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Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Spielplätze im Wandel

„Spielen ist Risiko“ prangte auf den Spielgeräten eines Spielplatzes, den ich mit meiner Großen vor gut 10 Jahren immer besuchte. Ich mochte diesen Spruch, weil er so viel Wahrheit in sich trug. Wenn du irgendwo raufkletterst, kannste halt auch runterfallen. Du wirst nie selber eine gewissse Form der Sicherheit erfahren, wenn du, oder eben deine Eltern, nicht bereit sind, dich dort ungesichert raufklettern zu lassen. Was wir als Kinder geklettert sind. Wie oft wir auch gefallen sind.

Ich war nun lange nicht mehr auf diesem Spielplatz. Umzug, neuer Stadtteil und so. In dem haben sie vor ein paar Wochen den Spielplatz plattgemacht, auf dem ich später dann immer mit meiner Kleinen war. Der war gar nicht mal klein, hatte was zum Schaukeln, was zum Wippen, was zum Klettern. Jetzt ist der weg. Eine Rasenfläche hat man daraus gemacht und diese vorübergehend mit Absperrband umzäunt. Nicht das da noch Kinder rüberlaufen!

Ich fragte mich, an dem Tag, an dem ich das sah, ob Spielplätze, wie ich sie kenne, vielleicht einfach kein großes Ding mehr sind. Zumindest, wenn sie nicht als innerstädtische Weltsensationen konzipiert wurden. Ich weiß es nicht, war nur so ein Gedanke.

Hier zwei Bilder von zwei Spielplätzen aus verschiedenen Dekaden.

1900:

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Der hier ein paar Jahrzehnte später: sicher und hinter Gitterstäben. Looks like jetzt nicht so nach Fun.

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(via BoingBoing)

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Auf Anfrage der AfD: Politisch motivierte Straftaten in Sachsen-Anhalt im Jahr 2015

Die AfD in Sachsen-Anhalt hat eine kleine Anfrage an ihre Landesregierung gestellt. Es ging in dieser um politisch motivierte Kriminalität in Sachsen-Anhalt. Jetzt kam die Antwort samt der dazugehörigen Statistiken. Diese dürften der AfD in Sachsen-Anhalt nicht sonderlich gut schmecken, denn sie werden zum populistischen Wahlkampf von rechts kaum was taugen.

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(„StoepM“ steht für „Staatsschutzdelikte ohne explizite politische Motivation“.)

Vorbemerkung des Fragestellenden:
Die politisch motivierte Kriminalität (PMK) bedroht in besonderem Maße das gesellschaftliche Zusammenleben und die demokratischen Grundrechte in unserem Bundesland. Zu begrüßen ist das Bestreben, das im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN deutlich wird, demokratiefeindliche und rechtsextremistische Einstellungen zu bekämpfen. Bei der Bekämpfung des Linksextremismus, der die geistige Grundlage linksmotivierter Straftaten bildet, halten sich die Regierungsparteien jedoch bewusst bedeckt. Im Bereich der PMK darf diese scheinbar ideologisch bedingte Auslassung nicht dazu führen, dass die Kriminalitätsbekämpfung von Partikularinteressen einer politischen Randpartei beeinflusst wird. Faktenlage und konkretes Bedrohungspotenzial müssen Ausgangspunkt polizeilicher Ermittlungen bleiben. Die Gefährdung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung erfordert
deshalb ein konsequentes Vorgehen gegen jedwede Form der politisch motivierten
Straftaten.

Na dann, AfD, macht mal Lack – ihr scheint da in Sachsen-Anhalt ein echtes Problem politisch motivierter Straftaten zu haben.

Man munkelt, dass der AfD in Sachsen-Anhalt jetzt gar nicht so sonderlich viel daran gelegen ist, die Antwort auf ihre kleine Anfrage für die in Zukunft auszutragenden Wahlkämpfe auszuschlachten. Wenn wundert’s?

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IKEA und die „Umvolkung“

In Zeiten wie diesen kann es schon mal schwierig werden, zwischen Ernstgemeintem und Satire zu unterscheiden. Deshalb gucke ich mitunter, nachdem ich mir den Aluhut aufgesetzt habe, schon mal ganz genau hin und fürchte, die hier meinen das ernst.

