Zum Inhalt springen

Recap: Deichbrand Festival 2015

FSF (2 von 3)

Jägermeister hatte mich vor Monaten gefragt, ob ich denn nicht Lust hätte für und mit Jägermeister ein Festival zu besuchen. Ich konnte aus fünfen wählen und entschied mich ob des Line Ups für das Deichbrand. Da waren einige Bands auf der Bühne, die mir ohnehin zusagten und ich dachte, das könnte man machen.

Ich habe in den letzten 20 Jahren um die 150 Festivals besucht. Vom ganz kleinen mit 30 Gästen bis hin zur Fusion mit damals um die 70.000 Besucher. Allerdings war ich bis zum Deichbrand noch nie auf einem Rockfestival. Meine Spielwiese war seit jeher die elektronische Musik, die im Sommer natürlich draußen ganz besonders viel Spaß macht, weshalb ich halt immer nur der fröhnte. Die Musik läuft dort im Regelfall 24 Stunden Non Stop, ein Dancefloor ist immer offen, getanzt wird rund um die Uhr, bis dann am Montag oder Dienstag die Anlagen ausgehen. Schon mal ein elementarer Unterschied zu einem Rockfestival, wo die ersten Bands erst mittags spielen und in der Nacht Ruhe auf und vor den Bühnen einkehrt. Komische Sache, irgendwie – ungewohnt vor allem; die Mainfloors schlafen zu sehen.

Ungewohnt auch, sein Zelt nicht einfach neben sein parkendes Auto stellen zu können und mit Sack und Pack vom Parkplatz aus in die Camping-Area zu ziehen. Kannte ich so bisher auch nicht. Verkompliziert auch alles ein wenig. Gerade dann, wenn du deinen Kühlschrank und Herd im Bulli hast. Aber gut, deshalb fährt man ja auch nicht auf ein Festival. Dieses besucht man primär der Musik wegen. So auch ich.

Gefreut hatte ich mich auf die Beatsteaks, Tocotronic, Kraftklub, The Kooks, Thees Uhlman, Marcus Wiebusch, Fettes Brot und meine
Lieblingspunker von Feine Sahne Fischfilet, die schon am frühen Samstagnachmittag bei feinstem Sonnenschein das Gelände vor der Mainstage rasierten. Geschafft habe ich dann, wie das halt immer so ist, nicht mal die Hälfte. Ganz dick waren eben FSF – und Kraftklub haben das Gelände in einen orgamusartigen Ausnahmezustand gespielt. Sich selber offenbar auch. Das war ein nicht nur musikalisches Feuerwerk gepaart mit Pyrotechnik Rauch- und Konfettibomben. Mir wurde vorher schon gesagt, dass die live exorbitant großartig sein sollen, das aber war übergut! Ohne jegliche Übertreibung. Hier der komplette Mitschnitt als Video.

Deichbrand (99 von 101)

Zwischendurch sind wir dann immer wieder mal im zentral gelegenen Jägermeister Gasthof eingekehrt, wo es neben diversen DJ-Sets auch immer wieder Live-Sessions von der Jägermeister Blaskapelle gab. Musikalisch ging es dort einmal quer durch den akustischen Gemüsegarten, was mir nicht immer so ganz reinging, andere aber allerhand Spaß haben lies.


(Direktlink)

Was mir enorm unangenehm auffiel, war der Umstand, wie viele der Festivalbesucher mit ihrem Müll umgehen. Ohne Scheiß: so eine Dreckschlacht habe ich in 20 Jahren nirgendwo anders gesehen. Nirgendwo! Keine Ahnung, wie das Gelände am Ende dann aussah, aber zwischenzeitlich packte mich ein wenig die Fassungslosigkeit. Wirklich.

IMG_6595 IMG_6596

Auch aufgefallen ist mir, wie viele Menschen eine eigene Soundanlage mit auf so ein Gelände schleppen – als gäbe es dort weiß Gott nicht Musik genug. Und dass die dann auch Helene Fischer und/oder Pur ganz unironisch über den Zeltplatz ballern, machte mich irgendwie ein bisschen traurig. Selbst ironisch hätte mich traurig gemacht. Andrea Berg war auch dabei. Kann man sich nicht ausdenken.

Glücklicherweise aber war das musikalische Angebot auf dem Gelände selber um Längen besser, weshalb ich den Zeltplatz lieber mied.

