Ich bin ja eigentlich eher der Tüp, der ganz froh ist, aus dem Ort verschwunden zu sein, aus dem ich komme. Mich zieht auch nichts zurück, Mädness und Marteria geht es da offenbar anders und so sprechen sie auf dem melancholischen Beat von Enaka über den Ort, aus dem sie jeweils kommen – und ich glaube zu verstehen, was sie meinen. Dazu ein sehr schönes Video, dass lustigerweise bei mir eher Fern- als Heimweh auslöst.
Kummer macht Rap wieder weich, macht Rap wieder traurig. Das am 11. Oktober erscheinende Kummer-Album könnte eine echte Granate werden. Leider aber kann man sein aktuelles Video nicht außerhalb von Youtube sehen, solltet ihr aber dennoch tun, hier der Link dorthin.
„Weder Rap über Businessmoves, Motivation. Kein steh wieder auf, wenn du am Boden bist. Lohnt sich nicht, wir sind alle gefickt.“
Sehr schönes Video, das Nick Cobby für Max Coopers „Perpetual Motion“ gebastelt hat. Luftaufnahmen, gemischt mit allerhand Glitch. Und der Track geht sowieso klar.
„Max’s idea for Perpetual Motion was to document the continuous movement of people, exploring how there is no inherent meaning in life, only our own meaning which we create through striving towards our goals. When we discussed the idea of the film, Max and I felt Mexico City was the perfect place to use as a canvas. A sprawling metropolis of 9 million people, all packed in tight and some really interesting land forms and architecture. I then got the idea of using drones when scouting for locations on Google Earth. There were some amazing geometric forms that when viewed from above give an entirely different perspective of the city. I was really interested in the juxtaposition of these orderly forms with the irregular, disorderly chaos confined within it. For me it really helped push the idea of living as part of a perpetual system. I collaborated with 3 very talented Mexican photographers who shot some incredible footage for me, Manuel Marañón, Roberto H and Santiago Arau. It was a pleasure to collaborate with them and I hope the film can be shown in Mexico some time soon. For the animation side, I collaborated with Andy Lomas and Jessica In, integrating their forms frame by frame into the drone footage with my own point data, aiming to create unexpected transitions and connections between reality, hyper realism and the hidden systems beneath.“
Morgen erscheint mit „Trips & Ticks“ das neue Album von Grosstadtgeflüster. „Meine Couch“ ist die dritte Single und eine Liebeserklärung ans gute alte Sofa. Wer kann dagegen schon was haben?
„Das Schicksal von Nazis ist mir vollkommen gleich.“ Egotronics neues Album „Ihr seid doch auch nicht besser“ am 13.09.19.
„Kein Rechtsruck nirgends“ lautet die erste Zeile der zweiten Auskopplung des kommenden Egotronic-Albums „Ihr seid doch auch nicht besser“. Torsun zitiert in den Strophen des Songs genau die Leute, die noch jeden Rassismus zu verharmlosen versuchen, nur um dann rhetorisch auf die Barrikaden zu gehen, wenn ein Rechtsradikaler durch Fremd- oder Eigenverschulden zu Schaden kommt, also ein Täter zum Opfer wird. Im von Wiglaf Drostes Text „Mit Nazis reden“ inspirierten Refrain bezieht die Band dann Stellung und macht unmissverständlich klar, dass Nazis nunmal bekämpft werden müssen.
Erster Vorgeschmack auf das am 13.09.2019 kommende neue Trettmann-Album. Es dürfte schwer sein, DIY noch toppen zu können. Für mich eines der besten deutschen Alben der letzten Jahre. Aber ich traue Trettmann dennoch viel zu. „Splash schwarz-weiß“.
