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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Planet Boelex & Lisa’s antenna – Little world (Soft Phase01)


Wie bereits angekündigt, geht mit Soft Phase ein neues Netlabel an den Start, ein „nordic netlabel“, um mal die Macher zu zitieren. Elektronisch betrachtet, verbinde ich damit ein ganz bestimmten Sound. Weich, warm, herzerfüllend. Mit dem ersten Release wird genau diese Schiene erfüllt und ein, für Netlabels, völlig untypisches, ein anderes, ein bisher so nicht gehörtes Goldstück ins Netz gestellt, das jegliche meiner Erwartungen maßlos übertroffen hat. Ehrlich. Ich mag den Sound von Planet Beolex seit langem sehr gerne, weil er immer einen ganz eigenen Sound fährt, diese Perle hier allerdings liebe ich, denn zu seinem nordischen Sound, paart sich die unfassbar schöne Stimme von Lisa’s antenna, und schickt den Hörer von Anfang bis zum Ende konsequent nach Norden. An ihrer Stimme kann man das wirklich Neue auch festmachen. Alle Sounds stehen nicht, wie so oft üblich, für sich selbst, sondern sind nur dazu da um diese Stimme zu begleiten, sie zu tragen, sie in den Vordergrund zu stellen. Es ist fast unfassbar, das so ein Release zum freien Download ins Netz kommt. Ich meine das deshalb, weil wirklich alle Songs eine neue, bisher nicht dagewesene Qualität im Netaudio-Bereich mitbringen. Zumindest habe ich sowas vergleichbares noch nicht laden können. Kaufen allerdings auch nicht, mir fällt nicht mal was Vergleichbares ein, was auch nur so ähnlich klingt.

Little world setzt völlig neue Maßstäbe. Sich daran zu messen, dürfte für viele verdammt schwer werden. Wenn sich aber andere Netaudiokünstler daran orientieren, könnte es die Chance geben, Netaudio von innen herraus aufzubrechen und endlich neue Wege zu gehen. Wege die endgültig beweisen, dass eben auch auf diese Weise vertriebene Musik, alles andere ist als nur umsonst. Das hier ist ein Meisterwerk, für mich jetzt schon die Platte des Jahres und vielleicht sogar das beste Netaudiorelease, was es bisher gegeben hat. Eben auch für jene Menschen hörbar, denen die elektronischen Standartreleases der letzten Jahre nichts gegeben haben, oder jene, die immer noch denken, da käme eh immer nur Zeug, dass man schon 100 Mal gehört hat.

Als ich letzte Woche schon mal reinhören konnte, hatte ich die Befürchtung, dass es die Songs nur als Bezahldownloads geben könnte, glücklicherweise ist dem aber nicht so. Diese Musik gehört eigentlich in jeden guten Radiosender und ist CC-Lizenziert. Ich bin sowas von beeindruckt.

Download: Planet Boelex & Lisa’s antenna – Little world

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Man muss sich nur dämlich genug anstellen, um sich einen entspannt und wochenendverheißenden Freitag in Richtung „kurz vor dem Herzkasper“ zu versauen. Man muss eigentlich nichts weiter tun, als einen Koffer in der Tram stehen zu lassen, zumal einen, der einen doch hochpreisigen Inhalt wie diesen hier beinhaltet. Man könnte meinen, dass wird ein teurer Freitag wenn dieser Inhalt dann auch noch dem Arbeitgeber gehört und nicht einem selbst. Aber man nimmt ja solche Sachen während der Urlaubszeit immer lieber mit nach Hause, denn trotz Alarmanlage weiß man ja nie. Weg ist weg, Alarmanlage hin oder her, das muss ja nicht sein. So rattert das Hirn munter drauflos und überlegt schonmal, wie man diesen ja doch irgendwie unangenehmen Fopas den diversen Informationsberechtigten vermitteln kann. Ich meine, nichts sagen, kannste ja auch nicht machen. Du überlegst so Sachen, wann hast du das letzte Mal auf dein Konto geguckt und was war da noch drauf, denn die Versicherung wird dir was pupen, wenn du denen sagst: „Ähm… ja… in der Tram stehen lassen.“ Da geht gar nichts. All sowas geht dir durch den Kopf, während du überlegst, wie du denn nun an die Nummer kommst, um irgendwen zu erreichen, der wiederum den Tramfahrer erreichen könnte. Da muss ja was gehen. Dann telefonierst du mit der Dame des Hauses in der Ferne und fragst um Rat, denkst dir nichts weiter, bis die dann aber sagt: „Ähm, Schatz? Du hast einen KOFFER in der Tram stehen lassen? Einen KOOOOOFFER?“ Dann fällt dir was auf, was du noch gar nicht bedacht hattest: Koffer ohne Besitzer in der Tram sind nicht sonderlich unpopulär, eher im Gegenteil, häufig tauchen sie in den Nachrichten auf. Dann nämlich, nachdem man sie gesprengt hat. Ahhhhhhhhhhhhhhh! Vor den Kopf klatsch. Scheiße ³. Das kann dann noch teurer werden und irgendwie auch unangenehm. Die Dame des Hauses bietet dir an, sich darum zu kümmern und aus der Ferne zu telefonieren. Du bist irgendwie ziemlich perplex und überlegst dir schon, welcher Radiosender wohl zu erst deinen Koffer in den Nachrichten hat und wohin du am besten auswandern solltest und sowas.
Nach 10 Minuten dann Entwarnung. Die Dame des Hauses hat alles geklärt und sogar den Koffer dingfest machen können, Morgen abzuholen. Die nette Tante von den Verkehrsbetrieben musste auch lachen, als sie von einem Koffer hörte. Hätte ich jetzt nicht gedacht, dass die über sowas lachen können, aber nun gut. Es geht doch nichts über die Dame des Hauses! Du hoffst, dass dieser Tag schnell zu Ende geht und schwörst dir, niemals wieder solch teuren Schice mit den Öffentlichen hin und her zu schleppen, das selbe nämlich ist dir damals schon mal mit dem Beamer im Bus passiert, aber das ist eine andere Geschichte.