Was ich gelernt habe: es ist keine gute Idee, sich bei einem Festival dieser Größe darauf zu verlassen, dass einen nachts schon irgendein Taxi ins Hotel bringen würde. Da bedarf es einiger Geduld.

Und ein Festival am Meer lässt auch Räume für die „ruhigen Momente“.

Hier noch ein paar meiner Eindrücke, all meine Fotos vom Deichbrand Festival 2015 in diesem Flickr-Album.

Deichbrand (20 von 101) Deichbrand (12 von 101) Deichbrand (11 von 101) Deichbrand (6 von 101) Deichbrand (8 von 101) Deichbrand (13 von 101) Deichbrand (22 von 101) Deichbrand (24 von 101) Deichbrand (26 von 101) Deichbrand (27 von 101) Deichbrand (29 von 101) Deichbrand (30 von 101) Deichbrand (33 von 101) Deichbrand (35 von 101) Deichbrand (40 von 101) Deichbrand (42 von 101) Deichbrand (45 von 101) Deichbrand (51 von 101) Deichbrand (68 von 101) Deichbrand (71 von 101) Deichbrand (81 von 101) Deichbrand (92 von 101)

14 Kommentare

  1. tiffy12. August 2015 at 23:00

    danke für deine worte und die schönen fotos. ich war auch dort und zuvor viele jahre nicht mehr auf festivals von solchen ausmaßen. die müllhalde, die als campingplatz getarnt war, hat mich auch geschockt. und der offen ausgelebte sexismus: ich meine, da gab es echt typen, die am rand von ihrer camping-area saßen, und bewertungstafeln hochgehalten haben, wenn mädels vorbeigetrottet kamen. die natürlich auch entsprechend gekleidet waren. solange irgendwelche modeblogs unter dem hashtag „festival“ irgendwelche durchsichtigen tanktops und knappe hotpants abfeiern, wird sich das auch nicht ändern. festival ist einfach grade ein bisschen zu trendy um noch richtig echt zu sein., leider.

  2. muetze12. August 2015 at 23:28

    Das Ding mit dem Müll ist anscheinend einfach auf den richtig großen Festivals einfach so. letztes Jahr am Chiemsee Summer waren es anscheinend um die 400 Tonnen Müll einfach liegen. Ich war als Lotse (Freiwilliger) dort und hab das Gelände gesehen wo die Besucher alle schon weg waren, es sah aus wie ein Schlachtfeld. Aber letztes Jahr war es anscheinend sehr extrem, aber es wird trotzdem einfach viel Müll liegen gelassen. Auf der andern Seite ist es sehr schön zu wissen das es auch anders gehen kann wie man am Beispiel des diesjährigen Sunrise Reggae & Ska Festival in Burtenbach (bei Günzburg) sehen kann wo große Teile der Campingwiesen nach dem Festival komplett ohne Müll hinterlassen worden sind. Kann das Sunrise übrighens sehr empfehlen, nächstes Jahr wird 10 jähriges gefeiert!!!

  3. muetze12. August 2015 at 23:42

    gibt ein paar Zeitungsartikel zu dem Thema einfach mal „chiemsee summer müll“ googlen, zb von Rosenheim24 oder chiemgau24 oder müncher abendzeitung.

  4. scoii12. August 2015 at 23:58

    Ich kann muetze da nur Zustimme.
    Als ich dieses Jahr mal wieder auf dem Fesival Haltestelle Woodstock war, war ich von der Art und weise mit Müll umzugehen auch sehr beeindruckt.
    Mir hat nach einiger Zeit eingeleuchtet, warum das so war.
    Es gab keinen einzigen Mülleimer und mir sind nur 2 müllkontainer aufgefallen. Für 750.000 Menschen. Die alle Bier trinken und essen müssen.
    Der müll wird einfach da fallen gelassen wo man gerade ist. Anders kann man mit solchen müllmengen in solch einer Situation auch fast gar nicht umgehen glaube ich. Man macht dann halt danach sauber und sammelt den müll. Das dauert wohl mehrere wochen.
    Dierekt am Zelt ist ein Müllbeutel natürlich immer sinnvoll.

  5. Stephan13. August 2015 at 10:54

    Hunde die völlig apathisch auf dem Gelände umherirren, Kinder die ohne Gehörschutz auf dem Dancefloor rumtrollen, Tonnen von Müll und Menschen, die mit angelassenem Motor und Licht (in ‚da Face) den anderen das Camping versüßen. Ja, asozial ist salonfähig. Dazu Konsum Konsum Konsum die heilige Kuh des Festivalbesuchers.
    Entweder ich werde alt oder alles wird komischer…oder beides.

