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Videos der großen deutschen Goa-Festivals in den späten 90er Jahren

Bis Mitte der 90er schlug mein musikalisches Herz ganz für den Techno, den ich aus Kellern wie dem Tresor oder aus Hallen wie dem E-Werk kannte. Gerne auch größer, wie in denen der alten Hanomag-Hallen in Hanover. Wir verbrachten unsere Wochenenden damit quer durchs Land zu fahren, um auf irgendwelche Raves oder in irgendwelche Clubs zu gehen. Tanzen, tanzen, tanzen.

Im 1995 trafen wir uns abends und hatten noch keinen Plan, was wir mit der Nacht und dem folgenden Sonntag so anstellen würden. Im Radio lief Marushas „Rave Satellite“ und sie verlas die Veranstaltungshinweise. Nichts kickte uns so richtig, aber sie sprach von einem Open Air Festival auf dem alten Flughafen in Neustadt-Glewe, der VooV Experience 4. Wir entschlossen uns, dorthin zu fahren.

Was ich dort zu sehen und vor allem zu erleben bekam, war anders als alles, was ich bis dato über Techno wusste. Techno war ab da mehr als Keller und Raves in irgendwelchen alten Hallen. Techno hatte auf einmal sehr viel mehr Liebe und vor allem etwas, von dem ich bis dahin noch gar nichts wusste: Spiritualität.

Ich war von dieser Nacht so dermaßen geflasht, dass es mit dem Tanzen nicht weit her war. Ich saß bis in die Mittagsstunden neben dem unfassbar bunten Dancefloor und sah den unfassbar glücklich aussehenden Menschen beim Feiern zu.

Kurz darauf kaufte ich mir Electric Universes Album One Love, das 1995 auf Antaros Label Spirit Zone erschien. Mit diesem im MiniDisc Player lief ich eines Morgens mit Blick auf den S-Bahnhof Landsberger Allee über eine Brücke. Die Sonne ging gerade auf und ich hätte die ganze Welt umarmen können. Das, was ich da hörte, war für mich pures akustisches Glück. Mindestens. Von da an wusste ich, dass Techno noch sehr viel mehr für mich übrig haben würde, als ich bisher annahm. Dieses Album war eine echte Offenbarung und sorgte dafür, dass ich mich über 10 Jahre lang der Psytrance-Szene widmete. Alles, was wir ab dort taten, taten wir in irgendeinem Kontext zum Psytrance. Zeichnen, schreiben, malen, irgendwie anders künstlerisch tätig werden: alles war irgendwie Psytrance. Immer.

Die Sommer der folgenden Jahre verbrachten wir auf dutzenden Psytrance-Festivals. Jemand mit dem Namen Agonda Film hat einige Videos der großen Goa Open Airs zum Ende der 90er Jahre auf einen YouTube-Channel geladen, die mich ganz wunderbar nostalgisch machen. Die Qualität der Nachtaufnahmen ist natürlich nicht so der Knaller, aber wer konnte damals schon wissen, dass wir uns das 20 Jahre später auf einer Video-Plattform im Internet nochmal angucken könnten.

Antaris Project 1996:


(Direktlink)

VooV 1997:


(Direktlink)

Shiva Moon 1998:


(Direktlink)

VooV 1998:


(Direktlink, via Sediment 4)

Das klang dann so – und ich habe locker hiervon die Hälfte der gespielten Tracks auf Vinyl im Keller stehen. Hach, so einen Mix könnte man auch mal wieder machen.


(Direktlink)

Tracklist:
01. Man With No Name – Teleport (Perfecto)
02. Razor’s Edge – Tribal Sunrise (Technossomy Beta Mix) (Metropolitan)
03. K.U.R.O. – Zoa (Remix) (Spirit Zone)
04. The Art Of Trance – Cambodia (Tunnel Vision Mix) (Platipus)
05. Ominus – Acid Tester (Koyote)
06. Green Nuns Of The Revolution – Optimum Creakage (Dragonfly)
07. Lunar Asylum – Bubble (Transient)
08. Doof – Let’s Turn On (Tuned In Mix) (T.I.P.)
09. Kind Of Intelligence – Eurith (Trigger)
10. Man With No Name – Neuro Tunnel (Dragonfly)
11. Butler & Wilson – Deliverance (Transient)
12. Etnica – Starship 101 (Blue Room Released)
13. Doof – Double Dragons (Crystal Insurance Mix) (Dragonfly)
14. Cosmosis – Gift Of The Gods (Transient)
15. Astral Projection – Let There Be Light (T.I.P.)
16. Moonweed – Telepath (Remix) (Celtic)
17. Astral Projection – Power Gen (Byte)

Ein Kommentar

  1. Sven16. März 2017 at 15:00

    Moin, genau das gleiche ging bei mir ab. Ab 1993 Techno(Hannover, Hamburg, Berlin und dann kam diese eine Party(1996) auf dem Zytaniengelände. Es war der Hammer, mehr kann ich dazu nicht sagen!

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