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Schlagwort: GDR

25 Jahre nach dem Mauerfall: das Essay einer Ostlerin

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(Foto unter CC BY-SA 2.0 von Sludge G)

Anja Maier, Parlamentsredakteurin der taz und Buchautorin, ist mit Jahrgang 1965 einiges älter als ich und schreibt in der taz über ihre bundesdeutsche Identität 25 Jahre nach dem Fall der Mauer. Ich würde das gerne unterschreiben wollen. Toller Text, in dem ich mich gut wiederfinden kann.

Ich bin Ostlerin. Aber um das gleich klarzustellen: Das bedeutet schon ein bisschen mehr, als Berlinerin zu sein oder Brandenburgerin. Ostlersein markiert Herkunft und Zugehörigkeit. Und einen Minderheitenstatus, den ich situationsbedingt entweder liebe oder hasse. Gleichgültig ist er mir jedenfalls nicht.

[…]

Und bis zur NSA-Affäre hatte ich viel Zeit, meine Abhör-Paranoia zu killen.

[…]

Doch innerlich bleibe ich weiter auf Distanz. Vielleicht ist es ja bequemer so, schließlich ist so ein Außenseiterstatus durchaus vorzeigbar. Womöglich aber liegt es auch an dem einmal gefassten Entschluss, mich nach der Erfahrung mit der DDR zu nichts und niemandem mehr bekennen zu wollen. Staat, Gemeinschaft, Team? Ich bin dabei, aber die Anforderungen einer wie auch immer gearteten Gruppe werden nie wieder größer werden können als meine eigenen Bedürfnisse. Einer Partei angehören zu wollen, fiele mir nicht im Traum ein.

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SWR Podcast: Punk und Hip-Hop in der DDR

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(Foto: Punkfoto)

Ein recht kurzer aber dennoch hörenswerter Beitrag vom SWR über Punks und Hip-Hoper in der DDR. Sehr auf einzelne Biographien bezogen, was ja nichts Schlechtes sein muss und gerade im Hinblick auf den Hip-Hop mit mir bisher Unbekanntem. Hier im Archiv mehr über Punks in der DDR.

Bunter Irokesenschnitt und zerrissene Jeans – damit machte man sich in der ehemaligen DDR verdächtig. Staatskritische Punks wurden in der DDR schikaniert oder landeten im Gefängnis. Jugendliche Hip-Hopper steckte man ins FDJ-Heim – zum Rappen unter Aufsicht und mit staatlicher Lizenz.

[audio:http://mp3-download.swr.de/swr2/wissen/sendungen/2013/05/swr2wissen-20130514-punk-und-hiphop-in-der-ddr.12844s.mp3]
(Direktlink, via Swen)

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Staatsbürgerkunde Podcast über DDR-Sprech

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Superinteressanter Podcast von Staatsbürgerkunde, der schon etwas älter ist, was ihn allerdings kein bisschen weniger hörenswert macht.

In den zwei Stunden geht es um den journalistischen Sprachgebrauch in der DDR mit primärem Blick auf den Output des NDs, des Neuen Deutschlands. Ich erkenne meinen damaligen Erkenntnismehrwert doch öfters mal wieder.

Die Sendungen von Staatsbürgerkunde sind übrigens für die am Thema Interessierten immer recht hörenswert.

Dieses Mal geht’s um das, was in der Zeitung steht. Eigentlich als „vierte Gewalt“ in einem Staat mit der Aufgabe betraut, den Regierenden und Mächtigen auf die Finger zu schauen, können die Medien auch anderweitig „verwendet“ werden. Mit Constanze Kurz, Kai Biermann und Martin Haase vom Neusprechfunk habe ich mich in Berlin getroffen, um über den typischen „DDR-Sprech“ zu diskutieren. Wir analysieren Artikel des „Neuen Deutschlands“ auf Informationsgehalt und sprachliche Mittel, befassen uns ein wenig mit Pressetheorie und betrachten sprachliche Umdeutungen im offiziellen Sprachgebrauch. Zwei Stunden Gesprochenes über Sprache erwarten Euch!

[audio:http://www.staatsbuergerkunde-podcast.de/wp-content/podcasts/SBK040_DDR-Sprech.mp3]
(Direktlink, via E-Gruppe)

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Die „DDR Revue“ über Westdeutsche, die in den Osten übersiedelten

Schönes Zeitdokument, auch wenn die Qualität eher „übersichtlich“ ist. Die „DDR Revue“, ein Magazin aus der DDR, herausgegeben von der Gesellschaft für Kulturelle Verbindungen mit dem Ausland und der Liga für Völkerfreundschaft der DDR, befragte – ich vermute in den frühen 60ern – noch junge Westdeutsche, die gerade in die DDR übergesiedelt waren zu ihren Lebensumständen. Vermutlich hatte man damals nur die guten Seiten dessen auch gedruckt, aber das war ja meistens so. Vielleicht war das auch schlicht nur Mittel der Propaganda. Hier das PDF.

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(via reddit)

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Online-Ausstellung: DDR-Medien im Wandel

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Interessantes Online-Projekt, welches in Kooperation zwischen dem DDR Museum und Medientechnik-Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig entstanden ist: DDR-Medien im Wandel. Mit der Seite ist eine interaktive Ausstellung entstanden, die – wie der Name schon vermuten lässt – den Fokus auf Mediennutzung in der DDR legt. Dazu sind neben Texten auch Film- und Tonaufnahmen gesammelt und angefertigt worden. Es geht um Funk, Fernsehen, Zeitungen, Computern und natürlich auch um Musik.

Alle dazu gehörigen Videos stecken in dieser Playlist hier, die man durchaus einfach durchlaufen lassen kann. Alle weiteren Infos dann auf der Seite.