Obwohl, wer ist schon so blöd und nimmt einen Koffer mit, der ohne Besitzer in der Tram steht.

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Stina Nordenstam – Electronic Press Kit (1994)

Muss jener Zeit zur And She Closed Her Eyes-LP gemacht worden sein und ist leider, von ursprünglich fast 19 Minuten, auf traurige 5 Minuten zusammengestaucht worden, was aber schon reicht, um zu sehen, wie schüchtern die Junge Dame mit Fragestellern umgeht. Man, ist das niedlich, ist die niedlich. Wie sie spricht, was sie sagt. Traumhaft. Und könnte mal bitte irgendwer ein Video zu When Debbie’s Back From Texas zusammenbasteln und irgendwo hochladen? Danke schön.

(Direkt: Elfe)

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Hauswirtschaftliche Abhängigkeit

Seit dem ich mit der Dame des Hauses die erste eigene Bude bezogen hatte, immerhin 1994, Berlin, Bundesallee, hatte ich immer eine hauswirtschaftliche technische Helferin, auf die ich auch nie verzichten mochte. Es war gar das erste, was ich zu jener Zeit als erstes gekauft hatte, noch vor der Waschmaschine: einen Geschirrspüler. Wir waren jung, hatten ständig Besuch in der Bude (an den Wochenenden tummelten sich nicht selten 15 Menschen in der Zwei-Zimmer Wohnung) und ich wollte absolut nicht einsehen, dass ich das ganze Geschirr, was dabei zwangsläufig eindreckt, auch noch abwaschen sollte. Die Besucher schon gar nicht. Also ging ich los und kaufte von dem bescheidenen Startkapital, was der Bausparvertrag, den die Mutter fürsorglich schon Jahre vorher abgeschlossen hatte und der ausgelöst wurde, kurz bevor der zuständige Vertreter sich damals samt Kundenkohle nach Singapur verpisst hatte, einen Geschirrspüler. Schnell stellte ich fest, dass das die wahrscheinlich beste Erfindung kurz nach dem Wegwerfgeschirr war. Nichts mehr spülen, naja, fast nichts. Reinstellen, Knopf drücken, warten, ausräumen. Das war das, worauf die Menschheit seit Jahrhunderten gebraucht hat. Ja, ein Grund gar, warum sie überhaupt existiert hat, dachte ich. Ich wollte dieses furchtbar praktische Dingen niemals missen müssen, hatte ich mich schon immer über den Sinn des Abwaschens an sich beklagt. Man putzt den ganzen Krempel ja eigentlich nur, um ihn danach wieder einsauen zu können. Furchtbar unnütz, dachte ich. Also: Her mit dem Geschirrspüler und die Küche ist immer sauber. Ich hatte ihn gar lieb gewonnen, rein platonisch versteht sich.

