Flaviu Cernescu macht so was in Rumänien. Hier an einem 280 Meter hohem Schornstein, der seine besten Tage schon lange hinter sich hat. Als er oben ankommt, läuft er quer drüber – komplett ungesichert. Und er hat einen Grund dafür. Er will Menschen inspirieren: „My message is to inspire people to take on their dreams step by step. The goal is not to imitate or outdo somebody but to do what you love and love what you do,“ sagt er.
Der Friedensbeschwörer und Mahnwichtel Ken Jebsen lässt die Antilopen Gang wohl wegen einer Textpassage in ihrem Song „Beate Zschäpe hört U2“ abmahnen. Begründung: unwahre Tatsachenbehauptung/üble Nachrede.
„Wer sich „Aversion“ noch nicht zugelegt hat, sollte sich lieber beeilen, denn es könnte bald zu spät sein: Der Berliner Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen (spricht u.a. im Zusammenhang mit dem Massenmord vom 11. September 2001 von einer „Terrorlüge“ bzw. vom „warmen Abriss des World Trade Centers“) hat die Anwaltskanzlei „Scheuermann Westerhoff Strittmatter“ damit beauftragt, unser Lied „Beate Zschäpe hört U2″ zu verbieten, weil er sich dadurch verunglimpft sieht. Ken Jebsen droht uns durch seine Anwälte mit gerichtlichen Schritten und Schadensersatz, sollten wir das Lied weiter verbreiten. Es belustigt uns, dass ausgerechnet der Typ, der ständig mit den abenteuerlichsten Anschuldigungen und wildesten Theorien gegen politische Gegner schießt, sofort schwerste rechtliche Geschütze auffährt und mit Strafandrohungen um sich wirft, wenn er sich mal selbst betroffen fühlt. Wir sind uns sicher, dass wir als Künstler in unserer Musik die Freiheit haben müssen, zu sagen, was wir sagen möchten, ohne dass direkt irgendein dahergelaufener Otto oder Ken ankommt, der uns inhaltlich beschneiden will und unseren finanziellen Ruin in Kauf nimmt. Bevor wir uns weiter dazu äußern, werden wir die nächsten Schritte nun sorgfältig prüfen müssen. Einschüchtern lassen wir uns jedenfalls nicht.“
Jebsen wurde 2011 vom RBB entlassen, wo er Sonntags eine Sendung auf Radio Fritz moderierte, nachdem er sich öffentlich zu Verschwörungstheorien bekannte und Vorwürfe laut wurden, er unterstütze antisemitische Einstellungen.
(via Musikexpress)
Ich machte heute morgen noch ein vergiftetes Späßchen damit und schon nun holt mich die Berliner Wohnungsmarktrealität ein. In Friedrichshain kann ein 8m² großes WG-Zimmer auch heute schonmal 380 Euro kosten. Immerhin geht das Klo und die Küche extra und es gibt eine „eigene Waschmaschine und Internetanschluss“ inklusive. Und „einen Schreibtisch mit Arbeitsplatz(!)“. Mehr braucht man ja auch nicht. *hust*
Wie kaputt das alles ist. Warum schämt sich dafür eigentlich niemand?!
Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlicht eine Studie, die auch nach Zahlen offenbart, was viele ums sich herum schon lange wahrnehmen können. Das, was früher einmal rechter Rand war, hat es sich mittlerweile in der politischen Mitte bequem gemacht. Kein Wunder. Einiges, was heute aus dieser gefordert wird, war vor ein paar Jahren noch den rechten Parteien vorbehalten. Das setzt sich dann so natürlich auch gesellschaftlich durch. Und so werden heute rechte Thesen und Forderungen von Menschen in sich und ins Land getragen, die sich selber der politischen Mitte zugehörig fühlen. „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ Ganz vorn dabei: die Anhänger der AfD. Nein? Doch! Oh!
In ihrer Studie zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland zeigen sie jedoch, dass diese Aussagen mancherorts salonfähig sind. Ob Stammtischparole oder Geflüster hinter vorgehaltener Hand – die FES hat unter dem Namen „Fragile Mitte – Feindselige Zustände“ abgefragt, wie es um Toleranz und Offenheit in Deutschland steht. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Einige Auszüge:
10,1 Prozent der Befragten schreiben Hitlers Machenschaften auch Positives zu
17,4 Prozent stimmen der Sozialschmarotzer-These zu
35,9 Prozent fordern mehr Deutschlandgefühl
Fast 23 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, Deutschland brauche jetzt eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert
Elf Prozent sagen Ja zu der These: „Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert.“
Aber, und auch das soll nicht unerwähnt bleiben:
Insgesamt sind rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen in der Gesamtbevölkerung im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurückgegangen. Ein erfreuliches Ergebnis, so Melzer, der für die FES das Projekt „Gegen Rechtsextremismus“ leitet. Dennoch bestehe kein Anlass zur Entwarnung.
Grund für den Rückgang sei unter anderem der „doppelte NSU-Effekt“: Weil durch den Prozess gegen Beate Zschäpe und die dazugehörige Aufarbeitung der Morde das Thema Rechtsextremismus präsent gewesen sei, würden sich die meisten deutlich von dieser krassen Form des Fremdenhasses distanzieren.
Als wäre der latente Fremdenhass nicht auch schon widerwärtig genug.
„Ruck, zuck werden die verräterischen Spuren Ihrer letzten Webausflüge beseitigt“.