(Direktplaylist)

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Leipzig im Sommer 1989 – Ein Film von Peter Wensierski

Eins sehr kritischer Beitrag aus dem Inneren der DDR noch vor den ersten Montagsdemonstrationen.

Mehr zu Peter Wensierski, der offenbar kein großer Freund der politischen Verhältnisse in der DDR war.

Ich habe meine Kindheit anders in Erinnerung, aber ich wurde nicht in Leipzig groß.

Dieser Film entstand im August 1989. Er zeigt die Stimmung der Bevölkerung in Leipzig kurz vor der ersten Montagsdemonstration. Heimlich gedreht mit den Kameras der DDR-Opposition – heimlich, aber auf offener Strasse und in den Wohnungen.Zu sehen sind Bilder vom Verfall der Stadt. Zu sehen sind vor allem ganz „normale“ Leipziger Bürger,keine politischen Oppositionellen, die sich offen über die unhaltbaren Zustände in der DDR äußern. Am Ende des Films sieht man die Organisatoren und „Rädelsführer“ der Leipziger Montagsdemonstrationen, die dabei oft in der ersten Reihe gingen. Es sind Uwe Schwabe, Katrin Hattenhauer und andere junge Leipziger, kaum älter als 20 Jahre.


(Direktlink, via Fundstücke)

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Doku: Here we come – Breakdance in der DDR

Irgendwer war so freundlich und hat die tolle 2008er Doku „Here we come“ über Breakdancing in der DDR der 80er Jahre auf die Tube geladen. Wenn er dort nicht von offizieller Seite kommt, bleibt er da vermutlich nicht lange, aber auch die DVD kann und sollte man trotzdem gesehen haben.

„Wir sind hier in Dessau und nicht in New York!“


(Direktlink)

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Wendejahre – Ein exemplarisches Tagebuch der deutschen Wiedervereinigung

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Ein sehr schönes Projekt von Robert Rückel für das DDR Museum auf Googles Cultural Institute, welches diese doch verhältnismäßig kurze Zeitspanne auf Basis von persönlich Erlebtem zusammenfasst und mit geschichtlichen Fakten und Eckdaten untermauert. Dazu kommen allerhand Bilder und Videos zu diesem Thema, die das Internet so hergibt. Ein tolle Variante, das alles in Geschichte zu bündeln.
(via DDR Museum)

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1990 mit der Tram durch Ost Berlin auf Techno aus dem Jahr 2014: Efdemin – Transducer

Keine Ahnung, welche Tram-Linien Ost Berlins dieser Clip hier genau zeigt, aber sie fahren durch ein noch ziemlich graues, östliches Berlin. Die Aufnahmen wurden 1990 von Steffy van Valanger mit einer Super 8 Kamera gemacht. Philllip Sollmann aka Efdemin hat sie jetzt auf sein „Transducer“ geschnitten, Teil der der aktuellen LP „Decay“, die auf Dial erschienen ist. Und ich wusste gar nicht, wie technoid ausgerechnet die Künstlerbude von Dial heute noch klingen kann. Sehr, sehr hypnotisch. Sowohl in Bild als auch in Ton. Am besten gar zusammen. Sehr geil.


(Direktlink | Danke, Achim!)

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DDR-Flucht über China in den Westen


(Direktlink)

Eine wirklich außergewöhnliche und abenteuerliche Geschichte, die eine verbotene Reise erzählt, die junges Paar vom Berliner Prenzlauer Berg 1987 auf eigene Faust quer durch die Mongolei und von dort weiter nach China macht. Eigentlich wäre die so gar nicht machbar gewesen, Jens Kießling hat sie trotzdem auf die Reihe bekommen. Dann ergab sich für Kießling die Gelegenheit zur Flucht in den Westen, die er wahr nahm. Marie Mentel hingegen fuhr zurück in die DDR.

Auf dieser Reise machten sie circa 5000 Fotos aus einer Welt, die den meisten DDR-Bürgern für immer fremd bleiben sollte. Einige davon zeigt einestages gerade. Spiegel-Autor Peter Wensierski hat Ihre Geschichte jetzt in ein Buch geschrieben, „Die verbotene Reise„, außerdem gehen Teile der wohl wirklich einzigartigen Fotos auf Wanderausstellung.

Sie trampten durch die Wüste Gobi, schliefen in der Wildnis und überlisteten sowjetische Kontrollposten: Mit gefälschten Papieren erkundeten im Sommer 1987 zwei Ost-Berliner Studenten die Mongolei und China.

[…]

Im Sommer 1987 verließen Jens und Marie die Rykestraße und stiegen am Ost-Berliner Hauptbahnhof in den Zug – an der polnischen Grenze wurden sie erstmals kontrolliert. Die Uniformierten staunten nicht schlecht, als sie die prallgefüllten Rucksäcke der beiden auseinandernahmen: Sie zählten 144 Schwarz-Weiß- und 100 Farbdia-Rollfilme, jeder Film ermöglichte zwölf Aufnahmen im Mittelformat 6×6, genug also für 3000 Fotos. Jens erzählte den Kontrolleuren, dass er Biologie studiere und Naturaufnahmen plane, das leuchtete ihnen ein. Außerdem konnten sie ja ihr trickreich erworbenes Visum für die Mongolei vorweisen.

Ausstellungstermine:
11. April bis 27. Mai 2014: Berlin – The Westin Grand
3. Juni bis 2. Juli 2014: München – The Westin Grand München
13. August bis 10. September 2014: Leipzig – The Westin Leipzig
16. September bis 16. Oktober 2014: Dresden – The Westin Bellevue Dresden
18. Oktober bis 19. November 2014: Potsdam – Mercure Hotel Potsdam-City

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