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Schlagwort: Nils Frahm

Nils Frahm – Screws Reworked

Nils Frahms jetzt schon drei Jahre altes Überalbum „Screws“, das er damals trotz Spielverbots mit gebrochenem Daumen aufgenommen und für umme ins Netz gestellt hatte, ist seit der Veröffentlichung auf meinem Player geblieben. Es ist das von mir wahrscheinlich am häufigsten gespielte Album der letzten Jahre.

Später gab es dann das Remix Projekt, für das alle möglichen Künstler ihre Remixe abgeben konnten, wobei echte Perlen zu Tage kamen. Aus all diesen wurden jetzt 9 Remixe ausgewählt, die im Dezember auf CD, Vinyl und digital veröffentlicht werden. Dazu gibt es dann auch gleich nochmal das Original. Mit dem Kauf kann man rein gar nichts falsch machen.


(Direktlink, via RBN)

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Nils Frahm, Frederic Gmeiner und Sebastian Singwald bringen als Nonkeen ein Album auf R&S Records

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Tolle Neuigkeiten aus dem Hause Nils Frahm. Der hat sich mit Frederic Gmeiner und Sebastian Singwald zusammengetan und unter dem Namen Nonkeen Musik produiert, die am 05.02.2016 auf R&S Records als Debüt-Album „The Gamble“ erscheinen wird. Aber nicht nur diese Umstände sind schon mehrfach Grund zur Freude, auch die Geschichte der Band hat Einiges zu bieten.

Im Sommer ’89 verbringt der ostdeutsche Schuljunge Sebastian Singwald aufgrund eines Sportaustausches der Jungen DDR Athleten zwei Wochen in Frahms und Gmeiners’ Schule- um seinen Hals ein abgewetzter Kassettenrecorder. Fasziniert von der fremden DDR-Technologie bändeln Frahm und Gmeiner mit Singwald an. Geräte werden verglichen und die Mechanik hitzig diskutiert. Nach Singwalds’ Rückkehr nach Karlshorst, Berlin, wird er ihr „DDR Korrespondent für körperliche Betätigung“ indem er regelmäßig Mittels eigener Aufnahmen aus seinem Schul- und Sportleben berichtet. Bei Hamburg findet die Radiosendung immer mehr Anhänger, was Frahm und Gmeiner dazu bewegt, sich mehr auf die Musik zwischen den Schulreportagen zu konzentrieren. Das Resultat ist eine eklektische Mischung von Kindervolksliedern, Popmusik aus dem Radio, klassischen Kompositionen und improvisierten Stücken, die mit dem Grundgedanken, alles zu recyceln, was ihnen zu Ohren kam, selbst gespielt, gecovert und neu gemischt werden. Ergänzt werden die Kompositionen von Singwald mit eigenen Bassaufnahmen.

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(Foto: Studio Spektral)

Mit dem Fall der Mauer beschließen Gmeiner und Frahm, Singwald zu besuchen und endlich gemeinsam in einer Band zu spielen. In den Sommerferien lädt Singwalds’ Onkel sie ein, ihr eigenes Material auf seinem Rummelplatz im Plänterwald zu präsentieren. Bewegt von der deutschen Wiedervereinigung unterstützen ihre Eltern die Freundschaft und ihre langen Aufenthalte in Ostberlin. Fortan spielt die Band jeden Sommer zahlreiche Konzerte auf dem Rummelplatz. Bis zum Sommer ’97, in dem alle drei Bandmitglieder fünfzehn Jahre alt werden und ein Desaster ihre musikalische Karriere und Kollaboration beendet. Ihr Konzert wird plötzlich durch die losgelösten Sitze eines nahestehenden Kettenkarussels unterbrochen, die samt Passagieren auf die Bühne zurasen. Ein Opfer landet mit den Füßen zuerst in der Basstrommel, ein weiteres kracht in Singwalds’ Bassverstärker. Mit den quietschenden Reifen des Krankenwagens lassen Gmeiner, Frahm und Singwald die zerstörten Instrumente zurück, schwören der Musik ab und gehen getrennte Wege.

Ein gutes Jahrzehnt später treffen sich Gmeiner, Frahm und Singwald in Berlin wieder und entscheiden betrunken, ihre Vergangenheit nicht ihr Leben bestimmen zu lassen und sich ein für alle mal von den Schatten, die über ihnen als Band liegen, zu befreien. Langsam und vorsichtig fangen sie in Singwalds’ Keller an, wieder Musik zu spielen. Wie in alten Zeiten werden die langen experimentellen Stücke selbst mit dem Kassettenrekorder aufgenommen. Nostalgisch hören sie ihre Kindheitsaufnahmen und ergänzen und sampeln sie mit neuen Teilen. Im Zuge dieses organischen Prozesses entsteht nach acht Jahren ein Album.

