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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Netto steht auf junges Gemüse. Sie auch?

Dass Unternehmen mit der von ihnen gefahrenen Werbung hin und wieder mal tief ins Klo greifen ist leider keine Neuigkeit mehr. Im Gegenteil. Man könnte meinen, dass einigen von denen so etwas wie Sensibilität völlig abgeht oder das diese für sie ein regelrechtes Fremdwort zu sein scheint, von dem sie im Leben noch nie nichts gehört haben. Da werden gerne mal rassistische Ressentiments oder sexistische Klischees bedient und gepflegt. Zweiteres noch häufiger denn „Sex sells“, wie wir alle wissen. Ob diese Fehlgriffe der Unkenntnis, der oben benannten fehlenden Sensibilität, der bewussten Provokation oder einfach einer diesbezüglichen Leck-mich-am-Arsch-Haltung geschuldet sind, ist meistens für denjenigen, der die Werbung dann auf der Straße abbekommt, nicht nachvollziehbar. Der wird schließlich nicht gefragt, ob er diese Werbung sehen will – er muss sie ertragen, muss sie aushalten.

Der Discounter Netto setzt gerade auf ein Plakat, das vermittelt, dass man dort auf „junges Gemüse“ steht. Ein Korb mit jungem Gemüse nebst einer jungen Frau, die rein optisch irgendwas zwischen 14 und 20 Jahren alt zu sein scheint. Ganz genau kann man das nicht sagen. Der gedruckte Slogan fragt den Einkäufer: „Sie stehen auf junges Gemüse?“ und stellt darauf folgend fest: „Ach, wir auch.“

netto

Man hätte natürlich auch von „frischem Gemüse“ schreiben können, was ja wohl jeder mag, aber dann hätte das Konterfei der jungen Frau keinerlei Sinn gemacht, weil es einen assoziativen Bogen zum „jungen Gemüse“ nicht gegeben hätte. Nun frage ich mich, was die wohl mit „jungem Gemüse“ meinen könnten, weil, wie schon erwähnt, frisches ja viel sinnvoller und vor allem eindeutig wäre. Also befrage ich das Internet nach „junges Gemüse“ und bekomme, so wie ich es auch in Erinnerung hatte, folgende Antwort. „Junges Gemüse“ steht als primäres Synonym für „junge Leute“. Da fragt man sich ja, was genau die denn nun mit Gemüse bei Netto zu tun haben und was die junge Frau auf dem Plakat macht. Liest man sich etwas weiter in die sprachliche Bedeutung ein, kommt man der Sache vielleicht schon etwas näher, denn da steht u.a. „Jugendliche, Heranwachsende, Jüngling, Knabe, junge Mädchen, junges Blut“. Aha. Netto steht also u. a. auf junge und heranwachsende Mädchen und junges Blut. Nein, ich nicht, danke der Nachfrage Dann macht das Foto auch irgendwie Sinn. Wenn auch denkbar unschönen.

Jetzt könnte man noch überlegen, was genau die mit „stehen auf“ meinen, aber das erspare ich mir in dem Kontext, denn diese Werbung ist meines Erachtens ein ziemlich tiefer Griff ins Klo. Wieder einmal. Hier wird nicht nur mit sexistischen Klischees hantiert, sondern auch mit dem nicht klar erkennbaren Alter des weiblichen Models, die hier doch sehr kindlich gezeigt wird. Vermutlich ist das alles ein Versehen, ein Missverständnis, aber das will ich nicht so recht glauben. Irgendwer scheint den Verantwortlichen bei Netto vor der Genehmigung dieser Plakate die Denkapparate vom Strom gelöst haben. „Netto. Günstig sind wir sowieso.“ Billig offenbar auch.

Ich möchte Derartiges nicht sehen. Aber mich fragt danach ja keiner. Ich muss auch diese Art von Werbung ertragen, muss sie aushalten – wie bei jeder Form von Werbung im öffentlichen Raum.

P.S. Dass diese Plakate schon eine ganze Weile hängen, ändert an meiner Betrachtungsweise nichts.

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Weißt du, was auf deinem T-Shirt steht?