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(via reddit)

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Nico Semsrott über AfD-Wähler und schlechte Menschen

Ich habe mich vorhin mit einem beherzten AfD-Befürworter auf einer Geburtstagsparty eines der mir Lieben verbal und versucht konstruktiv auseinandergesetzt. Weil es so sein sollte, in dem Moment so sein musste. Wahrlich keine Freude. Weil ich mag derartige Situationen eigentlich so gar nicht. Ich würde eigentlich viel lieber über Musik reden. Oder gerade nicht da sein wollen. Immer. Aber nee. Das Leben will es halt manchmal anders.

Er: kein Doofer, eloquent, belesen, charmant, Arzt. Und ein wirklich gut Riechender. So wie ich. Also: ich, kein belesener Arzt, Sozialarbeiter, aber trotzdem gut riechend (Ist mir halt wichtig, gut zu riechen. Sorry.) Er völkisch, so wie ich nicht. Er sagt: „Ich bin Deutscher!“ Ich sage: „Ich bin in erster Linie Mensch.“ Harter Stoff. Wirklich.

„Richtig gut Geige spielend – und dann geht man kacken.“

Und ich war froh, als die Frau des Hauses dann irgendwann rief: „Digga! Wenn du jetzt nicht kommst, dann fahre ich alleine nach Hause!“ Knappe Kiste, gerade so raus- und mitgekommen.

Und dann komme ich nach Hause und höre mir den Slam von Nico Semsrott an. Passt gerade. Sehr.


(Direktlink)

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Zur Fahndung ausgeschriebener Teenie bittet auf Facebook darum, dafür doch bitte ein anderes Foto von ihr zu benutzen

Die 18-jährige Amy S. wurde irgendwann letzte Woche im australischen Sydney festgenommen. Keine Ahnung, warum genau. Dabei wurden von ihr Mugshots aufgenommen. Etwas später ging sie der zuständigen Polizeistation stiften, war ausgebüxt. Die Polizeistation hat daraufhin einen Beitrag mit den von ihr gemachten Fotos auf Facebook veröffentlicht und die mitlesende Bevölkerung darum gebeten, bei der Fahndung nach ihr zu helfen.

Soweit, so normal.

Dann aber bat Amy S. auf Facebook in dem ersten Kommentar unter dem Fahndungsaufruf darum, doch bitte schön ein anderes Foto von ihr dafür zu benutzen und hängte dieses gleich mal eben mit an.

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Internet, ey!

Mittlerweile wurde sie erneut in Gewahrsam genommen. Ihre Bitte darum, das Fahndungsfoto anzupassen hatte damit womöglich nur ein bisschen was zu tun.

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Die Ärzte – Schrei nach Liebe, 26.08.2016, Jamel rockt den Förster, Nordwestmecklenburg

Jamel rockt den Förster 2016. Bela B. auf der Bühne, nach ihm Madsen, später dann die fetten Brote. Jamel in Nordwestmecklenburg, noch nicht komplett im Arsch. Die Lohmeyers hatten mal wieder und zum Glück immer noch zum Abriss geladen. Alles so wie immer. Und auf einmal stehen die Ärzte auf der Bühne und spielen „Schrei nach Liebe“. Inhaltlich heute sicher und zu Recht auch diskutabel, ja. Zeichengebend hingegen nur ein wenig und bis gar nicht diskutabel. Weil: So, Arschloch! Der Osten im Sommer 2016 – wo Haltung ganz offensichtlich wichtiger als die Gage ist. Ich mag das. Sehr.


(Direktlink)

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Podcast: Eine Lange Nacht über das besetzte Warschau

Ich mag dieses Format vom Deutschlandfunk, irgendwo zwischen Dokumentation und Hörspiel, wirklich außerordentlich gerne. Und eigentlich wollte ich nach einem hier wirklich harten Wochenende schon lange im Bett sein. Aber nun sitze ich hier – und höre zu. Erfahre Dinge, von denen ich so explizit bis heute nichts wusste: Eine Lange Nacht über das besetzte Warschau.

Vom Herbst 1939 bis zum Winter 1945 herrschten in Polens Hauptstadt die Deutschen. Man setzte sich gegen den Terror der Deutschen zur Wehr, doch gemeinsam kämpfte man selten. Die Lange Nacht erzählt von Alltag und Widerstand im besetzten Warschau aus der Sicht unterschiedlicher Protagonisten.

[audio:http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/08/27/lange_nacht_ueber_alltag_und_widerstand_im_besetzten_dlf_20160827_2305_3789bdc3.mp3]
(Direktlink, via Swen)

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