Die Songs auf The Gambler wurden auf einem Vier-spur Kassettenrecorder aufgenommen, der an noch viel primitivere Stimmmikrophone angeschlossen wurde- wenn Frahm einen guten Take nicht aus Verwirrung mit einem schlechten überspielte. Die Band machte sich zum Credo, Stücke nicht einzuüben oder mehrmals aufzunehmen um sie zu verbessern oder zu verändern. Nur ein einziger Take wurde akzeptiert. Von diesen einmaligen Versuchen schafften es entsprechend wenige auf Band. Der Zufall wurde des Trios ständiger Begleiter. Die Tonbänder wurden von Zeit zu Zeit in Frahms’ Studio abgespielt, wo in Anwesenheit aller Bandmitglieder die besten Passagen rausgeschnitten, in den Computer übertragen und zum Processing oder Overdubbing weiter verwendet wurden. Für die nächste Session wurden die Tonbänder so recycelt.

Die Musik zu hören, die sie Jahre zuvor aufgenommen hatten, half der Band, ihren Sound in eine andere Richtung zu lenken. Nach den Anfängen als improvisiertes Musikkollektiv begannen sie ihre Arbeit immer ernster zu nehmen, obschon sie stets ihr minimalistisches Aufnahmeset beibehielten. So bewahrte der Zufall seine zentrale Rolle in der Band: durch die Unzuverlässigkeit der billigen Aufnahmegeräte wusste niemand, wie die Musik am Ende klingen würde. Ganz wie bei einem Bild, das sich erst langsam bei Entwicklung des Films enthüllt, wurden Aufnahmen ‚doppelbelichtet’ oder versehentlich rückwärts abgespielt. Andere fantastische Klänge wurden durch das hoch- und runterpitchen von Geräten erzeugt. Die Sounds, die so entstanden, waren vor allen Dingen eines: unerwartet. Diese unbeabsichtigten und doch unausweichlichen Unfälle konnten einen Song zum Leben bringen oder aber komplett zerstören.

Aber der Zufall meinte es auch gut, als Singwald, Gmeiner und Frahm mit Aufnahmen von Freunden wie Andrea Belfi im Overdubbing ergänzt wurden und an Orten wie Kopenhagen – den Nachbarn schulden sie noch eine Entschuldigung – fernab von Verpflichtungen ihren Improvisationen nachgehen konnten. Trotz der wenigen Zeit, die sie gemeinsam hatten um zu mischen, realisierten sie, dass nichts mehr übrig geblieben war, das an der Musik verändert werden musste. Kurz darauf wurden Frahm und Renaard Vandepapeliere in Mannheim zusammengebracht und binnen Kürze war die Tinte auf dem Plattenvertrag mit R&S Records getrocknet. nonkeen waren bereit, ihren Keller wieder zu verlassen.

Ich freue mich sehr darauf! Das Album kann auf Bandcamp schon jetzt als Vinyl- CD- oder Download-Variante vorbestellt werden.

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Video: Nils Frahm – Live at Montreux Jazz Festival 2015

Es ist schon erstaunlich, dass man trotz der mittlerweile vielen Live-Mitschnitte von Nils Frahm nie das Gefühl hat, als würde er einfach nur sein Programm runterspielen. Frahm weiß immer wieder neue Akzente zu setzen und aufs Neue zu überraschen. So auch auf dem Montreux Jazz Festival, wo er in diesem Jahr zum Line Up gehörte. Klanglich auf Wolken schwebend wie immer.


(Direktlink, via RBN)

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Sorin Pricops Nils Frahm Mixtape

Sorin Pricop mag die Musik von Nils Frahm offenbar genau so gerne wie ich. Vielleicht gar noch ein bisschen mehr, denn er kam auf die hervorragende Idee, seine Lieblingsstücken von Nils Frahm in einen Mix zu bringen und betitelte diesen mit „Best Off“. In über 50 Minuten kann man damit ganz wunderbar in die Nacht gleiten, was ich gerade mal mache.


(Direktlink, via Johannes)

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Ein Abend mit Ólafur Arnalds und Nils Frahm: Trance Frendz

Ende Juli trafen sich Ólafur Arnalds und Nils Frahm in dessen Studio in Berlin, um gemeinsam ein wenig Musik zu spielen. Wie Musiker das halt so machen. Aus dem Abend wurde die ganze Nacht, in der sie letztendlich innerhalb von 8 Stunden sieben neue Stücke aufnahmen. Das Video zeigt 45 Minuten dieser Nacht. Wie zu erwarten ist der Sound – wie fast immer bei denen beiden – wunderschön. Natürlich.

We felt there was something special in these songs. They arrived so quickly and so unexpectedly, and at the end of the night we had all this music that sounded unfamiliar even to us – loudly asking to be included in this collection, especially because our friendship and collaboration originally started with live improvisation on stage.

