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Schlagwort: Copyright

Disney verklagt Deadmau5, Deadmau5 verklagt Disney

EDM-Mäusekopf Deadmau5 hat aktuell ein wenig Stress mit Disney, wobei die sich gegenseitig wegen der Ohren an die Ohren wollen. Mickey Mouse und so. Totmau5 klagt jetzt auch, weil Disney sich wohl für einen Trailer an einem seiner Songs vergriffen haben soll. Dieser wurde mittlerweile von der Disney-Website gelöscht. *lölchen*

Ich sehe da keine Verlierer. Mein Oma würde sagen: „Beide in einen Sack stecken und mit dem Knüppel rauf hauen. Triffste immer den richtigen.“ Mein Oma war eine kluge Frau.

(via Blogbuzzter)

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Copyright-Bullshit: Wikipedia hat jetzt eine Kategorie für Selbstportraits von Tieren

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Wer es nicht mitbekommen hat: Wikipedia hat gerade einen kleinen Copyright-Streit am Hacken. Es geht dabei um das nicht ganz unbekannte Selfie, welches ein Makake im Jahr 2011 von sich selber machte. Allerdings mit der Kamera des englischen Natur-Fotografens David Slater. Und es war nicht nur eins, der Primat schoss hunderte Bilder von sich.

British nature photographer David Slater was in Indonesia in 2011 attempting to get the perfect image of a crested black macaque when one of the animals came up to investigate his equipment, hijacked a camera and took hundreds of selfies.

Slater will nun, dass die Bilder des Affens von der Wikipedia verschwinden und beruft sich dafür auf das Urheberrecht. Es geht natürlich, wie so oft, um Geld. Wikipedia hat die Fotos bei sich unter Public Domain eingestellt („This file is in the public domain, because as the work of a non-human animal, it has no human author in whom copyright is vested.“ ) und argumentiert nun, dass Slater die Fotos ja gar nicht selber gemacht und deshalb auch nicht der Urheber der Fotos sein könnte – schließlich hat der Affe sich fotografiert. Haha! Schöner Spin, der mich schonmal Popcorn holen lässt.

Währenddessen taucht bei Wikipedia eine Kategorie auf, die sich einzig der Selbstbildnissen von Tieren widmet. Keine Ahnung, ob es diese schon länger gibt, oder die bezüglich dessen jetzt erst aufgenommen wurde, aber in dem Kontext finde ich das schon sehr, sehr amüsant.
(via Mathias Schindler)

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Belgischer Bürgermeister bekommt Copyright-Trouble weil er mit lauter Musik Roma vertreiben will

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(Symbolfoto unter CC BY-ND 2.0 von RNW.org)

„Wo bleibt die GEMA, wenn man sie mal braucht?“ hört man hierzulande viele eher ironisch fragen, wenn die eigenen Ohren mal wieder vor einer akuten Bedrohung stehen. Meistens nämlich ist die GEMA dann nicht zur Stelle, denn die meisten akustischen Animositäten werden hierzulande ominöser Weise immer schon im Vorfeld schön GEMA-freundlich abgeklärt und wir alle müssen sie ertragen.

Anders in Belgien, wo ein Bürgermeister gerade dachte, „es sei eine gute Idee, Roma, die sich im belgischen Landen niedergelassen hatten, mittels lauter Musik zu vertreiben„.

Der Ablauf dessen, gegliedert von Max:

Schritt 1: Ein Roma-Lager in Belgien soll geräumt werden.

Schritt 2: Der Bürgermeister hält es für eine gute Idee, die Anwohner mit Musik aus einer 14.000 Watt Anlage vertreiben zu wollen.

Schritt 3: Der DJ legt Sultans of Swing von den Dire Straits auf.

Schritt 4: Die Kids finden’s cool und fangen an zu tanzen.

Schritt 5: Der Bürgermeister bekommt eine Klage wegen Körperverletzung und unmenschlicher Behandlung von Schutzbefohlenen.

Und zu guter Letzt schickt die SABAM (das belgische Pendant zur GEMA) dem Bürgermeister eine Rechnung wegen eines Copyright-Vergehens. Am Arsch.

Dumm nur, dass die campierenden Roma danach tatsächlich von dannen zogen.

