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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Man man man

Vor Jahren noch musste man, um für sein Auto keinen TÜV zu bekommen, so einiges vorweisen können. Durchgerostete Schweller, defekte Lenkradmuffen, löchrige Auspuffanlage, abgenutze Bremsen, ausgeleiherte Querlenkerbuchsen oder andere Dinge, von denen ich zwar nie vorher hörte, die aber immer ziemlich wichtig klangen. Das wurde von meiner Seite aus – natürlich – regelmäßig mitgebracht. Kaum aber hat man mal ein Auto, was nicht älter ist als die Eltern, zählt sowas alles nicht mehr viel. Um heute keinen TÜV zu bekommen, reicht es schon aus, Blinklichtleuchten zu haben, „die nicht mehr gelb leuchten“ und ein „abgenutzes Heckscheibenwischerblatt“ mitzubringen. Warum ich eben erst „Scheibenwichserblatt“ hierhin geschrieben hatte, erklärt sich von selber.

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Das ich die Namen Andrea Berg und Karl Marx mal in einem, politischem Kontext während eines Monologes in einem deutschen Rathaus hören würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Aber; Denkste!

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Vintage-Fotos aus den letzten Jahrzenten

Ich hatte mal einen guten Freund, der hatte ein, wie ich fand, ziemlich spleeniges Hobby. Der lief jedes Wochenende über etliche Flohmärkte der Republik und war einzig auf der Suche nach Foto-Filmen, die zwar schon geknippst aber noch nicht entwickelt waren. Die lies er dann entwickeln und hatte so eine ziemlich umfangreiche Sammlung von Fotos, die Menschen und sonst was festhielten, die oder das er nie im Leben gesehen hatte und, gemessen an dem Alter mancher Fotos, auch sicher nicht mehr sehen würde. Skurile Sache und doch irgendwie sehr interessant. Ich hab keine Ahnung, ob Superbomba da eine ähnliche Vorgehensweise hat um an ihre Fotos zu kommen, der flickr-Pool zumindest ist sagenhaft. Hunderte von Fotos, die alle nach Privataufnahmen aussehen, die rund um den Erdball enstanden sein müssen. Und das aus sechs Jahrzenten. Sogar die Pfadfinder aus deutschen Landen hier, die irgendwie auch wie Jungpioniere aussehen, haben sich dort verewigen können. Da kann man stundenlang umherklicken.

© superbomba

Übrigens alle Bilder in allen Größen und alles CC-liziensiert.

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Best of Radiohead ab 3. Juni zu haben

Capitol/EMI wollen offenbar noch mal das Beste von Radiohead verramschen und bringen im Juni gleich 5 Variationen einer Best of an den Markt, die da wären:

* 1CD collection featuring 17 tracks
* Special Edition 2CD, adding 13 tracks
* 4-piece vinyl set with 29 tracks
* 17-track & 30-track digital downloads
* DVD featuring 21 classic promo videos

Auf der Standartvariante, also der 17-Track CD, kommen wohl folgende Songs:
1. Just
2. Paranoid Android
3. Karma Police
4. Creep
5. No Surprises
6. High and Dry
7. My Iron Lung
8. There There
9. Lucky
10. Optimistic
11. Fake Plastic Trees
12. Idioteque
13. 2+2 = 5
14. The Bends
15. Pyramid Song
16. Street Spirit (Fade Out)
17. Everything In Its Right Place

Das Kaufen dürfte sich für eingefleichte Radioheadliebhaber wohl kaum lohnen, denn die sollten ohnehin schon alles da haben.
Mehr Infos gibt es auf der eigens gebastelten Website www.thebestofradiohead.com/

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Die Stadt muss einen Säufer importiert haben. Könnte sein, aus Berlin. Bis Mitte letzter Woche noch nie gesehen, seit dem täglich. Entweder in der 92, am Bahnhof, am Schlaatz – immer dichte bis kurz vorm Umfallen, immer mit einer Flasche hochprotzentigem bewaffnet. Ziemlich fertig sieht er aus. Das reißt auch die Mister T Frisur nicht raus. Er lässt immer seinen geöffneten Fusel der Marke „Goldbrand“ (wahlweise auch einen billigen Wodka) auf dem Tramfussboden stehen, was logischerweise die Konsequenz hat, das die Pulle irgendwann umfällt und ausläuft, was natürlich stinkt wie die Seuche, so am frühen Morgen. Er ist erst eine Woche hier und fast jeder kennt ihn. Viele Freunde hat er noch nicht.