Es is davon auszugehen, dass einiges aus dieser Nacht auch noch anderweitig veröffentlicht wird. Ein Grund zur Freude.


(Direktlink, via RBN)

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Nils Frahm, Flume(!) und andere Komplettvideos vom Melt! 2015 auf arte Concert

tl;dr: Klick auf die Bilder zu den Mitschnitten. Flume, Alter!

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Als ich am Wochenende auf dem Deichbrand war, haben die in Ferropolis das diesjährige Melt Festival gefeiert. Dafür hatte man unter anderem unser aller Lieblingspianisten Nils Frahm auf die Bühne und an seine Tasten geladen. Und so spielte er.

Ich weiß nicht, ob dieser Sound in dem Rahmen bei mir funktionieren würde, hier am Rechner in der Küche aber tut er es auf jeden Fall. Geiles Ding!

Arte hat das Konzert in voller Länge. Allerdings haben die bei Arte Concert irgendwas an ihrem Embed-Dingens geändert, so das sich die Videos nicht einbetten lassen, was sehr schade ist. Zumal eh ein jeder dafür schon bezahlt hat. Sei es drum, der eine Klick tut ja keinem weh und lohnt sich sowieso.

Der deutsche Pianist und Komponist ist ein wahrer Tasten-Virtuose und der bekannteste deutsche Vertreter der Neo/Post-Klassik. Bei seinen Auftritten arbeitet Frahm neben einem Piano mit einem Fender Rhodes und einem Juno Synthesizer, wobei er Samplings und Loops seiner Musik mit einem Computer erzeugt. Seine erste Solo-Aufnahme veröffentlichte der Künstler bereits 2005 mit dem Titel Streichelfisch. Die aktuellste Aufnahme stammt aus diesem Jahr und trägt den Titel Solo. Mit seinem einzigartigen musikalischen Konzept bereichert er diesen Sommer das Melt!-Festival 2015.

Arte hat mittlerweile so einige der Melt! Gigs online. Auch das von Flume – und das wäre eigentlich gar einen eigenen Beitrag wert.

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Flume steht als Pseudonym für den australischen Electro-House-DJ und Musikproduzenten Harley Streten aus Manly, Sydney. Sein Sound besteht aus warmen Synthie-Klängen, atmosphärischen Instrumentals und gepitchten Vocals. 2012 erschien sein Debütalbum mit dem Titel Flume und erreichte Platz 1 der australischen Albumcharts. Im Jahr darauf konnte er bei den ARIA Awards als erfolgreichster Künstler vier Auszeichnungen mit nach Hause nehmen. Sein zweites Album ist für 2015 angekündigt. Auf dem Melt!-Festival 2015 können die Besucher diesen Sommer seinem chilligen Ambient-Sound verfallen.

(via RBN)

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Piano Day: Nils Frahm veröffentlicht Album für umme

Vor ein paar Tagen hat der uns allen liebste Klavierspieler Nils Frahm den 29.03. zum Piano Day erklärt. Dieser ist heute und heute gibt es ein neues Album von Nils Frahm. so/o heißt es und kann hier sowohl als Mp3 als auch als Wave for free geladen werden. Zusätzlich kann man sich auch die CD oder das Vinyl bestellen. Besser kann ein Sonntag nicht klingen.

My album –solo– can be downloaded in any desired format and can be listened to for free. For those who like the real thing, there is a vinyl and all other kinds of round discs available (sorry, these are not for free). It would be appreciated if you get this thing on vinyl, simply because it’s very nice looking and sounding! Anyways, this is all part of a fundraising enterprise for a very special piano project. So please read on for a bit …

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Das aber ist nicht alles, was diesen Sonntag zum Piano Day macht. Es geht auch darum Geld für den Bau eines Instrumentes zu sammeln: das Klavins M450. Dafür werden 120.000 Euro benötigt, weshalb ich das Album gleich noch mal auf iTunes kaufen werde. Gespendet darf auch werden.

If we meet our goal, piano builder David Klavins can fulfill his lifelong dream and build the Klavins M450.

Our friend David Klavins isn’t out for profit on this one. As he is only driven by hearing his invention himself, he simply wants materials and labor to be covered. I will donate all income generated with –solo– until the financial means are achieved. Building the Klavins M450 will take about two years and we are confident that we will organise a festival around this incredible invention on Piano Day 2017 here in Berlin.

My new record – solo – was recorded on the prototype of the instrument under discussion. Although being a slightly smaller version with 3.7 meters in height, the Klavins M370 is already tremendous and gigantic sounding. But listen for yourself and see if the sound is worth the effort. I have, of course, no doubt it is. If you also feel that the world is in need for an instrument like this, please feel free to donate by buying the record or by donating online. It is much appreciated and everyone who donates or signs up to the newsletter will receive infrequent updates on the building of this unique instrument. Now I have two years to organise a room to place it in and make it accessible to as many ears and hands as possible …

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