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Stellungnahme des Westfalen-Blatts zu der Kolumne »Unsere Töchter schützen«

Jetzt ist auch beim Westfalen-Blatt selber angekommen, dass die von Diplom-Psychologin Barbara Eggert geschriebene Kolumne in der zum Westfalen-Blatt gehörenden „OWL am Sonntag“ mindestens neben der Spur war. Eggert empfiehlt in dieser einem Vater, seine Töchter nicht zu der Hochzeit seines Bruder mitzunehmen, der seinen Freund heiraten wird. Um sie zu schützen.

Das Westfalen-Blatt veröffentlichte nun folgende Stellungnahme.

Sollte die Einschätzung der Diplom-Psychologin Barbara Eggert Ihre Gefühle verletzt haben, so bedauern wir das außerordentlich. Wir bitten dafür ausdrücklich um Entschuldigung und versichern, dass uns nichts ferner lag als das. Wir haben Verständnis dafür, wenn beim Lesen insbesondere der kurzen Fassung der Kolumne »Guter Rat am Sonntag« der Verdacht der Homophobie entstehen konnte. Das WESTFALEN-BLATT weist aber zugleich den Vorwurf zurück, der Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit das Wort reden zu wollen.

Sehr selbstkritisch müssen wir einräumen, dass in der Kolumne so formuliert wird, dass der Text Kritik geradezu herausfordert. Das ist unzweifelhaft eine gravierende journalistische Fehlleistung, die die Redaktion in vollem Umfang zu verantworten hat. Wenn die Rede davon ist, dass die Kinder »verwirrt werden« könnten, dann fehlt zwingend die Erklärung, woraus dies resultieren könnte – nämlich nicht aus dem Besuch einer Hochzeit zweier Männer an sich, sondern dadurch, dass den beiden Töchtern des Ratsuchenden bisher jegliche Aufklärung über Homosexualität fehlt.

[…]

Geradezu absurd ist vor diesem Hintergrund der Verdacht, das WESTFALEN-BLATT empfehle »Kinder von Homosexuellen fernzuhalten«.

Wenn es sich nur halb so absurd gelesen hätte, wie man es durchaus verstehen konnte.

Eggert selbst rudert ein wenig mit den Armen. In der heißen Luft.

»Hier geht es nicht um meine Weltanschauung oder einen gesellschaftlichen Konflikt, sondern um ein ganz privates, nicht repräsentatives Problem eines verunsicherten Vaters. Ich habe ihm geschrieben, dass seine Kinder vielleicht nicht liberal genug erzogen wurden und ihm geraten, ein offenes Gespräch mit seinem Bruder zu suchen, um seinen Standpunkt zu erklären. Ich bin der Meinung, dass man alle Menschen ernst nehmen und respektieren muss, auch die, und gerade die, die anders denken als man selbst, alles andere würde mir intolerant erscheinen.«

5 Kommentare

  1. BrEin19. Mai 2015 at 18:55

    „…alles andere würde mir intolerant erscheinen.“

    Genau! Wenn man nicht tolerant der Intoleranz gegenüber ist, ist man selber intolerant.

    *facepalm*

  2. Dan19. Mai 2015 at 19:15

    „Hier geht es nicht um meine Weltanschauung oder einen gesellschaftlichen Konflikt, sondern um ein ganz privates, nicht repräsentatives Problem eines verunsicherten Vaters.“

    In der Zeitung abdrucken = ganz privat? Aber irgendwie muss sie ja versuchen, sich rauszureden.

  3. Gamb20. Mai 2015 at 12:55

    ich finde es ok. sowohl ihre empfehlung als auch ihre stellungnahme.

  4. Keren21. Mai 2015 at 13:02

    Tja, wenn wir dank Frau Eggert geistig wieder im Mittelalter angekommen sind, wie wäre es dann damit: „Sie ist eine Hexe! Auf den Scheiterhaufen mit ihr!“

    Diese Art veralteter Moralvorstellungen würden ihr wahrscheinlich nicht zusagen.

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