So ähnlich in etwa stelle ich mir meinen Lebensabend vor, wohlweislich, dass ich das vermutlich auch etwas zu sehr romantisiere.
In seiner Nostalgie-Werkstatt kämpft Sigi Adler gegen die Wegwerfgesellschaft. Er sammelt alte Schätze, repariert sie und zeigt, wie viel Potenzial in Dingen steckt, die andere entsorgen. Vor allem liebt er es, Messer zu restaurieren: Alter Karbonstahl, Werkstattfunde, Fundstücke von Wohnungsauflösungen und Flohmärkten. In der Werkstatt des früheren Kfz-Mechanikermeisters Georg Schmidt bewahrt Sigi nicht nur Ersatzteile und Werkzeuge, sondern auch Geschichten. Viele Menschen bringen ihm Messer, Werkzeuge oder Trödel, damit er sie erhält und umgestaltet. Für Sigi ist jedes Stück ein Teil gelebter Zeit. Er hält dagegen, wenn andere wegwerfen und neu kaufen. In der Nostalgie-Werkstatt entstehen aus gebrauchten Gegenständen neue Alltagsbegleiter, die weiter im Einsatz bleiben, statt im Müll zu landen.
Sigi war Ofenbauer und später Industriekaufmann im Außendienst. Heute setzt er einen Gegenpol zur Wegwerfgesellschaft. In seiner Nostalgie-Werkstatt restauriert er Messer und Werkzeuge, rettet Keller- und Dachbodenfunde und fährt mit seinen Schätzen auf den Flohmarkt. Dort sucht er nicht den großen Gewinn, sondern Begegnungen und Austausch. Aus alten Dingen macht er neue Gebrauchsgegenstände und erzählt damit Lebensgeschichten weiter.