Ich bin hiervon gerade mehr als überrascht, bilde ich mir doch ein so ziemlich immer und ganz genau zu wissen, was auf dem T-Shirt steht, das ich gerade trage. Allerdings habe ich davon auch nicht mehr als 15. Sich zu merken, was auf diesen steht ist demnach nicht wirklich eine Leistung. Andere hingegen haben es da schon schwieriger, wie dieser Film beweist, für den Mirko Podkowik im Sommer durch Düsseldorf gezogen ist und verschiedene Leute gefragt hat, ob sie wissen, was auf ihrem T-Shirt steht. Ich sage ja: überraschend.

http://vimeo.com/69884593
(Direktlink, via r0byn)

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Fotos aus 40 Jahren London Underground

Die London Underground ist die älteste U-Bahn der Welt und besitzt die größte Netzlänge Europas. Eröffnet am 10. Januar 1863 ist sie heute über 151 Jahre alt. 40 Jahre davon ist Bob Mazzer mitgefahren und hat regelmäßig Fotos von dem gemacht, was dort halt so passiert im Alltag einer U-Bahn, im Untergrund. Viele davon hat er jetzt auf Facebook geladen. „The Tube’s been around for 150 years, for 40 0f them I have been photographing the people who use it.“

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(via Kottke)

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Ein Kurzportrait über einen Sound Designer

Mit Sound Design assoziiert man heute schnell riesige und riesig teuer ausgestattete High-End Studios, die mehr an Labore als an Aufnahmezimmer erinnern. Zumindest geht mir das so und ich denke, dass ich damit nicht ganz alleine dastehe.

Es gibt diese Nerds noch, die in irgendwelchen Schuppen an Sounds feilen. Sie akribisch aufnehmen, verfremden, mit Effekten ummodelieren, archivieren und dann irgendwann vielleicht mal einsetzen. So wie der britische Sound Designer Ali Lacey. Josh Bennett hat über ihn dieses wunderbare kurze Portrait gemacht und ich mag das sehr. Vielleicht ist das ja sogar noch viel geiler, als selber Musik zusammenzuschrauben. Diese nämlich macht Ali Lacey dann gleich auch noch – liegt ja auch irgendwie nahe. Und diese geht sogar ziemlich tief rein. Schönes und melancholisches Zeug, welches es dann hin und wieder auch zum kostenlosen Download gibt.


(Direktlink)

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Das „S“ der SPD jetzt auf eBay Kleinanzeigen

Irgendwer verkauft auf eBay Kleinanzeigen von Hamburg Rotherbaum aus gerade das „S“ der SPD. Danach dürfte auch im Namen der Partei nichts mehr von der altehrwürdigen Sozialdemokratie übrig bleiben. Mit aktuellem Blick auf Hamburg wäre das durchaus konsequent. Zu den nächsten Wahlen wird die Partei dann unter dem Kürzel PD antreten.

Preis ist Verhandlungssache, könnte ein Schnäppchen werden.

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(via Schlecky)

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HiFi-Porn aus den 60ern und 70ern: Audioklassiks

Frank aus Berlin macht seit ein paar Jahren schon das Blog Audioklassiks. Auf diesem sammelt er die HiFi-Schätze der 60er und 70er Jahre und macht wirklich außerordentlich gute Detail-Fotografien von denen, die er sich dann ins Blog packt. Außerdem veröffentlicht er dort Manuals alter Geräte, Papiermodelle von HiFi-Geräten und einige ziemlich bis sehr kuhle GIFs.

Da fällt mir auf, dass ich meine letzte HiFi-Komponente vor über 10 Jahren kaufte und diesen ollen Verstärker heute gar nicht mehr in Nutzung habe. Kopfhörer und aktive Computer-Anlage haben das heute vollständig übernommen.

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(via René)

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Wenn ein Doppeldeckerbus zum Mini-Hotel wird

Adam Collier-Woods kaufte sich Anfang letzten Jahres auf eBay einen 1982er Metro-Bus. So ein Doppeldecker, wie er so ähnlich auch hier durch die Großstädte rollt. Kosten: 4.500 £ (ca. 5.400 EUR), ein Schnäppchen, wie er fand also kaufte er die Karre, aus der er etwas Wohnliches machen wollte. Das tat der Zimmermann dann auch und baute innerhalb von sechs Monaten drei Schlafzimmer ins Obergeschoß, zwei Full-Size Doppelzimmer und ein Zimmer mit Etagenbetten. Dazu gibt es unten eine Küche, ein Bad mit Nasszelle und eine kleine aber muschelige Chill-Area. Kosten für den Umbau: ca. 12.000 EUR. Beheizt wird das außergewöhnliche Domizil durch einen Holzofen. Darin können getrost sechs Menschen ein paar Tage Urlaub machen.


(Video des Umbaus, Direktlink)

Fahren kann man als Besucher dammit allerdings nicht mehr, der große grüne Bus steht fest in Brighton in der Grafschaft East Sussex, ziemlich direkt am Ärmelkanal also. Die Übernachtungen in dem Bus sind nicht ganz billig, aber bei 340,00 £ für zwei Erwachsene und ein Kind für zwei Nächte kann man sich durchaus in weit weniger attraktive Hotelzimmer einbuchen. Und das will ja keiner.

Vermietet wird die Kiste ab April 2014 und nun zu dem eigentlichen Schmankerl, den Bildern des Busses. Hier noch die Website und die obligatorische Facebookadresse.

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(via 1000 Notes)

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