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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Die Frucht meiner Lenden Nr. 1 hatte gestern Schlafbesuch von einer guten Freundin. Sowas kommt ja vor und ist nicht weiter schlimm. Am Abendbrottisch, es gab selbst geschnitzte Pommes und Schnitzel, weil Schnitzel isst ein jeder, bewegten sich die jungen Damen dann auf äußerst dünnem Eis: Es ging um Lieblingsmusiken und so und das ist natürlich immer so eine Sache. Eine Sache, wie eine Prüfung, durch die man nicht durchfallen will. Klar ist auch mir als altem Mann, was man denn heute so hören müsste um diese Prüfung zu bestehen: Monrose, Medlock, den ganzen DSDS-Schmuh samt aller denkbaren Abwandlungen. Ganz hoch im Kurs momentan auch dieses Merchandisingmonster „High School Musical“, das mit disneyschem fremdweltigen nur so um sich feuert und immer den gehobenen Zeigefinger der Moral schwingend. Sex? Doch bitte nicht vor der Ehe und so. Sexy aussehen darf man dennoch. Disney eben. Sowas geht wohl heute gut durch die weiblichen Kinderzimmer dieses Landes, das ist der heiße Shice. So auch bei dem gerne gesehenem Schlafbesuch. Dieser packte dann auch genau dieses Zeug auf den Tisch. Lieblingsmusike und so. Treffer – versenkt, dachte sie dann. Die Frucht meiner Lenden Nr.1 sagte gar nichts, ja, drehte nicht mal die Augen, wie das sonst in solchen Fällen immer ihre so charmante Art ist. Sie stopfte die Pommes in sich rein. Auf Nachfrage, was sie denn mögen würde, meinte sie: „Kennste eh nich.“, womit man sich natürlich nicht zufrieden geben kann als Gast, als jemand, der den heißen Shice hört. Das reicht hinten und vorne nicht als Antwort. Fakten müssen her, Namen: „Nun sag‘ schon.“, meinte die Freundin. „Okay“, meinte die Frucht meiner Lenden Nr.1: „Mellowmark, Maxim, Peter Fox, Klartext und ganz besonders Ganjaman“. Buff, da war es raus. Die kleine Schlaumeise weiß sehr wohl schon, dass man sich auch über musikalische Vorlieben zu individualisieren weiß, und sparte sich gänzlich zu sagen, dass auch sie einiges von dem heißen Shice ganz gerne mag – das muss aber nicht jeder wissen. Fand‘ ich gut, irgendwie und dachte: Mhmmkay, ich verrate nichts!

Heute lief den ganzen Abend eine ganz und gar entzückende Jazzplatte in Heavy Rotation und während sie die Champignons für das Frikassee schnitzte, fragte sie, ob ich die ihr nicht mal brennen könnte. Das sei „echt geiler Sound“, meinte sie. Eigentlich ist ihr nämlich egal, was der heiße Shice ist, glaube ich. Das hat sie von ihrem Vater, hoffe ich. Nun sitzt sie am MacBook und bastelt tolle Grafiken mit Photoshop CS4. Hach!

5 Kommentare

Manchmal hat man so Anwandlungen, in denen man darüber urteilen will, was „man machen sollte“ und was nicht – aber solange einem niemand so wichtig ist, dass man sich sein Gesicht auf den Körper tättowieren lässt, hat man keine Ahnung, was es bedeutet, Fan zu sein.

(Happy Schnitzel bei Peter Maffay)

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Die mir vielleicht, mit fast an Sicherheit grenzend, liebste Melodie. Ich pfeife sie wenn ich allein im Dunkel bin, weil Pfeifen im dunkeln vertreibt bekanntlich die Angst.

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Es kommt nicht allzu häufig vor, zugegeben, aber hin und wieder kaufe ich mir tatsächlich Musik auf iTunes. So wie jetzt gerade. Jazz. Auch wegen dem Rhodes, dem Wurlitzer, primär aber wegen dieser unwirklich entzückenden Stimme, die selbst den Beatles-Schinken Imagine wohlwollend in meine Ohren säuselt. Von Hänschen klein ganz zu schweigen. Ganz, ganz groß!

Diese Sängerin hat alles, was Pop kann und Jazz braucht, sie könnte das eine wie das andere, dazu auch ohne Problem das Genre Chanson bedienen. Hier ist es mir recht schwer gefallen, ein Türchen aufzumachen und Jessica Gall einzusortieren.

(Sabine Kaufmann)

Shice, dass ich die drei Stunden Jessica Gall gestern in Potsdam nicht mit erleben konnte. Egal. Beim nächsten Mal ganz sicher.

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Die Pennerportraits von Rodolphe Simeon

Sowas ausdrucksstarkes und beeindruckendes habe ich lange nicht gesehen: Rodolphe Simeon zog durch die Straßen dieser Welt und machte Fotos von den Obdachlosen, die in diesen ihr zu Hause haben. Überwiegend in Portraitform. Die Bilder, die durchaus und durchweg galeriewertig sind, hat er dann in einem Flickr-Set gesammelt. Wahnsinnsfotos sind das! Fast kann man bei den Abgelichteten die Jahre im Gesicht zählen, so nahe geht Simeon mit der Kamera da rauf.

Flickr-Set: The Street
(via kox)

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Was der Namlook mit dem Le Mar da geschraubt hat…
Meine Fresse.

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