Zum Inhalt springen

Kategorie: Täglicher Sinnwahn

Mann beerdigt Gewürzgurke

640px-Gewürzgurken_Auslese,_Casa_de_los_Winter_-_El_Cofete_-_Jandia_-_Fuerteventura


(Foto: Norbert NagelCC BY-SA 3.0)

Wir mussten hier vor ein paar Jahren mal einen unserer damaligen Kater beerdigen. In dem Garten des Hauses der WG war kein Platz und wir wollten, dass der gute Kerl sich von einem ruhigen Plätzchen aus in die ewigen Jagdgründe schleichen konnte.

Also entschieden wir uns für einen abgelegenen See in der Nähe, parkten am Waldrand und zogen mit einem Spaten, einer Schippe und einem Pappkarton, in dem der tote Kater lag, in den Wald, in dem ein See war. Wir kamen uns dabei ziemlich blöde vor und irgendwie hatten wir ziemlich Schiss, dass uns dabei irgendwer beobachten könnte. Was sollen denn die Leute denken, wenn die wen sehen, der mit Spaten, Schippe und Karton in den Wald geht, um ein Loch zu graben, in dem sie einen Karton versenken? … Eben. Sieht bestimmt ziemlich blöde aus, so von außen betrachtet.

Andere machen sich da nicht derartige Gedanken und begraben einfach mal ihre verschimmelte Gewürzgurke im Wald. Was ja auch sehr viel weniger anrüchig ist. Die Polizei kam trotzdem. RIP Gurki.

Achern – Schmerzlicher Verlust?

Eine Spaziergängerin war am Donnerstagabend kurz vor 21 Uhr mit ihrem Hund im Waldgebiet zwischen der Omerskopfstraße und dem Friedhof Sasbach unterwegs. Dabei wurde sie auf einen älteren Mann aufmerksam, der offensichtlich etwas zwischen den Bäumen vergrub und sich dann wieder zu Fuß entfernte. Die Frau erschauderte als sie erkannte, dass es sich um ein gerade angelegtes Grab mit einem Holzkreuz handelte. Sie wählte den Polizeinotruf. Die Streifenbeamten inspizierten die Begräbnisstätte und begannen behutsam mit der Exhumierung einer kleinen Holzkiste. Auf einer handschriftlichen Grabbeigabe stand der Name „Gurki“ sowie das aktuelle Tagesdatum vermerkt. Nach dem Öffnen der Holzkiste kam eine kleine verschimmelte Gewürzgurke zum Vorschein. Offenbar war ihr letzter Besitzer über die vermutlich überraschend eingetretene Ungenießbarkeit derart erschüttert, dass er sich zu der abendlichen Beisetzung im Wald entschlossen hatte. Die Polizisten entsorgten andächtig das ‚verblichene‘ Gemüse und setzten ihre Streife fort.

2 Kommentare

Nordrhein-Westfalen: 1.261 Cannabis-Pflanzen beschlagnahmt

Im Nordrhein-Westfälischen Lotte, genauer im Stadtteil Werser, hat irgendwer ein paar Cannabis-Anbauer bei der Polizei verpfiffen. Die rückten an und beschlagnahmten in einem Einfamilienhaus 1261 Marihuana-Pflanzen. Außerdem wurden drei Tatverdächtige festgenommen. Ich hab jetzt keine ganz genaue Vorstellung, wie viel 1261 Pflanzen tatsächlich sind, aber das dürfte einer ganz ordentlichen Grundfläche bedürfen.


(Foto: Polizei)

Einen Kommentar hinterlassen

Doku über _das_ Plattenlabel der DDR: Die AMIGA Story

Bildschirmfoto 2016-06-09 um 00.53.01

Wir hatten ja nicht viel in der DDR, kamen aber immerhin auf sechs Plattenlabel, die sich in erster Linie stilistisch unterschieden. Das mit Abstand bekannteste dürfte Amiga sein, das wohl auch quantitativ für den höchsten Output sorgte.

Amiga (eigene Schreibweise auch: AMIGA) war ein Plattenlabel des von Ernst Busch gegründeten Musikverlags Lied der Zeit Schallplatten-Gesellschaft mbH, Berlin. 1954 ging es über auf den staatlichen DDR-Tonträgerproduzenten VEB Deutsche Schallplatten Berlin und war im VEB nun dem Ministerium für Kultur nachgeordnet. Amiga sollte die Bandbreite der populären Musik abdecken. Darunter fielen Beat-, Rock- und Popmusik ebenso wie Jazz, Schlager, volkstümliche Musik und populäre Instrumentalmusik. Amiga wurde am 3. Februar 1947 gegründet und bestand bis 1994. Seitdem wird das Repertoire von mehr als 30.000 Titeln (von 2200 Schallplattenproduktionen und 5000 Singles) von der BMG Berlin Musik GmbH, jetzt Sony Music Entertainment vermarktet. Als Markenname für Veröffentlichungen von Tonträgern aus der DDR-Zeit wird Amiga weiterhin verwendet.
(Wikipedia)

Dazu kamen die Labels Aurora, Eterna, Litera, Nova und Schola, die alle ganz unterschiedliche Musik unter die DDR-Bürger brachten. Hier eine Typisierung.

