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Autor: Ronny

Wer sein Gesicht für Wahlwerbespots der AfD in die Kamera hält? Ganz einfach: Schauspieler

Ich muss da kurz einen Umweg fahren, weil ich mich halt schon frage, warum Menschen, die Schauspieler sind, sich vor den Karren der AfD spannen lassen. Zu sagen, „Na weil wir Schauspieler sind!“, ist mir da ein bisschen wenig, wenn ich ehrlich bin. Ich würde ja meine Musik auch für Geld nicht der AfD zur Verfügung stellen, was für mich auch einfach was mit Haltung zu tun hat.

Nichtsdestotrotz, hat extra3 jetzt jene Gesichter erneut vor die Kamera geholt, die diese schon für Geld in Wahlwerbespots der AfD gehalten haben. Gut zu wissen. Und auch gut von und für extra3. Gut aber nicht für jene Schauspieler. Denn wer sich für Statements bezahlen lässt, die die Prinzipen der AfD verkaufen wollen, sollte sich fragen, ob er nicht doch lieber etwas „Vernünftiges“ aus seinem Leben hätte machen sollen. Maler vielleicht oder Maurer. Oder zumindest, ob es manchmal nicht doch viel besser wäre, „Nein!“ zu sagen. Soweit zum Umweg.

Kürzer bedeutet das: die als „moderate Mitbürger“ verkauften Eierköppe, die in Werbespots der AfD für die AfD werben, sind schlichtweg und ganz trival einfach nur Schauspieler, die Geld für das bekommen, was sie da in die Kamera reden. Somit trotzdem Eierköppe, wenn auch auf einer anderen als der eigentlich gedachten Ebene. Tja.

Bildschirmfoto 2014-10-29 um 22.07.42

Haben Sie sich schon mal gefragt, wer diese Leute in dem AfD-Wahlwerbespot zur vergangenen Bundestagswahl sind? Die Antwort: Schauspieler! extra 3 hat sie noch einmal gebucht und eine eigene Version des AfD-Wahlwerbespots gedreht.


(Direktlink, via extra3)

Hier noch mal der besagte Clip, für den sich jene Schauspieler von der AfD haben bezahlen lassen. Auweia!

[Disclaimer: Sowohl die Linke in Thüringen als auch ganz bestimmte Menschen in der Piratenpartei haben die Genehmigung von mir, meine CC-Musik für ganz bestimmte, politische Zwecke für sich nutzen zu dürfen. Damit kann ich gut leben.]

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Eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn: Seat 22

Auf meinem To-do-before-in-die-ewigen-Jagdgründe-eingehen-Reisezettel stehen nicht viele Strecken, die ich bis dahin gerne genommen haben würde. Eine dieser Reisen aber wäre eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn. Von Moskau nach Peking. Über Ulan-Bator.

Die Transsibirische Eisenbahn (russisch Транссибирская магистраль, Transkription Transsibirskaja magistral), kurz Transsib genannt, ist mit ihrer durchgehenden Kilometrierung von 9288 km die längste Bahnstrecke der Welt, mit mehr als 400 Bahnhöfen zwischen Moskau nach Wladiwostok am Pazifik. Sie ist die Hauptverkehrsachse Russlands.
(Wikipedia)

Man sieht aus der Bahn raus halt soviel mehr als aus jedem Fliegerfenster heraus. Zumindest bei Tag, aber bei 9300 Kilometern dürfte man so einige Sonnen auf und wieder untergehen sehen.

Stanislas Giroux hat sich mit seiner Kamera auf genau diese Reise begeben und dieses Video davon mitgebracht. Ich will auch.

Three minutes of video for three weeks of travel, three countries, three cultures (and three tee-shirts in my backpack !) ; I took a train ticket for the Trans-Siberian railway, in order to reach Beijing from Moscow, crossing Mongolia. I travelled alone with my bag, half-filled with my video gear. At that time, I didn’t knew that my ticket for that seat 22 would be the beginning of a once in a lifetime journey.


(Direktlink)

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DDR-Alltag in einem Fotoband: Thomas Hoepker – DDR Ansichten

Ein offenbar nicht ganz frischer aber ganz toller Fotoband des in München geborenen Fotografen Thomas Hoepker, der mit seiner Frau, der Journalistin Eva Windmöller, seit Beginn der 70er Jahre für mehrere Jahre in der DDR akkreditiert war und über die Politik und den Alltag in Ostberlin berichtete. Gemeinsam arbeiteten sie dort drei Jahre und vermittelten dem Westen ein Bild des Lebens im anderen Teil Deutschlands. In diesem Bildband dokumentiert Hoepker den Alltag in DDR von 1959 bis zur Wende: Aufnahmen von spielenden Kindern an der Mauer, Parteikundgebungen, Propagandaplakaten, alten maroden Fassaden und leeren Vitrinen im Supermarkt. Bei Magnum Photos kann man sich viele der im Buch enthaltenen Fotografien ansehen und die sind durchweg großartig.