Was macht Data Becker eigentlich heute? Gibt es die noch? Wenn ja, warum haben die uns mit diesem Produkt nicht vor der NSA geschützt, he? „Außerdem schützt der Web Cleaner Sie bei Online-Sitzungen permanent vor Datendieben und Spionen!“ Mehr hätte es gar nicht gebraucht! Wussten die schon 1999.
Ich nehme mal die Überschrift von SpOn, weil ich nur diese lesend erst dachte, die Polizei würde da zukünftig mit Hauben auf dem Kopf rumlaufen. „Nun ja, sieht ganz schön blöde aus“, dachte ich erst, ich Trottelchen. Jetzt erst peile ich, dass die Hauben nicht für die Beamten, sondern für die Festgenommenen sein soll.
Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hatte schon vor zwei Jahren die Anschaffung angekündigt, darauf entbrannte eine heftige Debatte. Vergleiche mit Guantanamo und Afghanistan wurden gezogen. Das kann Senator Mäurer nicht nachvollziehen. „Ich halte die Hauben für verhältnismäßig und angemessen“, sagt er. Sie dürfen nicht präventiv eingesetzt werden, sondern nur, wenn der Festgenommene bereits gespuckt hat oder als notorischer Spucker bekannt ist.
Mit was die Polizei heute so zu kämpfen hat…
(via Max)
Im Laufe des gestrigen Tages hat Anonymous den Twitter-Account des unsäglichen Ku Klux Klan übernommen. Eine Antwort auf KKK-Drohungen nach den Protesten in der US-Stadt Ferguson. Der Klan hatte Flugblätter verteilt, in denen den Demonstranten in Ferguson tödliche Gewalt angedroht wird. Diverse Server, auf denen Webseiten des KKK laufen, wurden lahmgelegt. Die Aktion trägt den Hashtag #OpKKK.
Und nein, der Applaus dafür geht nicht an die Eierköppe vom deutschen „Anonymous Kollektiv“. Bittedanke.
„The internet activist group Anonymous has responded to Twitter taunts from the Ku Klux Klan by taking over its US Twitter account.
The Twitter spat began after the KKK allegedly threatened protesters in Ferguson, Missouri, as the area awaits an imminent court decision over the killing of Michael Brown, an unarmed black 18-year-old, by a white police officer.
The KKK began a war of intimidation by threatening to use lethal force against Ferguson protesters and handing out flyers in the St Louis area.“
Just remember; This operation is NOT for fun. The reason of this operation is to bring freedom, respect, stop racism and violence.
#OpKKK
Das Detroit in den letzten Jahren als Stadt sehr zu leiden und zu kämpfen hatte, sollte hinlänglich bekannt sein. Das es in jüngerer Vergangenheit immer wieder so etwas wie Hoffnungsschimmer für die gebeutelte Metropole gab, auch. Sich davon so richtig ein Bild zu machen ist natürlich für jene, die die Stadt nicht durchqueren können, außerordentlich schwierig. Vermutlich gibt es auch die Stadtteile, in denen das alles vielleicht gar nicht „so schlimm“ ist, die paar Straßen aber, die der YouTuber TheDonKingCon hier abfährt erinnern an Kulissen für „Walking Dead“.
Und auch wenn das nicht beispielhaft für ganz Detroit sein sollte, ist das partiell schon echt krass anzusehen. Schließlich wurden diese ganzen Häuser mal von Menschen bewohnt un d bewirtschaftet.
Meine hiesige Stammvideothek schloss vor gut einem dreiviertel Jahr. Gemerkt habe ich das erst sechs Monate später. Auch weil ich dort eben schon lange keine Filme mehr ausliehen ging. Als ich es dann doch mal wieder tun wollte, war der Laden dicht.
Hier um die Ecke ist noch eine kleine, aber das Angebot dort ist so inaktuell und übersichtlich, dass auch die sich womöglich nicht mehr über zwei-drei Jahre bringen wird. Der Hauptaugenmerk liegt dort heute eher auf dem eingegliederten Lotto- und Tabakshop.
Heute leihe ich Filme digital oder streame sie per Netflix. Meine Große sah in den letzten Jahren all ihre dutzenden Filme und Serien über Streamingangebote, auch die nicht legalen. Alles, was sie im Großteil ihrer Jugend so gesehen hat, hatte sie sich nicht in einer Videothek geliehen. Einem Ort, den sie in seiner Funktion theoretisch zwar noch kennt, praktisch aber nicht mehr Gebrauch davon macht. Wozu auch? Geht mir ja ähnlich.
Gestern fuhr ich in Steglitz an einer vorbei und war irgendwie überrascht, überrascht davon zu sein, dass es dort noch eine gäbe. Mal sehen, wie lange noch.
Der Fotograf Ben Kuhlmann möchte den sterbenden Videotheken mit “Derzeit verliehen” ein Fotobuch widmen und ich halte das für eine charmante Idee. Finanziert werden soll das Ganze per Crowdfunding über Startnext.
Ein letzter subjektiver Einblick in Deutschlands Videotheken. Eine untergehende Branche, in der einst Ferrari gefahren wurde und nun jeder weitere Monat des Bestehens ungewiss ist.
Unser Stadtbild unterzieht sich einem steten Wandel, vieles verschwindet. Videotheken sind weder das erste noch das letzte Phänomen dieser Art. Dennoch wird ein Stück Kultur aus unserem Umfeld verloren gehen. In meinem Buch dokumentiere ich dieses Genre ein letztes Mal.
Die Ladung Gas war offenbar für den im Bild ersichtlichen Fotografen gedacht. Aufgenommen gestern während der HogeSa-Demo in Hannover. Der verletzte Beamte wird sicherlich in der Statistik von auf Demos verletzter Polizisten auftauchen.
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