Ein Camp-Bewohner wird zitiert, sich bei Debroux bedankt zu haben: „Ich möchte mich bei ihm bedanken. Wirklich nett, dass er uns einen DJ geschickt hat, um hier Party zu machen. Lokalen Medien zufolge startete der DJ seinen ungewöhnlichen Auftritt mit „Sultans of Swing“ von den Dire Straits. Ob es an der Musikbeschallung lag, dass die Roma sich wenig später mit der Polizei einigten und das Areal räumten, ist nicht bekannt.

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Bislang größtes Undercover-Presswerk für Schallplatten, CDs und DVDs in Europa ausgehoben

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(Foto unter CC BY 2.0 von FourthFloor)

Hooopsie! Im Raum Aschaffenburg und im angrenzenden Hessen haben irgendwelche Leute wohl illegal ein Presswerk für CDs, DVDs und für Schallplatten betrieben. Klar, dass der Bundesverband Musikindustrie e. V. (BVMI) da nicht tatenlos zusehen konnte und die Staatsanwaltschaft dazu bewogen hat, mal ein paar Durchsuchungen mit Hinblick auf eine etwaige Strafverfolgung durchzuführen. Das hat diese getan und ist fündig geworden.

Genaue Zahlen gibt es, was nicht wirklich überraschend ist, keine, es ist von “ umfangreichem Beweismaterial“ die Rede, welches sichergestellt wurde.

Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI, kommentiert: „Mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent erfreut sich die physische CD nach wie vor einer hohen Nachfrage in Deutschland – das zeigt sich nicht nur im legalen Geschäft, sondern leider auch auf den illegalen Marktplätzen. Mit der aktuellen Durchsuchungsaktion konnte dank der hervorragenden Vorarbeiten und vor allem der präzisen Arbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei dem offenbar bislang größten Undercover-Presswerk für Tonträger in Europa der Stecker gezogen werden. Das Equipment, dass dabei ans Licht gekommen ist, zeigt einmal mehr, dass hier nicht Kleinkriminelle am Werk sind, sondern professionelle Strukturen, die mit ihrer kriminellen Energie sowohl den Künstlern als auch den Tonträgerherstellern massiven Schaden zufügen.“

Hoffentlich nicht nur 36 DVD-Brenner und so ein Teil, dass einen dazu befähigt selber Platten schneiden zu können. Beim BVMI weiß man das ja nie nicht so recht. Nichts Genaues weiß man nicht, aber der BVMI kümmert sich. Nicht nur um digitale Kopien, die ja nach deren andauernden Aussagen fast zum Tod der Musikindustrie geführt haben.

Aber auch international feiert man:

Jeremy Banks, Director of Anti-Piracy, IFPI: „Wir freuen uns sehr, dass wir dabei unterstützen durften, ein Undercover-Presswerk von industriellem Ausmaß aufzuspüren, sodass die deutschen Behörden entsprechend einschreiten konnten. Auch wenn heute die digitale Piraterie die Schlagzeilen bestimmt, verdeutlicht dieser Fall anschaulich, dass die Musikindustrie weiterhin auch gegen diejenigen vorgeht, die unrechtmäßig mit Musik Geld verdienen, indem sie unlizenzierte physische Tonträger herstellen, verbreiten und verkaufen.“

Na dann…

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Soundcloud kurz vor Einigung mit Major-Labels

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Für ein paar Prozent sehen Universal, Sony und Warner Music wohl davon ab, Urheberrechtsklagen gegen Soundcloud anzustreben.

Soundcloud steht offenbar kurz vor einer Einigung mit den drei großen Majorlabels, die mögliche Urheberrechtsklagen gegen die Berliner Musikplattform abwenden könnte. Im Gegenzug für den Verzicht auf Klagen verspricht Soundcloud den Verhandlungspartnern Universal, Sony und Warner Music jeweils Unternehmensanteile im Umfang zwischen drei und fünf Prozent, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Außerdem sollen die Majors an zukünftigen Einnahmen der Plattform beteiligt werden.
(Groove)

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Warner Bros. möchte nicht, dass Greenpeace mit Musik von Warner auf die Sauereien von Shell hinweist

[Update] Auch auf Vimeo wurde das Video mittlerweile gelöscht. Die schlecht- bis gar nicht bezahlten Praktikanten bei Warner Bros. scheinen Überstunden zu schieben. Zum Zwecke dessen:

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(Direktlink, via René)

