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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Fotografie: Dare Turnsek

Dare Turnsek ist Slovene, nach eigener Aussage „Outdoor Freak“ und hat eine nicht zu übersehende Schwäche für das Licht der frühen Morgenstunden. Überhaupt sind die Bilder geprägt von außergewöhnlichen Lichtverhältnissen. Seine Fotos erinnern mitunter an Landschaften wie sie ein Tolkien nicht besser hätte beschreiben können. Unfassbar schön.
Und weil ich mich vor lauter Begeisterung gar nicht so recht für nur ein Foto von ihm entscheiden will, hier zwei seiner Bilder.

Portfolio: Dare Turnsek at Onexposure

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Herberts ‚Cafe de Flore‘ auf Ghost In The Shell

Mit Melodien ist das ja so eine Sache, davon gibt es Tausende, wenn nicht Millionen. Manche sind gut, gehen gut ins Ohr und kommen so über die Jahre, wenn man so will. Andere sind dermaßen grottig, dass sie nicht ins Ohr wollen, zumindest in meines nicht, über die Jahre kommen die dann allerdings trotzdem, wegen den verschiedenen Geschmäckern und so. Dann gibt es noch die Nullnummermelodien, die irgendwer mal gemacht hat und die es, wenn überhaupt, nur in wenige Ohren schaffen. Um die ist es meistens nicht schade. Und dann, ja, und dann gibt es noch die Jahrhundertmelodien, die fucking genial sind, dass man sie am liebsten mit ins Grab nehmen würde, was ja nicht geht. Zumindest aber am Grab kann man sie sich vorstellen. Das man sie dort dann nicht mehr hört ist auch egal, geht ja eher um das dazu führende Gefühl.

Eine dieser Jahrhundertmelodien hat definitiv Herbert mit seinem Schifferklavier zu ‚Cafe de Flore‘ eingespielt. Wohlgemerkt hat er diese auch genau im Pariser ‚Cafe de Flore‘ aufgenommen, was fast den Geruch von frischen Croissants in die Nase treibt, um mal wieder auf Klischees rum zu reiten. Als ich vor Jahren mal ein Live-Set von Heiko Laux und Alexander Kowalski auf die Platte bekam, war diese Nummer der Opener und ich habe es nie wieder aus dem Kopf bekommen. Einfach traumhaft diese Melodie. Wer sie einmal gehört hat, wird sie nie wieder los, das garantiere ich. Die möchte ich am Grab hören, auch wenn ich sie dann nicht mehr hören kann.

Leider gibt es dazu kein offizielles Video, von der Version hier sowieso nicht. Dafür aber unzählige Remixe, die sehr houselastig sind, was der Melodie zwar keinen Abbruch tut, aber doch eher aufgeregt daher kommt. Wenn irgendjemand genau diese Variante als File hat, wäre ich dankbar über eine Mail. Es gibt auch einen wunderschönen Remix von Stephane Pompougnac, den ich nirgendwo finden kann, aber schon gehört hab. Den hätte ich auch gern, zumindest aber den Hinweis, woher ich den kriegen kann.

Und nun: Eine Jahrhundertmelodie made by Herbert. Wie ich es liebe! Nur länger dürfte es gerne sein, viel länger.

(Direktlink)

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Wenn dich dein Radio morgens mit dieser Nummer hier begrüßt, dann ist der Tag völlig im Arsch, da braucht man dann nicht mehr auf Verbesserung hoffen. Kannste total vergessen. Und auch, wenn die das da im Radio zum Spaß gemacht haben, ändert das nichts an der Tatsache, dass du dir das Aufstehen hättest sparen könnten, da gibt es nichts mehr, was diese Übelkeit vom Morgen wieder vertreiben könnte. Nichts!
Aber schlimmer geht ja bekanntlich immer und was soll ich sagen? Das Jazz-Netzradio, dass ich bis eben laufen hatte, überrascht um 10 nach 11 mit Roger Cicero. Ich fass es nicht! Kotz. Ich geh´ mich jetzt einbuddeln und komme erst morgen wieder raus.