Der ravende Ornithologe Dominik Eulberg veröffentlicht im September auf !K7 sein neues Album „Mannigfaltig“. Vorab kommt dieses wunderschöne Video zu „Goldene Acht“, für das der renommierte Regisseur und Kameramann Jan Haft verantwortlich ist. Er schreibt darüber:
„Für mich spiegelt der scheinbar monotone, endlose Viervierteltakt der elektronischen Musik den Puls der Natur wider wie keine andere Art von Musik. Als eingefleischter Techno-Fan habe ich gerne meine Liebe zur Natur und meine Liebe zur elektronischen Musik in einem Video zusammen mit dem Techniker und Elektrohörer Jonas Blaha zum Ausdruck gebracht, zumal das Video für die gefeierte DJ-Legende Dominik Eulberg konzipiert wurde, der gleichzeitig ein Naturschutzheld ist. Mein Ziel war es, den mechanischen Tanz von Insekten und anderen Lebewesen Stück für Stück und Takt für Takt zu einer farbenfrohen Massenchoreographie zusammenzustellen, die die erstaunliche Schönheit des Lebens und die Freude am Hören von Techno-Musik und dem genialen neuen Album Mannigfaltig auf Dominik´s feiert.“
Fragen, die heute halt aufkommen, wenn wir uns die Nachrichten des letzten halben Jahres so ansehen. Und Antworten, die fehlen. Ich bin zu wenig Optimist, um zu glauben, dass sich daran perspektivisch sonderlich was ändern wird.
Nazis ziehen über Jahre mordend durchs Land. Die sogenannte gesellschaftliche Mitte warnt vor Extremismus von links und rechts. Eine Gruppe faschistoider Prepper bestehend aus Cops und Militärs legt Feindlisten an, sammelt Waffen und Munition und ordert Leichensäcke samt Ätzkalk, um sich auf einen sogenannten Tag X vorzubereiten, an dem politische Gegner, heißt, Linke getötet werden sollen. Die sogenannte gesellschaftliche Mitte warnt vor Extremisten von links und rechts.
Faschisten machen sich im Bundestag breit und ihr militanter Arm schickt sich an, Repräsentanten der sogenannten gesellschaftlichen Mitte zu exekutieren. Die sogenannte gesellschaftliche Mitte warnt…
Meanwhile:
„Es steht ständig in der Zeitung, die Nazis horten Waffen. – Umso wichtiger ist, im Blick zu behalten, was die Linken machen“.
Der großartige Ash Walker kommt am 19. Juli mit neuem Album um die Ecke, „Finishing Touch“ ist die zweite Auskopplung und bringt genau das, was ich mir bei Ash Walker so vorstelle. Wird wohl ein sehr gutes Album werden.
Brandenburg zu Beginn der 90er Jahre: Sich für eine Seite entscheiden müssen. Entweder bei den Nazis sein oder eben zu den anderen gehören und Stress mit den Nazis riskieren. Wenn es sein musste, drei mal die Woche. Vor ihnen wegrennen, sich einen Club über dem Kopf anzünden lassen. Manchmal es drauf ankommen lassen. Austeilen oder kassieren. Die Entscheidung vorher kaum einschätzen könnend. Mal ausgeteilt, mal kassiert. Austeilen fühlte sich immer geiler an. Trotzdem kassiert. Das nicht bereut. Es wieder drauf ankommen lassend. Reden wollten die nie.
Vor ein paar Wochen Reha in dem Nest in Brandenburg gehabt, in der ich genau das alles 1990 – 1993 erlebt habe. Weil ich dort heranwuchs und nach all dem ganz schnell das Weite Richtung Berlin suchte und auch fand. In der Zeit viele der alten, bekannten Gesichter gesehen. Kaputt mitunter. Mein Mitleid hielt sich in Grenzen. Sie waren einer der Gründe, warum ich von dort abgehauen, wo ich meine Kindheit verbrachte. Eben auch dieser Wichser wegen, die immer dachten, dass für sie andere Regeln gelten würden. Und der Staatsapparat gab ihnen damals nicht das Gefühl, dass sie mit diesem Bewusstsein falsch liegen würden.
Handys, an denen man Licht anmachen konnte, um seine Zähne auf dem Asphalt suchen zu können, gab es damals noch nicht. Ansonsten passt dieser Text von Felix Brummer alias KUMMER, seines Zeichens Sänger von Kraftklub, sehr krass auf die Erinnerung an meine Jugend. Und auf die Leute, die mich damals „klatschen“ wollten, und heute komplett im Arsch wie Zombies durch unser damaligen gemeinsames „Ghetto“ wanken. Zu den Opfern geworden, zu denen sie uns damals machen wollten. Fickt euch. Immer noch.
Kummer hat mit dem Spiegel über diesen Song gesprochen, über Nazis und über sein Leben in Chemnitz. Ein wirklich lesenswertes Interview. Und: ein Mega-Video auch.
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