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Das Kraftfuttermischwerk Beiträge

Neues auf Tendenzen Freier Entfaltung. Die beiden verschallerten Briten nennen sich Bigger Than Jesus und machen eine EP, die locker als total durchgeknallt durchgeht. Genau so also, wie es der Name schon vermuten lässt. Remixe gibt es von Perc und Saint iBot. Wer hier Minimal erwartet, fährt gegen die Wand, die beiden drücken mal so richtig kräftig auf die Hupe. Vorhören geht hier, kaufen geht in jedem Recordstore. Der obligatorische Link zu mBeat.de muss hier mal wegfallen, die sind Offline, warum auch immer. Also ich würde die Scheibe glattweg kaufen, wenn da nicht… Und so.
Beatport, kompakt.mp3, Juno und alle anderen üblichen Downloadstores ziehen die Tage nach.
Behauptungen, die Platte könnte aufgrund des Namens in den Staaten auf dem Index landen, wurden als Unsinn abgetan.

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Hat irgendwer Myspace gehackt, oder was ist da los? Uharharhar.

(Nachtrag: Nee, hat keiner. Es läuft überall, nur hier im Netzwerk nicht.)

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Das vielleicht Deprimierendste an der täglichen Viertelstunde Wartezeit an der Bushaltestelle, sind die Gespräche der Alten, die sich fast ausschließlich um ihre Arztbesuche und die damit verbundenen Gebrechen drehen. Ein anderes Thema haben sie selten. Es sind auch nicht immer die selben alten Leute, die sich austauschen – es sind täglich andere und dennoch haben sie nur dieses eine Thema. Sie steigen dann in den Bus, um sich auf ihre Dörfer verteilen zu lassen, was bei manchen gut 90 Minuten dauert. Am nächsten Morgen dann lassen sie sich wieder in die Stadt fahren. Sie haben Termine, wie sie sagen, immer haben sie Termine.

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Ich frage mich gerade ernsthaft, wie man jetzt in den Jugendhaft- und Jugendarrestanstalten, seitens der staatlichen Kontrolle, die brisante Mischung aus dem neuem Jugendschutzgesetz, dem neuen Nichtraucherschutzgesetz und den Bedürfnissen Süchten der Jugendlichen auf die Reihe bekommt. Das würde mich echt mal interessieren.

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Der Vorverkauf für die 3 Portisheadkonzerte in Deutschland startet bei tickets.de am 02.02.08. Und bei einem Preis von 34,00 Euro zzgl. der jeweiligen Vorverkaufsgebühr sind die fast ein Schnäppchen.

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Manche Gesichter vergisst man sein Leben lang nicht. Nie. Ganz gleich auch, wie lange es her ist, das man sie das letzte Mal gesehen. Ernst hat so ein Gesicht. Er wohnte früher in der „Neuen Wohnstadt“, gegenüber der Kaufhalle, direkt neben dem kleinen Zeitungskiosk, bei dem ich als Kind immer meine Flieger-Revue kaufen ging und wo seit der Wende der Dönerladen drin ist. Ernst arbeitete in dem großen Reglerwerk, sowie Tausende andere in unserer Stadt auch. Er muss ziemlich mies verdient haben damals. In seiner Freizeit verdiente er sich deshalb noch ein paar Mark dazu, in dem er Fahrräder wieder „flott machte“, wie er das nannte. Ernst sammelte irgendwelche Rahmen ein und machte wieder funktionierende Gefährte daraus. Diese verkaufte er dann an alle möglichen Leute, die ein Fahrrad brauchten, aber billig dabei wegkommen wollten. Ich weiß nicht mehr, wie wir an den Typen geraten sind , ich weiß aber, dass wir irgendwann einen Deal mit ihm hatten: Wir sammelten auf den Schrottplätzen der Umgebung Fahrradteile jeglicher Art und wenn die noch brauchbar waren, bezahlte er uns ein paar Mark dafür. Irgendwo lag immer was rum, was noch verbaut werden konnte. Sattel, Lenker, Räder und all so ein Kram.

