
(via Glaserei)
Ich wurde ja mit dieser hier groß. Die war immer steinhart und hatte immer etwas Wasser in der Dose.

(Foto von Toxxy)
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(via Glaserei)
Ich wurde ja mit dieser hier groß. Die war immer steinhart und hatte immer etwas Wasser in der Dose.

(Foto von Toxxy)
Sehr langer und persönlicher Dokumentarfilm von Thomas Heise.
Einen Kommentar hinterlassenEin persönliches, formal radikales Zeugnis, der Blick des Regisseurs auf die jüngste deutsche Geschichte, eine Montage dokumentarischer Bilder aus der DDR kurz vor dem Mauerfall bis in die Gegenwart. „Material“ beginnt mit dem Lachen der Kinder in einer Ruinenlandschaft der frühen 90er Jahre, es folgen Bilder einer Straßenschlacht und von der Massendemonstration auf dem Alexanderplatz am 4. November 1989, von Diskussionen über eine Theaterinszenierung, Erklärungen von Abgeordneten in der neu gewählten DDR-Volkskammer, Auseinandersetzungen bei einer Einwohnerversammlung, Wärter und Gefangene einer Strafvollzugsanstalt, die zum ersten Mal sagen können, was ihnen wichtig ist, ein Angriff von Jugendlichen auf die Premiere eines Dokumentarfilms über „die Zeit, die nun da war.“ Thomas Heises Dokumentarfilm spiegelt sehr persönlich viele Facetten der Entwicklungen in Deutschland, die durch die politische Wende in der DDR ausgelöst wurden.
Leider nicht ganz das, was es vermuten lässt und was die Welt so dringend brauchen könnte. Sondern eine Komplexannahmestelle des VEB Dienstleistungskombinates in der DDR. Da gab man einfach alles ab; Fotos zur Entwicklung, Wäsche, Schuhe, Elektrogeräte zur Reparatur. Nur keine Komplexe.

(Zeitz, Foto: Thomas)
Es gab – man mag es kaum glauben – auch damals in der DDR zumindest einen Sushi Laden. Seit gestern läuft ein Film über diesen in den Kinos; Sushi in Suhl. Hier der Trailer dazu.
Einestages hat das zum Anlass genommen und dieses lesenswerte Interview mit dem Sohn von Rolf Anschütz geführt. Dieser managte den „Waffenschmied“, wie der Laden damals hieß. Und irgendwie erinnern die Fotos dazu an eine verkokste Schickimicki-Disco des damaligen Klassenfeinds.
2 KommentareZwei Jahre Warten auf einen Tisch, eine Monatsmiete für ein Menü – und doch immer ausgebucht: Rolf Anschütz‘ „Waffenschmied“ war das einzige japanische Restaurant der DDR. Bei einestages erinnert sich sein Sohn an Teilzeit-Geishas, rituelles Nacktbaden – und Promi-Gäste aus dem Westen.
In der Berlinischen Galerie gibt es bis Ende Januar 2013 eine Ausstellung, die sich der künstlerischen Fotografie in der DDR von 1949 bis 1989 annimmt, das hier ist der Teaser dazu, in dem einige der ausgestellten Fotografen über ihre damaligen Arbeiten sprechen. Ich werde mir auf jeden Fall die Zeit nehmen, in diese Ausstellung zu gehen. Vielleicht mag ja von euch auch jemand.
3 KommentareDie Berlinische Galerie widmet der künstlerischen Fotografie in der DDR die international erste umfassende Schau. Zwei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer werden in der Ausstellung „Geschlossene Gesellschaft“ Traditionslinien und fotografische Strömungen herausgearbeitet sowie Veränderungen in Bildsprache und Themen sichtbar gemacht.
Die Retrospektive wird damit Teil des gegenwärtigen Fotografiediskurses, der in den letzten Jahren mit zahlreichen Ausstellungen und Publikationen begonnen hat. Inzwischen wurden die Bilder und ihre Protagonisten, die kulturpolitischen Bedingungen, regionalen Besonderheiten, fototechnischen Gegebenheiten und individuellen fotografischen Strategien untersucht, so dass heute dem interessierten Fachpublikum eine Vielzahl der Fotografen und eine Reihe mittlerweile geradezu kanonisierter Bilder bekannt geworden sind.
Superschöne Fundstücke, die Daniel da von Frank Zoller für sein Blog Gastro L.E. bekommen hat. Zum einen eine Mitropa Speisekarte aus dem Jahr 1959, die damals das Angebot am Berliner Ostbahnhof offerierte und zum anderen eine Garte von 1957, die das selbe für die Bahnhofsgaststätte in Eisenach tat. Alle Preise sind ausgezeichnet mit DM (Deutsche Mark) der DDR.
Ich habe die einzelnen Bilder mal zusammengeklebt Beide werden auf klick groß genug, um darin lesen zu können. Interessant finde ich, dass zumindest in einem Fall auf Wunsch auch vegetarisch gekocht wurde. Und am Berliner Ostbahnhof sieht die Karte selbst für heutige Verhältnisse so schlecht gar nicht aus.

Berlin-Ostbahnhof, 1959:
(klick für in groß, via Gastro L.E.)