(via Ostprodukt)

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Hooligans gegen Dummheit: „Hört auf, so verdammt dämlich zu sein“

Bildschirmfoto 2014-10-29 um 09.49.58

Innerhalb der offenbar nicht homogenen Hools-Szene entwickelt sich Widerstand gegen jene, die wie in Köln marodierend durch die Straßen zogen, um dann mitteilen zu wollen, man möchte nicht als Neonazi wahrgenommen werden. So hat sich eine Facebook-Gruppe mit dem Namen „Hooligans gegen Nazis“ gegründet, die ankündigt, dass sie Verhältnisse wie in Köln nicht einfach hinnehmen wird, sollte es in Hamburg am 15.11. zu der aus dem HoGeSa-Umfeld angemeldeten Demo kommen. Außerdem hat eine andere Gruppierung, die sich wohl den Namen „Hooligans gegen Dummheit“ nennt, auf dem Lower Class Magazine einen offenen Brief veröffentlicht, den man ruhig mal lesen kann.

Nicht Pyros, Steine und ein umgefallener Bullenwagen sind das Problem. Dass ihr nicht im Stande seid, vernünftige Gedanken zu formulieren, macht euch so verdammt unsympathisch. Offener Brief an alle Hools, Ultras und anderen Teilnehmer der HoGeSa-Proteste

Wir haben nichts gegen Hools und Ultras. Im Gegenteil, wir gehen selber ins Stadion und irgendeinen Hippiefimmel für immerwährende Gewaltlosigkeit haben wir auch nicht. Wir sind auch nicht dagegen, dass Fußballfans Politik machen. Im Gegenteil, wir glauben, das ist eine wichtige Sache. Im vergangen Jahr waren in Istanbul vier Millionen Menschen auf der Straße, haben die Bullen vom zentralen Platz in der Stadt vertrieben und den Staat massiv herausgefordert.

Jungs und Mädels aus allen Vereinen gingen gemeinsam auf die Straße, Besiktas, Glatasaray, Fenerbahce, mit einem Schal in allen Farben: Istanbul United. Gegen Korruption, teure Mieten, beschissene Arbeitsbedingungen, die Islamisierung der Gesellschaft und die Unterdrückung von Minderheiten wie Aleviten und Kurden. Vier Millionen Menschen, Straßenschlachten, die über Tage gingen, Tote durch Polizeigewalt – und trotzdem gab es viel Sympathie für die Leute, die da gekämpft haben.

Sagt doch, wo ihr steht

Keine Nazis? Entweder ihr verkauft euch selber für dumm oder denkt, alle anderen sind noch dümmer.
Warum waren die sympathisch und ihr seid es nicht? Weil ihr euch so verdammt dämlich anstellt. Ihr geht auf eine Demonstration, an der Neonazis der Partei „Die Rechte“ teilnehmen, bei der Leute den Hitler-Gruß zeigen, bei der ein Mob „Deutschland den Deutschen. Ausländer raus“ und “Nationaler Sozialismus jetzt” skandiert und ein Typ rumläuft, der sich das Tor des KZ-Buchenwald auf den Schädel tätowieren hat lassen. Und dann beklagt ihr in diversen Internetforen und auf euren schönen Seiten die „Lügenpresse“, die euch Nähe zu Rechten vorwirft. Was erwartet ihr denn? Glaubt ihr, die Menschen sind so dumm, wie ihr sie gern hättet? Jeder Blinde erkennt, was da gespielt wird.

Eure Verteidiger sagen: „Klar, da waren ein paar Neonazis, aber nicht viele.“ Seid ihr so armselig und ungebildet, dass ihr die neonazistische Ideologie nicht kennt? Ihr wollt gegen „Salafisten“ demonstrieren, zumindest angeblich, weil die so inhuman sind. Wo sind denn Nazis humaner? Waren sie humaner, als sie alle, die ihnen nicht gepasst haben, in Massenhinrichtungen erschossen oder in Vernichtungslagern vergast haben? Waren sie humaner, als sie an Menschen medizinische Experimente durchgeführt, sie auf offener Straße erhängt haben? Waren sie humaner, als sie die ganze Welt mit einem Krieg überzogen haben, der in der Geschichte seines Gleichen sucht? Und Leute, die das geil finden, stehen neben euch auf einer Demonstration. Und ihr erwartet, dass man euch nicht Idioten, Rassisten, Rechte nennt? Warum denn, wenn ihr so handelt?

[…]

Hört doch einfach mal auf, so dämlich zu sein

Eure „Argumente“ sind faule Ausreden. Ihr wollt gegen „Salafisten“ sein, aber in Wahrheit hetzt ihr gegen jede Muslimin, jeden Muslimen. Hand aufs Herz. Wer von euch hat sich denn wirklich die Mühe gemacht, zu lesen, welche Strömungen es im Islam gibt? Wer von euch weiß, was Sunniten, was Schiiten, was Aleviten sind? Es ist euch scheissegal. Weil es euch um Hetze gegen „andere“ geht, auf die ihr eure Probleme projiziert, und die euch als Sündenböcke dienen.

Ihr wollt nicht über euren Tellerrand schauen. Ihr seid gefangen in einer wahnhaften Welt, in der ihr euch gegenseitig bestärkt. Ihr könntet anfangen, wie Menschen unter Menschen gegen Kapital und Staat aufzustehen, und eure blödsinnigen Einteilungen der Welt in „Ausländer“ und „Deutscher“ sein lassen. Ihr könntet das tun und damit anfangen, Gedanken zu entwickeln, die aus euch tatsächlich politische Menschen machen und nicht eine Horde Besoffener auf der Jagd nach dem wahren Deutschtum.

Hier der komplette Text.

Und um das alles noch ad absurdum zu führen mischen die Hooligans gegen Hooligans auch noch mit.

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