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Schlagwort: Graffiti

Kölner Staatsanwaltschaft bringt Reverse-Graffitis zur Anzeige

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(Foto unter CC von KylaBorg)

Die beklemmendste Satire schreibt dann eben doch nicht der Postillon sondern das Leben selbst. In Köln nämlich ist man sackig auf die Leute, die mit Hilfe von Schablonen, Zahnbürsten und Kärcher den Dreck von den Häuserwänden holen und dabei nette, „saubere“ Bilder hinterlassen. Reverse-Graffiti, kein so neues Ding, aber auch keines von dem man je dachte, dass sich daran auch nur irgendwer stören könnte. Die taz titelt ganz passend: „Unser Dorf soll schmutzig bleiben„. Weil gleichmäßiger Schmutz ist gut für alle und irgendwie auch viel schöner, scheint die Kölner Staatsanwaltschaft zu meinen und bringt jetzt jeden erwischten Fall von Reverse-Graffiti zur Anzeige.

All der Dreck von Verkehr und Industrie hat sich festgesetzt in den Nachkriegsbetonflächen und stellt so die perfekte Leinwand dar für eine neue Form der Street Art, die man Reverse Graffiti nennt: Künstler malen Bilder an Wände irgendwo in der Stadt, doch nutzen sie dafür keine Farbe, sondern Sandstrahlgeräte, Hochdruckreiniger oder Zahnbürsten. Sie befreien Teile der Wände von altem Ruß und Staub, und wie bei einer Radierung entsteht im Kontrast zwischen schmutziger und frisch geputzter Wand das urbane Kunstwerk. Vergänglich, umweltfreundlich, und ohne Sachschäden.

Die Grüne Jugend NRW fragt mit einem offenen Brief mit 10 Fragen mal nach, ob die da in Köln noch alle Latten am Zaun Dreck an den Wänden haben und ob das so muss.

1. Ist das private Säubern von Flächen Ihrer Meinung strafbar? Wann werden Einwohner*innen der Stadt Köln darüber informiert, dass sie ihre eigenen Wohnungen nicht mehr säubern dürfen?

2. Wann möchte die Verwaltung endlich Rußpartikel und deren Erzeuger*innen sanktionieren?

3. Ist die Verwaltung der Meinung, dass städtische Straßenreinigung durch ihre Maßnahmen zur städtischen Sauberkeit Kosten entstehen lässt, da die anderen Flächen hinterher dann ebenfalls sauber gemacht werden müssen?

4. Wäre es sinnvoller, die Stadt gleichmäßig im Dreck versinken zu lassen? Wenn ja: Bitte die einzelnen Veedel nach Drecksqualiät auflisten.

5. Wird zu diesem Zweck überlegt, Müll und Dreck von Gebieten in andere zu bringen?

6. Wie geht die Verwaltung mit dem Sandstrahlen des Kölner Doms um, da dieser nur stückweise gereinigt wird?

7. Wird Regen, der ebenfalls nur partiell öffentlichen Raum säubert, auch zur Anzeige gebracht?

8. Wird geplant, Strafanzeige gegen Tauben zu stellen, da diese in einigen Stadtgebieten mehr Dreck machen als in anderen?

9. Wird das Entfernen von Hunde- und anderem Kot in Köln ebenfalls bestraft?

10. Sollte man zukünftig davon absehen, Müll aufzuheben, um einer Anzeige zu entgehen?

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Graffiti-Drohne

Drohnen sinnvoll nutzen. Ist ja nicht so, dass diese Dinger nur Bösen können. Sage ich ja schon seit immer. Man kann mit den Teilen auch durchaus andere Sachen machen als spionieren oder Menschen töten. Graffiti zum Beispiel. Graffiti ist immer besser als spionieren und besser als Menschen töten sowieso.