Ich kann mich an alle ein bisschen, am meisten aber an Amiga erinnern. Quasi jede Platte, die damals in meinem Elternhaus stand, kam von dort. Mit Ausnahme irgendwelcher Rock ’n‘ Roll Bootlegs, die mein Vater bei wem auch immer aus Russland oder Polen gekauft hatte.

Die meisten dieser Amiga-Platten waren aus einer Zeit, in der die DDR-Plattenbude schon Lizenzproduktionen für Musik aus dem Westen pressen ließ. Depeche Mode, Marianne Rosenberg, die Ärzte, Rio Reiser, Jennifer Rush fallen mir dazu ein. Diese kaufen zu können, war meistens nur möglich, wenn man sich stundenlang vorm Kaufhaus anstellte und mit etwas Glück eine der begehrten Pressungen bekam. Oder, was bei uns der Fall war, man kannte die Frau, die hinter dem Plattentresen stand. Sie war die Mutter des besten Freundes meines Bruders, wenn ich mich recht erinnere.

Ich wusste bis gestern nicht sonderlich viel über die Geschichte von Amiga und eigentlich war sie mir wohl auch immer egal. Zumal mich die Musik der frühen Jahre nicht sonderlich interessierte und später bei RIAS Berlin eh alles aufgenommen werden konnte, was wir geil fanden.

Dennoch habe ich mir letzte Nacht die Doku „Die Amiga Story“ angesehen, weil ich eben Dinge erfahren konnte, von denen ich bisher nichts wusste. Kann man ja mal machen.

Bildschirmfoto 2016-06-09 um 00.15.33

„Entschuldigen Sie bitte, wir interessieren uns für Tanz.“

„Natürlich entschuldige ich, mache die beiden aber gleich darauf aufmerksam, dass Rock ’n‘ Roll und überhaupt solche Geräuschplatten bei uns nicht geführt werden. Ich bin sowieso der Meinung, junge Mädchen von heute sollten ruhig noch andere Dinge im Kopf haben als nur Tanzen.“
(DDR-Fernsehen 1959)

https://vimeo.com/169810182
(Direktlink, via Marc)

2 Kommentare

Schwarz-Rot-Gold für die Schüssel

Es ist im Moment nicht ganz einfach, irgendwas zu kaufen, das nicht irgendwie Schwarz-Rot-Gold gefärbt ist. Deutschland feiert sich und seine Farben. Fußballpatriotismus. „Man wird ja wohl noch _die_ Fahne schwenken dürfen!“ und so, sie wissen schon. Soweit, so sich alle zwei Jahre wiederholend. Aber wenn schon alles Schwarz-Rot-Gold sein kann, warum dann eigentlich nicht auch eine Klobürste? Und wer würde diese aus welchen Gründen auch immer wohl kaufen? Denn es gibt sie wirklich.

image


(Screenshot: nicomanufakt, via Schland Watch)

9 Kommentare

Der „Hamburger Kessel“ wird 30

Kessel in Hamburg 2007, Foto: Indymedia • CC BY-SA 2.5

Kessel in Hamburg 2007, Foto: IndymediaCC BY-SA 2.5 Heute vor 30 Jahren kesselte die Polizei in Hamburg für 14 Stunden fast 900 Menschen, die sich selber für nichts anderes als AKW-Gegner sahen. Wohl wenig Gewaltbereite. Eher Studenten und Menschen, die damals, kurz nach Tschernobyl, einfach keinen Bock auf AKWs hatten. Die Politik war nicht erreichbar, und die Cops machten daraus, was ihnen in diesem Moment wohl als genehm erschien: Den Hamburger Kessel, und damit Die Mutter aller (Polizei) Kessel. Wer raus wollte, bekam den Schlagstock zu spüren. Notdurft verrichten war für die Gekesselten nur vor Ort möglich. Das damalige Gebaren war selbst einigen der vor Ort anwesenden Beamten zu viel, so dass sich sich ein interner Widerstand kritischer Polizisten bildete. Gerichte entschieden später, dass es sich dabei um rechtswidrige Freiheitsberaubung und Einschränkung der Versammlungsfreiheit handelte. Das Verwaltungsgericht Hamburg entschied, dass jeder Demonstrant im Kessel 200 Mark Schmerzensgeld bekommen sollte. Doch die Taktik des Kesselns machte trotzdem Schule und wird bis heute gerne von der Polizei angewandt.

Eine der damals Gekesselten hat mit einestages gesprochen: Von der Polizei eingekesselt – „Als wären wir Schwerverbrecher“.