Er soff wie ein Loch, seine Familie hatte schwer darunter zu leiden, was ihm aber nichts wert war. Er hatte sich neben seinem Kohlenkeller eine kleine Werkstatt in die Sechziger Jahre-Mietskaserne gezimmert. Wahlweise konnte man darin auch prima feiern, was er regelmäßig mit seinen Freunden tat, wie er sagte. Obwohl ich mir nie sicher war, das er davon mehr als eine Handvoll hatte. Wenn Ernst mal nicht arbeiten war, verbrachte er seine komplette freie Zeit in diesem Keller. Dort stand ein Radio, sein Goldbrand und es roch immer nach Zigarettenrauch – er rauchte Kette. Wir fanden es spannend, unsere Samstagvormittage dort zu verbringen. Außerdem gab es meistens, wenn wir Teile mitbrachten, auch etwas Geld, dass wir sogleich in die Kaufhalle tragen konnten.

Ernst war nie sonderlich freundlich, so ein Brubbelkopp eher, der, zudem noch dazu neigte, ständig aufschneiderische Geschichten zu erzählen. Er könne Karate und all so einen Schmiss wollte er uns weismachen. Irgendwann rastete er im Keller aus. Keiner wusste so recht worum es ging, was auch egal war. Er flippte völlig aus, schrie uns an, drohte damit, uns zu verprügeln. Dabei drückte er einen von uns an die Wand und sah ihn mit so einem Irrenblick an. Er schrie und schrie und schrie. Wir bekamen es mit der Angst und flüchteten förmlich vor ihm. Danach gingen wir nie wieder hin. Über dreiundzwanzig Jahre muss das her sein. Dann zog er um und ich habe ihn seit dem nie mehr wirklich wahrgenommen und bin mir sicher, ihn zwanzig Jahre lang nicht mehr gesehen zu haben.

Vorhin stand er mir gegenüber. Am Bahnhof. Viel kleiner wirkt er heute und sieht um Längen schlechter aus, als damals schon. Hager ist er, fast dürre. Eine dieser Billigzigarillos, für 2,30€ die Schachtel, steckte schlaff in seinem Mund. Das Gesicht ist faltig, die quallig teigige Haut ist untersetzt mit vielen roten Äderchen, die nach und nach alle aufzuplatzen drohen. Die Nase ist knallrot. Keine Frage: er ist immer noch ein Säufer, nur wahrscheinlich ist er das noch konsequenter als er es damals ohnehin schon war.

Ich habe ihn sofort erkannt. Er mich nicht.

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Ich weiß ja: myspace ist unter vielen sowas von unpopulär, dass das schon fast komische Züge annimmt. Und? Nichts und, mir ist das völlig pupe, ich steh auf Myspace. Erstens weil da sowieso fast jeder einen Account hat, zweitens weil da, zumindest musikalisch betrachtet, einfach alle am Start sind und drittens, weil es die Wege Leute zu kontaktieren kurz macht. Nicht zu vergessen, dass man da mit ein wenig Glück immer wieder absolute musikalische Leckerbissen finden kann. So wie Da Enemy nämlich. Drum´n Bass der Extraklasse. Exorbitant geiles Zeug, was der da in seinem Player laufen hat.

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Vor der Oberschule hocken die Lehrerinnen in ihren Kleinwagen und gönnen sich eine Zigarettenpause, wenn man in diesem Rahmen von „gönnen“ sprechen kann. Die Fenster der Autos sind dabei geschlossen.

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Ich war unverschämt, cool und durch den Wind. Ich betrank mich und kloppte mich jeden Abend. Meine Eltern bestritten meinen Unterhalt, weil sie Schiss hatten. Ich war der ruppigste achtzehnjährige Drecksack auf Erden. Im Unterricht sprang ich auf, schwang wirre Reden und widersprach den Professoren in allem. Ich war unausstehlich und fand mich stark, aber ich hatte Angst, mich um eine Position im Football-Team zu bewerben oder eine zu fragen, ob sie mit mir ausgeht. Ich las nichts als Nietzsche und Schopenhauer. Ich hatte Journalismus und Kunst belegt, und wenn wir einen Text pro Woche schreiben sollten, gab ich sieben ab. Manche hielten mich für ein Genie. Ich kam mir auch wie eins vor. Oder so wie ich dachte, dass man sich als Genie vorkommt.

Die taz druckt heute ein fiktives Interview, das sie mit dem lange toten Charles Bukowski geführt hat. Hä? Ja, ist so. Beim Lesen stellt man sich unweigerlich die Frage, wo denn die Freaks der Jetztzeit darauf warten, endlich rauszukommen.

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(Leider weiß ich weder wer diese großartige Photo gemacht hat, noch wo genau es herkommt. Sollte das jemand wissen, werde ich es selbstredend nachtragen.)

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