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415 Stunden privates Filmmaterial aus der DDR als Online-Archiv: Open Memory Box

Der rbb kündigte vor drei Wochen ein umfangreiches Online-Archiv an, das 415 Stunden an privatem Filmmaterial aus der DDR zugänglich machen wolle. Mittlerweile ist dieses als Open Memory Box online und man kann sich durch unzählige, mal mehr mal weniger spannende Privataufnahmen aus der Zeit von 1947 bis 1990 klicken. Und genau für derartige Projekte liebe ich das Internet noch immer hart.

Es folgt die Suche nach Sponsoren und ein deutschlandweiter Aufruf, Filmaufnahmen jeglicher Art aus der Zeit zwischen 1947 und 1990 aus der DDR einzusenden. Dass am Ende 415 Stunden privater Filmsequenzen auf Schmalfilmrollen von fast 150 Familien zusammenkommen, hat selbst die kühnsten Hoffnungen der Initiatoren übertroffen. Sechs Jahre hat es gedauert, das Material zu digitalisieren und zu verschlagworten. Jetzt sind all diese Filmaufnahmen im Netz zu sehen.

Es sind teils berührende, teils intime, oft banale Amateuraufnahmen: Strandszenen, Arbeitswelt, Familienfeiern, Kundgebungen. Spektakuläre Sequenzen, wie die zufällige Aufnahme einer versuchten Republikflucht, gibt es zwar auch, sie sind aber die absolute Ausnahme: Gefilmt wurde ein Mann, der in Kleidung aufs offene Meer hinausschwamm – vermutlich, um zu einer Fähre zu gelangen – und der von einem Boot der DDR-Küstenwache abgefangen wird.(Tagesschau)

3 Kommentare

  1. robotron sömmerda23. September 2019 at 20:54

    Woher haben die das Urheberrecht der „privaten“ Aufnahmen?
    Aber den „Schwarzen Kanal“ würde ich heute mal gerne sehen.

    • Ronny23. September 2019 at 22:52

      Steht in der Info des Links. War ein Aufruf an Private, die dann eingesendet haben. Zur weiteren Nutzung werden Gebühren fällig.

  2. Guido Egert15. Oktober 2019 at 13:15

    Leider ist dieses Projekt alles andere als Offen. Die Macher haben großen Respekt für die geleistete Arbeit verdient, aber sie haben ihr Vorhaben nicht zu Ende gedacht. Erinnerung ist etwas Lebendiges und wenn ein Erinnerungsprojekt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schon geschlossen ist, wird es seiner Intention nicht gerecht.
    Für vier Leute aus meiner Abiklasse war die Super 8 Kamera ständiger Begleiter, keiner von ihnen, die heute über die gesamte Bundesrepublik verstreut wohnen, hat von der Materialsammlung etwas mitbekommen. Die Veröffentlichung des Projektes hat mit verhältnismäßig großem Mediengetöse statt gefunden, aber neues Material findet keinen Eingang mehr in die Sammlung. Damit ist das ganze mal wieder nur ein ziemlich löchriges Fragment, das zudem nur sehr schlecht zu erschließen ist. Insofern bin ich von der Umsetzung dieser grandiosen Idee unheimlich enttäuscht.

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