Lego arbeitet schon länger mit dem Ölkonzern Shell zusammen. Greenpeace hat vor ein paar Tagen mit einem sehr eindringlichen Kurzfilm darauf hingewiesen und hat darauf spekuliert, das Lego diese Geschäftsbeziehung auch mal überdenken könnte. Und zwar mit einer Arktis und den dort Lebenden, die allesamt im Öl ersaufen. Gebaut wurde diese Landschaft aus Lego. Lego allerdings mag seine Koop mit Shell eher nicht überdenken. Klar. Jetzt aber schaltet sich Warner Bros. Entertainment ein und lässt diesen Clip wohl wegen eines Urheberrechtsanspruchs auf Youtube löschen. Der hier benutze Song, „Everything Is Awesome“, nämlich ist der Titeltrack des Lego-Movies. Die Rechte daran liegen bei Warner. So kann man unter dem Deckmantel des Copyrights eben auch Politik machen. Andere nennen es Zensur. Ist jetzt gar nicht so awesome. Ein guter Grund, das Video erst recht zu sehen.

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Beastie Boys bekommen nach Copyright-Klage 1.7 Millionen Dollar von einem Brausehersteller

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Ich persönlich finde es eher uncool, dass Helden meiner Jugend heute wegen des Copyrights klagend durch Gerichtssäle ziehen. Nur Brausehersteller wie Monster sind nun auch keine von denen, die es sich nicht leisten könnten, auf ordentlichem Wege Lizenzen zu zahlen. Ambivalente Angelegenheit also.

Der benannte Brausehersteller hatte im Jahr 2012 ein Werbevideo veröffentlicht, in dem wohl Remixe der Beastie Nummern „Sabotage“, „So Watcha Want“ und „Make Some Noise“ ohne Genehmigung benutzt wurden. Die Band wollte dafür 2.5 Millionen, Monster war bereit 125.000 Dollar zu zahlen. Da sind dann 1.7 Millionen nicht ganz der mathematische Mittelwert. Monster will das Urteil wohl anfechten. Nun ja.

The band claimed the drinks company had used several Beasties tracks without permission in a 2012 promotional video, which included a remix by Z-Trip of tracks including ‘Sabotage’, ’So Watcha Want’ and ‘Make Some Noise’.

The four-minute video ended with the words “RIP MCA”, referring to the then-recent death of Beasties member Adam Yauch, aka MCA.

The band had initially sought up to $2.5 million for copyright infringement and false endorsement, but Monster argued that it owed no more than $125,000 and called the case “illogical”, saying an employee had mistakenly believed they had permission.

Ad-Rock and Mike D attended much of the trial and both testified. “We’re happy,” Ad-Rock said after the hearing. “We just want to thank the jury.”

(via FACT)

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Ein Fotograf mahnt die SPD ab: „Liebe Raubkopierer bei der SPD“

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Sebastian Heiser hat im Jahre 2005 ein Foto von Manfred Stolpe geschossen und dieses unter Creative Commons Lizenz in die Wikipedia gestellt. Das bedeutet, dass jeder dieses Bild frei nutzen kann, wenn zwei Bedingungen eingehalten werden: Der Urheber muss genannt werden und man muss dazuschreiben, dass das Bild unter einer Freien Lizenz steht. Ganz einfach eigentlich.

Die SPD aber hat diese Bedingungen nicht eingehalten, das Foto einfach kopiert und auf www.netzwerkberlin.de und www.manfred-stolpe.de veröffentlicht. „Das Netzwerk Berlin ist ein Zusammenschluss von derzeit 50 SPD-Bundestagsabgeordneten, darunter Sigmar Gabriel, Hubertus Heil und Thomas Oppermann; Manfred Stolpe war Bundesverkehrsminister und Ministerpräsident Brandenburgs.“

Daraufhin hat Heiser der SPD über seinen Anwalt eine Abmahnung zukommen lassen. Nicht weil es ihm primär darum geht, dass andere seine Fotos nutzen, sondern weil das in diesem Fall welche machen, die mitverantwortlich für das verstaubte Urheberrecht Deutschlands sind. Er wollte denen dann wohl zeigen, welche Konsequenzen das nach sich ziehen kann.

Normalerweise stört es mich nicht, wenn andere Leute meine Texte oder Bilder weiterverbreiten. Falls es mich doch mal stört, schreibe ich eine freundliche E-Mail oder greife zum Telefon (außer bei Kai Diekmann). Aber in diesem Fall dachte ich mir: Warum sollen unter dem kaputten Urheberrecht immer nur die Leute leiden, die damit täglich arbeiten müssen? Und nicht auch mal die, die dafür verantworlich sind?