Katsu jedenfalls hat Kannen an einen Quadrocopter gehangen um mit diesem sprühen zu können. Das sieht bisher alles noch nicht nach sonderlich viel aus. Bisher kann der Kannencopter noch nicht mal ein ordentliches Tag. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden und diese Idee lässt sich sicher weiterentwickeln. Und dann? Dann fliegen die Dinger rum und machen uns die Wände bunt. René hofft auf ordentliche Programmierung, ich fände das in Echtzeit durch einen Joystick gesteuert ja noch viel geiler. Ja.


(Direktlink, via René)

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Graffiti- und Trainsurfer-Doku: Berlin Kidz

Wenn ich das richtig sehe, kam die 90-minütige Underground-Doku „Berlin Kidz – 100% reines Adrenalin“ erst vor ein paar Wochen auf DVD, irgendwer hat sie trotzdem auf Vimeo geladen und sie ist durchaus sehenswert. Wusste gar nicht, dass es heute immer Trainsurfer gibt, ich dachte das sei so was von 90er, in denen das durchaus verdammt viel Spaß gemacht hat.

Jeder der schon mal in Hauptstadt unterwegs war, wird an den riesigen, meist blau-roten, Tags an vielen Hauserfassaden nicht vorbei gekommen sein. Die „Berlin Kidz“ – 100% reines Adrenalin DVD dokumentiert in beeindruckender Weise, die Vorgehensweise und Ausführung dieser waghalsigen und riskanten Aktionen.

Die DVD präsentiert eindrucksvoll die unermüdliche Rastlosigkeit und den Freiheitsdrang der Protagonisten ohne Rücksicht auf Polizei & Verletzungen, immer auf der Suche nach dem nächsten Adrenalin Kick, egal ob beim Sprühen, Zugsurfen oder Parcours.

(Direktlink, via Just)

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Ein Stück vom Allee-Baum wegsprühen

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Ich kenne Mario irgendwie über Umwege. Er malt für ART-EFX. Einer Firma, die früher eine klassische Crew war und das Malen heute soweit professionalisiert hat, dass aus eben dieser Crew eine Firma werden konnte, die mit ihren Dosen nicht nur Geld verdienen kann, sondern auch die grauen Wände tatsächlich lebendig zu machen vermag. Das halbe, wenn nicht gar ganze Land Brandenburg bekommt Leben in Form ihrer Graffitis, die sich wirklich überall sehen lassen. Auch können. Auch Meck-Pomm und wahrscheinlich ein halbes Dutzend der anderen Bundesländer trägt auf irgendwelchen Wänden mittlerweile die Handschrift von ART-EFX.

Seit gestern Morgen gehen obige Bilder rum, die einen Baum an einer Allee in Potsdam zeigen, den Daniel Siering and Mario mit Folie umwickelt und dann mit ihren Dosen der Perspektive angepasst haben. Sie haben ihn damit in die Landschaft geschnitten. Rausgetrennt und eingefügt in einem. Großartige Arbeit.

Hier das ganze in Form eines Videos.


(Direktlink)

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Graffiti-Stop-Motion again: Broken Fingaz – La Fabrica

Während Sofles mit dem Stop-Motion „Limitless“ so ziemlich und ganz zu Recht das ganze Netz auseinander nimmt, legen die Broken Fingaz nach und bringen mit „La Fabrica“ ein Video mit ähnlichem Kontext. Das allerdings funktioniert auf ganz anderer Ebene, was es in keinem Fall schlechter macht, aber eben ganz anders macht.

Ob das jetzt vom Timing her passend ist oder eher nicht so, müssen andere entscheiden.


(Direktlink, via Just)

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Graffiti-Stop-Motion der Extraklasse: Sofles – Limitless

Der Dosenhersteller Ironlak hat die Maler Sofles, Fintan Magee, Treas und Quench in eine alte riesengroße Halle gestellt, ihnen dutzende Dosen hinterhergeworfen und lässt Selina Miles mit einer Kamera durch die Halle fahren. Dabei entsteht ein Graffiti-Stop-Motion wie ich es s noch nie gesehen habe. Ihr auch nicht. Versprochen!


(Direktlink, via MoGreens, Schlecky)

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