Augenzeugen berichteten von Kopfverletzungen und gebrochenen Fingern. Über Stunden durften die Eingekesselten nicht zur Toilette und mussten ihre Notdurft an Ort und Stelle verrichten – teils unter entwürdigenden Kommentaren der Polizisten. „Die behandelten uns, als wären wir alle Schwerverbrecher. Obwohl die meisten Demonstranten ganz normale, friedliche Leute waren“, sagt Susanne.

Auch einer der sich damals im Dienst befindenden Polizisten äußert sich:

Den entscheidenden Befehl gab um 12.22 Uhr der Leitende Polizeidirektor per Funkanweisung: „Versammlung ist notfalls unter Benutzung des Schlagstocks einzuschließen.“ Mit Blaulicht und Martinshorn, erinnert sich Detjen, rasten die Hundertschaften zum Heiligengeistfeld auf St. Pauli und bildeten Polizeiketten, um die AKW-Gegner nahe einem alten Flakbunker einzukesseln. Mehr als 1000 Beamte waren im Einsatz, eine Aufforderung zur Auflösung der Demonstration erfolgte nicht.

3 Kommentare

Eine Schule benennt ein paar ihrer Häuser nach Banksy, Banksy kommt und malt ein Bild dran

Eine Grundschule in Bristol benennt ein paar ihrer Häuser nach Banksy. Der selber findet das offenbar so gut, dass er über Nacht vorbeikommt und ein Wandbild auf einem dieser Häuser hinterlässt.

Banksy just dropping a new mural in the middle of the night is neat—and the note he sent with it, urging the primary school students to „feel free to add stuff“ to it if they don’t like it because „it’s always easier to get forgiveness than permission“ is pretty cute.
(co.create)

Außerdem schreibt er einen Brief.

„Liebe Bridge Farm School. Danke für euren Brief und die Benennung des Klassenzimmers zu meinen Ehren. Bitte nehmt das Bild an. Falls ihr es nicht mögt, könnt ihr alles Mögliche hinzusprühen, ich bin davon überzeugt, dass die Lehrer nichts dagegen haben. Denkt daran – es ist immer einfacher, eine Entschuldigung zu bekommen, als eine Erlaubnis. Liebe Grüße Banksy“.

https://twitter.com/jonkay01/status/739759269642375168

(via Markus)

Man kann und sollte bestimmte Arbeiten von Banksy durchaus kritisch diskutieren, aber das hier finde zumindest ich ziemlich großartig.

5 Kommentare

Spiegel-Barrikaden in Dortmund

Am Samstag trafen sich in Dortmund rund 1000 Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik und verschiedenen europäischen Ländern, um dem schon zum 8. Mal stattfindenden „Tag der deutschen Zukunft“ beizuwohnen. Sören Kohlhuber war vor Ort und hat auf Flickr ein Foto-Album geparkt, das nicht sonderlich viele „besorgte Bürger“ zeigt, sondern viele – vor allem Männer -, die ihre Gesinnung auch gerne über „hippe“ T-Shirts nach außen tragen und so gar nicht erst versuchen, außer dieser einen Hehl zu machen.

In Jugendbewegungen ist es derzeit angesagt, die Vokale bei Aufschriften von T-Shirts, Aufklebern und Co. wegzulassen. So trugen Teilnehmer des Aufmarsches auch Shirts mit Aufschriften wie „HKNKRZ“. Versteckten sich Nazis in den vergangenen Jahren noch hinter Zahlenkombinationen wie „88“ („Heil Hitler“, jeweils nach dem ersten Buchstaben der Wörter), reicht es heute, Buchstaben wegzulassen, um die rechtsextreme Botschaft zu verbreiten.

Aber es gab auch Gegenprotest, so sind etwa 5.000 Menschen gegen die Rechten auf die Straße gegangen. Getrennt wurden die Demonstranten von 1000en Polizisten. Und auch die erst neulich hier gezeigten Spiegel-Barrikaden kamen auf Seiten der Gegendemonstranten zum Einsatz. Die Polizei scheint nicht ganz so begeistert von den Dingern.


(Direktlink, Mediathek)

Ein Kommentar

Was Moby über Donald Trump sagt

Ich mag Moby ja auch für seine Spleens, auch wenn er mir mit diesen auf Facebook regelmäßig ein bisschen auf den Saque geht. Manchmal sogar sehr. Aber Moby darf das, denke ich immer so bei mir.

Jetzt hat er in einem Interview mit Channel 4 verlautbaren lassen, wie es ihm damit geht, dass Donald Trump tatsächlich bald Präsident in Amerika werden könnte. Es sucht auf Google nach Lebensalternativen. In Neuseeland.

Irgendwas geht in den Staaten gerade schief. Er weiß nicht genau, woran das liegen könnte, aber er weiß, das dem so ist. Ähnlich geht es mir hier. Jeden Tag aufs Neue.

„Donald Trump as President with a Republican House and Senate is terrifying.“
Moby tells Krishnan Guru Murthy that his countrymen like Donald J. Trump because the Republican is the quintessential American – and why he’s Googling how to get a New Zealand passport as a result.



Einen Kommentar hinterlassen