Also habe ich mir einen Anwalt genommen und der hat euch dann Abmahnungen geschickt mit dem ganzen Programm, das euer Urheberrecht vorsieht:

– Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung
– Aufforderung zur Auskunft über die Dauer der Urheberrechtsverletzung
– Schadensersatz in Höhe der Lizenzgebühr, die gemäß dem Tarif der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing für das Foto angefallen wäre
– doppelter Schadensersatz, weil ihr mich nicht als Urheber genannt habt
– Anwaltskosten

Die SPD hat bezahlt. 1.800 Euro. Wenn die Anwaltskosten der SPD-Seite noch dazu kommen, dürfte die Summe eine noch höhere sein und Heiser hat errechnet, dass nach diesem Vorgang circa 24% des Gezahlten an ihn als Uhrheber geht, den Rest des Geldes teilen sich die Anwälte beider Seiten. Ein Urheberrecht, dass immer betont, zu Gunsten der Urheber gemacht worden sein funktioniert hier primär für die beteiligten Anwälte.

Grundsätzlich eine interessante Aktion, die im besten Fall einfach auch mal die Politik über die Gesetzeslage nachdenken lässt. Am Ende allerdings ist diese Summe für einen SPD-nahen Verein womöglich aus der Portokasse zu bezahlen, was man von Privatleuten, die Abmahnungen bekommen, wohl kaum behaupten kann. Will heißen: bei der SPD dürfte das kaum einem auch nur irgendwie wehtun. Genau aber das sollte es, um eine Problembewusstseinsveränderung zu erreichen. Es müsste der SPD mindestens genau so weh tun, wie den regelmäßig abgemahnten Privatpersonen. Am Ende wird die SPD dann noch so argumentieren, dass sie sich ja auch selber an die „tollen Gesetze“ halten würde, die sie so mitstrickt.

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Wie die bisherigen GEMA-Sperrtafeln bei YouTube zukünftig aussehen könnten

Die GEMA klagte vor dem Landgericht München gegen YouTube weil sie die von denen immer wieder angezeigten Sperrtafeln mit Verweis auf die GEMA nicht mehr haben wollen. Das LG hat der Klage nun stattgegeben und YouTube muss wohl umstellen, so denn Google keine Berufung einlegt und das Urteil damit rechtskräftig wäre.

Dann wird sich YouTube etwas Neues einfallen lassen müssen, wenn sie bestimmte Videos nicht mehr anzeigen möchten. Dennis Horn hat sich diesbezüglich schon mal Gedanken gemacht und folgende Idee erarbeitet.

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(via Marc)

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Wenn sich die GEMA und YouTube kloppen und die GEMA gegen die Sperrtafeln von YouTube gerichtlich vorgehen will

Das sind ja die Momente, in denen einem immer zu wenig Popcorn in der Küche scheint.

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Folgendes: In Kiew brennen gerade die Straßen, es werden via Youtube Livestreams gestartet, die dann im schlechtesten Fall hierzulande nicht zu sehen sind. Natürlich nicht. Youtube kassiert die Dinger. Nicht weil sie diese zensieren wollen würden oder die GEMA tatsächlich Rechte daran anmeldem würde oder so. Nein, nur weil es aber durchaus sein könnte, dass die GEMA aus irgendwelchen Gründen daran mal tatsächlich irgendwelche Rechte einräumen könnte. So, wie das bei 3649 Videos der Fall ist, die ihr jeden Tag nicht auf Youtube sehen könnt. Youtube begründet das dann gerne immer mal mit „Wir würden euch die Videos ja gerne zeigen, aber die GEMA lässt uns nicht.“, was natürlich Bullshit ist, wie mittlerweile hoffentlich viele wissen.

Aber die GEMA drängt, anders als von Youtube suggeriert, in wohl fast all dieser 3649 Beispielen Youtube nicht dazu. Das tut sie in lediglich 12 konkreten Fällen, die aufgrund eines Musterverfahrens durch die GEMA auf Youtube gesperrt worden sind. Sagt die GEMA. Und ich glaube das sogar. Also, dass es mehr tatsächlich nicht sind.