Die gute Dame, was rückblickend sicher auch irgendwie respektlos erscheinen mag, hatte nicht mal einen Namen bekommen, auf den sie hätte hören können. Sie war einfach immer nur die gute, stille Haushaltshilfe ohne Namen. Gut, sie hat immer etwas gebrummt und aus ihrem Inneren konnte man es Klappern hören, aber das war es auch. Zu Beginn dieses Sommers hat sie uns verlassen. Nicht das sie generell den Dienst quittierte, sie gab sich Mühe, aber sie konnte einfach nicht mehr das, wofür sie einst geschaffen wurde: Sie spülte nicht mehr ordentlich. Wir schickten sie in die wohlverdiente Rente. Diese verbringt sie immer noch in der Garage. Man kann sich nicht so einfach von ihr trennen.

Es musste ein Ersatz her. Der alte von Mutter hat dann den Spitzenfensterplatz in unserer Küche bekommen. Aber es gab keine Bindung zu dem Dingen. Wie auch, der stand ja auch immer wo anders und was weiß der schon, von unserem Geschirr. Nichts, um genau zu sein. Es fehlt die gegenseitige Wertschätzung. Außerdem ist das Dingen so faul wie die Pechmarie und macht den äußerst wichtigen Job mehr schlecht als Recht. Manchmal auch gar nicht. Verbraucht nur Wasser und macht nichts sauberer als ich mit kaltem Wasser und der Hand. Ich glaube er mag uns nicht. Mich nicht, die Frau nicht, und die Kinder schon gar nicht.

Ich habe ihn mir nun zur Brust genommen und ein inniges Gespräch führen wollen, nur: Das Shiceteil redet nicht mit mir und zeigt auch sonst keinerlei Einsicht, was ja wohl das Mindeste wäre, wie ich finde. In letzter Hoffnung auf eine gegenseitige Annäherung habe ich heute 25€(!) für irgendwelche Geschirrspüler-Kosmetika, die sich Salz und Klarspüler nennen, ausgegeben und gehofft, wir würden nun doch noch zusammen finden. Man will ja nichts unversucht lassen. Ich meine, es geht schließlich um eine Geschirrspülmaschine, nicht um eine obszöne Mikrowelle oder der gleichen. Ich habe also einen Haufen Geld ausgegeben um die Kiste mal zu verwöhnen. Gespannt stand ich dann am Ende des Waschgangs vor der Tür und hoffte aus blitzeblanke Gläser und ordentlich gespülte Tassen. Aber: Nun ja, was soll ich sagen. Es hat nichts gebracht. Meine Geduld ist am Ende mit der Kiste. Schluss, aus, vorbei! Weg mit dem Ding. Und zwar nicht in die Garage, da steht ja schon die andere. Eine neue muss her. Schnell. Und die bekommt dann auch einen Namen. Gehört sich einfach so.

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Quantec – Thousands Of Thoughts

Als ich mit Inge heute Nacht von dem Fledermausmann nach Hause kam, setzten wir uns in die Küche, tranken, klappten die Books auf und spielten uns gegenseitig unsere Lieblings-Neodub-Tunes vor. Der hier war auch dabei und just heute morgen landet dieses Filmchen hier, was aber eigentlich keines ist, in meinem Reader und versüßt mir den Kater. Und das das Video eigentlich nur Bilder in Super-Slowmo hin und her schiebt, stört mich gar kein bisschen. Im Gegenteil, passt bestens zu dem Track.

(Direkt: Katermusik, via DeepGoa)

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Bilder: Spirit of 69 – Skinheads

Eine Sammlung von Bildern, die die Kultur der Skinheads ausleuchtet. Fotos, Zeitungsausschnitte, TV-Screenshots und wasweißichnichtnochalles. Wenn ich Skinheads sage, meine ich Skinheads und nicht Sachsen-Anhaltinsche Vollpfosten. Ihr wisst schon. Ich habe ja bisher immer behauptet, dass Weenies grundsätzlich so aussehen, als wären sie Keiler auf zwei Beinen. Nun ja, das würde ich hiermit dann auch erstmal zurücknehmen, oder nur für Potsdam geltend lassen.
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Flickr-Set: Skinheads
(via design you trust)

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Fotos, die die Welt veränderten

…ist vielleicht ein wenig hochgegriffen, vielleicht aber auch nicht. In jedem Fall sind Bilder von historisch wichtigen Ereignissen sowas wie ein kollektives Gedächtnis, wie ich finde. Photos that Changed the World sammelt diese Bilder und packt sie dorthin, wo sie hingehören: ins Internetz. Allerdings ist da wahrscheinlich ziemlicher Copyrightbimmel angesagt, deshalb dieser Hinweis nur in Textform.
(via kwerfeldein)

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