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1-Euro-Job-Schwachsinn:

Ich habe eben sechs gestandene Männer gesehen, die im Wald(!) Laub harken. Wer sowas entscheidet, schickt auch Leute in den Keller um die so lange Kohlen putzen zu lassen, bis die weiß sind. Erklär mir einer die Welt. Die spinnen doch alle!

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Bock auf Rootsreggaedubundsowas?

Reggaexx hat vor schon über einem Jahr einen Mix ins Netz gestellt, der sich einzig und allein aus Veröffentlichungen des Basic Channel-Subs Wackies zusammensetzt. Wackies muss man nicht kennen, sollte man aber unbedingt, denn die graben regelmäßig irgendwelche längst vergessen geglaubten Reggae- und Dubklassiker aus, um die dann wieder neu zu veröffentlichen. Dabei kommen dann mitunter ganz großartige Platten raus, die mir in meinem Alter wohl für immer verborgen geblieben wären, wenn die sich nicht darum gekümmert hätten. Ganz großartiger Mix, der 65 Minuten das Wetter hier vergessen lässt. Außerdem haben die eines der schönsten Logos, ever.

Download: Wackies-Mix Let’s Cut Through The Bull And Get A Little Wackie
(In dem Post ganz runter und dann auf „Enjoy“ zum Download klicken.)

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Galerie: Vintage Synth Scans

Ich mag diese alten Kisten nicht nur wegen ihres, im Regelfall, grandiosen Klanges, sondern auch weil die Dinger wunderschön anzuschauen sind – mit Holzfunieren, Perlmut und all so Zeug. Flickr-User Matrixsynth hat Anzeigen, Bilder und sonstige Zeitdokumente von dutzenden Synthies, vornehmlich japanischer Herkunft, eingescannt und eine ganze Galerie daraus gebastelt, sämtliche Klassiker inclusive. Wunderbar. Wenn man die nur alle dazu auch noch hören könnte.

Flickr-Album: Vintage Synth Scans

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Manchmal stand ich mit dem Kopf gelehnt an der Fensterscheibe auf einer der halbfertigen Baustellen, die irgendwann mal Wohnhäuser werden sollten, rauchte, sah auf den Hof, wo dutzende Leute ihrer Arbeit nachgingen und dachte nach. Das tat ich oft, zu jener Zeit. Ich hatte Glück an solchen Tagen, konnte selbständig und vor allem ohne jegliche Begleitung in Form eines dummschwätzenden Kollegens kleine Aufgaben abarbeiten, die in jeder der frisch gebauten Wohnungen gemacht werden mussten. Heizkörperrohre lackieren, Heizkörper spritzen, Fugen ziehen, Türzargen streichen – solche Sachen. Da stand ich dann im Warmen und genoss es, den Heizkörpern so nahe zu kommen, draußen war Winter, es lag Schnee und alle die dort draußen unterwegs waren, mussten sich um einiges dicker anziehen als ich. Durch den Schnee liefen die portugiesischen Putzer, von denen es hieß, sie hätten keine Manieren, die türkischen Tiefbauer, von denen es hieß, sie hätten keine Manieren, die polnischen Eisenflechter, von denen es hieß, sie hätten keine Manieren, die russischen Fußbodenleger, von denen es hieß, sie hätten keine Manieren, die deutschen Maurer und Maler, von denen ich sagen konnte, sie hatten keine Manieren, aber sie fühlten sich wohl besser damit, genau das den ausländischen Bauarbeitern zu überlassen – keine Manieren haben. Hin und wieder lief auch tapste auch ein Tischler durch den Schnee. Den einzigem Gewerk auf dem Bau angehörend, dem ich, in damaliger Situation, so etwas wie Manieren attestiert hätte. Tischler sind sehr ehrbare Handwerker, ähnlich wie Zimmermänner. Da stand ich dann, rauchte mehr als es meine Zeit hergegeben hätte und pausierte. Lange manchmal.