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Also entweder beginnt das Sommerloch in diesem Jahr schon im Mai, oder außerhalb von Potsdam ist das Internet kaputt. Oder mein Browser. Aber irgendwas da draußen stimmt nicht, gloob ick.

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Consistent – Who did EP (tfe008) ab heute im Laden

Der Sturm ist vorbei. Hier in der Wüste Nevadas legen sich die letzten Körner Staub den er aufgewirbelt hatte langsam in ihr Wüstenbett. Hinter den hohen Sanddünen versinkt die Sonne am Horizont. Es kehrt wieder Ruhe ein. Fast. Meteorologisch sehr unwahrscheinlich und dennoch nicht ganz ausgeschlossen, dreht der Orkan bei und nimmt den Weg auf dem er sich gerade noch zu verabschieden schien. Er kehrt zurück und das mit noch mehr Kraft, als mit der, mit der er hier eben noch gewütet hat. Consistent peitscht zurück durch die Schneise, die er im Wüstensand hinterlassen hatte geradewegs auf mich zu. „Tanzen!“ Grollt es aus dem Auge des Orkans. „Tanzen!“ Und die Sandkörner erheben sich zu einem majestätischem House-Ballsaal. Sie wirbeln durch die Luft, als sei es der letzte Tanz, den es zu tanzen gäbe. Unaufhaltsam wirbelt der Orkan sie durcheinander. Das wird eine lange Nacht, und nicht die letzte. „Who did“ sorgt dafür, dass genügend Reibung zwischen ihnen entsteht. Die bissigen dubtouched Chords fliegen über die sexy pumpenden Bässe, die sich mit dem Beat ebenso vereinen wollen, wie die Staubkörner im Tanz es tun. So, als ging es darum, Kinder zu zeugen. Über dem basslastigen Gerüst schlingern sich die Percussions wie die Klapperschlange im Sand unter meinen Füssen. Die Samples tun ihr übriges für diesen Reigen der Willigen.

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Rio Reiser – Zauberland (live in Ostberlin)

Aufgenommen 1988 in der Werner-Seelenbinderhalle in Ostberlin. Wer den wie damals dort hat auftreten lassen, verstehe ich bis heute nicht so ganz. Offenbar wusste man gar nicht, was man sich da auf die Bühne holte. Die einzige Bedienung, die es von DDR-Staatsseite gab, war jene, auf keinen Fall „Keine Macht für Niemand“ zu spielen. Alles andere war erlaubt. Als dann bei „Der Traum ist aus“ kollektiv die ganz Halle brüllte „…doch dieses Land ist es nicht“, muss dem zuständigen Aufnahmeleiter schon ziemlich der Arsch gegangen sein. Ein großartiges Konzert, von dem es ein ebenso großartiges Doppel-Album gibt. Dummerweise aber kaum Filmaufnahmen im Netz. Das, was damals das DDR-Fernsehen aufgenommen hatte, würde ich gerne mal sehen wollen. Ungeschnitten. Mit den Schwarz-Roten Fahnen, die natürlich nicht gezeigt worden sind. Es war das letzte Jahr der DDR und viele Kids im Osten liebten den Scheiß von Rio und den Scherben. Vielleicht ja hat der Sound zu diesem Zeitpunkt besser nach Ostberlin gepasst als je zuvor irgendwo anders hin. Wer weiß das schon.

(DirektTraumtier)

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