Nur wenn ich Youtube wäre und schon ein Musterverfahren von der GEMA am Arsch hätte, würde ich hier und dort auch prophylaktisch eingreifen und sperren lassen. Das nächste Verfahren kommt bestimmt. Ganz bestimmt. Da ist es gut, dem Kläger nicht all zu viel Futter zu bieten.

Also sperrt Youtube uns munter den Content weg und verweist auf die GEMA. Die GEMA findet das irgendwie gar nicht fair. Weil so böse wollen die eigentlich gar nicht sein. Können sie allerdings auch nicht, wenn Youtube den etwaig relevanten Content schon im Vorfeld mit Verweis auf die GEMA wegfischt. Die GEMA wirft Youtube in diesem taz-Interview nun vor, das aus rein propagandistischen Gründen genau so zu handhaben.

Die von Youtube eingeblendeten Sperrtafeln suggerieren fälschlicherweise, die GEMA wäre für die Sperrung der Videos verantwortlich. Das stimmt nicht.

Auch das glaube ich sogar. Teilweise. Aber eben auch immer mit dem Hinblick darauf, dass die GEMA durchaus Inhalte im Rahmen von kommenden Verfahren sperren würde, würde das Youtube nicht mit dem Verweis auf die GEMA ohnehin schon tun.

Die GEMA meint nun, Youtube betreibe da reine Stimmungsmache und die GEMA will sowieso immer nur das Beste für die Rechteinhaber. Auf auf voll fairer Ebene für alle, versteht sich.

Das mit den Sperrtafeln hat Youtube clever gemacht. Ich weiß nicht, welcher Algorithmus dem zugrunde liegt, ob die Sperrungen zufällig erfolgen oder bei Themen, die besonders viel Stimmung machen. Aber es führt ja zum Erfolg. Es ist gelungen, der Gema den Schwarzen Peter zuzuschieben. Leute wettern gegen die Gema, die niemals eine Rechnung von uns bekommen würden. Wir haben mit der privaten Nutzung von Musik nichts zu tun. Durch die Sperrtafeln hat Youtube es geschafft, die Gema doch im Privatleben der Menschen auftauchen zu lassen. Wir sind die, die ihnen den Genuss verwehren. Die Gema ist die Böse. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem wir „Nein“ sagen. Deswegen gehen wir jetzt auch gerichtlich gegen die Sperrtafeln vor.

[…]

Mit den Sperrtafeln wird die Öffentlichkeit seitdem bewusst in die Irre geführt und die Gema zum Sündenbock der Nation.

[…]

Youtube beeinflusst damit die öffentliche Meinung. So können sie mit dem Finger auf uns zeigen und sagen: „Wir würden euch die Videos ja gerne zeigen, aber die Gema lässt uns nicht.“ Das ist eine geschickte Marketing-Aktion. Dass sie gelingt, sieht man ja an den Hass-Nachrichten, die wir bekommen…

Mir kommen fast die Tränen, liebe GEMA. Aber wart Ihr es nicht, die selbst Weihnachtslieder in Kindertagesstätten und auf Weihnachtsmärkten zu Geld machen wolltet? Wart Ihr es nicht, die selbst für Veranstaltungen kassieren wolltet, auf denen einzig Creative Commons lizenzierte Musik lief? Wart Ihr es nicht, die die mittlerweile völlig verstaubte GEMA-Vermutung auf keinen Fall aufgeben wolltet, weil sie nach eurem Gutdünken immer noch die selbe Gültigkeit wie vor 30 Jahren hat? Und wart Ihr es nicht, die jetzt auch noch für das Einbetten von Videos kassieren wolltet, die Leute auf ihre Seiten per Youtube einbinden? Nicht? Dann bin ich bei euch. Aber dem ist leider so nicht. Ich reiche euch mein Taschentuch zum Tränen trocknen.

YouTube ist nicht weniger ein kapitalistischer den Boden zerfressender Schaufelbagger als die GEMA – machen wir uns nichts vor. Nur wenn ich mich für einen Sitz auf diesen Baggern entscheiden müsste, würde ich wohl auf dem von Team Youtube sitzen. Und dafür trägt eben nun nicht mal Google die Verantwortung. Etwa weil sie soviel dafür getan hätten, dass dem so ist, sondern eher die GEMA, weil sie immer noch soviel so wenig dafür tut, dass überhaupt auch nur irgendwer außer Dieter Bohlen und Christian Anders sich in ihrem Team wähnen würde.

Wie auch immer. Ich mach mal Popcorn warm.

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