Es roch immer sehr sauer in diesen neu gebauten Häusern, in die 6-8 Wochen später die ersten Mieter ihre neuen Domizile einrichten wollten. Eine Mischung aus frischem Kalkputz, dem allgegenwärtigem Staub, dem Holz der frisch verbauten und Pisse, die fast immer in einigen Eimern vor sich hingärte. Die mussten immer so lange als Klo-Ersatz herhalten, solange wie noch keine Sanitäranlagen verbaut bzw. diese funktionstüchtig waren. Wochenlang standen die da und ich weiß bis heute nicht, wer die dann, irgendwann kurz vor Bauabnahme, entsorgt hatte. Es war ein furchtbarer Gestank und ich war froh, wenn der Lack, den ich auf die heißen Heizkörper und Rohre tünchte, verbrannte und dabei kleine Rauchwolken im Raum hinterließ. Dieser Geruch dann machte die Tage erträglich, auch wenn immer alles danach roch. Die Klamotten, die Haare, die Haut, alles roch nach Alkydharzlack, was gemessen an den anderen möglichen Geruchsalternativen ganz klar die beste Variante war.

Irgendwo aus einem anderen Hausflur dröhnte dann der Hammer des Tischlers, der die Türen in die Wände knallte, auch das Sägen der Steinsetzer konnte man gut hören, die die Treppenaufgänge mit italienischem Granit ausstaffierten. Ansonsten war es manchmal ganz still. Ich hörte nur das Schleifpapier, das die Röhren vom Putz befreite und das Klacken des Pinsels, wenn der mal gegen die Rohre stieß. An solchen Tagen hasste ich die Pausen im Bauwagen. Ich wollte meine Ruhe, keine Gespräche, keine Geschichten der Kollegen, die sich darüber ausließen, in welcher Dorfdisse sie am vergangenem Wochenende wen wie oft und wo flachgelegt hatten. Ich wollte nicht hören, welcher der Altgesellen Stress mit seiner Uschi und seinen Kindern hatte, wohin er im nächsten Jahr in den Urlaub fliegen würde, welches Reisebüro ihm dafür das beste Angebot gemacht hätte. Ich wollte keinen Suff, kein Kiff und auch kein Koks, dass sich einige durch ihre Nasen zogen, um noch mehr Meter zu schaffen und um ihre Akkordlöhne so in die Höhe zu treiben. Das machte für mich alles keinen Sinn, das war mir alles egal. Ich wollte meine Ruhe, wollte meine Gedanken ganz für mich haben und wollte meinen Earl Grey ohne Zucker. An solchen Tagen ging ich immer allein in die kleine Bäckerei und hoffte, dort niemanden zu treffen, der auch auf dieser Baustelle tätig war. Manchmal gelang das. Ich stand dann dort und sah den Hausfrauen dabei zu, wie sie ihre Tageseinkäufe machten. Auch blöd, aber immer noch besser als sich im Bauwagen zulallen und vollquatschen zu lassen.

Ich war sehr lange auf dieser Baustelle mit den vielen blaugrauen (RAL 5024) Mietshäusern in der Triftstraße, Berlin-Wittenau. Es war eine der besseren Baustellen, eine, auf der man auch mal allein arbeiten konnte. Manchmal habe ich die Jahre meiner ersten Ausbildung gemocht, meistens habe ich sie gehasst. Hin und wieder sogar beides, eben so wie in der Triftstraße, Berlin-Wittenau. Immer wenn der Winter Einzug in mein Leben hält, erinnere ich mich an diese Zeit zurück. Auch gerne mitunter. Heute nochmal durch diese Wohnungen gehen, von denen sich die Mieter gar nicht klar darüber sind, dass das mal Baustelle war, das wäre was…

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Muharhar: De-Mail. Schäubles Lakaien basteln an einem hypersicherem Maildienst, den dann jeder Deutsche ab 2009 für sich nutzen kann. Das soll dem Zweck der sicheren Mailkommunikation für jederman dienen. Ich überlege, ob ich nicht ab sofort von jeder Mail die ich sende, eine Kopie davon ans Bundesinnenministeruim gehen lasse. Das wäre ja für alle Beteiligten der einfachste Weg.

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VW Bully T1 Commercial

Karton genommen, Fenster und Türen reingeschnitten, angemalt, verchromte Radkappen auf die Räder, fertig. Großartiger Bully-Spot aus den frühen Fünfzigern. Wenn ich irgendwann mal viel Geld übrig habe, dann kaufe ich mir genau so eine Kiste, lass´ die runderneuern, mache Führerschein und fahre samt den Damen des Hauses die komplette Atlantikküste runter.

(Direktlink)

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