Bahnhofsgaststätte Eisenach, 1957:
(klick für in groß, , via Gastro L.E.)
Ein wirklich wunderbares wenn auch zurückhaltendes Zeitdokument von Petra Tschörtner, die im Jahr 1990, kurz nach dem Mauerfall und kurz vor der Währungsreform, den Alltag in der Eberswalder Straße im Prenzlauer Berg portraitierte und Stimmungen einfing und Stimmen sammelte; kritische, hoffnungsvolle, frustrierte. Das Grau der gerade untergegangen aber noch existierenden DDR ist noch sehr gut wahrnehmbar. Ich gehe davon aus, dass so gut wie niemand, der in dem Video zu sehen ist, heute noch dort arbeitet oder gar dort lebt, aber das ist woanders wohl ähnlich.
Petra Tschörtner war Dokumentarfilmregisseurin aus Potsdam und verstarb im Juli diesen Jahres.
Petra Tschörtner DDR 1990 liefert Bilder aus dem Leben der Kiez-Bewohner in den letzten Monaten vor der Währungsunion. „We need revolution“ singt „Herbst in Peking“ aus dem Prenzlauer Berg in den Trümmern der Mauer am Rande ihres Stadtbezirks. Dabei ist im Mai ’90 schon fast alles gelaufen. Im „Prater“ schwooft Knatter-Karl mit seiner Freundin. Frieda und Gerda im „Hackepeter“ sind erschüttert; denn gleich nach dem Fall der Mauer wurde im Tierpark ein Papagei gestohlen. Die Polizei jagt bewaffnete Männer, während Näherinnen erklären, warum die Vietnamesen zuerst entlassen werden. Ein einsamer Gast aus dem „Wiener Cafe“ singt zum Abschied das Lied von der Heimat, während die rumänische Combo zum Balkan-Express zurückeilt. Die Hausbesetzer träumen von Anarchie und Frau Ziervogel, Inhaberin von Berlins berühmtester Würstchenbude, segnet das erste Westgeld. Der Tag der Währungsunion ist da. Filipp Moritz besetzt den Prenzlauer Berg.
http://vimeo.com/47753945
(Direktlink, via Finding Berlin)
Bruno Di Lecce hat den Berliner Palast der Republik mit einer Animation komplett rekonstruiert und nimmt uns mit bei seinem Gang durch „Erichs Lampenladen“.
The video animation is a virtual reconstruction of the Palast der Republik, the former headquarters of the GDR government and recently demolished. The 3D reconstruction is supported with interactive and performative actions in the virtual space that alter the perception: a long opening sequence made up walking in the dark with a flashlight that illuminates and reveals the progressive fragmentation of space, or by overlapping images found footage projected on the model acquires a life, it becomes a window in memory. The editing rhythm, the points of view from which the camera films alienating space, adds to the pathos of „survey of absence“ (Untersuchung des Abwesenden). The music prolongs the perception, seeking adhesion to the flow of images. The sounds appear to come from somewhere else that is a compelling place in the final shots of the demolition. Here the music brings out the matter and vice versa: the metallic beams stacked without echo function, the surface of the river is vibrating, the concrete structures disintegrate. Matter in its first chaos ago while reporting the presence of a virtual model of the historical world now gone, called the imagination to work that reconstructs a space and then sort the meanings. This development work of memory is the subject of the video, a subject that is not fixed in any final form but is still not known between representation and reality, between matter and meaning.
http://vimeo.com/20886243
(Direktlink, via Interfilm)
Ich hörte zwar bisweilen davon, dass es solche Dinger in der DDR gegeben haben sollte, dort wo ich aufwuchs allerdings habe ich so einen Automaten nie gesehen. Wenn die Mutter Geld holen ging dann ausschließlich am Schalter der Sparrkasse. Mit Auszahlungsschein. So, wie sich das eben ziemte.
Ende der 80er aber wurden einige dieser Teil in Betrieb genommen und nur alleine am Ablauf der Software kann man sehen, dass die Uhren im Osten immer etwas langsamer tickten.
5 KommentareWerbung für Geldautomaten in der DDR. Es handelt sich hier um ein Basic-Programm, welches auf einem KC85/4 abläuft. Diese Automaten wurden Ende der 1980er Jahren, so ab etwa 1988 in einigen Städten aufgestellt.
Ich klicke mich hier jetzt schon eine ganze Weile durch dieses wirklich großartige Flickr-Set von Stefan Mai, der in den späten 80er Jahren die nicht immer offiziellen Auftritte von Bands in Ost-Berlin besuchte und dabei jede Menge Fotos machte. Es spielten dort die „anderen Bands“. Die, die niemand im Radio hören sollte, nicht hören konnte und die ihre musikalische Linie nicht staatskonform zeichnen wollten. Immer wieder mit dabei, na klar, Feeling B (später Rammstein) und die Skeptiker.
„Diese Bilder entstanden von 1987 bis 1990 in und um Ost-Berlin auf Konzerten in Jugebdclubs und auf Freichtbühnen.“
Es gibt ja immer noch welche, die gerne behaupten, dass man in der DDR gänzlich auf staatlich unabhängige Musik verzichten musste. Spätestens das hier ist der Gegenbeweis und das war vermutlich mehr Punkrock, als es ihn im Westen je gegeben hat.
(via Jens)
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