  6. sam13. August 2015 at 11:45

    ich werde nie verstehen, wie man freiwillig auf solche festivitäten gehen kann.
    line up – hin oder her. diese art zusammenkünfte sind mein ganz persönlicher albtraum!
    die junghorden von besoffenen, latent aggressiven idioten, die trennung von camping vs. musikarea und überall kommerz, werbung und promoscheiße.
    was nicht heißt, dass ich keine festivals mag, aber lieber halt kleinere mit einem musikalisch klarer umrissenen spektrum. ftwk.
    aber im grunde finde ich es gut, dass es melt, deichbrand und wie sie alle heißen, gibt.
    das mindert die trottelrate auf meinen festivitäten ungemein.

  7. Lutz13. August 2015 at 12:19

    Korrekt. Das einzige was mir dazu einfällt ist das Wort ekelhaft.

  8. danoerm13. August 2015 at 12:56

    Ich finde es schon krass, dass es Leute gibt die bereits im Voraus wissen, dass sie das bspw. Zelt nicht wieder mit nach Hause nehmen und auf dem „Gelände“ entsorgen werden. Dieses Denken finde ich furchtbar, das sind die Gleichen D* die auch keine Achtung vor den Dingen der Anderen dort haben und denen es egal ist, dass sie beim vorbei laufen gerade deine Zeltschnur abgerissen haben.

  9. rheuma13. August 2015 at 21:53

    alter! wieviel kohle gab’s für den beitrag? und vor allem: für die links??

  10. Ronny14. August 2015 at 00:11

    rheuma,

    Alter! Keine! Sonst würde das dranstehen. So wie hier immer. Alter!

  11. Venture Brother14. August 2015 at 05:48

    Ich habe auch schon lange kein Festival besucht (ausser zum Arbeiten!) weil mir genau diese Dinge so unangenehm auffielen!
    Klar: Festivals sind nunmal auch soeine Rückführung in die Steinzeit.
    Mehrere Tage ohne Zivilisation im Zelt und „Notrationen“. :-)
    Aber man nimmt dennoch Rücksicht auf seine Zelt(und allgemein!)nachbarn und seinen eigenen Zeltplatz!
    Dass man seinen Zeltplatz zumindest weitesgehend am Ende aufräumt, soweit es der KAter und Allgemeinzustand zulässt, war immer selbstredend!
    So war es all die Jahre zuvor.

    Was aber jetzt so auf Festivals unterwegs ist, ist einfach nur asoziale Hipsterkacke!
    Der ganze Zeltplatz wird mit eigens mitgebrachter Riesananlage(n) von mehreren Seiten beschallt und die Kiddos kommen dann schön mit Vatis silbernen Mercedes aufs Gelände.
    Um dann noch in Zeltnähe pissen gehen…
    Und um auch noch das letzte Klischee zu erfüllen fläzen sich die Hipster schön in Deutschland-Fahnenhocker und labern dauerbreit jedes Mädel an mit „titten frei!“ oder so.

    Nicht zu vergessen Selfidioten die jeden und alles filmen und fotografieren (trotz des Film- und Foto-Verbots das auf manchen wenigen Festivals herrscht!)

    Seitdem hasse ich Festivals nur noch.

  12. rheuma14. August 2015 at 07:06

    Ronny,

    junge, junge. alter. na, irgendwie steht’s ja auch dran. ziemlich oft sogar.

  13. LeeOn15. August 2015 at 10:09

    Ronny:
    rheuma,

    Alter! Keine! Sonst würde das dranstehen. So wie hier immer. Alter!

    Ein Text mit einer Länge von über 250 Wörtern, zwei follow-Links mit harten Anker-Texten, schöne Keyword-Dichte, Fotos, auf denen „Jägermeister“ prima zu lesen ist … Entweder versucht uns hier einen einen Bären aufzubinden, oder irgendeine Marketing-Abteilung hat in letzter Zeit schön abgefeiert (vermutlich mit Jägermeister).

  14. Ronny15. August 2015 at 11:50

    LeeOn,
    Ich hätte auch gerne die Zeit und vor allem die Motivation, mir über Dinge wie diese Gedanken zu machen. :D

    Ach, nee, lieber doch nicht, dann würden andere Sachen auf der Strecke bleiben.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.