, Robag Wruhme, Stimming, Alessandro Crimi und Erobique. Ich mein, wer bitte packt das alles denn so verdammt cremig in einen Mix? Ich so schreibe so etwas nicht oft, weil es mir nicht zusteht, aber das hier ist Rudi sein Meisterstück. Liebe es. Sehr!


(Direktlink)

Style: Liebe, Freiheit, Alles
Length: 02:50:36
Quality: 320 kBit/s

Tracklist:
1. Goldroger – Mk Ultra
2. DJ Koze – Auroville
3. Rival Consoles – Low
4. Bonobo – Migration
5. Boards Of Canada – Satellite Anthem Icarus
6. Torben – Neptunparty (Outro)
7. Cloudchord Feat. Soul Food Horns – H’okay
8. St Germain – Street Scene
9. Massive Attack – Black Milk
10. Air – New Star In The Sky
11. Missincat – Pirates
12. Kettcar – Balu
13. Caribou – Sun
14. Apparat – Black Water (DJ Koze Remix)
15. Moderat – Les Grandes Marches
16. Soap & Skin – Marche Funébre (DJ Koze Remix)
17. The High-on-Wye Quintet – The Haft Jams (pt.1)
18. Black Deer – Pray For Us
19. Robag Wruhme – Wupp Dek
20. Herbert – It’s Only (DJ Koze Mix)
21. DJ Koze – Xtc
22. Stimming feat. Piper Davis – Southern Sun
23. Rampe – Sunday
24. Dirty Döring – Été Pluvieux
25. Steve Bug – Different in Detroit
26. Alessandro Crimi – Bathy
27. youANDme & 6FEET – Grains
28. Robag Wruhme – Draw Halcyon Days
29. Erobique & Robag Wruhme – Hier kommt die Sonne
30. Robag Wruhme – Ende

Alle der diesjährigen Kalendermixe finden sich hier. Das Cover-Foto ist von jplenio.

11 Kommentare

Geh weg!-Weg

Deutsch, so schön eindeutig. Zumindest dann, wenn man einfach nur „nein“ sagt. Vieles andere kann missverständlich wirken, ohne das zu wollen.

https://twitter.com/kaot50/status/1070290680092733441

2 Kommentare

AfD vs Cola

Schöne Zusammenfassung dessen, was die letzten Tage so zum Thema AfD und Cola durchs Netz ging:

Zur Einordnung:
ein gefaktes Anti-AfD-Plakat eines Colaherstellers taucht in Berlin auf
• AfD sauer
• Colahersteller schreibt, „Nicht jedes Fake muss falsch sein.“
• AfD noch saurer als eine 0,33er Cola auf 8 Zitronen
(Fake?)-Video taucht auf, in dem ein vermeintlicher AfD-Hansel Cola des obigen Herstellers wegschüttet
• AfD bringt ein von sich gefaktes Pro-AfD-Plakat eines anderen Colaherstellers ins Netz

• Pepsi prüft rechtliche Schritte gegen AfD

• Das Netz: 🍿

2 Kommentare